Die Lüge, dass Mütter nicht arbeiten

Aus dem Buch: Armbruster, Kirsten: „Mütterarmut – Eine Streitschrift wider eine von Männern definierte und nur am Mann orientierte Ökonomie, 2019, S. 43-63, überall im Buchhandel und im Internet erhätlich, Print: 8,90 €; e-book: 3,99 €

siehe auch: Bücher von Kirsten Armbruster

Neu: MÜTTERARMUT – das Buch

#MothersToo – Gegen Mütterarmut- Internationaler Frauentag 2019

 

Die Lüge, dass Mütter nicht arbeiten

Matrifokale Gesamthandwirtschaft als menschenartgerechte Ökonomie

Matrifokale Gesamthandwirtschaft ist die Wirtschaftsform, die dem Menschen als mutterzentriertem, der kollektiven Kooperation besonders bedürftigem Lebewesen gerecht wird, und auch die Wirtschaftsform, welche den größten Teil der Menschheitsgeschichte praktiziert wurde. Alle arbeiteten gemeinsam, um die Befriedigung der Bedürfnisse des menschlichen Individuums an Nahrung, Fürsorge, Sauberkeit, Wärme, Schutz, Geborgenheit, Schönheitssinn und Lebensfreude innerhalb des Lebensraums der Natur gemeinschaftlich aufzuteilen. Die Evolution hat den emotional modernen Menschen daher, anders als uns von der Kriegsrhetorik des Patriarchats implementiert, besonders stark mit friedlichen, empathischen, altruistischen, schenkbereiten und hypersozialen Fähigkeiten ausgestattet. (Mehr dazu in: Armbruster, Kirsten: Die Evolution frisst keine Kinder – eine anthropologische Revision; http://www.kirstenarmbruster.wordpress.com: 18.01.2018). Die Evolution frisst keine Kinder – eine anthropologische Revision

Die Matrifokale Gesamthandwirtschaft als menschenartgerechte Form der Ökonomie ist eine Wirtschaft der Gesamtgesellschaft und sie ist eine Ökonomie des Körpers. Damit ist sie nicht eine Ökonomie gegen die Natur, wie die heutige auf den patriarchalen Mann zugeschnittene Ökonomie, sondern sie ist eine Ökonomie im Einklang mit der Natur und auf der Basis der Natur, denn ohne Körper und ohne Natur existiert kein menschliches Leben auf der Erde. Der Körper ist das Zentrum unseres Erdenlebens.

Damit der Körper überleben kann, bedarf es der intensiven kollektiven Fürsorge. Die Fürsorgearbeit oder Care-Arbeit ist also die eigentliche Arbeit auf die Menschenleben angewiesen ist. Und diese Arbeit – die eigentliche Arbeit – ist eine zyklische Arbeit und damit eine im Einklang mit der Natur stehende Arbeit, auch hier im Gegensatz zur patriarchalen Arbeit, welche auf exponentielles Wachstum und damit auf Ausbeutung der Natur setzt. Das bedeutet in der Konsequenz, dass die patriarchale Ökonomie, welche den ökonomischen Mann als profit-, eigennutz- und wettbewerbsorientiertes und damit lebensfernes theoretisches Mensch-Maschinen-Modell ins Zentrum katapultiert hat, nicht auf das Leben, sondern auf Tod und Zerstörung setzt. Tatsächlich verstößt diese Form der Ökonomie, die inzwischen global propagiert und praktiziert wird, nicht nur permanent gegen die physikalischen Naturgesetze, denen wir auf der Erde unterworfen sind, denn unendliches Wachstum kann es auf dieser Erde nicht geben, sondern sie verstößt gleichermaßen auch gegen die biologischen Lebensgesetze, denen der Mensch als besonders fürsorge- und gemeinschaftsbedürftiges Lebewesen nun mal unterliegt.

So ,wie die Sonne jeden Morgen im Osten aufgeht und im Westen untergeht, und damit den Tageszyklus des Lebens bestimmt, so, wie die zunehmenden und abnehmenden Wachstumsphasen von Frau Mond unseren Monatszyklus bestimmen und die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter den Jahreszyklus, so ist auch die Fürsorgearbeit zyklisch. Katrine Marçals formuliert in ihrem hervorragenden Buch „Machonomics“ treffend: (2016, S. 33)

„Der weggefegte Staub kehrt früher oder später zurück. Die gestopften Mäuler werden schon bald wieder hungrig sein. Und die Kinder, die man eben ins Bett gesteckt hat, wachen mitten in der Nacht wieder auf. Auf das Abendessen folgt der Abwasch, auf den Abwasch die nächste Mahlzeit und mit ihr neues schmutziges Geschirr“. (Marçals, Katrine: „Machonomics“, 2016, S. 33).

Diese ökonomisch versierte Journalistin, deren Buch Pflichtlektüre werden sollte, hat die Absurdität aller heute geltenden ökonomischen Mann-Theorien als menschenuntauglich, weil körperuntauglich entlarvt. Sie schreibt:

„Folglich sind wir trotz und nicht aufgrund unseres Körpers menschlich. An seinen Körper erinnert zu werden, heißt, an die Hilflosigkeit, an die unbedingte Abhängigkeit, die einen Teil der menschlichen Existenz ausmachen, erinnert zu werden. Daran, dass der Körper aus einem anderen Körper geboren wird und als schrumpeliges Neugeborenes seiner Umwelt schutzlos ausgeliefert ist. Ein menschlicher Körper, der stirbt, wenn er nicht geliebt wird. Der alles erwartet und alles braucht. Der durch Krankheit in die Abhängigkeit zurückgeworfen wird, der altert und stirbt“. (ebenda, S. 161/162).

Ein paar Zeilen weiter setzt die Autorin ihre Analyse fort:

„Unsere ökonomischen Theorien sträuben sich, die Realität des Körpers zu akzeptieren und versuchen, ihr mit allen erdenklichen Mitteln zu entfliehen. Der Tatsache, dass Menschen klein sind, wenn sie geboren werden, zerbrechlich, wenn sie sterben, dass sie bei einer Verletzung anfangen zu bluten, ganz gleich, wer man ist, woher man kommt, was man verdient und wo man wohnt. In unseren Körpern nimmt das seinen Ursprung, was uns gemein ist. Wir zittern, wenn uns kalt ist, schwitzen, wenn wir rennen, schreien, wenn wir einen Orgasmus haben oder ein Kind gebären. Durch unsere Körper nähern wir uns einander an. Und aus genau diesem Grund löscht der ökonomische Mann ihn aus und versucht uns weiszumachen, es gäbe ihn nicht. Wir betrachten ihn von außen, wie fremdes Kapital. Und dabei sind wir allein“. (ebenda, S. 162/163).

Die weitsichtige Autorin konstatiert:

„Die ökonomischen Theorien trennen uns von unseren Körpern“. (ebenda, S. 161).

Auch hier steht am Ende wieder der Tod. Der Selbstmord durch Überarbeitung, wie er in Japan oder auch in China immer wieder dokumentiert wird und in China aufgrund seiner Häufigkeit sogar einen eigenen Namen hat, nämlich guolaosi: Tod durch Überarbeitung. (ebenda, S. 124). Und vor dem Tod die Krankheit, welche sich auch in westlichen kapitalistischen Ländern immer häufiger in psychosomatischen Symptomkomplexen wie Depressionen oder Burn Out zeigt, und in den USA mit einem epidemischen Anstieg an Drogentoten durch Opiate in Verbindung steht, welche von Ärzten gegen Schmerzen verschrieben werden. Der Mensch ist eben keine Maschine, er reagiert mit Schmerzen, er reagiert mit Krankheit, und, wenn er den Schmerz gar nicht mehr aushält, dann stirbt er – auch der auf Gier und Konkurrenz getrimmte patriarchal-ökonomische Mann: vereinzelt und einsam!

Katrine Marçals schreibt:

„Der Mensch kann nicht nur an Nahrungs- oder Wassermangel sterben – sondern auch an Einsamkeit. Ein Baby, das nie hochgenommen und nie gestreichelt wird, wird nicht überleben. Selbst dann, wenn seine materiellen Bedürfnisse gestillt sind“. (ebenda, S. 170).

Die Ökonomieexpertin führt aber weiter aus.

„Nähme man den Köper als Ursprungsort der Ökonomie ernst, zöge das weitreichende Folgen mit sich. Eine auf den gemeinsamen Bedürfnissen menschlicher Körper basierende Gesellschaft würde sich von der Gesellschaft, wie wir sie heute kennen, markant unterscheiden. Hunger, Kälte, Krankheiten, unzulängliche Krankenpflege und Nahrungsmangel wären zentrale Problematiken der Ökonomie und nicht das, was sie heute sind: bedauerliche Nebenwirkungen eines Systems … Unsere ökonomischen Theorien sträuben sich, die Realität des Körpers zu akzeptieren und versuchen, ihr mit allen erdenklichen Mitteln zu entfliehen“. (ebenda, S. 162).

Die menschenartgerechte Matrifokale Gesamthandwirtschaft erfüllt die für die menschliche Existenz erforderlichen ökonomischen Grundbedingungen: Sie ist am Körper orientiert. Sie ist kollektiv und gemeinschaftsbasiert organisiert. Sie stellt die Mütter menschenartgerecht ins Zentrum, auch in der Ökonomie. Und damit ist sie natürlich und naturbasiert und auch deshalb die Lösung für die lebenskollabierende Form des Wirtschaftens des von patriarchalen Vaterblasen getriebenen patriarchal-ökonomischen Mannes, der jede Erdung und damit jeden Realitätssinn verloren hat.

 

Die Vaterblase und der ökonomische Raubbau des Patriarchats an der Mutter

 

Die menschenwidernatürliche, auf einem puerilen Gebärneid beruhende, egomanisch-konkurrenz- und Gier getriebene, phalluswachstumsorientierte und damit naturgemäß labile Vaterblase des Patriarchats hat hingegen diese menschenartgerechte, an der Natürlichen Integrativen Ordnung der Mutter orientierte Matrifokale Gesamthandwirtschaft ersetzt durch das „Teile und Herrsche Dogma“ des Patriarchats, das auf Raub aufgebaut ist, denn privare bedeutet nichts anderes als rauben. So wird deutlich, dass die Ökonomie des Patriarchats nichts anderes ist als Raubbau:

  • Raubbau an der Mutter
  • Raubbau an der Natur
  • Raubbau an Mutter Natur

Da die Natur evolutionsbiologisch und mutterkörperbiologisch die Mütter ins Zentrum der Menschenart gesetzt hat, beruht die Ökonomie des Patriarchats erstens auf dem Raubbau an den Körpermüttern, und zwar den Menschenmüttern und den Tiermüttern und zweitens auf dem Raubbau an der mütterlichen Natur insgesamt, denn nicht zufällig sprechen wir bis heute noch von Mutter Erde oder Mutter Natur.

Diesen natürlichen Gegebenheiten auf der Erde steht eine heute scheinbar fest etablierte, patriarchal-symbolische, künstliche naturabgetrennt-logosbasierte, wie Claudia von Werlhof es nennt, alchemistische Weltkonstruktion entgegen, (Werlhof von, Claudia: West-End – Das Scheitern der Moderne als Kapitalistisches Patriarchat und die Logik der Alternativen, 2001, S. 106-129), die sowohl bei griechischen Philosophen wie Aristoteles, Platon oder Sokrates, aber auch zeitgleich in Ostasien bei Konfuzius zu finden ist und von allen Welttheologien als Wertebasis unserer heutigen globalisierten Gesellschaft gott-autoritär verstärkt und internalisiert wird und durch imperialistische Kolonisation der gesamten Welt mit Gewalt aufgezwungen wurde.

Ina Praetorius hat in ihrem Essay „Wirtschaft ist Care“ diese von ideologischen Patriarchen und von der Natur abgetrennte, inzwischen globalisierte, patriarchale Männerfiktion in folgenden Kernaussagen zusammengefasst:

  • „Es gibt zwei Sorten von Menschen, freie und unfreie, und es gibt zwei Geschlechter, Männer und Frauen.
  • Männer sind wichtiger, klüger, stärker und freier als Frauen.
  • Der Maßstab, an dem sich die Definition des Menschlichen misst, ist der einheimische erwachsene Mann.
  • Es gibt Menschen – Ehefrauen, Kinder, Sklavinnen und Sklaven – die sich legitimer Weise im Besitz anderer Menschen – Herren, Herrinnen – befinden.
  • Dass es in diesem Sinne freie und abhängige Menschen gibt, entspricht dem natürlichen beziehungsweise göttlichen Gesetz (logos) und ist somit unabänderlich“.

 (Praetorius, Ina; Wirtschaft ist Care oder: Die Wiederentdeckung des Selbstverständlichen“, Heinrich-Böll-Stiftung: Schriften zu Wirtschaft + Soziales, Band 16, 2015, S. 13).

Damit sind die Frauen als Ehefrauen auf der Ebene von Sklavinnen und das ist ja der Sinn der Paarungsfamilien-Ehe: Müttersklavinnen zu schaffen, um als patriarchaler Mann einerseits von der eigentlichen Arbeit, der um den Körper herum situierten Arbeit, frei zu werden und gleichzeitig durch die Degradierung von Müttern als Sklavinnen väterliche Zugangsrechte zu erwirken auf die Früchte ihrer Körperarbeit, der Arbeit, welche ausschließlich ihr Mutterkörper fähig ist zu leisten, in einem biologisch perfekt abgestimmten Zusammenspiel aus ihrer körpereigenen Physiologie, ihrer Vulva, ihrer Vagina, ihren Eierstöcken, ihrer Gebärmutter, ihrer Eizelle, dem Zytoplasma ihrer Eizelle, den Zellorganellen im Zytoplasma ihrer Eizelle, den Genen im Zellkern dieser Eizelle, aber auch von den Genen in den maternalen Mitochondrien im Zytoplasma dieser Eizelle, der so genannten mitochondrialen DNA, anhand derer sich eine durchgehende matrilineare Genealogie bis zu unserer ältesten Ahnin in Afrika aufstellen lässt, welche die Mutter aller AfrikanerInnen und damit die Mutter aller heutigen auf der Erde lebenden Menschen ist. GenetikerInnen, wie Bryan Sykes, nennen diese genealogische Urmutter aller Menschen die mitochondriale Eva. (Sykes, Bryan; Die sieben Töchter Evas – Warum wir alle von sieben Frauen abstammen – revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung, 2003, S. 304).

Diese einzigartige Mutterkörperarbeit der Lebensentstehung wird durch das Patriarchat nicht nur durch männerzentriert-biologistische und eindeutig falsche, sogenannte wissenschaftliche aber tatsächlich bewusst irreführende Fortpflanzungsideologien unsichtbar gemacht. (Mehr dazu in: Armbruster, Kirsten: Von mutterbiologischen Tatsachen und männlichem „Samen“ – Wie das Patriarchat Mütter zu passiven Gefäßen degradiert“ http://www.kirstenarmbruster.wordpress.com vom 08.02.2018  Von mutterbiologischen Tatsachen und männlichem „Samen“ – Wie das Patriarchat Mütter zu passiven Gefäßen degradiert), sondern ebenso durch unsere Theologien, wird doch in patriarchal-monotheistischer Tradition, welche alle die fünf Bücher Mose anerkennen, behauptet, dass Gott der HERR bestimmt hat, dass eben diese Eva aus der Rippe Adams, dem angeblichen Erdling stammt, was nichts anderes bedeutet, als dass die mütterliche Körperarbeit negiert wird, nicht stattfindet, zur Unsichtbarkeit verdammt wird. Absolut lächerlich diese Vorstellung und dennoch ist dies die theologische Basis von Okzident und Orient.

Dazu passt, dass Papst Benedikt I. im Jahr 2006 in seiner Vorlesung über Glaube Vernunft und Universität auf den tiefen Einklang hinweist zwischen dem, was im besten Sinne griechisch ist und dem auf der Bibel gegründetem Gottesglauben. (Praetorius, Ina; Wirtschaft ist Care oder: Die Wiederentdeckung des Selbstverständlichen“, Heinrich-Böll-Stiftung: Schriften zu Wirtschaft + Soziales, Band 16, 2016, S. 16).

Der Gott welcher die Frau durch den muthos, das in der Öffentlichkeit gesprochene Wort, jeder sichtbaren Vernunft zum Trotz, aus der Rippe des Mannes schafft, verfügt dann ja auch, dass der Mensch, gemeint ist natürlich der Mann, sich die Erde untertan machen soll. Da der patriarchale Mann gelernt hat, zu gehorchen, seinem HERRN, tut er das bis heute in einem apokalyptischen Ausmaß. Er, der patriarchale Mann stammt schließlich vom Hirten ab. Er ist gewohnt gezüchtigt und eingefangen zu werden mit der Geißel des Hirten und dessen Krummstab und er ist ja über die vielen Generationen auch gezüchtet worden auf dieses toxisch-patriarchale Männerbild des HERRN, das nicht weinen darf, nicht einmal im Angesicht des unglaublichen Ausmaßes an Zerstörung, das dieses ideologische Patriarchatskonglomerat inzwischen angerichtet hat in dieser schönen Welt.

Dieses Patriarchatskonglomerat fußt auf der Versklavung der Mütter, der Menschenmütter und der Tiermütter und auf der Versklavung der Erde, indem es die Mutter unsichtbar macht: Unsichtbar in ihrer Körperlichkeit, unsichtbar in der Menschheitsgeschichte, unsichtbar als Gott MUTTER und Ursprung von Religion und auch unsichtbar in ihrer Arbeit und ihrem elementaren Beitrag zur Ökonomie, denn nicht nur die Arbeitsleistung von Müttern in der Fürsorgearbeit wird durch Totschweigen im Bruttoinlandsprodukt (BIP) unsichtbar gemacht, sondern auch die ökonomische Leistung der Erde selbst.

Katrine Marçals schreibt in ihrem Buch „Machonomics“ (2016) dazu:

„Eines der zahlreichen Probleme des Patriarchats liegt darin begründet, dass es zu inkorrekten ökonomischen Messungen führt … Gesetzt den Fall, man möchte sich einen realistischen Überblick über den Markt verschaffen, kann man beispielsweise nicht außer Acht lassen, was die Hälfte der Menschheit tagtäglich treibt“. (ebenda, S. 168).

Die Hälfte der Menschheit, das sind diese Frauen, welche im linken politischen Spektrum zum „Nebenwiderspruch“ degradiert werden und in politisch konservativen und rechten Kreisen im Privaten verbleiben sollen. Nur, dass Ökonomie und Arbeit eben nicht männlich sind, wie Marx mit seinem ausschließlichen Blick auf Produktion schieflagig fehlinterpretierte.

Tatsächlich ist das Private der vom patriarchalen Mann markierte Raum des Raubes, wenn frau die wahre Bedeutung des Begriffs privare als rauben wieder rückinternalisiert hat und damit versteht, dass das Haus und die Arbeit, die in diesem Haus stattfindet, patriarchatsdefiniert der Ort der Sklavinnen ist, weshalb Männer natürlich keine Hausarbeit machen können und Frauen und Kinder nicht zufällig in diesem Haus des Raubes besonderer Gewalt ausgesetzt sind, so, dass auch hierfür ein Begriff geschaffen werden musste, nämlich: „Häusliche Gewalt“. Das Haus der patriarchalen Paarungsfamilie ist der gefährlichste Ort für Frauen und Kinder. Das Haus ist patriarchatsgewollt der Raum in welcher die Versklavung der Frau stattfindet, der Raum, der außerhalb der Politeia, außerhalb des öffentlichen Raums liegt, welcher dem Mann vorbehalten ist, weshalb die Politik auch keinerlei Anstalten macht, die Arbeit, die in diesen Häusern geleistet wird, weder ideell, geschweige denn monetär zu erwähnen, noch zu würdigen.

Eine der wenigen Veröffentlichungen über diese große Arbeitsleistung von Müttern in unserer Gesellschaft, die in der Politeia, kaum ins öffentliche Bewusstsein gerückt wird, wurde von Christian Leipert und Michael Opielka in ihrem Beitrag „Erziehungsgehalt 2000“ vorgestellt. Hier können wir nachlesen:

„Bilden wir ein um die unbezahlte Haushaltsproduktion erweitertes Bruttoinlandsprodukt, entfällt auf die Haushaltsproduktion je nach Berechnung des Stundenlohns ein Anteil zwischen 29-47 % des Bruttoinlandprodukts. Rund zwei Drittel der unbezahlten Arbeit wird in unserer Gesellschaft von Frauen geleistet. In der Statistik ist diese Leistung jedoch bisher unsichtbar“. (Leipert, Christian; Opielka Michael: Erziehungsgehalt 2000, 1998, bereits zitiert in Armbruster, Kirsten: Starke Mütter verändern die Welt, 2007, S. 135).

Katrine Marçals nennt in ihrem Buch „Machonomics“ Zahlen aus Kanada, welche den Anteil an unbezahlter Arbeit zwischen 30,6 und 40, 1 Prozent beziffern, wenn diese Arbeit ins BIP mit eingerechnet werden würde. (Marçals, Katrine; 2016, S. 62). Wird sie aber nicht-der Politeia sei Dank!

Die Zeitung „DIE WELT“ nennt für Deutschland neuere Zahlen. Tobias Kaiser schreibt dort in seinem Beitrag „Hausarbeit von Frauen mehr als eine Billion Euro wert“ vom 13.05.2017:

„Die häusliche Arbeit von Frauen leistet einen beträchtlichen Beitrag zur Wertschöpfung in Deutschland. So haben laut Berechnungen der WELT AM SONNTAG Frauen im Jahr 2013 knapp 54 Milliarden Stunden unbezahlt gearbeitet. Zwar tauchen diese Stunden in der offiziellen Statistik nicht auf, doch würde ihre Arbeit regulär entlohnt, würden dafür Bruttolöhne von mehr als einer Billion Euro fällig. Zum Vergleich: Die gesamte in der offiziellen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfasste Wirtschaftsleistung Deutschlands lag 2013 bei 2,54 Billionen Euro. Die Berechnung beruht auf einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes“… (Kaiser, Tobias: DIE WELT, 13.05.2017).  

Allen diesen Statistiken ist gemein, dass sie eine hohe Arbeitsleistung von Frauen, genauer gesagt von Müttern bestätigen, was Lisa-Marie Eckart, eine offensichtlich brav-patriarchal gezüchtete Autorin bei SPIEGEL ONLINE nicht darin hindert am 27.06.2018 einen Artikel zu schreiben mit der patriarchatskonformen Mütterbashing-Überschrift:

Wenn die Mutter nicht arbeitet, bleibt das Kind arm“.

Ohne patriarchale Gehirnwäsche hätte sie schreiben müssen:

Wenn die Arbeit von Müttern nicht bezahlt wird, bleibt das Kind arm“.

Denn tatsächlich kommt ja zu der eigentlich „Eine Billion Werten Hausarbeit von Frauen“ noch ein beträchtlicher Wert an bezahlter Arbeit hinzu, welche von Frauen und eben auch von Müttern geleistet wird, denn nach der OECD Studie vom 20.2.2017 sind in Deutschland 70 Prozent der Mütter zusätzlich erwerbstätig, 30 Prozent der Mütter arbeiten sogar Vollzeit, fast 40 Prozent in Teilzeit und die durchschnittliche Wochenerwerbsarbeit von Müttern beträgt 20 Stunden. Die frauendiskriminierende Lohnlücke in Deutschland beträgt zudem 21 Prozent, auch deshalb, weil dringend benötigte Berufsfürsorgearbeit in Berufen wie ErzieherInnen, KrankenpflegerInnen und AltenpflegerInnen trotz einer hohen Marktnachfrage, nicht nur miserabel bezahlt werden, sondern auch unter besonders ausbeuterischen Bedingungen stattfindet. (siehe hierzu auch: Winker, Gabriele; CARE REVOLUTION – Schritte in eine solidarische Gesellschaft“, 2015).

Dass die vom Neoliberalismus als Ökonomie-Götzen angebetete Markteffizienzhypothese gerade auch in diesem Bereich nicht funktioniert, denn sonst müsste ja eine stark gestiegene Nachfrage stark steigende Preise zur Folge haben, was aber ganz offensichtlich nicht der Fall ist, zeigt einmal mehr die Absurdität der patriarchalen Mann-Ökonomietheorien.

Diese patriarchalen Ökonomietheorien funktionieren deshalb nicht, weil sie an der Bedürftigkeit und der Abhängigkeit und letztendlich der Körperlichkeit der Menschenart vorbeigehen. Das bedeutet, dass alle diese ökonomischen patriarchalen Manntheorien realitätsfern sind. Sie sind nicht fähig, die Wirklichkeit zu erfassen. Deshalb produzieren sie auch eine Vaterblase nach der anderen. Finanzblasen, Bankenblasen, Immobilienblasen, Kriegsblasen. Allen diesen Vaterblasen ist gemein, dass sie vom Leben entfremdet und damit tief zerstörerisch sind.

Katrine Marçals analysiert treffend:

„Um wirtschaftlich florieren zu können, braucht eine Gesellschaft Menschen, Kompetenzen und Vertrauen. Das sind genau die Ressourcen, die vor allem durch unbezahlte Hausarbeit hervorgebracht werden. Glückliche und gesunde Kinder sind die Grundvoraussetzung für jede positive Entwicklung – auch die ökonomische. Der ökonomische Mann hingegen hat weder Kindheit noch Kontext. Er schießt aus der Erde wie ein Pilz. Und wenn die Theorie annimmt, dass wir alle sind wie er, bleibt ein beträchtlicher Teil der Ökonomie unsichtbar. In der Praxis ist der ökonomische Mann eine Möglichkeit, Frauen auszusperren“. (Marçals, Katrine, 2016, S. 63).

Zwei Kapitel weiter bringt Marçals das Problem des patriarchal-ökonomischen Mannes noch einmal auf den Punkt. Sie schreibt:

„Die tatsächliche Selbstwahrnehmung der Menschen hat keinen Platz in der heutigen Ökonomie. Die Theorien stützen sich lieber auf eine fiktive Figur, deren markanteste Charakteristik darin besteht, dass sie keine Frau ist“. (ebenda, S. 180).

Und der Feminismus begnügt sich damit, dafür zu kämpfen die Frauen in ein nicht funktionierendes, zerstörerisches System hineinzutreiben, anstatt das System des Patriarchats von seinen Grundfesten her zu hinterfragen und dessen lebens-, natur- und körperverachtende Strukturen zu entlarven.

Katrine Marçals ergänzt:

„Die Frau soll ihren Wert auf einem Arbeitsmarkt unter Beweis stellen, der sich noch immer vorwiegend auf den Bedürfnissen des Mannes gründet. Sie soll sich in Kategorien behaupten, die von und für Männer geschaffen wurden – auf Basis einer Wirklichkeit, die Frauen aussperrt“. (ebenda, S. 63).

Einsperren ins Private, den Raum des Raubes und ausschließen aus dem Raum der Politeia, der Öffentlichkeit, in dem Mann-Gott-Theologien und Mann-Ökonomie die ideologischen Rahmenbedingungen diktieren, in denen Gesellschaft stattzufinden hat, ist in der ideologischen Logosweltkonstruktion des Patriarchats ein und dasselbe. Es sind die zwei Seiten derselben Medaille und die Medaille, die glänzt in verführerischem Gold, ist nichts anderes als das Patriarchat, eine männerideologische Welt, in der Frauen und Kinder nur als Statisten vorgesehen und abgeschnitten sind von dem Gold, dem Geld, ohne die eine Existenz in einer privatisierten kapitalistischen Männerbesitz-Gesellschaft nicht möglich ist. Tatsächlich besitzen Frauen, ubiquitär gesehen, auch heute noch nur 1 Prozent dieses Männerbesitzkapitals, was nicht an den schlechten Leistungen der Frauen liegt, sondern am ideologischen Patriarchatskonglomerat.

Tatsächlich wird in der nicht aufgehenden Rechnung der patriarchalen Mann-Gott-Ökonomie aber nicht nur die Frau, insbesondere als Mutter ausgesperrt, sondern auch die Natur selbst, denn jedes ökonomische Handeln ist angewiesen auf die Natur. Harald Lesch und Klaus Kamphausen haben die Leistungen der Natur in ihrem Buch „Die Menschheit schafft sich ab – Die Erde im Griff des Anthropozän“ von 2018 aufgeführt und den von dem amerikanischen Professor für ökologische Ökonomie Robert Constanza bereits 1997 berechneten Wert für „Wasser, fruchtbare Böden, Ozeane voller Fisch, Lebensräume für Millionen von Tier- und Pflanzenarten, Nahrung, Rohstoffe, die Regulierung natürlicher Kreisläufe und nicht zuletzt den Erholungswert und die Schönheit der Natur“ aufgeführt. Dieser beläuft sich auf 33 Billionen Dollar jährlich, während die Summe der weltweiten Bruttoinlandsprodukte in diesem Jahr lediglich bei 18 Billionen Dollar lag“. (Lesch, Harald, Kamphausen, Klaus Die Menschheit schafft sich ab – Die Erde im Griff des Anthropozän, 2018, S. 241).

Die patriarchale Wissenschaft der Ökonomie ist offenbar nicht in der Lage, realitätsbezogen und damit wissenschaftlich zu arbeiten. Ihre Modelle sind nicht nur lebensuntauglich, sondern ganz offensichtlich verfügen sie auch nicht über die Grundkenntnisse der Mathematik. Sie berücksichtigen weder die weltweit geleistete gesellschaftliche Arbeit von Müttern und ihren wesentlichen Beitrag zur Weltökonomie, noch die Ökonomie der Natur selbst. Dieser Mütter-Raubbau, diese Mütterversklavung, die der Menschenmütter, die von Mutter Natur, aber auch der gnadenlose Raubbau an den Tiermüttern in einer skandalös-würdelosen Massentierhaltung der heutigen unökologischen Land-Wirtschaft ist ein global-ökonomischer Skandal.

Literaturverzeichnis:

 Armbruster, Kirsten: Die Evolution frisst keine Kinder – eine anthropologische Revision vom 18.01.2018 www.kirstenarmbruster.wordpress.com

Armbruster, Kirsten. Von mutterbiologischen Tatsachen und männlichem „Samen“ – Wie das Patriarchat Mütter zu passiven Gefäßen degradiert vom 08.02.2018 kirstenarmbruster.wordpress.com

Armbruster, Kirsten: Starke Mütter verändern die Welt – Was schiefläuft und wie wir Gutes Leben für alle erreichen, 2007

Eckart, Lisa-Marie: SPIEGEL ONLINE: Wenn die Mutter nicht arbeitet, bleibt das Kind arm: 27.06.2018

Kaiser, Tobias: DIE WELT: Hausarbeit von Frauen mehr als eine Billion Euro wert: 13.05.2017

Lesch, Harald; Kamphausen, Klaus: Die Menschheit schafft sich ab – Die Erde im Griff des Anthropozän, 2018

Marçals, Katrine: MACHONOMICS – Die Ökonomie und Frauen; 2016

Praetorius, Ina: Wirtschaft ist Care oder: Die Wiederentdeckung des Selbstverständlichen“, Heinrich-Böll-Stiftung: Schriften zu Wirtschaft + Soziales, Band 16, 2015

Sykes, Bryan: Die sieben Töchter Evas – Warum wir alle von sieben Frauen abstammen – revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung; 2003

Werlhof von, Claudia: West-End – Das Scheitern der Moderne als Kapitalistisches Patriarchat und die Logik der Alternativen, 2001

Winker, Gabriele: CARE REVOLUTION: Schritte in eine Solidarische Gesellschaft; 2015

Weiterführende Literatur:

Eisler, Riane: The Real Wealth of Nations – Creating a Caring Economics; 2007, 2008

Felber, Christian: Gemeinwohlökonomie, 2014

Helfrich, Silke, Bollier, David, Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.): Die Welt der COMMONS – Muster Gemeinsamen Handelns; 2015

Mies, Maria: Patriarchat und Kapital: Frauen in der internationalen Arbeitsteilung, 1996

Mies, Maria: Krieg ohne Grenzen – die neue Kolonisierung der Welt, 2005

Mies, Maria; Shiva Vandana: Ökofeminismus: Die Befreiung der Frauen, der Natur und unterdrückter Völker – Eine neue Welt wird geboren, 2016

Ostrom; Elinor: Was mehr wird, wenn wir teilen – Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter, 2012

Scheidler, Fabian: Das Ende der MEGA MASCHINE: Geschichte einer scheiternden Zivilisation, 2016

Tazi-Preve, Mariam Irene: Das Versagen der Kleinfamilie – Kapitalismus, Liebe und Staat, 2017

Von Werlhof Claudia, Bennholdt-Thomsen, Faraclas, Nicholas (Hg.): Subsistenz und Widerstand, 2003

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Warnung – Mütterfalle Patriarchat

Text aus dem neuen Buch: Armbruster, Kirsten: „Mütterarmut – Eine Streitschrift wider eine von Männern definierte und nur am Mann orientierte Ökonomie, 2019, S. 96-101

Kinder zu bekommen, ist etwas Wunderbares. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Wunder. Das Wunder menschlichen Lebens, das durch den einzigartigen Körper von Müttern in die Welt getragen wird, während der Mann als biologischer Vater von den Aufwandsrelationen her gesehen, genetisch mit einem halben Chromosomensatz aus dem Zellkern des Spermiums, und auch vom Zeitaufwand der Spermienabgabe während eines Orgasmus her gesehen, im Vergleich zur Schwangerschaft, schätzungsweise 1 Prozent dazu beiträgt, dass dieses Lebenswunder real und lebbar wird. Das darf man aber nicht sagen im Patriarchat. Es wird aber höchste Zeit, das nicht nur zu sehen, sondern auch zu sagen, zu schreiben und hinauszuschreien in diese verquere Welt! (mehr in Armbruster, Kirsten: „Von mutterbiologischen Tatsachen und männlichem „Samen“ – Wie das Patriarchat Mütter zu passiven Gefäßen degradiert“ unter kirstenarmbruster.wordpress.com vom 08.02.2018 ) Von mutterbiologischen Tatsachen und männlichem „Samen“ – Wie das Patriarchat Mütter zu passiven Gefäßen degradiert

Die Logik des Lebens ist zwingend. Mütter gehören naturgemäß ins Zentrum einer Gesellschaft und Männer haben die Funktion, Mütter zu unterstützen, als Söhne, Brüder, Onkel, vätertaugliche Väter, egal ob biologisch oder nicht biologisch, in jedem Fall aber fürsorglich! Tatsächlich brauchen wir Matrifokale Männer und eine Abkehr von toxischer Männlichkeit! (mehr dazu in Armbruster, Kirsten: „Matrifokale Männer und Väter“ vom 14.01.2019) Matrifokale Männer und Väter

Im Patriarchat passiert das Gegenteil. Im Patriarchat ist Muttersein eine Falle. Das höchste Risiko, um in unerträgliche Lebenssituationen und ins gesellschaftliche Abseits zu geraten, und zwar nicht etwa, weil Mütter vielleicht zu blöd sind, um ihr Leben gut zu gestalten. Nein, denn die weltweite Mütterarmut zeigt, dass wir es nicht mit einem individuellen Problem von Müttern zu tun haben, sondern mit einem verfestigten strukturellen Problem:

Die einzelne Mutter ist nicht schuld. Es ist nicht ihr persönliches Versagen, wenn sie, in wie auch immer geartete große Probleme gerät. Nein, es handelt sich um ein komplettes gesellschaftliches Versagen und kann also auch nur gesamtgesellschaftlich gelöst werden.

Dazu fehlt bisher– selbst im Feminismus – jegliches Bewusstsein. Solange Mutterschaft jedoch nur unter diesen unzumutbaren patriarchalen Bedingungen lebbar ist, ist es höchste Zeit junge Frauen vor dieser Falle des Patriarchats zu warnen, anstatt sie durch das gesellschaftlich übliche Liebes-Romantik-Weißes-Brautkleid-Traumprinz-schönster-und-wichtigster-Tag-im-Leben-Märchen weiter unvorbereitet in diese strukturelle Falle zu locken und sie dann dort mutterseelenallein zu lassen.

Patriarchale Risikofaktoren für Mütter:

  • Finanzielle Abhängigkeit; Mütterarmut; in der Folge Altersarmut
  • Karriereknick, weil die staatlich zugesicherte Infrastruktur an Betreuungsmöglichkeiten von Kindern oder Pflegebedürftigen nicht ausreicht, qualitativ nicht zumutbar oder schlichtweg menschenunwürdig ist
  • Isolierung von sozialen Kontakten, welche durch den Beruf gewährleistet waren und nun durch ein häufig erzwungenes Hausfrauendasein nicht mehr fortgeführt werden können, weil die ausschließlich am Mann orientierte Ökonomie nicht durchlässig ist für eine gesellschaftliche Gemeinschaftsverantwortung und die Räume von Kindererziehung und Erwerbsarbeit widernatürlich abgetrennt hat
  • Völlige Überarbeitung durch Doppel- und Dreifachbelastung bei gleichzeitiger hochgradig diskriminierender Missachtung der Gesamtarbeitsleistung von Müttern
  • Armut, die sich exponentiell steigert, wenn eine Beziehung in die Brüche geht, in der Mütter in der Lebensrealität dann zu 90 % alles allein stemmen müssen und der Staat zahlungssäumige Väter gewähren lässt, als handle es sich bei nicht gezahlten Unterhaltszahlungen nicht um Existenzbedrohung, sondern um ein Kavaliersdelikt
  • Wohnungsnot aufgrund von Mütterarmut, insbesondere in Städten und insbesondere von alleinerziehenden Müttern
  • Ungerechte Besteuerung von Alleinerziehenden, de facto zu 90 Prozent von alleinerziehenden Müttern, weil Vater Staat nur die Ehe als Paarungsfamilienmodell finanziell fördert und nicht Mütter mit Kindern
  • Ausweglosigkeit bei häuslicher Gewalt, die Mütter oft zwingt in Gewaltsituationen viel zu lange auszuharren, weil sie finanziell miserabel abgesichert sind und oft nicht wissen, wo sie Zuflucht finden können aufgrund eines engen Wohnungsmarktes, der finanzielle Selbstauskünfte einfordert, welche Mütter oft nicht ausreichend nachweisen können
  • Entwürdigung durch eine neue skandalöse, mutterentmündigende Väterrechtssprechung, welche einen Vater, bar jeder biologischen Realität, gleichsetzt mit einer Mutter, zunehmend das Wechselmodell im Fall einer Trennung als Regelfall favorisiert und viele alleinerziehende Mütter terrorisiert mit der Panik eines Kinderentzugs wegen angeblich nicht ausreichender Kooperation mit dem Vater, selbst in Fällen häuslicher Gewalt
  • Rechtsterror durch eine finanziell ungleich besser aufgestellte Väterrechtsbewegung, welche die Rechtsprechung in den letzten Jahren kontinuierlich zu Ungunsten von Müttern verschoben hat
  • Entwürdigung durch eine Absprechung von Göttlichkeit bei gleichzeitiger Rollenzuweisung als Magd und Schuldige für den HERRN, eines HERRN, der sich durch ein fiktives Herrschaftssystem zum Gott aufgeschwungen und damit die Regeln der Natur manipuliert hat.

Im Patriarchat sind Mütter die Gruppe, die am stärksten ausgebeutet, diskriminiert und auf dem Mann-Gott-Arbeitsmarkt benachteiligt werden. Und die Diskriminierung von Müttern beginnt nicht erst mit einem realen Muttersein, sondern sie beginnt schon bei jungen Frauen, die noch gar keine Mütter sind, schon mit dem Potential von Frauen, dass sie eines Tages schwanger werden könnten. Sie endet auch nicht mit der Menopause, sondern setzt sich bis ans Lebensende fort, hier mit der Begründung, dass Mütter ja nichts gearbeitet hätten in ihrem Leben. Welch eine Verschwendung von Lebenskraft, noch dazu, wo Frauen körperlich und mental nicht nur viel früher reif sind im Vergleich zu den männlichen Geschlechtsgenossen, sondern auch evolutionsbiologisch sinnvoll, und inzwischen mit der Großmutterthese der amerikanischen Anthropologin Kristen Hawkins logisch erklärbar, auch viel länger leben als Männer. (mehr dazu in Armbruster, Kirsten: „Die Evolution frisst keine Kinder – eine anthropologische Revision“ vom 18.01.2018 unter kirstenarmbruster.wordpress.com) Die Evolution frisst keine Kinder – eine anthropologische Revision

Literaturverzeichnis:

Armbruster, Kirsten: „Die Evolution frisst keine Kinder – eine anthropologische Revision“ vom 18.01.2018 http://www.kirstenarmbruster.wordpress.com Die Evolution frisst keine Kinder – eine anthropologische Revision

Armbruster, Kirsten: „Von mutterbiologischen Tatsachen und männlichem „Samen“ – Wie das Patriarchat Mütter zu passiven Gefäßen degradiert“ vom 08.02.2018 unter kirstenarmbruster.wordpress.com Von mutterbiologischen Tatsachen und männlichem „Samen“ – Wie das Patriarchat Mütter zu passiven Gefäßen degradiert

Armbruster, Kirsten: „Matrifokale Männer und Väter“ vom 14.01.2019 unter kirstenarmbruster.wordpress.com Matrifokale Männer und Väter

 

#MothersToo – Gegen Mütterarmut- Internationaler Frauentag 2019

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Foto: Dr. Kirsten Armbruster – Patriarchatskritikerin – Autorin – Bloggerin

Wir müssen nicht perfekt sein, um politisch zu sein! Das bedeutet jede und jeder kann was tun!

Seit Jahren beschäftige ich mich denkend und schreibend mit den Begrifflichkeiten Carearbeit, Fürsorgearbeit, Sorgearbeit, Reproduktionsarbeit, kenne die diversen Forderungen auch monetärer Art, sowie die angedachte Anbindung an ein Bedingungsloses Einkommen (BGE) und finde sie allesamt unzureichend für ein modernes, patriarchatsbefreites Mutterbild. Ein Mutterbild,  das sich nicht einzwängen lässt innerhalb des patriarchalen Definitionsrahmens zwischen einer christlichen Magd des HERRN, der jede Göttlichkeit abgesprochen wurde, um Vaterschaft theologisch zu internalisieren, einer Reduktion der Mutter als Hausfrau auf die Arbeit im Haus, oder einer von den Nazis mit Mutterkreuzen dekorierten Reduktion der Mutter als Gebärmaschichne möglichst blonder Kinder, zwecks genügenden Kanonenfutters für das Patriarchat.

Genauso ungenügend ist die sich ewig im Kreis drehende Diskussion zwischen rechts und links, dienen sie doch beide dem Patriarchat, denn die größte Diskrepanz in der Kapitalverteilung ist nicht zwischen oben und unten, sondern zwischen Männern und Frauen, wovon Mütter, obwohl sie uns alle, egal ob männlich, weiblich, intersexuell oder transsexuell ins Leben tragen, am untersten Ende der Skala von  finanzieller Mittellosigkeit stehen. In meinem gerade erschienenen Buch über Mütterarmut, habe ich daher als Schwerpunkt die nur am Mann orientierten ökonomischen Strukturen angeprangert, aber auch Lösungen skizziert.

Eine Streitschrift wider eine von Männern definierte und nur am Mann orientierte Ökonomie

Überall im Buchhandel erhältlich: Taschenbuch: 8,90 € und in Kürze auch als e-book für 3,99 €; ISBN: 978 3 7528 5727 6

Als Ergebnis eines längeren Denkprozesses, der einem modernen Mutterbild Rechnung trägt und sich von patriarchalen Definitionszwängen befreit hat, komme ich zu der Forderung im Rahmen eines neuen POLITISCHEN MÜTTERBEWUSSTSEINS (POM), dass ein Müttereinkommen (ME) erforderlich ist, das sich in der Höhe am Median-Einkommen einer Gesellschaft orientiert und von der gesamten Gesellschaft solidarisch finanziert wird. Für Deutschland ergibt sich demnach als angemessene Forderung ein monatliches Mütter-Einkommen (ME) von 3000 € monatlich bis zum 21. Lebensjahr eines Kindes, denn so lange bedarf es der fürsorglichen Begleitung eines Menschenkindes.

Das Müttereinkommen ist nicht gekoppelt an die Kinderzahl, es ist nicht gekoppelt an Berufstätigkeit, sondern ermöglicht erst den finanziellen Freiraum für müttergemäße zyklische Berufstätigkeit und es ist auch nicht gekoppelt an Ausbildung, denn die Natur hat als Lehrmeisterin in Millionen Jahren Mütter evolutionsbiologisch hervorragend ausgebildet für ihre Tätigkeit als Mütter.

Mit einem gesamtgesellschaftssolidarischen Müttereinkommen (ME) haben wir ein wirksames politisches Mittel gegen Mütterarmut, die als Mütterarmut benannt werden muss, und nicht unter dem Deckmantel Kinderarmut zu verstecken ist, und, wir ermöglichen damit den Müttern auch für ihre eigene Rente zu sorgen, um Mütterarmut im Alter zu lösen und auch der Patriarchatslüge entgegen zu treten, die indoktriniert hat, dass Mütter angeblich nicht arbeiten. Deutschland, als stärkste Volkswirtschaft der EU könnte mit der Einführung eines Mütter-Einkommens (ME) den Anfang machen und in einem multilateralen Prozess könnte das Mütter-Einkommen, so wie vor 100 Jahren das Frauenwahlrecht, sich weltweit ausbreiten, orientiert am jeweiligen Medianeinkommen einer Gesellschaft.

 

Neu: MÜTTERARMUT – das Buch

Neu erschienen das Buch zum brisanten Thema „Mütterarmut“auf der Basis der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung und eines neuen Politischen Mütterbewusstseins (POM), denn Mutter zu werden ist wunderbar. Im Patriarchat verkehrt sich das Muttersein aber zu einer Falle. Keine Gruppe in unserer Gesellschaft wird so benachteiligt und diskrimiert wie Mütter. Das Ergebnis ist Mütterarmut – weltweit. Das ist ein Skandal. Es ist also höchste Zeit die #MeToo Debatte durch eine #MothersToo Debatte zu erweitern, denn es ist für uns alle von großer Bedeutung, wie eine Gesellschaft mit Müttern umgeht, denn schließlich werden wir alle von Müttern ins Leben getragen.

Mütterarmut

Eine Streitschrift wider eine von Männern definierte und nur am Mann orientierte Ökonomie

Ab sofort als Taschenbuch  und in Kürze auch als e-book überall im Buchhandel und im Internethandel erhältlich: Taschenbuch: 8,90 €; e-book: 3,99 €

Inhalt:

Erkennen, was ist

Patriarchatskritik

Matrifokalität und die Natürliche Integrative Ordnung der Mutter

Die Matrifokale Gesamthandwirtschaft – die älteste Ökonomie des Menschen

Keine Paarungsfamilie im Paläolithikum

Keine Mann-Ernährer-Ökonomie im Paläolithikum

Keine Jagdszenen im Paläolithikum

Die Lüge, dass Mütter nicht arbeiten

Matrifokale Gesamthandwirtschaft als menschenartgerechte Körperökonomie

Die Vaterblase und der ökonomische Raubbau des Patriarchats an der Mutter

Weltweite Mütterarmut, denn Privat-Einkommen (PE) ist Patriarchats-Einkommen (PE) ist Penis-Einkommen (PE

Mütterarmut weltweit

Mütterarmut in Deutschland

Warnung – Mütterfalle Patriarchat

#MothersToo – eine Erweiterung der #MeToo Debatte

Denken, was heute noch undenkbat erscheint

Literaturverzeichnis

Zur Autorin

Februar 2019, 120 Seiten; BoD

ISBN: 978-3-7528-5727-6

Taschenbuch: 8,90 €; e-book: 3,99 €