Matrifokalität ist kein Matriarchat

Text. Dr. Kirsten Armbruster; Fotos: Franz Armbruster

Matrifokalität ist kein Matriarchat und ein Matriarchat, eine Kriegsherrschaft der Mütter, das Gegenstück zum heute theologisch-militärisch-vaterstaatlich-naturleugnend und naturzerstörend herrschenden Patriarchat hat es historisch auch noch nie gegeben. Der Matriarchatsbegriff ist also nicht nur irreführend, sondern falsch, weil er in jeder Diskussion als das Gegenüber des heute herrschenden Patriarchats verstanden wird. (Mehr dazu in Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013, S 49-62 und in Matrifokalität – Mütter im Zentrum – Ein Plädoyer für die Natur – Weckruf für Zukunft, 2014, S. 18-28 in dem Kapitel: Die Geschichte der Matrifokalitätsforschung) Bücher von Kirsten Armbruster

Matrifokalität bedeutet hingegen Mütter im Focus, Mütter im Zentrum. Das impliziert: Matrifokalität ist  nicht nur die biologische Ordnung des Menschen, sondern des Lebens auf der Erde insgesamt, denn bis heute sprechen wir von Mutter Natur und nie von Vater Natur. Das Kernstück des Patriarchats ist es hingegen, Natur insgesamt zu verleugnen, zu beherrschen und auszubeuten.

(Armbruster, Kirsten: Matrifokalität – Mütter im Zentrum – Ein Plädoyer für die Natur – Weckruf für Zukunft, 2014 Bücher von Kirsten Armbruster )

siehe hierzu auch: Biologie statt Biologismus

Die Natürliche Integrative Ordnung der Mutter und die hierarchische Dualitätsideologie des Patriarchats

Matrifokalität – Mütter im Zentrum als artgerechte Urform menschlichen Zusammenlebens

Vorteile von Matrifokalität

Matrifokalität – Die Revolution im Kopf

Matrifokalität heute

 

Die Natürliche Integrative Ordnung der Mutter

Die Natur  hat es evolutionsbiologisch so ausgebildet, dass  nicht der Mann das Männliche auf die Welt bringt und die Frau das Weibliche, was die heute weltweit durchgesetzte Paarordnung der sogenannten „Heiligen Hochzeit“ mit ihren Eheschutzgesetzen suggeriert.  Fälschlicherweise wird nämlich durch die weltweit theologisch-vaterstaatlich durchgesetzte, als sakrosankt patriarchatsdefinierte und deshalb überwiegend heterosexuelle Paarordnung, eine 50 Prozent Parität von Vater und Mutter bei der Lebensentstehung vermittelt, was aber nach den neusten naturwissenschaftlichen, mutterbiologischen Erkenntnissen nicht haltbar ist und deshalb korrigiert werden muss.

Mehr dazu in: Von mutterbiologischen Tatsachen und männlichem „Samen“ – Wie das Patriarchat Mütter zu passiven Gefäßen degradiert

und in: Die Evolution frisst keine Kinder – eine anthropologische Revision

In Wahrheit  – und eigentlich ohne patriarchale Gehirnwäsche für alle sichtbar – , hat es die Natur nämlich so ausgebildet, dass im Körper der Mutter alles menschliche Leben heranwächst, nämlich das Weibliche, das Männliche, das Intersexuelle und Transgender, also die natürliche Diversität des Lebens, was bedeutet, dass für den Menschen als biologische Art die  Natürliche Integrative Ordnung der Mutter gilt, denn der Vater trägt nicht nur gesamtkörperlich, sondern auch auf zellulärer Ebene – wie wir gesehen haben – im Vergleich zur Mutter nur minimal zur neuen Lebensentstehung bei. Der theologisch-vaterstaatliche Schutz der heterosexuellen Paarordnung dient also nur der Herrschaft des Vaters, also dem Patriarchat und nicht dem Leben.

Unser Vater-Mutter-Kind Familienverständnis, wo der Vater nicht zufällig immer an erster Stelle genannt wird, ist also patriarchal und deshalb nicht lebenstauglich, denn es  schützt im Grundgesetz nur die auf kurzzeitiger sexueller Anziehung beruhende Paarordnung.

Die Natur hat aber nicht auf Väter gesetzt, sondern auf Mütter.

Daraus folgt, dass unser patriarchales Familienverständnis reformiert werden musss. Ins Zentrum des neuen, entpatriarchalisierten Familienverständnisses gehört daher die engste und längste menschliche Verbindung, die  Menschen je haben können, also die zwischen Mutter und Kind.

 

Machet euch die Erde und die Mutter untertan – das bis heute geltende Credo des Patriarchats

Machet euch nicht nur Mutter Erde, sondern die Mutter insgesamt untertan, die Menschenmütter und die Tiermütter eingeschlossen, ist das Fundament des Patriarchats. Deshalb geht es nicht nur der Natur insgesamt heute so schlecht, sondern ebenfalls den Menschenmüttern und den Tiermüttern. Tatsächlich hängen ja die Herrschaftsstrukturen des Patriarchats, welche sich im Laufe des tierzüchterischen Neolithikums begannen auszubilden, eng zusammen.  Einmal die Entstehung des Kapitalismus, welche auf die Privateigentumsbildung insbesondere der Rinderherden zurückgeht (capites sind die Häupter einer Herde) und den Grundstein gelegt hat, für die heute noch alles beherrschende, gegen die Naturgesetze verstoßende, unendliche Wachstumsökonomie des Patriarchats. (Armbruster, Kirsten: Mütterarmut – Eine Streitschrift wider eine von Männern definierte und nur am Mann orientierte Ökonomie, 2019 Bücher von Kirsten Armbruster) .

Damit verbunden leben wir bis heute unter einem weltweit hirtenideologisch, mit väterlichem Fruchtbarkeitswachstumswahn einhergehenden Theologiepatriarchat, welche durch die Aushebelung der biologisch verankerten, freien und natürlicherweise wechselnden Sexualität der Frau, der sogenannten female choice (Bott, Gerhard, 2009 und Uhlmann Gabriele, 2012), der phallusgetriebenen Wachstumsideologie des Patriarchats geschuldet, zu diesem exorbitanten Bevölkerungswachstum geführt hat, welches wesentlich zu der heutigen Naturzerstörung mit ihren Folgen des Klimawandels, des Artensterbens, der tierquälerischen Massentierhaltung und der Mutterboden zerstörenden und vergiftenden industriellen Monokulturlandwirtschaft und dem Raubbau an der Natur insgesamt beiträgt.

mehr dazu in: Ein Plädoyer für die Natur

Es reicht nicht, nur dem jetzigen Hype des Klimawandels Aufmerksamkeit zu schenken, sondern wir müssen die naturzerstörenden Strukturen des Patriarchats insgesamt entlarven. Die Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung hat dazu den Weg frei gemacht.

Mehr dazu in Patriarchatskritik

Wir müssen wieder lernen von der Natur her zu denken und zu handeln und wir müssen wieder lernen, dass wir Teil der Natur sind, nicht Be-Herrscher der Natur und deren Krone.

Das, die letzten Jahre wieder aufkeimende Wissen  von Matrifokalität im Verständnis von Mutter Natur – Menschenmutter – Tiermutter -, und die damit verbundene Abschaffung patriarchaler Strukturen auf allen Ebenen, ist die Lösung des menschengemachten Problems der heutigen Zeit. Um dieses gesamtgesellschaftliche Megaprojekt zu lösen, bedarf es nicht nur Matrifokaler Frauen, sondern auch Matrifokaler Männer und Väter.

Mehr dazu in: Matrifokale Frauen

und in: Matrifokale Männer und Väter

Literaturverzeichnis:

Armbruster, Kirsten: Mütterarmut – Eine Streitschrift wider eine von Männern definierte und nur am Mann orientierte Ökonomie, 2019

Armbruster, Kirsten: Matrifokalität – Mütter im Zentrum – Ein Plädoyer für die Natur – Weckruf für Zukunft, 2014

Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streischrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter – Essays zur Politischen Theologie, 2009 und 2014 Teil 2

Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht: zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte, 2012