Die BaskInnen und warum drei Viertel unserer Gene von ihnen abstammen

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Das einzige Volk in Europa, das bis heute vorindoeuropäische matrifokale Wurzeln erhalten hat, ist das Volk der Baskinnen in Südfrankreich und Nordspanien, wo nicht zufällig der Caminos Francés, der Hauptweg des Muschelwegs beginnt, den das Patriarchat Jacobsweg nennt. Die Baskinnen sind nicht nur religionssoziologisch von besonderem Interesse, weil , wie der baskische Archäologe José Miguel de Barandiarán schreibt, die meisten Götter der baskischen Mythologie weiblich sind. (Siehe hierzu: Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014, S. 57-73) . Sie sind auch linguistisch und genetisch von besonderem wissenschaftlichen Interesse.

In meinem Buch „Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 103-11, habe ich mich auf die lingusitischen und genetischen Spuren der Baskinnen begeben:

„Beschäftigen wir uns nun mit der Sprache in diesem Gebiet. Die Baskische Sprache ist heute die einzige nichtindoeuropäische Sprache im westlichen Europa. Sie gilt wie das Sumerische als isolierte Sprache. Es wird angenommen, dass das Baskische der letzte überlebende Vertreter einer alteuropäischen Sprachschicht ist, die vor dem Eindringen des Indoeuropäischen in weiten Teilen Westeuropas verbreitet war. Harald Haarmann, einer der führenden Sprachwissenschaftler, stellt in diesem Zusammenhang in den Raum, „dass man zu Recht fragen kann, ob in den Strukturen der bekannten Sprachen nicht bestimmte Techniken zu identifizieren sind, die archaischen Charakter besitzen und offensichtlich fossile Nachklänge wesentlich älterer Sprachstadien sind“. In den Focus des Interesses rücken bei einer solchen Fragestellung natürlich die ältesten noch lebenden Sprachen der Welt. Dazu zählen, neben dem Dravidischen in Indien, die Sprachen des Kaukasus und in Westeuropa das Baskische. (Haarmann, Harald; 2010, S. 108/109).

Theo Vennemann, emeritierter Sprachwissenschaftler der Universität München, bezeichnet die nacheiszeitlichen Vorfahren der Basken als Vasconen und entwickelte hierzu seine Vasconentheorie, die besagt, dass die Vasconen die frühen BewohnerInnen Europas sind, die sich nach der letzten Eiszeit als WildbeuterInnen weit über den europäischen Kontinent ausbreiteten. Dort benannten sie Berge, Täler und Flüsse in ihrer Sprache mit Namen, die in Wortbausteinen zum Teil bis heute erhalten blieben. (Hamel, Elisabeth; 2007, S. 271). Dass es diese Wanderungen gegeben hat, lässt sich nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht nur linguistisch, sondern auch archäologisch, humangenetisch und nun auch religionsmythologisch bestätigen.

Heute ist das Baskenland eine relativ kleine Region an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, aber ur-sprünglich war das Gebiet der Basken wesentlich größer. Selbst nach der indoeuropäischen Eroberung durch die Kelten, die circa 800 v.u.Z. auf der iberischen Halbinsel einsetzte, können wir auf der unteren Karte feststellen, dass ein größerer Landstrich nördlich und südlich der Pyrenäen nicht keltisch sprach.

Verbreitung keltischer Völker und Sprachen

Verbreitung keltischer Völker und Sprachen: Quelle Wikipedia, Stichwort: Keltengelb: Gebiet der Hallstatt-Kultur im 6. Jahrhundert v. u.Z.; hellgrün: Größte keltische Ausdehnung, um 275 v. u.Z. .; sehr helles grün in Spanien: Lusitania (keltische Besiedlung unsicher); mittelgrün: Die „sechs Keltischen Nationen“, in denen es bis in die Frühe Neuzeit eine signifikante Anzahl Sprecher keltischer Sprachen gab.; dunkelgrün: Das heutige Verbreitungsgebiet keltischer Sprachen; Wikimedia Commons, User: Quartier Latin 1968, The Ogre, GNU-Lizenz)

An der Ostküste, im ehemaligen Einzugsgebiet der Impresso-KardialkeramikerInnen hielt sich lange das sogenannte Keltiberische, während im Gebiet, wo die vier französischen Muschelwegrouten aufeinandertreffen und in den Pyrenäen aquitanisch/vaskonisch gesprochen wurde. Aquitanisch und Vaskonisch sind sprachliche Vorläufer des heutigen Baskischen. (Hamel, Elisabeth; 2007, S. 271). Noch Caesar unterscheidet in seinem Bericht De Bello Gallico das keltische Gallien von Aquitanien. Und Lourdes Pomponius Mela beschreibt, dass das Land der Aquitanier sich von der Garonne bis zu den Pyrenäen erstreckte. Da auch das spätere Königreich Navarra zu großen Teilen baskisch war, können wir davon ausgehen, dass das Gebiet der Basken noch zu Zeiten Caesars wesentlich größer war als der heutige kleine Landstrich, denn die Römer nennen als baskische Stämme die Vascones und die Ausci. Die Ausci lebten in Aquitanien und ihre Hauptstadt war Eliumberrum, das heutige Aust. Die Basken selbst bezeichnen sich, wahrscheinlich abgeleitet von Ausci, heute als Euskaldunak oder Euskal Herritar und ihre Sprache als Euskara, wobei sich nach Vennemann „Euskara“ auch als „die Menschen des Westens“ übersetzen lässt. (Hamel, Elisabeth; 2007, S. 437).

Heute gehören die meisten der modernen Weltsprachen – ausgenommen das Chinesische, Japanische und Arabische – zum Kreis der indoeuropäischen Sprachen. Dazu zählen in Europa das Griechische, das Lateinische, das Englische, das Spanische, das Portugiesische, das Französische, das Deutsche, aber auch die zum Teil ausge-storbenen Sprachen wie das Keltische und das Germanische, ebenso wie das indische Sanskrit. Die Heimat der Indoeuropäer liegt, wie Marija Gimbutas bereits in den 1970 er Jahren mit ihrer Kurgan-Theorie beschrieben hat, in der südrussischen Steppe und nicht, wie andere Wissenschaftler zeitweise annahmen, in Anatolien.

Karte Indoeuropäische UrheimatGeographische Umrisse der indoeuropäischen Urheimat (nach Anthony 2007: 84, Nachzeichnung Franz Armbruster aus Haarmann, Harald, 2010, S. 21)

In diesem Zusammenhang weiß man auch, dass nicht die Indoeuropäer, wie immer wieder zu lesen, die neolithische Wirtschaftsweise der Keramik und des Ackerbaus nach Europa brachten, sondern die LinearbandkeramikerInnen und die Impresso-KardialkeramikerInnen. Die Indoeuropäer wiederum als Pferde züchtende Viehnomaden, erschienen erst 4500 v.u.Z. in Alteuropa und stehen in Verbindung mit der ersten Ausbreitung patriarchalischer Strukturen. Als Marija Gimbutas nachwies, dass sich durch die indoeuropäischen, pferdezüchtenden Viehnomaden ab 4500 v.u.Z. ein kultureller Bruch in Europa abzeichnete, der sich in einer plötzlich auftauch-enden hierarchischen Bestattungskultur in Verbindung mit einem patriarchalischen Sonnenkult äußerte und in krassem Gegensatz stand zu der früheren Kultur von Alteuropa, stießen ihre Forschungsergebnisse auf großes Interesse, aber auch auf Kritik. Eines der Hauptargumente gegen die indoeuropäische Invasion war die Tatsache, dass keine zahlenmäßig bedeutenden Migrationen festgestellt werden konnten. Heute ist auch dieses Rätsel gelöst. Harald Haarmann schreibt dazu in seinem 2010 erschienenen Buch über die Indoeuropäer:

„Mit der von Gimbutas konzipierten Kurgan-Theorie gab es ein Problem. Die von ihr postulierten Migrationen wurden als die Bewegungen von zahlenmäßig bedeutenden Bevölkerungsgruppen verstanden. Allerdings kann die Archäologie solche Migrationen nicht nachweisen, und auch die Humangenetik kann keine signifikanten Spuren im genomischen Profil späterer Bevölkerungen ausmachen. Die Vorstellung, dass riesige Reiterhorden aus der russischen Steppe nach Westen gestürmt wären, ist unhaltbar“. (Haarmann, Harald; 2010, S. 47).

Die Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs lässt sich wiederum aus der damaligen Bestattungskultur erklären, die im Gegensatz zur egalitären Kultur der Linearbandkeramik (LBK) auf eine hierarchische Sozialordnung und auf die Existenz einer Elite mit politischer Macht hinweist. Harald Haarmann fasst dazu die neuesten Erkenntnisse zusammen:

„Die Frühphase der Indoeuropäisierung stellt sich in neuem Licht dar, und zwar als die politische Kontrolle von nomadischen Eliten über die sesshafte agrarische Bevölkerung“. (Haarmann, Harald; 2010, S. 48).

Kommen wir noch einmal auf die Basken zurück. Die Basken rückten nicht nur aus linguistischer Sicht in den Focus wissenschaftlichen Interesses. In den letzten Jahren beschäftigten sich auch die HumangenetikerInnen mit den Basken, allen voran das Forschungsteam um Cavalli-Sforza. Harald Haarmann hat deren Forschungsergebnisse über die Basken so zusammengefasst:

„Zu den ältesten Skelettfunden des modernen Menschen in Westeuropa gehören die von Cro-Magnon in der Dordogne. Danach werden die altsteinzeitlichen Bewohner jener Region als Cro-Magnon-Menschen bezeichnet. Diese älteste Bevölkerungsschicht des Homo sapiens in Westeuropa tritt auf den humangenetischen Karten als genetischer „Außenlieger“ (engl. outlier) deutlich in Erscheinung. Was das genomische Profil dieses Außenliegers von seiner Umgebung absetzt, ist eine hohe Frequenz (bis 70 Prozent) der Blutgruppe 0 und des negativen Rhesusfaktors. Diese genetische Charakteristik gilt auch für die heutige baskische Bevölkerung, die auf beiden Seiten der spanisch-französischen Grenze verbreitet ist. Vereinfacht ausge-drückt bedeutet dies, dass diejenigen Menschen, die die altsteinzeitlichen Höhlen ausmalten und das älteste Kalenderwesen der Welt erfanden, entfernte Verwandte der modernen Basken sind. (Cavalli-Sforza/Piazza 1993:11)“. (Haarmann, Harald; 2010, S. 109/110).

Als Bryan Sykes 1995 auf der zweiten Europakonferenz über Bevölkerungsgeschichte seine Forschungen über die maternale Mitochondrien-DNA, die nur über die Mutter vererbt wird, vorlegte, musste nach anfänglicher Skepsis, die bis dahin geltende traditionelle Sicht der europäischen Ur- und Frühgeschichte wieder einmal über den Haufen geworfen werden. Bis dahin ging die Fachwelt nämlich davon aus, dass die EuropäerInnen zum größten Teil von den Bauern abstammten, die vor circa 10 000 Jahren aufgrund der neolithischen Revolution aus dem Nahen Osten nach Europa eingewandert waren. Tatsächlich konnten die ForscherInnen nun anhand der maternalen Abstammungslinien feststellen, dass die meisten EuropäerInnen auf eine viel längere Reihe von Ahninnen zurückgingen. Die bis dahin herrschende Theorie, dass die Bauernpioniere aus dem Nahen Osten die Nachfahren des Cro-Magnon-Menschen verdrängt, die ihrerseits die Neandertaler verdrängt hatten, erwies sich als falsch. (Sykes, Bryan; 2003, S. 167-191).

Auch bei den humangenetischen Forschungen über die Abstammungsahnenlinie der EuropäerInnen war die Bevölkerungsgruppe der Basken besonders ins Visier der WissenschaftlerInnen geraten. Tatsächlich zeigten die humangenetischen Forschungen nun, dass 60-80 Prozent der Europäer dieselben Ahninnen haben wie die Basken. Das Team von Sykes entwickelte anhand der mitochondrialen DNA ein Abstammungsmodell, das aufzeigte, dass in der Bevölkerung Europas sieben große genetische Gruppierungen identifiziert werden konnten. Sykes führte diese Gruppierungen auf sieben Clanmütter zurück und gab ihnen die Namen Ursula, Xenia, Helena, Velda, Tara, Katrin, Jasmin, deren Anfangsbuchstaben auf die Sequenzgruppen zurückgingen, die er aus dem Klassifikationssystem des italienischen Genetikers Antonio Torroni übernommen hatte. Sykes bestimmte das Alter der auf die sieben Clanmütter zurückzuführenden Abstammungslinien zwischen 45 000 und 10 000 Jahre. Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen unterbreitete er schließlich einem breiten Publikum in dem populärwissenschaftlichen Bestseller „Die sieben Töchter Evas – Warum wir alle von sieben Frauen abstammen“ (2003).

Inzwischen konnten die uralten, ins Paläolithikum reich-enden genetischen Abstammungslinien der EuropäerInnen auch über die Y-Chromosomen-DNA bestätigt werden, und so wird seitdem die europäische Geschichte aus humangenetischer Sicht ganz anders geschrieben, als noch vor 15 Jahren: nämlich als im Paläolithikum wurzelnd. Am 10. November 2000 erschien in der Zeitschrift Science der Artikel „Das genetische Erbe des paläolithischen Homo sapiens aus der Sicht der Y-Chromosomen“. Verfasst war der Artikel von einem großen Team von Forschern aus Italien, Osteuropa und den Vereinigten Staaten, unter ihnen Cavalli-Sforza. In dem Artikel wurde Bezug genommen auf die, 1996 von Bryan Sykes und seinem Team veröffentlichten Ergebnisse anhand der mitochondrialen DNA, die darauf verwiesen, dass der paläolithische Anteil am Gen-Pool etwa 80 Prozent und das neolithische Erbe 20 Prozent ausmachten. Der nun erschienene Artikel endete mit dem Wortlaut: „Unsere Befunde unterstützen diese Schlussfolgerung“. (Sykes, Bryan; 2003, S. 218/219).

Ein weiterer Meilenstein in der Korrektur des Verständnisses der Menschheitsgeschichte, diesmal aus kulturwissenschaftlicher Sicht, gelang Gerhard Bott mit seinem 2009 veröffentlichten Werk „Die Erfindung der Götter; Essays zur Politischen Theologie“. Mit seinem ur- und frühgeschichtlichen Forschungsschwerpunkt konnte er die bisherige Annahme der monogamen Vater-Mutter-Kind-Familie als Urfamilie und des Jägers als Hauptversorger einer solchen Paarungsfamilie als falsch widerlegen. Tatsächlich hat die Urvaterthese mit ihrer Focussierung auf den Vater keinen Bestand bei der Annahme einer natürlichen freien Sexualität der Menschenfrau, der sogenannten female choice. Botts kenntnisreiche religionssoziologische Studien zeigten die Entstehung der herrschaftstheologischen Erfindung der Götter über die Zwischenstufe der Heiligen Hochzeit zur monotheistischen Patriarchatstheologie deutlich auf. Weitere Forschungen von Gabriele Uhlmann aus archäologisch-soziologischer Sicht (Uhlmann, Gabriele; 2011, 2012) und von mir aus religionssoziologischer und religionsmythologischer Sicht (Armbruster, Kirsten 2010, 2013) brachten die herrschende patriarchale Ideologie weiter zu Fall. Tatsächlich ist nun auf der Basis der ur- und frühgeschichtlichen Patriarchatskritikforschung ein völlig anderes Verständnis der menschlichen Geschichte und an dieser Stelle der europäischen Geschichte möglich. Deutlich wird für die Ur- und Frühgeschichte, die bisher gerne lapidar als nicht existierende oder unwesentliche Vorgeschichte bezeichnet wird, die Existenz einer Zivilisation der Mütter.“. (Text aus dem Buch: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 103-11).

Literatur:

Armbruster, Kirsten: Das  Muttertabu oder der Beginn von Religion, 2010

Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter – Essays zur Politischen Theologie, 2009

Gimbutas, Marija: Die Zivilisation der Göttin. 1996

Hamel, Elisabeth: Das WErden der Völker in Europa; Forschungen aus Archäologie, Sprachwissenschaft und Genetik, 2007

Haarmann, Harald: Die Indoeuropäer; Herkunft, Sprachen, Kulturen, München 2010

Sykes, Bryan: Die sieben Töchter Evas; Warum wir alle von sieben Frauen abstammen – revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung, 2003

Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht; Zur Instrumentalisierung der Ur- und frühgeschichte; 2011,2012

 

 

 

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Matrifokale Gedanken zu Kar-Freitag

Der Karfreitag ist ein Tag des Todes.

In der patriarchal-christlichen Kultur bedeutet das: ein Tag der Trauer. Kein Wunder geht es doch im Patriarchat immer um den gewaltsamen Tod, den unnatürlichen Tod, der die Gute Frau Tod, La Bonne Mort, wie wir sie zum Beispiel noch in der Schwarzen Madonna von Clermont Ferrand in der Auvergne in Frankreich finden, verdrängt hat.

Wir können davon ausgehen, dass der Kar-Freitag eine uralte Tradition hat, der im matrifokal-zyklischen Verständnis der Steinzeit, der Zeit der Heiligen Steine, die vor der Kriegsbeginnzeit der Metallausbeutung liegt, wurzelt. Das erschließt sich daraus, dass die Silbe kar auch in den Varianten cer oder ser eine durch die Patriarchatskritikforschung wieder freigelegte uralte Stein-Mutterwurzelsilbe ist, wie wir sie beispielhaft in dem Wort Karst, aber auch im Karwendelgebirge oder als Montserrat, dem Fels der Schwarzen Madonna von Montserrat in der Nähe von Barcelona in Spanien finden.

Die Mutterwurzelsilbe kar ist aber nicht nur eine Steinsilbe, sondern sie steht auch im Zusammenhang mit Fürsorge, wie wir es aus to care oder karitativ auch heute noch kennen. Die Mutterwurzelsilbe kar hat aber auch noch eine dritte Bedeutung. Wir begegnen ihr nämlich auch in Verbindung mit Fleisch wie in carne, oder in dem Wort Re-in-kar-nation, wo sie das „Wieder in Fleisch-gekleidet werden“ bedeutet.

Das uralte steinzeitlich-matrifokale Verständnis von Kar ist also eine Wieder-Manifestierung des neuen Lebens, die in dem zyklisch-sichtbaren Naturverständnis der Religion der göttlichen Mutter auf dem Absterben des Alten wurzelt. Schaue ich in die Natur, so sind die Blätter des alten Jahres schon größtenteils verwandelt und in dieser Verwandlung wird das neue Jahr, das neue Leben in Form von ersten Trieben oder Blüten bereits sichtbar. Die Mutterwurzelsilbe kar bedeutet also Geborgenheit und Verlässlichkeit des Lebenskreises, wie sie durch die Gute Frau Tod verkörpert wird

Sie ist kein Grund zur Trauer!

Machen wir uns diese Lebenszusammenhänge wieder klar, so ist es auch kein Zufall, dass der Karfreitag an einem Freitag gefeiert wird, ist doch der Freitag eng mit der Göttin verbunden. Wir kennen die Göttin Freya, deren Feiertag der Freitag war. Wir kennen aber auch die Göttin Venus, die am Vendredi, dem Freitag im Französischen gefeiert wurde. Und wir kennen auch den Freitag als Feiertag der vorislamischen AraberInnen, der urspünglich zu Ehren der mit der Mondsichel verbundenen Göttinnentrinität Al-lat, Menat und Al-Uzza mit der schwarzen Vulva-Stein-Kaaba in Mekka in Saudi-Arabien gefeiert wurde.

Ziehen wir also die patriarchalen Vernebelungsschleier weg!

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren lebensweisheitlichen Karfreitag!

Paris – Stadt der Heiligen Vulva

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Paris und die Vulvainsel Île-de-la-cité: Foto Franz Armbruster

Der Name Paris setzt sich zusammen aus dem Wort parere, was gebären, erzeugen, hervorbringen bedeutet und der Mutterwasserwurzelsilbe Is, wie wir sie von den Flüssen Isar und Isère aber auch als Doppelsilbe  von der ägyptischen Göttin Is-Is kennen, die eng mit dem Nil verbunden ist oder auch von  der semitisch-akkadischen Göttin Is-thar. Das Zentrum von Paris ist nicht zufällig bis heute die vulvaförmige Insel Île-de-la-cité mit der Kathedrale Notre Dame und dort beginnt auch die Gründungsgeschchte des alten Lutetia Parisiorum. Im folgenden Text, der aus meinem Buch „Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER -Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas (2014, S. 181-190) stammt, begebe ich mich auf die landschaftsmythologische Spurensuche nach den matrifokalen Wurzeln von Paris. In Paris beginnt natürlich auch nicht zufällig die Via Turonensis, eine der Hauptrouten des patriarchal überlagerten Jacobwegs:

Das Pariser Becken und die paläolithischen Kulthöhlen der Île-de-France

„Auch die Muschelwegsroute aus Paris hat natürlich mütterliche Wurzeln. Bis heute sprechen wir vom Pariser Becken, was inzwischen nur noch geologisch verstanden wird. Tatsächlich hat diese Landschaftsbezeichnung aber auch Wurzeln in der alltäglichen Lebensbeobachtung von Menschen, ist doch das Becken der Mutter immer der Ort der Bildung von neuem Leben. Erste Siedlungsspuren auf dem Stadtgebiet von Paris stammen aus der Zeit von 4000 v.u.Z. und sind nach Auskunft von Gabriele Uhlmann der Michelsberger Kultur zuzuordnen, die, wie die LinearbandkeramikerInnen aufgrund der Funde, soziologisch noch in matrifokalen Familienverbänden gelebt haben müssen. (Uhlmann, Gabriele, 2011, 2012, S. 69-76, sowie persönliche Korrespondenz).

Das Gebiet der Île-de-France ist jedoch schon im Paläolithikum besiedelt, was die auffallenden Einritzungen in den Kulthöhlen von Fontainebleau, nur 70 Kilometer von Paris entfernt, belegen. Marie König war eine der ersten, die diese Kulthöhlen intensiv erforschte, weswegen eine der Höhlen auch nach ihr benannt wurde. Die auffallenden und umfangreichen Gravierungen in den Kulthöhlen der Île-de-France wurden von J. L. Baudet nach den in unzerstörten Fundschichten entdeckten Werkzeugen datiert, und die ältesten Ritzzeichnungen in Form gerader Linien und Linienkreuze dem Moustérien, also der Zeit zwischen 100 000 und 40 000 v.u.Z. zugeordnet. (König, Marie, 1981, S. 45).

Marie König beschreibt in ihren Veröffentlichungen, wie sie in den Kulthöhlen der Île-de-France immer wieder auf die Zahl Drei stieß in Form des Dreiecks oder auch in Form von drei parallelen Strichen, die sie als Mondphasen interpretierte. Die Forscherin berichtet, dass in diesen Höhlen auch oft Pfeile dargestellt sind, die ja ebenfalls das Dreieck beinhalten. Die Pfeile interpretiert sie als Symbol für das Sterben. Aber die Pfeile stehen nicht allein, sondern oft im Zusammenhang mit der Darstellung von Vulven, womit wir wieder beim großen Existenzthema des Werdens und des Sterbens sind. Marie König schreibt:

„Vulven sind in den meisten Höhlen des Waldes von Fontainebleau anzutreffen … Es ist auch nicht zu übersehen, dass diese Vulven oft tief im Innern der Höhle angebracht wurden. In der Erde suchte – und sah – man das Geheimnis der Wiedergeburt, und wir heutigen müssen uns oft tief in den Fels hinabzwängen, um die Vulven zu finden. Diese Darstellungen waren vielen aufeinanderfolgenden Generationen wichtig und bedeutungsvoll, denn der Ort zeugt von wiederholter Begehung. Man kannte aber auch später immer noch den Bezug zu den Vulven auf die Lunarsymbolik, das bezeugen drei parallele Linien, die der Vulva aufgezeichnet sind, und das seitlich beigefügte Dreieck in der Grotte von Moigny in der Île-de-France“. (König, Marie; 1980, S. 119).

Und die Autorin ergänzt:

„…Pfeile sind in vielen Höhlen zu finden. Sie weisen auf das Wissen der Menschen vom Sterben hin, aus dem Zusammenhang mit weiteren Symbolen erhellt jedoch ihre Hoffnung über das Sterben hinaus. Wenn mit den Pfeilen das Sterben gemeint war, so gab das nächtliche Gestirn durch seine Erneuerung zugleich die Gewissheit des neuen Lebens“. (ebenda, S. 118).

Paris und das alte Lutetia

In dieses Verständnis passt die ursprüngliche Ableitung des Namens für Paris, die noch in der keltischen und in der lateinischen Sprache erhalten ist. Im Langenscheidt Wörterbuch wird das lateinische Wort parere folgendermaßen übersetzt:

  1. erzeugen, gebären;
  2. (Erde) hervorbringen;
  3. (geistig) erfinden, erschaffen.

Der älteste überlieferte Name der Stadt Paris ist Lutetia oder auch Lutetia Parisiorum und soll keltischen Ur-sprungs sein. Der Name Lutetia wird für das Jahr 53 v.u.Z. das erste Mal von Julius Caesar genannt und als auf einer Insel liegend beschrieben. Nach Caesar war Lutetia der Hauptort des keltischen Stammes der Parisii. Lutetia wird in der Regel mit dem Wort Dreck übersetzt. Ein genauerer Blick auf die heute noch auf das Keltische zurückführbaren Sprachen gälisch und bretonisch zeigt, dass mit dem Dreck „Erde“ gemeint ist. So wird die keltische Wurzelsilbe luto-, luteuo, heute gälisch loth und bretonisch loudour im Englischen mit marsh wiedergegeben. Auch im Deutschen kennen wir die Wörter Marsch oder auch Matsch für Erde und zwar in Verbindung mit Wasser, von dem alles Leben abhängig ist. Das Herzstück von Paris ist bis heute die aus dem Wasser der Seine herausragende Erd-Insel Île-de-la-Cité.

Schauen wir uns zum weiteren Verständnis das heutige Pariser Wappen an.

Stadtwappen Paris

Das Stadtwappen von Paris zeigt nicht nur die Barke, sondern auch im Segel das Vulvadreieck. Es steht also deutlich im mütterlichen Symbolkontext. Auch die Lilien weisen in diese Richtung; Foto Wikimedia commons, User seraphin

Das Stadtwappen von Paris gibt auf rotem Hintergrund ein Segelschiff wieder, das nicht nur auffallend wie eine Mondbarke geformt ist, sondern im Segel auch das Pudenda-Dreieck aufzeigt. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an die Erkenntnisse Barbara Walkers über das Toten-Mutterschiff der Wikinger, das ludr genannt wurde, was eine auffallende etymologische Ähnlichkeit mit dem bretonischen loudour für die keltische Wurzelsilbe luto-, luteuo aufzeigt und einem Schiff und dem Mutterleib glich und mit Boot, Sarg und Wiege übersetzt wird. (Walker, Barbara, 1997, Stichwort Schiff).

Das Wort Lutetia steht also einmal im Wortverständnis von Erde, aber es steht auch im Wortverständnis von Mutterleib, Toten-Mutterschiff, Barke, der zunehmenden oder abnehmenden Sichel von Frau Mond. Es bedeutetSarg und Wiege zugleich. Da die Insel Île-de-la-Cité, der älteste Teil des heutigen Paris, eine auffallend vulvaförmige Insel ist und dort die weltweit berühmte Kathedrale Notre-Dame beheimatet ist, können wir weiter schlussfolgern, dass der hier ansässige Keltenstamm Lutetia Parisiorum – nun in Verbindung mit dem Wortstamm parere für gebären – sich als von der Mutter Geborene ansah. Wir können also deutlich erkennen, dass die Wurzeln von Paris in der Religion von Gott der MUTTER und ihrem Tod-in-Lebenswandel-Aspekt liegen. Und wir können desweiteren erkennen, dass die Insel Île-de-la-Cité, als die in der Flusslandschaft ausgeformte Erd-Vulva der göttlichen Mutter, betrachtet wurde.

Schauen wir uns dazu noch die heutigen Bedeutungen von dem Wort Luder an, das etymologisch von dem Wortstamm ludr abgeleitet werden kann. Im Finnischen kennen wir es in der Bedeutung von Aas und Kadaver, also in Verbindung mit dem Tod. Aber auch das Deutsche hat interessante Assoziationen bewahrt: In der Jägersprache bedeutet es einerseits totes Tier, aber wir kennen das Wort Luder auch im abfälligen Sprachgebrauch. Der deutsche Duden bezeichnet Luder als „meist weibliche Person, die als durchtrieben und liederlich angesehen wird“. Als Synonyme zu Luder nennt der Duden Hexe, Teufelin, aber auch derb abwertend Aas, womit wir ja wieder bei dem alt bekannten, dämonisierenden Muster von Gott der MUTTER durch das Patriarchat wären.

Betrachten wir das Pariser Wappen noch genauer, enthält es noch weitere interessante Informationen, denn nicht zufällig zieren Lilien das Wappen. Barbara Walker schreibt in ihrem Lexikon „Die Geheimen Symbole der Frauen“ über die Lilie:

„Die Lilie des französischen Wappens stammt von den keltischen Symbolen der Lilien-Jungfrau, einer Erscheinungsform der jungfräulichen Juno, deren Emblem ebenfalls eine Lilie war. Diese Blume stellte ursprünglich die Kraft der Selbstbefruchtung dar: Juno verwendete ihre magische Lilie, um ihren Sohn Mars ohne irgendein männliches Zutun zu empfangen“. (Walker, Barbara; 1988, Stichwort Fleur-de-lis).

Die Lilie ist also eines der alten Symbole von Gott der MUTTER in ihrem aseitätischen, parthenogenetischen Aspekt und geht auf die bereits im Paläolithikum verbreitete Religion zurück. Deutlich sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei dem ursprünglichen Verständnis von Jungfräulichkeit nicht um die patriarchale Indoktrination von Keuschheit handelt, sondern um das parthenogenetische Verständnis der göttlichen Mutter. (siehe hierzu auch Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER das Kapitel „Die Jungfrau ist nicht keusch“, 2013, S. 46-48). Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass nicht nur die Stadt Paris selbst, sondern das Gebiet der Île-de-France, also das Gebiet des Pariser Beckens, ebenfalls die Lilie in seinem heutigen Wappen erhalten hat und zwar als dreifache Lilie.

Wenden wir uns noch einmal Paris selbst zu. Es existiert eine von Jean Baptiste Bourguignon d´Anville (1697-1782) angefertigte Karte von Paris, die Lutetia zur Zeit von Julius Caesar wiedergeben soll. Sehr deutlich erkennen wir eine typisch mütterliche Sakrallandschaft sogar mit einer doppelten Vulva-Ausformung.

Karte Lutetia

Karte von Lutetia angefertigt von Jean Baptiste Bourguignon d´Anville (1697-1782) mit einer doppelten Vulva-Ausformung der Landschaft, Museum über Lutetia, Île-de-la-Cité, Paris, Frankreich, GNU free

Neben der vulvaförmigen Insel Île-de-la-Cité finden wir, wie auf der obigen Karte deutlich zu sehen, eine auf der linken Seite der Seine (Rive Gauche), quer dazu verlaufende, ebenfalls vulvaförmige natürliche Erhebung. Diese Erhebung, die vom linken Seineufer auf eine Höhe von 61 m über NN ansteigt, wird als Mons Lucotitius überliefert. In früherer Zeit floss an seinem Fuß, die inzwischen unterirdisch verlaufende und mit einem Kanalisationssystem verbundene Bièvre an der östlichen Spitze der Île-de-la-Cité in die Seine. Heute wird diese Erhebung Montagne Sainte-Geneviève genannt, was Hügel der heiligen Genoveva bedeutet. Geneviève ist die katholisierte Schutzmatronin der Stadt Paris und eine der zahlreichen typischen, mit einem patriarchalisierten, keuschen Jungfrauenkult belegten Heiligen, die Gott dem HERRN dazu verhelfen sollten, die patriarchale Theologie des Monotheismus in einst mütterlichen Sakrallandschaften manipulativ zu manifestieren. Da wir dieses immer wieder kehrende Muster aber inzwischen durchschaut haben, ist gerade die Betonung auf die Jungfräulichkeit einer Heiligen immer ein Zeichen dafür, dass hier einst Gott die MUTTER verehrt wurde. Und tatsächlich finden wir auf dem Hügel der heiligen Geneviève das Pantheon, was aus dem Griechischen abgeleitet pan=alles und theós=Gott heißt und bedeutet: Alles stammt von Gott der MUTTER. Heute ist das Pantheon völlig patriarchal besetzt und dient dem männlichen Vaterlands-Helden-Kult.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Brücke von der Île-de-la-Cite´ zum linken Seineufer (Rive Gauche) heute nach dem Drachentöter Pont Saint Michel genannt wird und in den Boulevard Saint Michel übergeht. Wie nicht anders zu erwarten, ist an besonders mutteridentifizierten Orten der Muttermörder nicht weit. Aber nicht nur den Drachentöter Michael finden wir an diesem Ort. Auch der Muschelweg, den das Patriarchat Jacobsweg nennt, beginnt an diesem uralten Mutterort und die Rue Saint-Jacques, die Straße des „heiligen“ Jacob Matamoros, des zweiten Muttermörders verläuft, wie auf der Karte deutlich zu sehen ist, parallel zum Boulevard „Saint“ Michel.

Kartenausschnitt Paris

Kartenausschnitt aus Paris mit der Île-de-la-Cité und Notre Dame und auf der anderen Seite der Seine (Rive Gauche) dem Boulevard Saint Michel und der Rue Saint-Jacques, Paris, Frankreich; Foto Franz Armbruster

Schauen wir uns zu guter Letzt die höchste natürliche Erhebung der Stadt Paris, den Montmartre mit der weißen Basilika Sacré-Coeur an, so können wir hier ebenfalls einen uralten Mutterberg erkennen. Zur Zeit der Römer war der Berg dem Merkur und dem Mars geweiht, beides – wie ihr Name schon sagt – vermännlichte Formen der ursprünglich göttlichen Mutter. Überliefert ist, dass der Montmatre einst eine Begräbnisstätte war und die katholische Kirche in patriarchal-typischer Weise daraus ein Martyrium gemacht hat. Verstehen wir die patriarchalen Überlagerungen, so können wir den Montmartre wieder bei seinem ursprünglichen Namen nennen:

Mont Madre, heiliger Berg von Gott der MUTTER.

Literaturverzeichnis:

Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER  – Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013,

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER -Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas , 2014

König, Marie E.P.: Am Anfang der Kultur: Die Zeichensprache des frühen Menschen, 1981

Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht; Zur Instrumentalisierung der Ur- und frühgeschichte; 2011,2012

Walker, Barbara: Die geheimen Symbole der Frauen; Lexikon der weiblichen Spiritualität,  1997

 

 

NEUERSCHEINUNG: Matrifokalität – Mütter im Zentrum – Ein Plädoyer für die Natur

 

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Matrifokalität – Mütter im Zentrum – ist nicht nur die Urform menschlichen Zusammenlebens, sondern auch ein Zukunftsmodell für ein Leben im Einklang mit der Natur. Das Patriarchat mit seinem Raubbau an der Natur ist, wie die neueste NASA-Studie von 2014 zeigt, nicht überlebensfähig. Die offensichtliche Krise des patriarchalen Gesellschaftssystems eröffnet neue Denkräume. Ein Leben und Denken in matrifokalen Lebenszusammenhängen ist hierbei ein vielversprechender Ansatz, da er in uraltem Wissen wurzelt und bewiesen hat, dass er über den größten Teil der Menschheitsgeschichte als artgerecht und andere Arten erhaltend funktioniert hat. Dieses Buch versteht sich daher als Weckruf für Zukunft!

Inhaltsverzeichnis:

Matrifokalität – Mütter im Zentrum als artgerechte Urform menschlichen Zusammenlebens

Am Anfang war Gott die MUTTER

Die Geschichte der Matrifokalitätsforschung

Die weltschöpferische Befreiung des männlichen Logos

Yin und Yang – Symbol der geschlechtlichen Dualität oder der mütterlichen Integration?

Biologie statt Biologismus

Ein Plädoyer für die Natur

Matrifokalität heute – Mütter im Zentrum als artgerechter Lösungsansatz zur Rettung der Natur

Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas – Teil 1

Der Jacobsweg - Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas - Teil 1

Inhaltsverzeichnis:

Der Jacobsweg ein Kriegspfad?
Jacob der Maurentöter und der Sternenwegmythos zum Ende der Welt 7

Die Muschel
Die Muschel als Grabbeigabe – Die Muschel als Symbol für das Tor zur Welt – Das Geheimnis der Schlupfsteine – Die Muschel als Bauchmutter des Meeres

Der Ursprung von Wallfahrten
Wallfahrtswege als Erbe der Altsteinzeit – Die ursprüngliche Bedeutung von Anna-Orten – Die Mutterwurzelsilbe KALL – Die Wurzeln der Worte Galgen und Mann

Die Wurzeln Europas
Atapuerca oder 1,3 Millionen alte Menschenspuren am Muschelweg – Die frankokantabrischen Höhlen als UNESCO-Weltkulturerbe – Die Basken und warum drei Viertel unserer Gene von ihnen abstammen

Höhlen als Kathedralen der Steinzeit
Sakralkunst – Die kopflosen Frauen als kulturelle Ikonen Europas – Die Mutter der Tiere – Die Vulva als Tor zu neuem Leben – Der Ursprung von Sprache und Religion in der Evolution des Menschen – Kannibalismus als AhnInnenkult – Von Pech-Marie und Gold-Marie – Das TAU – ursprüngliches Symbol von Gott der MUTTER – Die Brunnen-zeichnung in der Grotte de Lascaux und Parallelen zur ägyptischen Mythologie