Mein persönlicher Jahresrückblick 2019

Text: Dr. Kirsten Armbruster

Fotos: Franz Armbruster

Für mich war das Jahr 2019 ein gutes Jahr, gut, weil so vieles, was vorher nur nebelig herumwabberte, klar wurde,  sich geklärt hat. Drei Betrachtungsebenen möchte ich dazu kurz anschneiden:

eine globalpolitische Einordnung im Sinne eines neuen Politischen Mütterbewusstseins (POM)

Einmal zeigten sich auf globalpolitischer Ebene die Absurditäten des Patriarchats mit ihrer toxischen Männlichkeit, so offen wie selten zuvor, was gut ist, weil es gut ist, wenn der Feind eines Guten Lebens sich offen zeigt. Andererseits formierte sich gegen dieses Phallus-Kapitalismus-Theologie-Militär-Politik-Patriarchatskonglomerat eine kräftige Widerstandsbewegung, die von toughen Frauen angeführt wird, welche die Definitionsmacht der patriarchalen Systemdogmen kräftig aufmischen, angefangen von der metoo Bewegung bis zur Fridays for future Bewegung. Endlich, denn die gesellschaftliche Gestaltungsmacht verschiebt sich dadurch fundamental. Diese Bewegungen, von Frauen initiiert und geleitet, werden nämlich auch zunehmend von vielen Männern, die sich mit patriarchal-toxischer Männlichkeit kritisch auseinander gesetzt haben, mitgetragen. Diese Bewegung des Guten Lebens hat also das Potential eine Massenbewegung zu werden, und, die ist nötig, um die Weichen für Zukunft zu stellen.

eine kurze Einordnung meiner eigenen Arbeit der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung

Die Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung nimmt in dieser Bewegung hin zu einem Guten Leben auch einen wichtigen Platz ein, denn sie trägt wesentlich dazu bei, sich von der Gehirnwäsche des Patriarchats zu befreien. Und so war es auch für mich persönlich ein gutes Jahr, weil ich mit meinen Büchern und mit meinem Blog so viele neue LeserInnen erreichen konnte, wie nie zuvor. Die Zahl der BesucherInnen meines Blogs hat sich in diesem Jahr verdoppelt, die Zahl der Aufrufe vervierfacht. Dadurch, dass die wichtigen Texte nun auch mithilfe von Deep L auch in englisch gelesen werden können, hat sich das Aufrufportfolio deutlich internationalisiert. Bei den Aufrufen stehen jetzt die USA nach den deutschsprachigen Ländern an erster Stelle. Dadurch, dass ich zusätzlich den Google Translater, am Compter auf der rechten Seite, direkt unter dem Bücher-Widget, installiert habe (am Handy nicht sichtbar), können nun auch die Beiträge ganz einfach in alle Google-Sprachen übersetzt werden, was zu einer weiteren Internationalisierung  des Bekanntheitsgrades der Patriarchatskritikforschung beiträgt.

Der Beitrag, der die LeserInnen am meisten interessiert hat, ist folgender:

Die höchste Form der patriarchalen Diskriminierung ist die Behauptung, dass Gott ein Vater und Religion männlich ist.

An Platz 2 und 3 stehen die Gott MUTTER Galerien aus dem Paläolithikum

Gott MUTTER im Paläolithikum

und der bisher fertig gestellte erste Teil der Gott MUTTER Figurinen aus dem Neolithikum

Gott MUTTER vom Neolithikum bis zum Muttermord (1),

was mich besonders freut, liegt mir doch die bildliche Sichtbarmachung einer anderen Geschichts- und Religionsschreibung besonders am Herzen, weil deren patriarchale Negierung eben auch besonders dazu beigetragen hat, Frauen klein zu halten, sie ihres natürlichen Selbstbewusstseins zu berauben und eine hiercharchisierte patriarchal herrschaftlich toxische und damit zerstörerische Männlichkeit weltweit zu internalisieren.

Ebenfalls von besonderem Intersse war für viele LeserInnen der Themenkomplex Mütterarmut, die ich ja mit meinem diesjährigen neuen Buch aufgegriffen und mit dem Begriff #motherstoo an die #metoo Bewegung angedockt habe.

Hier noch einmal eine Zusammenstellung der diesbezüglich relevanten Texte:

#MothersToo – Gegen Mütterarmut- Internationaler Frauentag 2019

Die Lüge, dass Mütter nicht arbeiten

Mütterarmut weltweit

Mütterarmut in Deutschland

Warnung – Mütterfalle Patriarchat

eine kurze Einordnung meiner privaten Situation

Das Jahr 2019 war für uns ein Jubiläumsjahr. Unsere jüngste Tochter wurde fertig mit ihrer Ausbildung und eine große Last, der als Paar gemeinsam, aber dennoch gesellschaftlich definiert, allein paarverantwortlich begleitenden und finanziellen Fürsorge für 4 Kinder ist nun erstmal abgeschlossen.  Mein Mann Franz feierte seinen 60. Geburtstag und wir feierten außerdem unseren 30. Hochzeitstag. Mit einer fast vierwöchigen Skandinavienreise mit unserem Campingbus in die norwegischen Fjorde und nach Schweden, belohnten wir uns im Sommer. Das war eine wunderbare Auszeit und dringend notwendig, nachdem ich die letzten 2 Jahre immer wieder mit wandernden, gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, die auch dadurch bedingt wurden, dass wir uns als Paar aber auch als Familie mit nun 4 erwachsenen Kindern und ihren Partnerinnen und Partnern völlig neu sortieren und orientieren mussten, was auch mit viel Konfliktbewältigungen verbunden war. Jetzt im Rückblick des Jahres und im Rückblick auf die gemeinsam verbrachten Festtage spüre ich eine große Gelassenheit und Freude über die Verlässlichkeit und die Stabilität unserer Beziehungen untereinander. Sie sind tragfähig und sturmerprobt.

Das sind gute Voraussetzungen für eine Zeit des Wandels, die uns allen bevorsteht.

 

 

 

 

 

Die Weihnachtshexe, die Drachenmutter und die Schneeeule – Die Frohe Weihnachtsbotschaft des Kleinen Volkes

Text: Kirsten Armbruster; Fotos: Franz Armbruster

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Tief im Wald lebt auch heute noch das Kleine Volk. Sehen kannst du es nur mit einem Magischen Blick, denn dessen Häuser sind tief verborgen in dicken Moospolstern. Warm und kuschelig im Winter und angenehm kühl im Sommer, sind ihre Wohnungen dort vor Wind, Regen und Hitze, aber auch vor allzu neugierigen Blicken gut geschützt.

Über eine steile Treppe gelangst du in ihre Magische Welt bis in luftige Höhen, wenn du dich traust an der strengen Pilzwächterin vorbeizugehen, die dich nach dem Zauberwort fragen wird. Kennst du es nicht, so musst du umkehren in deine eigene Welt. Nächstes Jahr, wenn du ein bisschen mehr nachgedacht hast, darfst du es dann noch einmal versuchen.

Kennst du das Zauberwort, so darfst du weiter fortschreiten und gelangst zu einer Kiefernbrücke, die du aber nur überqueren solltest, wenn du wagemutig bist, denn solltest du hinunterfallen, so landest du im Tal der Verwirrung und musst wieder umkehren in deine eigene Welt. Du darfst es dann noch einmal versuchen, aber erst im nächsten Jahr, wenn du ein bisschen mehr nachgedacht hast

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Hast du die Kiefernbrücke glücklich überquert,  darfst du weiterwandern bis zum Wald der Schneeeule. Dort wacht die Kugelbaumfrau. Sie ist sehr freundlich, hat aber eine feine Nase und riecht von Weitem deine guten oder schlechten Absichten und du kannst sie nicht täuschen. Kommst du mit bösen Absichten, so verschwindet der Wald der Schneeeule hinter einer undurchdringlichen Nebelwand und du musst wieder umkehren in deine eigene Welt. Wenn du ein bisschen mehr nachgedacht hast, darfst du es dann noch einmal versuchen, aber erst im nächsten Jahr.

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Ist dein Geruch der Kugelbaumfrau angenehm, so darfst du hinein in den Wald der Schneeeule. Das Rauschen der Baumwipfel im Wind wird dir wie das Tanzen der Baummütter zu einer feinen Melodie vorkommen und dich weiter deines Weges geleiten.

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Lässt du dich von der schwebenden Melodie der Baummütter tragen, wirst du bald das schneebedeckte Haus der Weihnachtshexe und der Drachenmutter in der Sonne glitzern sehen.

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Die Tiere des Waldes werden dich willkommen heißen und dich einladen durch die Tür ins Haus zu treten.

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Tritt ein und sei willkommen, ruft dir die Schneefrau freudig zu, aber schau ruhig erst hinein durchs Fenster, du, die du den weiten Weg auf dich genommen hast, um das Kleine Volk mit dem Alten Wissen wiederzufinden.

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Hier in diesem Haus sind sie alle versammelt, gemeinsam mit den Tieren des Waldes und warten auf die Geschichte der Weihnacht, die jedes Jahr im Haus der Weihnachtshexe und der Drachenmutter von der Schneeeule erzählt wird. Tritt ein und sei willkommen in der Welt des Alten Wissens, das jedes Jahr zur Wintersonnenwende als Frohe Botschaft verkündet wird.

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Drinnen ist der Kaffeetisch gedeckt, der Wasserkessel dampft gemütlich vor sich hin, der Ofen verströmt eine wohlige Wärme und duftende Gewürzkuchen laden ein, es sich nach der langen Wanderung auf dem einladenden Sofa bequem zu machen und sich zu stärken. Wenn die Dämmerung naht, wächst die Spannung. Plötzlich erklingt ein Glöckchen und kurz darauf ein Rauschen in der Luft und die Schneeeule gleitet hinein in den Raum, wo alle erwartungsvoll auf diesen Moment gewartet haben. Sie landet auf ihrem Platz, von dem aus sie von allen gut gesehen werden kann, blickt zufrieden in die illustre Rund und fängt an die uralten Weisheitsworte der Weihnachtsbotschaft zu verkünden:

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„Es gab einmal  ein Erdenzeitalter, da lebten die Menschen im Einklang mit der Natur. Es war eine ewig lange Zeit des Friedens und daher ein bis heute noch tief verwurzelt erinnerter Sehnsuchtsort in unserem Sein. Altsteinzeit nennen die Menschen diese Zeit, die Alte Zeit der Heiligen Steine. In der Altsteinzeit sahen die Menschen die Erde als ihre Mutter, die ihnen alles schenkte, was sie zu einem Guten Leben brauchten. Ihr Leben war eingebettet in die Zyklen der Natur, den täglichen Zyklus von Frau Sonne, den monatlichen Zyklus von Frau Mond und den jährlichen Zyklus der Jahreszeiten, also in den natürlichen Lebenskreislauf von Werden und Vergehen, von Leben und Tod und neuem Leben.

Da alles menschliche Leben in den Bauchhöhlen der Mütter 10 Mondmonate heranwuchs, um dann von ihnen zum rechten Zeitpunkt geboren zu werden, stellten die Menschen der Altsteinzeit die Mütter in den Lebensmittelpunkt und organisierten ihr gemeinschaftliches Leben natürlicherweise um die Mütter, als ihrer aller Lebensbringerinnen, herum.  Durch die Beobachtung der Natur, konnten die Menschen erkennen, dass auch bei vielen Tieren die Mütter dieselben Fähigkeiten hatten, wie die Menschenmütter, und, aus diesen Naturbeobachtungen heraus, entwickelte sich in den Höhlen der Erdmutter der Ursprung von Religion als Anbindung an den Kreislauf des Lebens.

Die Menschen begannen nämlich schon früh, ihre Toten in die Höhlen der Erdmutter abzulegen, sie mit Muscheln zu schmücken, mit rotem Ocker zu bestreuen und in Richtung Osten auszurichten, in der Hoffnung, dass in der Schwärze der Höhle derselbe Wandlungsprozess des Todes in neues Leben geschähe, wie in der Schwärze der Nacht, wenn Frau Sonne die Erdbauchmutterhöhlen vom Westen zum Osten hin durchwandert, um am nächsten Morgen blutrot wieder in einen neuen Tag voller Leben hineingeboren zu werden.

Aber nicht nur das. Um die Mütter zu ehren, formten die Menschen der Altsteinzeit aus den unterschiedlichsten Materialien kleine Gott MUTTER Figurinen als Ausdruck ihrer Religion, ihrer Bindung an die Natur, die den Müttern die Lebensentstehung in ihren Körpern anvertraut hat.

Aber nicht nur das. Um ihrem Weltbild der großen Göttlichen Mutter weiter Ausdruck zu verleihen, formten die Menschen der Altsteinzeit nicht nur menschliche Mutterfigurinen, sondern auch zahlreiche Mutterherdentiere, ebenfalls aus verschiedensten Materialien, oder formten in den Höhlen sogar Mischwesen aus Tiermüttern und Menschenmüttern im Wissen um die Einheit zwischen Mensch und Tier und im Verstehen der Integrativen Ordnung der Mutter in der Natur.

Aber nicht nur das. Die Menschen der Altsteinzeit malten auch in vollendeter Kunstfertigkeit prächtige Gemälde in den heiligen Mutterfarben „Rot wie Blut, Weiß wie Schnee und Schwarz wie Ebenholz“ in die Erdbauchhöhlen: Zeichnungen von Menschenmüttern, Vulvaritzzeichnungen und Matrifokale Tiere, bei denen die Mütter ebenfalls im Focus der Natur stehen, wie BärInnen, LöwInnen, Bisons  und Mammuts mit ihren Mondhörnern oder auch Pferde mit ihren Sonnenstrahlmähnen.“

Die Schneeeule hielt in ihren Aufzählungen kurz inne, schaute wohlwollend ihre aufmerksamen ZuhörerInnen an. Dann sprach sie weiter:

„Dieses Alte Wissen über die Altsteinzeit hat das Kleine Volk bis heute bewahrt. Die kriegerischen Reitervölker des Metallzeitalters, wie die Kelten, die Griechen, die Römer, die Germanen mit ihren von männlichen Göttern geleiteten Götterpantheons und später, und noch viel schlimmer, die Christen mit ihrer Manngott-Vater-Sohn-Heiliger-Geist- Trilogie, haben mit Gewalt und unheimlicher Brutalität versucht, dieses uralte Wissen um die göttliche Mutter der Altsteinzeit auszumerzen. Das konnten sie nur bewerkstelligen, indem sie die Menschen mit „Machet-euch-die-Erde-und-die-Frauen- untertan-Märchen“ immer mehr von der Natur abtrennten, so dass sie ihre ursprüngliche Verbindung zur Natur und damit ihre Wurzeln verloren. Seitdem irren die Menschen voller Schmerz und Zorn auf der Erde herum, zerstören ihre Lebensbasis und nicht nur ihre eigene, sondern auch die aller anderen Lebewesen. Doch die Frohe Botschaft ist, dass inzwischen immer mehr diese naturzerstörenden Regeln ihrer Gesellschaften durchblicken, sich von ihnen abwenden und sich auf die Suche machen, nach ihrem Ursprung und ihren Wurzeln.“

Die Schneeeule fuhr fort:

„Die gute Botschaft von heute ist: Die grauenvolle Zeit der Naturzerstörung, wo die göttliche Mutter entehrt, vergewaltigt, ausgeraubt und dämonisiert wurde, neigt sich ihrem Ende zu, denn immer mehr Menschenkinder wenden sich ab von den falschen Botschaften, die einen Vater-Sohn-Mord als Heilsbotschaft verkaufen wollen. Die Menschen wenden sich wieder der Natur zu und sie begeben sich fragend auf die Suche nach einer anderen Zeit, einer Zeit, in der das Alte Naturwissen des Kleinen Volkes wieder gefragt sein wird. Wir erkennen das daran, dass immer mehr Menschen den Weg durch den Magischen Wald zu uns finden, weil sie genügend nachgedacht haben. An Weihnachten feiern wir nicht nur die Wintersonnenwende mit ihrem zurückkehrenden Licht, sondern wir feiern auch die Rückkehr des Verständnisses der göttlichen Mutter Natur.“

In diesem Moment traten die Weihnachtshexe und die Drachenmutter hinter die Schneeeule und enthüllten das bisher verdeckte Antlitz  der göttlichen Mutter, das Bild, das die große Künstlerin Frida Kahlo mit ihrer klaren Sichtweise schon  1949 in Mexiko gemalt hat:

„The loving embrace of the universe“, Frida Kahlo, 1949, Foto: Franz Armbruster

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Die Anwesenden im Haus des Kleinen Volkes klatschten vor Freude, nachdem die Schneeeule ihre Weihnachtsbotschaft verkündigt und die Weihnachtshexe und die Drachenmutter gemeinsam das Bild der göttlichen Mutter Natur enthüllt hatten, bedeutete es doch die Hoffnung auf das baldige Ende der Ausbeutung der Natur, unter der soviele schon viel zu lange gelitten hatten.

Mehr Informationen, insbesondere auch zu den Fundorten der paläolithischen Bilder, unter:

500 000 Jahre Matrifokale Geschichte

Gott MUTTER im Paläolithikum

Warum der Begriff Venusfigurinen Teil des patriarchalen Missbrauchs nackter Frauenkörperlichkeit ist

Wie nehmen wir Gott wahr? Eine naturnotwendige patriarchatskritische Korrektur

 

 

 

Freitag der 13. – Freilegung der Gründe der patriarchalen Dämonisierung

Text: Dr. Kirsten Armbruster

Scroll down and you´ll find an english translation, translated by Deep L

Freitag_der_13._im_KalenderFreitag der 13.  – ein Unglückstag?  Foto: gemeinfrei

Die 13 als Unglückszahl

Freitag der 13. te steht vor der Tür und so kocht in unserem patriarchal-europäischen Kulturkreis wieder die Angst hoch vor der 13 als Unglückszahl, die in Verbindung mit einem Freitag gleich doppeltes Risiko für Unglück bringen soll. Diese Angst, die sich bei einigen bis zur Phobie steigern kann, hat daher auch einen eigenen Namen und wird Triskaidekaphobie genannt. Wikipedia schreibt dazu:

“ Diese weit verbreitete Phobie geht so weit, dass in Gebäuden manchmal der 13. Stock „fehlt“, also übersprungen wird, in vielen Passagierflugzeugen wird die 1. Sitzreihe in der Nummerierung ausgelassen. Auch in manchen Krankenhäusern und Hotels wird auf ein Zimmer Nr. 13 verzichtet, in vielen Motorsportserien auf die Startnummer 13″. (Wikipedia, Stichwort 13; 10.12.2019)

„Der Dreizehnte“  –  ein Synonym für den Teufel

Wikipedia schreibt weiter:

„Der Dreizehnte“ ist ein Synonym für den Teufel.“ (ebenda)

Nicht zufällig heißt der Teufel auch Lucifer, der Lichtbringer, er trägt immer Hörner, lebt in der Hölle, wird mit dem Tod assoziiert, weshalb im Tarot die 13. Karte, die Karte des Todes ist, und, er wird oft in den einst heiligen Mutterfarben „Rot wie Blut, Weiß wie Schnee und Schwarz wie Ebenholz“ dargestellt.

Der Teufel mit seinen Hörnern lebt in der Hölle, wird mit dem Tod assoziiert und häufig in den einst heiligen Mutterfarben dargestellt. Bild 1: Creative Commons, Unported License 3.0, User: Full 02; Bild 2: Belgian Red Devil als Marionette, Creative Commons, 2.0 Generic license; User: Thomas Quine; Bild 3: Die dreizehnte Tarotkarte „Der Tod“, gemeinfrei

Das Fest der Lucia

In diesem Jahr haben wir die Konstellation, dass Freitag der 13. te mit dem Tag der Lucia, der Lichtbringerin zusammenfällt, der Tag, an dem insbesondere in Skandinavien, aber auch in anderen Ländern das Lichterfest der Lucia gefeiert wird. Sicherlich ist die Namensähnlichkeit zwischen Lucia und Lucifer kein Zufall. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in Schweden der Gedenktag an die Lucia vor der Einführung des gregorianischen Sonnenkalenders im Jahr 1752 gut ein Jahrhundert lang der kürzeste Tag des Jahres war und somit auf die Wintersonnenwende fiel, so dass deutlich wird, dass das Luciafest seinen Ursprung in den Sonnwendfeierlichkeiten hatte, die lange vor der Patriarchatschristianisierung gefeiert wurden.

Wikipedia schreibt über die kaum kirchlich geprägte Tradition des Luciafestes in Schweden:

„Die Feierlichkeiten beginnen meist am Morgen in der Familie und setzen sich in Kindergärten, Schulen und am Arbeitsplatz fort. Ein Mädchen, in der Familie traditionell die älteste Tochter, spielt die Lucia. Sie trägt ein weißes Gewand, ein rotes Band um die Taille und einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Ihr folgen oft weitere Mädchen, die Kerzen in den Händen halten, sowie manchmal auch Sternenknaben,  Pfefferkuchenmännchen und Wichtel in einer regelrechten Prozession“. (Wikipedia, Stichwort: Lucia).

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Schwedische Mädchen am Luciatag in einem Kindergarten; Bild: gemeinfrei

Heilige, frauenzentrierte Bräuche zum Tag der Lucia sind aber auch aus vielen anderen Regionen bekannt,  unter anderem auch auch in Deutschland, wo zum Beispiel im Frankenjura in der Nacht zum 13. Dezember weder gebacken, gesponnen noch genäht wurde, die Hausarbeit also ruhte, was auf einen Feiertag hindeutet. In der nördlichen Oberpfalz, im Landkreis Wunsiedel in Oberfranken, aber auch in der Gegend von Eichstätt und Ingolstadt wurde der Name Lucia mit der Percht verbunden, die Percht, die im Namen noch das pechschwarz versteckt hat, das Pechschwarze der Nacht und das Pechschwarze der Höhle, wo die Wandlung im Lebenskreislauf vom Tod ins neue Leben stattfindet. Die paläolithische Höhle Pech-Merle in Lot in Frankreich, die auch Pech-Marie genannt wird, hat dieses alte Wissen bis heute in ihrem Namen bewahrt. (Mehr dazu in: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013)

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Perchtenmaske mit Hörnern in den einst heiligen Mutterfarben von einer unbekannten KünstlerIn aus Östrreich von 1920, heute im Besitz der Alemannischen Larvenfreunde in Endingen bei Speyer, Bild gemeinfrei

Verbreitet ist auch der Brauch am Luciatag bei beginnender Dunkelheit  kleine Papierschiffchen mit Lichtern ins fließende Wasser zu setzen. Diese Papierschiffchen erinnern an das Sichelschiffchen von Frau Mond, das am Nachthimmel zu sehen ist und auf den bereits in den Höhlen des Paläolithikums tief verwurzelten Wiedergeburtsglauben zurückgeht, dass nämlich nach einer Reise durch die Dunkelheit der Erdbauchhöhlenmutter oder der Nachthimmelmutter im Osten wieder die rote Sonne aufgeht und damit der Kreis des Lebens neu beginnen kann, weshalb die Toten im Paläolithikum mit rotem Ocker bestreut wurden: Schwarz als Tod in Leben-Wandelfarbe, was noch in den bis heute hoch verehrten Schwarzen Madonnen bewahrt ist und  Rot als Hoffnungsträgerfarbe, das einst heilige Menstruationsblut der Frauen symbolisierend, das Voraussetzung ist, dass eine Frau Mutter werden kann und spiegelbildlich das Rot der Morgenröte, das hoffnungsvoll jeden Morgen nach der dunklen Nacht einen neuen Lebenstag beginnen lässt.

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Die schwarze Madonna von Rocamadour in der Mondschiffbarke, Lot, Frankreich, Foto: Franz Armbruster; mehr zu dem Thema: „Schiffbäuche und Kirchenschiffe als Imitation der Erdbauch-Höhlen von Gott der Mutter“ und über „Die Schwarze Madonna von Rocamadour“ in dem Buch: Armbruster, Kirsten: „Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014, S. 161-180)

Der Ursprung der 13

Da, wo die Mutterfarben, Hörner, der Teufel, die Hölle, der Tod, Mondsichelschiffchen und das wiederkehrende Licht aufeinander treffen, lohnt es sich immer mit dem frei gelegten Wissen der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung genauer hinzuschauen und zwar zu den Wurzeln. Und tatsächlich finden wir die weltweit älteste Darstellung der Zahl 13 in der Menschheitsgeschichte im Paläolithikum, in der Altsteinzeit und zwar in den Höhlen Europas. Die Gott MUTTER Figurine von Laussel, die das Patriarchat fälschlicherweise Venusfigurine nennt, hat das alte Wissen um die Zahl 13 bewahrt, denn nicht zufällig hält die göttliche Mutter ein Horn mit 13 Kerben in der rechten Hand und verweist gleichzeitig mit der rechten Hand auf den Nabel, an den angebunden an die Nabelschnur alles menschliche Leben im Mutterleib heranwachsen kann, um von der Nabelschnur nach der Geburt entbunden zu werden, was die Grundlage von Religion im Gegensatz zu Theologie ist.  Und nicht zufällig heißt im Englischen das Wort Nabel  „navel“ und weist damit auf eine enge sprachliche Verbindung zur Schiffahrt, die wir auch im Deutschen zum Beispiel in dem Wort Navigation finden.

Gott MUTTER von Laussel mit dem 13 kerbigen Mondhorn, Gravettien, Frankreich; Musée d ´Aquitaine Bordeaux, Foto: Franz Armbruster

Ganz eng verbunden ist die Zahl 13 mit dem Leben der Frauen, denn der weibliche Menstruationszyklus beträgt, wie der monatliche Zyklus von Frau Mond 28 Tage, was der Grund ist, warum die 13 von den Frauen auf einem Mondhorn eingekerbt wurden, die Zahl 13 für die 13 Mondmonate des Jahres. Und nicht zufällig findet der Eisprung der Frau in der Mitte des Zyklus – also ab dem 13. Tag –  ebenfalls in einem Horn, nämlich  im Eileiterhorn in ihrem Körper statt. Wir mögen von der Anatomie und insbesondere von der weiblichen Anatomie weit entfremdet sein, die JägerInnen, SammlerInnen und KöchInnen am heiligen Herdfeuer der Altsteinzeit waren es nicht. Tatsächlich können wir davon ausgehen, dass es sich bei dem 13-kerbigen Mondhorn der Gott MUTTER Figurine von Laussel um die erste Darstellung eines Mondkalenders handelt, ein Mondkalender, der das Jahr mit jeweils 28 Tagen in 13 Mondmonate einteilt, was eine Jahrestageszahl von 364 Tagen im Jahr ergibt, die sich nur wenig von der heutigen gregorianisch-solaren Jahrestagsrechnung von 365, 2425 Tagen unterscheidet, aber viel besser mit den weiblichen Körperzyklen übereinstimmt. 28 Monatstage geteilt durch 4 ergibt im Monat genau 4 Wochen mit genau 7 Tagen pro Woche, viel einfacher als die heute alternierenden jeweils 30 oder 31 Tage des Solarkalenders. Hinzu kommt eine ebenso passende Berechnung der Dauer der Schwangerschaft. Rechnet frau nämlich ihre Schwangerschaft vom ersten Tag der letzten Menstruation an, dauert die Schwangerschaft durchschnittlich 280 Tage, also genau 10 Mondzyklenmonate lang oder 40 Wochen mit jeweils 7 Tagen.

Tatsächlich ist die Darstellung der Gott MUTTER Figurine mit dem 13 kerbigen Horn also nicht nur die weltweit erste Darstellung eines Kalenders, sondern es ist die älteste Darstellung eines lunaren Menstruationskalenders, welcher der paläolithischen matrifokalen Lebensweise folgend  am zyklisch ausgerichteten Körper der Frau orientiert war und einerseits von Frau Mond als Mondsichelschiffchen am Himmelszelt gepiegelt wurde, andererseits aber auch von den matrifokalen Mondhörnertieren des Paläolithikums, wie den Bisons und den Mammuts. Wie wir heute erkannt haben, leben diese Mammaliatierarten in freier Wildbahn immer in Mutterherden zusammen und wurden deshalb in den Höhlen des Paläolithikums, den Kathedralen der Steinzeit von Gott MUTTER, so zahlreich von den KünstlerInnen an die Höhlenwände gemalt, als Ausdruck der Heiligung einer mütterlich geprägten Natur, von der alles Leben kommt.

Bild 1: Mondsichelschiffchen am schwarzen Nachthimmel; Foto: Creative Commons Attr.-Share alike 2.0 Generic license, User: Charles Lam; Bild 2: Matrifokale Bisons mit Mondhörnern, Grotte de Lascaux, Dordogne, Frankreich, Datierung: Gravettien 25 000 – 20 000 v.u.Zeitrechnung, Foto gemeinfrei

Da das Patriarchat, von uneingestandenem Gebärneid getrieben, alles versuchte, um die Aufmerksamkeit  von der Natur und von der Mutter weg, hin auf den Vater zu lenken, obwohl die Natur dem Vater kein sicheres Erkenungszeichen von Vaterschaft gegeben hat, können wir heute durch die Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung die assoziative Dämonisierungskette der patriarchalen Denk- und Handlungsweise erkennen:

Die assoziative Dämonisierungskette des Patriarchats:

Aus der einst heiligen Höhle wurde die Hölle, aus den einst heiligen matrifokalen Mondtierhörnertieren wurde der Teufel mit den Hörnern,der jetzt nicht mehr in der Höhle lebt, sondern in der Hölle. Aus der naturzyklischen Wiedergeburtsreligion von Gott MUTTER wurde die Angst vor dem Fegefeuer. Aus der naturzyklischen Integration des Todes in den Kreislauf des  Lebens wurde die Angst vor dem Tod und die damit einhergehende Verdrängung des Todes als natürlichem Bestandteil des Lebens.Aus der Heiligung der Geburt, der Menstruation und des Todes wurde die Unreinheit von allen dreie. Aus dem 13 monatigen, am Zyklus von den Frauen und Frau Mond orientiertem Lunarkalender, wurde der Solarkalender,  der mit einer gesellschaftlichen Fixierung auf die Zahl 12 bei gleichzeitiger Dämonisierung der Zahl 13 einherging, die wir in dem Märchen Dornröschen mit der verunglimpften 13. Fee auch heute noch gut nachvollziehen können. Und aus den einst heiligen Mutterfarben wurde der Weihnachtsmann von Coca Cola, der sich heute als großer Gabenbringer einer wachstumsökonomiefixierten Konsumgesellschaft der Leere geriert und Mutter Natur als Gabenbringerin einer Schenkökonomie ins Abseits gestellt hat.

Jutta Voss hat bereits 2006 in ihrem wunderbaren Buch „Das Schwarzmondtabu“ auf die Verdrehung ursprünglicher weiblicher Heiligkeit insbesondere der Geburt, der Menstruation und des Todes in den 5 Büchern Mose, dem patriarchalen Manifest der drei monotheistischen Theologien, hingewiesen. Sie schreibt:

„Unrein wird die Frau durch die Geburt. Wird ein Sohn geboren, ist sie 7 Tage unrein und muss 33 Tage isoliert werden; wird eine Tochter geboren, ist sie 14 Tage unrein und muss 66 Tage isoliert werden, das heißt, sie muss „im Blut ihrer Reinigung (!) bleiben“. Anschließend muss sie – wie auch beim Aussatz – ein Sündopfer bringen, dazu noch ein Brandopfer. Unrein macht der Blutfluss der Frau. Während der Menstruation ist die Frau 7 Tage unrein. Jeder, der sie anrührt, und alles, was sie berührt, wird unrein…während der Zeit der Unreinheit darf sie den Tempel nicht betreten, denn sie würde den Tempel verunreinigen und daran selbst sterben. Unrein macht das Berühren von Toten. Die Unreinheit dauert ebenfalls 7 Tage und erfordert zur Sühne eine zweimalige Besprengung mit dem besonders vorbereiteten Sprengwasser aus der schwarzen (!) Asche einer roten(!) Kuh. Da aber nur die Frauen die Toten salbten, waren wiederum nur sie von dieser „Unreinheit“ betroffen“. (Voss, Jutta, Das Schwarzmondtanu, 2006, S.150, mehr dazu auch in Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013).

Schauen wir nun noch einmal genauer auf den Freitag, um die patriarchale Dämonisierungskombination Freitags des 13.ten zu verstehen Im Islam, der auch heute noch mit einem Mondkalender, allerdings mit einem 12 monatigen Mondkalender rechnet, ist der Freitag ein heiliger Tag, an dem die Arbeit ruht und die Menschen in die mondverzierten Moscheen gehen, um heute einem patriarchalisierten Gott Allah zu huldigen, von dem wir aber wissen, dass in der Kaaba in Mekka vor der Inbesitznahme durch Mohammed der schwarze Vulvastein der Göttinnentrilogie Al-Lat (der weißen Milchgeberin), Al Uzza und Menat das Zentrum der Verehrung war. (mehr dazu in Armbruster, Kirsten: Je suis Charlène, 2015). Auch in Europa können wir sehen, dass vor der Einführung des ersten Solarkalenders in Europa, dem sogenannten julianischen Kalender durch Julius Cäsar im Jahr 45 v.u.Zeitrechnung der Freitag noch den Göttinnen gewidmet war. In Nordeuropa geht der Freitag auf die germanische Göttin Freya zurück, aber auch in Frankreich und in Italien finden wir am Freitag noch den Namen der Göttin Venus, denn die FranzösInnen nennen den Freitag auch heute noch Vendredi und die ItalienerInnen nennen ihn Venerdi. Das lässt den Schluss zu, dass in den Zeiten der lunaren Zeitrechnung die 7-tägige Woche mit dem Freitag als heiligem Tag der göttlichen Mutter/ Großen Göttin begann und so erkennen wir den missing Link, warum ausgerechnet Freitag der 13. zu einer patriarchalen Hysterie führt.

Dahinter steckt die Angst, dass trotz schwerster Gewaltanwendung und patriarchal-sadomasochistischen Vernichtungsorgien während der Inquisition heute immer mehr Menschen die absurden Vater-Gott-Gehirnwäschegeschichten durchschauen und das Alte Wissen um die göttliche Mutter wiedererkennen und damit das Patriarchat zu Staub verfällt.

Welch ein Segen für alle wäre damit verbunden, denn die eigentliche Gabenbringerin ist die Natur, die Natur die mit einem Füllhorn großzügig die Gaben der Welt über uns ausschüttet, Gaben der Fülle, Gaben der Schönheit. Und auch dieses Füllhorn der Natur ist festgehalten in den archaischen Bildern der göttlichen Mutter, der dreifachen Göttin. Wir müssen uns nur den Staub des Patriarchats aus den Augen wischen und hinschauen:

Das menschengeschichtlich kontinuierliche Füllhorn des Lebens ist die Natur. Die Natur heißt auch heute noch Mutter Natur und sie schenkt ihre Gaben in großer Fülle. Wir finden das 13-kerbige matrifokale Füllhorn erstmals dargestellt in Händen der paläolithischen Gott MUTTER Figurine von Laussel. Wir finden es aber auch noch bei den drei Matronen aus der Zeit der RömerInnen und wir finden es auch noch heute. Bild 1 und 2: 13-kerbiges Mondhorn der Gott MUTTER Figurine aus Laussel, Musée d ´Aquitaine, Bordeaux, Foto Franz Armbruster; Bild 3: Die 3 Matronen-Muttergottheiten mit Füllhorn, Musée gallo-romain de Fourvière, Creative Commons 1.0 Verzicht auf das Copyright, User: Ruthven; Bild 4: Füllhorn Bruno Weber Skulpturenpark in Dietikon, Spreitenback, Schweiz, Wikimedia Commons Share Alike 3.0 Unported License, User: Roland Fischer

Die gute Nachricht ist also: Freitag der 13. verbindet uns mit dem uralten matrifokalen Wissen der Natur. Freitag der 13. ist also ein Glückstag!

Weitere Informationen:

Nikolaus und Weihnachtsmann in Mutterfarben – eine patriarchatskritische Freilegung

Mutternacht – Der Ursprung von Weihnachten

Die Schwarze Madonna von Alt-öttinG spricht:

Gott MUTTER im Paläolithikum

Gott MUTTER vom Neolithikum bis zum Muttermord (1)

Befreiung der Mütter – Matrifokalität und das vom Patriarchat völlig verschiedene Mutterrollenbild

Warum der Begriff Venusfigurinen Teil des patriarchalen Missbrauchs nackter Frauenkörperlichkeit ist

500 000 Jahre Matrifokale Geschichte

Die höchste Form der patriarchalen Diskriminierung ist die Behauptung, dass Gott ein Vater und Religion männlich ist

Zeittafel der menschlichen Geschichte auf der Basis der Patriarchatskritikforschung

Matrifokalität – Die Revolution im Kopf

Patriarchaler Umbruch: Die Vermännlichung des Sonnenkults

Kennzeichen des patriarchalen Umbruchs

Der Ursprung von Wallfahrten

Was sie schon immer über Religion wissen wollten – Eine Humoreske

Am Anfang war Gott MUTTER

English translation, translated by Deep L

Friday the 13th – Exposure of the causes of patriarchal demonization

Text: Dr. Kirsten Armbruster

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Friday the 13th – an unlucky day? Photo: in the public domain

The 13 as unlucky number

Friday the 13th is just around the corner and so in our patriarchal European cultural circle the fear of the 13th as an unlucky number, which in connection with a Friday is supposed to bring double the risk of misfortune, is boiling again. This fear, which can increase to phobia in some people, has its own name and is called triskaidekaphobia. Wikipedia writes about it:

„This widespread phobia goes so far that in buildings sometimes the 13th floor is „missing“, i.e. skipped, in many passenger aircraft the 13st row of seats is omitted in the numbering. Also in some hospitals and hotels a room no. 13 is renounced, in many motor sport series on the starting number „13“. (Wikipedia, keyword 13; 10.12.2019)

„The Thirteenth“ – a synonym for the devil

Wikipedia continues writing:

„The Thirteenth“ is a synonym for the devil.“ (ibid.)

It is no coincidence that the devil is also called Lucifer, the bringer of light; he always wears horns, lives in hell, is associated with death, which is why in the Tarot the 13th card is the card of death, and, he is often depicted in the once sacred mother colours „red, white and black.

The devil with his horns lives in hell, is associated with death and often depicted in the once sacred mother colours. Image 1: Creative Commons, Unported License 3.0, User: Full 02; Image 2: Belgian Red Devil as Marionette, Creative Commons, 2.0 Generic license; User: Thomas Quine; Image 3: The thirteenth tarot card „Death“, in the public domain

The Feast of Lucia

This year we have the constellation that Friday the 13th coincides with the day of Lucia, the Bringer of Light, the day on which the Festival of Lights of Lucia is celebrated, especially in Scandinavia, but increasingly also in other countries. The similarity in name between Lucia and Lucifer is certainly no coincidence. It is interesting in this context that in Sweden the day commemorating Lucia before the introduction of the Gregorian solar calendar in 1752 was the shortest day of the year for more than a century and thus fell on the winter solstice, so that it becomes clear that Lucia’s feast had its origin in the solstice celebrations, which were celebrated long before the Patriarchal Christianization.

Wikipedia writes about the hardly ecclesiastically influenced tradition of the Luciafest in Sweden:

„The celebrations usually begin in the morning in the family and continue in kindergartens, schools and at work. A girl, traditionally the eldest daughter in the family, plays the Lucia. She wears a white robe, a red ribbon around her waist and a wreath with candles on her head. She is often followed by other girls holding candles in their hands, as well as sometimes star boys, gingerbread men and gnomes in a real „procession“. (Wikipedia, keyword: Lucia).

800px-Schwedische_Kinder_beim_LuciafestSwedish girls in a kindergarten on Lucia Day; Picture: in the public domain

Sacred, woman-centered customs for the day of Lucia are also known from many other regions, including Germany, where, for example, in the Franconian Jurassic in the night of 13 December neither baked, spun nor sewn was done, so the housework rested, which indicates a holiday. In the district of Wunsiedel in Upper Franconia, but also in the area of Eichstätt and Ingolstadt, the name Lucia was associated with the Percht, the Percht, which in its name still hid the pitch black, the pitch black of the night and the pitch black of the cave, where the transformation in the life cycle from death to new life takes place. The Paleolithic cave Pech-Merle in Lot in France, also known as Pech-Marie, has preserved this ancient knowledge in its name to this day. (Read more in: Armbruster, Kirsten: The Jacob Path – Warpath of a Moorish Slayer or Mussel Path through Motherland – The Rediscovery of the Roots of Europe, Part 1, 2013 german)

800px-Perchtenmaske_1920Perchten mask with horns in the once sacred mother colours by an unknown artist from Austria from 1920, today owned by the Alemannic Larvae Friends in Endingen near Speyer, picture in the public domain

The custom of placing small paper boats with lights in the flowing water on Lucia Day at the beginning of darkness is also widespread. These paper boats are reminiscent of Mrs. Moon’s sickle-ship, which can be seen in the night sky and which goes back to the belief of rebirth, already deeply rooted in the caves of the Palaeolithic, that after a journey through the darkness of the earth-bellied cave mother or the night sky mother in the east, the red sun rises again and thus the circle of life can begin anew, which is why the dead in the Palaeolithic were sprinkled with red ochre: Black as death in the colour of the life wall, which is still preserved in the highly revered Black Madonnas and red as the colour of hope, symbolizing the once sacred menstrual blood of women, the prerequisite is that a woman can become a mother and, in mirror image, the red of dawn, which hopefully lets a new day of life begin every morning after the dark night.

DSC_0136The Black Madonna of Rocamadour in the Lunar Barque, Lot, France, Photo: Franz Armbruster; more on the topic: „Ship’s bellies and church naves as imitations of the earth-belly caves of God the Mother“ and on „The Black Madonna of Rocamadour“ in the book: Armbruster, Kirsten: „The Mussel Trail – On the Trails of God the MOTHER – The Rediscovery of the Matrifocal Roots of Europe, 2014, pp. 161-180)

The origin of the 13

Where the mother colours, horns, the devil, hell, death, crescent moon shuttle and the returning light meet, it is always worth taking a closer look at the roots with the exposed knowledge of interdisciplinary patriarchal critique research. And indeed we find the world’s oldest representation of the number 13 in human history in the Palaeolithic, in the Palaeolithic, in the caves of Europe. The God MOTHER Figurine of Laussel, who the Patriarchate wrongly calls Venus Figurine, has preserved the ancient knowledge of the number 13, for it is not by chance that the divine Mother holds a horn with 13 notches in her right hand and at the same time points with her right hand to the navel, to which all human life in the womb can grow attached to the umbilical cord in order to be released from the umbilical cord after birth, which is the basis of religion as opposed to theology.  And it is no coincidence that in English the word Nabel means „navel“ and thus points to a close linguistic connection to shipping, which we also find in German, for example, in the word navigation.

God Mother from Laussel with her 13-notched moon horn, Gravettien, France; Musée d ´Aquitaine Bordeaux, Photo: Franz Armbruster

The number 13 is closely related to the life of women, because the female menstrual cycle, like the monthly cycle of the woman’s moon, is 28 days, which is why the 13 were notched by the women on a moon horn as the first calendar with 13 months in the year. And it is no coincidence that the woman’s ovulation in the middle of the cycle – i.e. from the 13th day – also takes place in a horn, namely the fallopian horn in her body. We may be far removed from anatomy and especially from female anatomy, but the female hunters, gatherers and cooks at the sacred hearth fire of the Paleolithic Age were not. In fact, we can assume that the 13-notched moon horn of the God MOTHER Figurine of Laussel is the first representation of a lunar calendar, a lunar calendar that divides the year with 28 days each into 13 lunar months, resulting in an anniversary number of 364 days a year, which differs little from today’s Gregorian solar anniversary calculation of 365, 2425 days, but corresponds much better with the female body cycles. 28 days of the month divided by 4 results in exactly 4 weeks with exactly 7 days per week. In addition, there is an equally appropriate calculation of the duration of pregnancy. If a woman counts her pregnancy from the first day of her last menstruation, the pregnancy lasts an average of 280 days, i.e. exactly 10 lunar cycle months or 40 weeks with 7 days each.

In fact, the representation of the God MOTHER Figurine with the 13 notched horn is thus not only the first representation of a calendar worldwide, but it is the oldest representation of a lunar menstrual calendar, which, following the Palaeolithic matrifocal way of life, was oriented on the cyclically functional body of the woman and was mirrored on the one hand by the female moon as a crescent moon ship in the celestial tent, but on the other hand also by the matrifocal moon horns anaimals of the Palaeolithic, such as the bisons and the mammoths. As we have realized today, these mammalian species always live together in herds of mothers in the wild and were therefore painted  in the caves of the Palaeolithic, the cathedrals of the Stone Age, so numerously by the artists on the cave walls, as an expression of the sanctification of a motherly world.

Picture 1: Moon crescent shuttle in the black night sky; Photo: Creative Commons Attr.-Share alike 2.0 Generic license, User: Charles Lam; Picture 2: Matrifokale bisons with moon horns, Grotte de Lascaux, Dordogne, France, Dating: Gravettien 25 000 – 20 000 BC, Photo: public domain

Since the patriarchy, driven by childbearing envy, tried everything to draw attention away from nature to the father, although nature did not give the father a sure sign of paternity, we can now see through the Interdisciplinary Patriarchal Critique Research the associative demonization chain of patriarchal thought and action:

The associative demonization chain of patriarchy:

The once sacred cave became hell. The once sacred matrifocal lunar horns became the devil with horns. The nature-cyclical rebirth religion of God MOTHER became the fear of purgatory. The nature-cyclical integration of death into the cycle of life became the fear of death and the associated suppression of death as a natural component of life, from the sanctification of birth, menstruation and death became the impurity of all three. The 13-month lunar calendar, oriented on the cycle of the women and the woman moon, became the solar calendar, which was accompanied by a social fixation on the number 12 with simultaneous demonization of the number 13, which we see in the fairy tale Sleeping Beauty with the denigrated 13th Lunar Calendar. The once sacred mother colors became Santa Claus of Coca Cola, who today is seen as the great gift-giver of a growth-economy-fixed consumer society of emptiness, instead of Mother Nature.

Jutta Voss already pointed out in her wonderful book „Das Schwarzmondtabu“ in 2006 the twisting of original holiness especially from mentriation, birth and death in the 5 books of Moses, the patriarchal manifesto of the three monotheistic theologies. She writes:

„The woman becomes unclean by birth. If a son is born, she is unclean for 7 days and must be isolated for 33 days; if a daughter is born, she is unclean for 14 days and must be isolated for 66 days, that is, she must „remain in the blood of her purification“. Then she must – as with leprosy – make a sin offering and a burnt offering. The woman’s blood flow makes her unclean. During menstruation the woman is unclean for 7 days. Anyone who touches her and anything that touches her will be unclean…during the time of uncleanness she will not be allowed to enter the temple, because she would defile the temple and die from it herself. Impurity is caused by touching the dead. The impurity also lasts 7 days and requires a double sprinkling with the specially prepared sprinkling water from the black (!) ashes of a red (!) cow for atonement. But since only the women anointed the dead, again only they were affected by this „impurity“. (Voss, Jutta, Das Schwarzmondtanu, 2006, p.150, more in Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Streitschrift gegen den patriarchalen Monotheismus, 2013).

Let’s now take a closer look at Friday to understand the patriarchal demonization combination of Friday 13th.  In Islam, which still reckons with a lunar calendar today, but with a 12-month lunar calendar, Friday is a holy day, on which work rests and people go to the moon-decorated mosques, to pay homage today to a patriarchalized god Allah, of whom we know, however, that in the Kaaba in Mecca before the occupation by Mohammed the black vulva stone of the goddess trilogy Al-Lat (the white milk giver), Al Uzza and Menat was the center of worship. (more in Armbruster, Kirsten: Je suis Charlène, 2015, german). Also in Europe we can see that before the introduction of the first solar calendar in Europe, the so-called Julian calendar by Julius Caesar in the year 45 B.C., Friday was still dedicated to the goddesses. In Northern Europe Friday goes back to the Germanic goddess Freya, but also in France and Italy we find the name of the goddess Venus on Friday, because the French still call Friday Vendredi and the Italians call it Venerdi. This allows the conclusion that in the times of the lunar calendar the 7-day week began with Friday as the holy day of the divine mother/great goddess and so we recognize the missing link, why of all days Friday the 13th leads to a patriarchal hysteria.

Behind this lies the fear that despite the most severe use of force and patriarchal-sadomasochistic orgies of annihilation during the Inquisition, more and more people today see through the absurd father-god-brain-washing stories and recognize the old knowledge about the divine mother and thus the patriarchy decays to dust.

What a blessing for all would this be, because the real bringer of gifts is nature, nature which generously pours out the gifts of the world over us with a cornucopia, gifts of abundance, gifts of beauty. And this cornucopia of nature is also captured in the archaic images of the divine mother, the threefold goddess. All we have to do is wipe the dust of patriarchy out of our eyes and look:

Nature is the continuous cornucopia of life in human history. Nature is still called Mother Nature today and she gives her gifts in great abundance. We find the 13-narrow matrifocal cornucopia for the first time depicted in the hands of the Palaeolithic God MOTHER Figurine of Laussel. But we still find it in the three matrons from the Roman era and we still find it today. Picture 1and 2: 13-notched moon horn of the god MOTHER Figurine from Laussell, Musée d ‚Aquitaine, Bordeaux, photo Franz Armbruster; picture 3: The 3 matron mother deities with cornucopia, Musée gallo-romain de Fourvière, Creative Commons 1.0 Copyright waiver, User: Ruthven; Image 4: Füllhorn Bruno Weber Sculpture Park in Dietikon, Spreitenback, Switzerland, Wikimedia Commons Share Alike 3.0 Unported License, User: Roland Fischer

So, there are good news. Friday the 13 th connects us with our old matrifocal knowlegde of nature. Friday the 13th is a day for luck.

 

 

Nikolaus und Weihnachtsmann in Mutterfarben – eine patriarchatskritische Freilegung

Auch wenn es inzwischen viele Menschen glauben, wurde der Weihnachtsmann nicht von Coca Cola erfunden.

Weihnachtsmann und Nikolaus tragen Mutterfarben. Alarmglocken an!

Denn wenn Männer sich uniformiert in den heiligen Mutterfarben „Rot wie Blut, Weiß wie Schnee und Schwarz wie Ebenholz“ kleiden, liegt es nahe, dass die Mutter – wie auch immer –  missbraucht wird. Erinnern wir uns an das Hakenkreuz der Nazis in rot, weiß und schwarz unter dessen Deckmantel Mütter zu Kriegsmaschineriegebärerinnen degradiert und dafür mit dem Mutterkreuz dekoriert wurden. Die Mutterschaft als „Keim“ für die reine arische Rasse, bestehend aus Müttern und Soldaten, wie es in folgendem Gedicht „Mütterweihnacht“ Ausdruck findet:

„So seh’n wir in der Weihenacht auf Erden
Die Mütter hell im Glanz der Sterne und der Kerzen stehn,
sie mussten still durch Nacht und Not und Schmerzen gehn,
auf dass dem Volk von Morgen Mütter und Soldaten werden.“

zit. aus Wikipedia, Stichwort: Nationalsozialistischer Weihnachtskult

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Hakenkreuz der Nazis in den einst heiligen Mutterfarben, Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

 

 

 

Dass es ein Kreuz war mit denen Vielgebärerinnen geehrt wurden, um dem Vaterland zu dienen, liegt nahe, denn unter dem Kreuz wurde Maria, die Mutter Jesus dazu verdammt, ihren Sohn einer absurden Mensch-Erlösungsidee von Gott Vater zu opfern. Das Bild der schmerzerfüllten aber stillschweigenden und dem Willen des Vatergottes sich gehorsam ergebenden Maria, ist bis heute das von Patriarchen gern gesehene Mutterbild und Gegenstand höchster und ehrfürchtiger Kunst – und Kirchenverehrung.

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Maria, die gehorsame Mutter unterm  Kreuz, ihrer Göttlichkeit beraubt, das Idealbild von Mutterschaft im Patriarchat ; Foto: Pietá von Michelangelo, St. Peter´s Basilika, Vatikan, GNU FREE Documentation License

Die Idee des Patriarchats ist es den Vater ins Zentrum des Lebens zu stellen, als Gott, als Vater Staat, als Gabenbringer. Die Gaben die er bringt, der Gabenbringer, dem wir an Weihnachten, huldigen – dem Nikolaus und Weihnachtsmann in Mutterfarben – , sind allerdings die Gaben des Kapitalismus, die Gaben des ewigen phallusimitierenden Zwangs zum Wachstum, der mit den Capites der Schaf- und Rinderherden zwischen 8500 und 6500 v.u.Zeitrechnung begann und zu einer Anhäufung männlichen Privateigentums führte unter den Insignien der Geißel und des Hirtenstabs, den Insignien des Bischofs, denen auch heute noch der heilige katholische Nikolaus seine Heiligkeit verdankt, Gott Vater sei Dank!

Aber wo kommen sie her die Farben, die wir noch aus Märchen kennen, die einst heiligen Mutterfarben? Einen erster Hinweis geben uns zwei Tiere, einmal der Marienkäfer, der nicht zufällig nach der MA-ria benannt ist, die in ihrem Wesenskern allerdings nichts mit der dem Patriarchat dienenden MA-ria  gemein hat, da sie ursprünglich für die göttliche Mutter und die älteste Religion der Menschheit steht. Und ein zweites Tier verweist ebenfalls auf die Mutter, nämlich Frau Storch, die bis heute, fest verankert in den Ritualen der Menschen, aufgestellt wird vor den Häusern, wenn ein neues Menschenkind geboren wird – auch heute noch  – schmerzhaft für das Patriarchat – nicht vom Vater, sondern von der Mutter.

Marienkäfer und Frau Storch in Mutterfarben, Bild 1: Wikimedia Commons, public domain, User: Jon Sullivan, Foto 2: Franz Armbruster

Tief verwurzelt sind die Mutterfarben in der Menschheitsgeschichte, bestreuten die Menschen aus dem Paläolithikum, der Altsteinzeit, doch ihre Toten, die sie in Richtung Osten ausrichteten und anfangs vor allem in Höhlen bestatteten, mit rotem Ocker. Und sie taten nicht nur das, sondern sie bemalten die Höhlen auch in den heiligen Mutterfarben rot und schwarz.

Trächtige Pferdestute in rot und schwarz mit natürlichem M- Symbol in der Fellzeichnung aus der Höhle Lascaux in Frankreich. Der Buchstabe M ist wie das T-Symbol einer der ältesten Buchstaben, die wir bereits in den paläolithischen Höhlen finden und beide sind ursprünglich das Symbol der gespreizten Beine der Menschenmutter bei der Geburt und das nicht nur im Paläolithikum, sondern auch im Neolithikum. Foto 1: Pferd aus der Höhle von Lascaux, neuste Datierung zwischen 36 000 und 15 000 v.u.Z.; Wikimedia Commons public domain; Foto 2: Keramik aus Hacilar, Türkei,  5000 v.u.Z., Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 unported license, User: MM

Wir finden in den Höhlen aber auch häufig die Mutterfarbe weiß in Form von Calcitablagerungen und nicht zufällig werden diese weißen Calcitablagerungen bis heute Mondmilch genannt. Die Mondmilch erinnert an die enge zyklische Anbindung der Frauen an Frau Mond, die den Menstruationszyklus der Frauen steuert und das einst heilige Menstruationsblut, das Voraussetzung ist, dass Frauen Mütter werden können, fließen lässt.  Tatsächlich sind diese Mutterfarben tief im menschlichen Bewusstsein verankert und zwar vor allem im körperlichen Bewusstsein der Menschenmutter, aber spiegelbildlich auch im Kosmos unseres Lebensraums der Erde, weshalb wir bis heute von Mutter Erde und Mutter Natur sprechen, den eigentlichen Gabenbringerinnen in unserer Welt. In diesem Zusammenhang sei auf die von Genevieve Vaughan freigelegte Schenkökonomie der Natur hingewiesen (Vaughan, Genevieve; For-Giving – Eine feministische Kritik des Tauschs, 2008),  die das Patriarchat in Privatbesitz, vor allem von Männern, eingepfercht hat. Privare bedeutet allerdings bis heute und nicht zufällig: rauben.

Rot wie Blut, Weiß wie Schnee, Schwarz wie Ebenholz – die heiligen Mutterfarben

„Rot steht für das heilige Menstruationsblut, das Voraussetzung ist, um Mutter zu werden, aber auch für das Nabelblut der Nabelschnur, der Schlange des Lebens, mit der neues Leben im Bauch der Mutter genährt wird. Das Blut der Frauen, der Bauch der Frauen, einschließlich der Höhlen als Erdbauchmutter, aber auch die Schlange als Symbol für die Mutter und Kind verbindende Nabelschnur, sind zentrale Lebensattribute und daher in der Religion von Gott der MUTTER heilig. Die Heiligung von Menstruationsblut und Nabelblut, als an Leben gekoppeltes Blut der Mütter, macht ein Blutopfer, wie wir es aus späteren patriarchalen Zeiten kennen, unnötig und kommt daher auch nicht vor. Die Farbe Weiß steht für die Milch der Mutter, für die Mondmilch und die Milchstraße am Firmament, aber auch für das Weiß der Knochen, die nach dem Tod und der damit verbundenen Verwandlung aller organischen Substanz in schwarze fruchtbare Mutterhumuserde noch in der Erde zurückbleiben. Und hier sehen wir auch die Bedeutung der Farbe Schwarz. In der Schwärze des Mutterbauchs, in der Schwärze der Erdbauchhöhle, in der Schwärze der Nacht, in der dreitägigen schwarzen Phase von Frau Mond und in der Dunkelheit des Winters geschieht die Magische Wandlung des Todes in neues Leben. Hierdurch wird der Kreislauf des Lebens aufrechterhalten.“ (Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER, 2013, S. 18-19)

Gott MUTTER ist also die eigentliche Gabenbringerin, denn sie steht für die Natur, die uns alles schenkt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in Italien bis heute nicht der Weihnachtsmann, sondern die Weihnachtshexe Befana –  inzwischen allerdings christlich vereinnahmt – die Geschenke bringt.

Die Weihnachtshexe Befana bringt in Italien auch heute noch die Geschenke; Foto 1: GNU Free Licene; Foto2: Creative Commons Attr.- Share 4.0 international, User: Tiguliano

Gefeiert wurde an Weihnachten die Wintersonnenwende, die jahreszeitlich zyklische Rückkehr des Sonnenlichts, das Voraussetzung ist für das Leben auf Erden und deshalb auch aufgrund der Beobachtung der Naturzyklen die Hoffnung auf Wiedergeburt war. Das ist der Grund weshalb die Menschen im Paläolithikum, der Altsteinzeit, bei Bestattungen das Ritual zelebrierten, die Toten in Richtung Osten in Richtung der aufgehenden Morgenröte auszurichten und sie mit rotem Ocker zu bestreuen. Und interessant ist, dass Weihnachten mit seinen nichtchristlichen Ritualen wie dem Adventskranz, dem Tannenbaum und den Lichterketten bis heute vor allem ein Lichterfest ist, ein Lichterfest eben in Vorfreude auf die Wintersonnenwende mit ihrer Rückkehr des lebensnotwendigen Sonnenlichts.  Die Sonne war in dem mütterlichen Verständnis des Kosmos deshalb auch mythologisch ursprünglich weiblich besetzt, wie in Ägypten mit der Göttin Nut oder in der baskischen Mythologie um die Göttin Mari mit der Sonnengöttin Ekhi, oder auch der germanischen Sonnengöttin Sunna.

Abbg3+49 Sonnen nachziehenDie ägyptische Göttin Nut/Hathor, welche täglich die Sonne gebiert und verschluckt, Bild: Nachzeichnung Franz Armbruster

Tatsächlich ist es kein Zufall, dass im Laufe der Patriarchalisierung während des Metallzeitalters Pharao Echnaton in Ägypten 1500 v.u.Z. den Versuch startete als ersten monotheistischen Gott den Sonnengott Aton durchzusetzen, was aber zu dem Zeitpunkt noch nicht mit Erfolg gekrönt war. Nach dem Mythologischen Muttermord, 1100 v.u.Z. im babylonischen Enuma Elish und 458 v.u.Z. in der griechischen Orestie waren aber die Zeiten für die Institutionalisierung eines männlichen Sonnengottes in Verbindung mit männlichen Heldenlegenden, dem sogenannten Hellenismus, günstig. Und so ließen sich die Nazis in Deutschland auch nicht nehmen, die germanische Sonnengöttin Sunna in den männlichen Sunnwendmann zu verwandeln und diesen in Weihnachtsliedern zu besingen zum Beispiel in dem Lied: Der Sunnwendmann, wo kommt er her:

 

Es ist Zeit die Weihnachtszeit wieder von den patriarchalen Zuschreibungen zu befreien und die Weihenachtszeit wieder als naturzyklisches Lichterfest zu Ehren von Mutter Natur zu verstehen.

Weitere Informationen:

Am Anfang war Gott MUTTER

Rot wie Blut – Weiß wie Schnee – Schwarz wie Ebenholz – Die Religion von Gott MUTTER

Warum der Storch bis heute die Kinder bringt

Patriarchaler Umbruch: Die Vermännlichung des Sonnenkults

Zeittafel der menschlichen Geschichte auf der Basis der Patriarchatskritikforschung

Von den Nikoläusen und Weihnachtsmännern dieser Welt – Hokus Pokus Fidibus

Patriarchaler Umbruch: Die Vermännlichung des Sonnenkults

Die baskische Mythologie ist weiblich

Es ist nicht die Natur des Mannes ein Krieger zu sein und Gott MUTTER braucht keinen Heros