Der Feminismus dient dem Patriarchat – Unbequeme Ansichten einer Patriarchatskritikerin

Seit Simone de Beauvoir 1968 ihr Buch über das „andere“ Geschlecht veröffentlichte, versuchen Feministinnen ideologisch alles, um aus diesem Anderssein herauszukommen. Das „nicht andere“ Geschlecht ist der Mann oder, seit der Queerfeminismus hoffähig geworden ist, 36 oder noch mehr Spielarten von ihm, dem Mann.

Die Ideologie, um den Mann und seine Unterarten ideologisch durchzusetzen, ist immer strukturell gewaltinduziert und diktatorisch, und eine Variante dieser ideologischen Diktatur ist –   Überraschung:

Der Liberalismus der „freien“ westlichen Welt

Neoliberalismus, Freihandel, Globalisierung, Religionsliberalismus für die Mann-Gotttheologien mit der sich der Mann göttlich gemacht hat, Wahlfreiheit der Frauen zwischen Familie und Beruf, Flexibilität, Mobilität, Pressefreiheit, Sexuelle Freiheit und, und, und: Freisein als Ultima Ratio menschlichen Lebens! Und das menschliche Ideal des Liberalismus: der Single – auch ein Mann!

All diese „Freiheiten“ dienen in Wahrheit nur einer Ideologie:

Dem Patriarchat, der Herrschaft der Väter.

Und der Feminismus, was sagt der?

Der Feminismus ist leider auch ein Mann und richtet die Frauen (das Andere) dazu ab, mit dem Patriarchat konform zu gehen und zu werden wie das Eine: Chefin, Bundeskanzlerin, Verteidigungsministerin, Bankerin, Präsidentin , Richterin, Staatsanwältin, Ingenieurin, Arbeiterin, Pastorin, Kindergärtnerin, Altenpflegerin, Soldatin etc, etc.. Und der Feminismus, der ein Mann ist, setzt,  logischerweise, als vielleicht siebenunddreißigste Spielart des Patriarchats,  auf die Väter. Und damit der Feminismus nicht plötzlich aufwacht aus der gehirnwaschenden Ideologie des Patriarchats, wird er, gut beschäftigt und kämpft. Er kämpft zwischen allen vermeintlich dualen Fronten des Patriarchats. Er kämpft zwischen Rechts und Links (politisch gesehen), er kämpft zwischen Sexismus und Rassissmus und er kämpft seit der Französischen Revolution, welche Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit erstritt, auch  zwischen Biologie und Biologismus.  Gut beschäftigt wie er ist, der Feminismus, der Mann, kämpft er vor allem für den Liberalismus, die Toleranz, genau gesagt die Toleranz dem Patriarchat gegenüber.

Als Naturwissenschaftlerin schaue ich anders auf das Andere als Simone de Beauvoir.

Das Andere ist nämlich das Wunder der Natur: die Frau.

Die Frau mit Vulva, mit Vagina, mit Klitoris, mit Gebärmutter, mit Eierstöcken, mit Eileitern, mit energiestrotzenden Mitochondrien, mit milchgebenden nahrungsspenden Brüsten, mit der körperlichen Fähigkeit aus zwei klitzekleinen Zellen über ihre Nabelschnur ein Kind körperlich auszuformen und in diese Welt hineinzutragen, eine Tochter, einen Sohn, ein intersexuelles Kind, alles geboren von der anderen, welche die Eine ist: die Frau.

Diese Eine, die Frau, die vom Patriarchat, der Herrschaft der Väter, wie keine andere geschunden, vernachlässigt, entwürdigt,  missachtet, vergewaltigt, unsichtbar gemacht und ermordet wird, diese Eine nennen wir Mutter. Wir alle verdanken ihr unser Leben.

Diese Eine,  die Mutter, ist nie frei. Sie ist gebunden. Es ist ihre Natur.

Und, was tut der Feminismus für die Eine, die Mutter, an die alles menschliche Leben gebunden ist?  Nichts!

Kein Wunder, ist er doch nur die siebenunddreißigste Spielart des Patriarchats.

 

Frühlingserwachen – Imbolc

In diesen unruhigen politischen Zeiten mal etwas Schönes, Magisches aus meinem matrifokalen Märchenbuch:

„Mit Hagazussa durch das Jahr“

Frühlingserwachen -Imbolc

Im Bauch von Mutter Erde

Hagazussa wohnte nicht allein im Haus Sternenlicht im Mondenschein. Mit ihr lebten dort die weiß-rot-schwarze Katze Chiara und der Rabe Schwarz-wie-die-Nacht.

„Ist das nicht ein wunderbarer Morgen“? So begrüßte Hagazussa ihre dreifarbige Katze Chiara, den Raben Schwarz-wie-die-Nacht und die Sonne, die freundlich durchs Fenster guckte, an einem strahlenden Frühlingsmorgen. Chiara war morgens noch ein wenig mundfaul und öffnete, noch ganz schläfrig, nur ein Auge. Doch Schwarz-wie-die-Nacht krächzte ein Gutenmorgenlied, leider aber so falsch, dass Hagazussa sich die Ohren zuhalten musste. Der Schnee vom Winter war verschwunden. Schneeglöckchen und Krokusse hatten sich aus der dunkel glänzenden Erde herausgetraut und bildeten bunte Tupfer unter den Bäumen im Garten. Plötzlich summte es aufgeregt vor der Tür und, als Hagazussa die Tür öffnete, taumelte eine junge Biene in merkwürdigen Schwüngen um Hagazussas Nase.

„Ich heiße Nicolette. Ich bin in den Honigtopf gefallen, weil ich unbedingt vom süßen Honig naschen wollte. Jetzt sind meine Flügel ganz verklebt. Und nun kann ich nicht mehr richtig fliegen. Kannst du mir nicht helfen, Hagazussa“? , rief Nicolette ganz atemlos, mit einer Stimme, die vor Aufregung ganz piepsig war. Hagazussa besah sich das Dilemma. Dann ging sie zu ihrem Wandregal, das von oben bis unten mit verschiedensten Flaschen gefüllt war und holte ein Fläschchen her-unter, das ganz zart nach Veilchen duftete.

Hagazussa wies Nicolette an, sich auf ihren Zeigefinger zu setzen und betupfte mit einem weichen Tuch, das mit der Veilchentinktur getränkt war, deren Flügel. Nicolette streckte sich ein paar Mal kräftig und flog dann mit elegantem Schwung einmal um Chiara herum, die sich nun entschlossen hatte, auch ihr anderes Auge zu öffnen. „Danke, Hagazussa! Im Sommer werde ich dir von unserem Honig bringen, weil du mir geholfen hast.“ Und schwupp die wupp flog Nicolette aus der Tür, dem sonnigen Morgen entgegen.

„Wollen wir nicht einen Frühlingsausflug machen zu der alten Eiche mitten im Wald?“, fragte Hagazussa ihre Katze Chiara und den Raben Schwarz-wie-die-Nacht. „Ich muss nur noch ein paar e-mails checken, dann könnten wir losziehen!“

Chiara, die gerade ihre Morgenmilch aufgeschleckt hatte, streckte ihre vier Pfoten durch. Das hieß: Ich bin zu allen Schandtaten bereit. Und Schwarz-wie-die-Nacht setzte sich sogleich seinen Strohhut auf und band sich sein rotes Halstuch um. Hagazussa packte ein wenig Hirsebrei, der vom Früh-stück übrig geblieben war und die Fliegenpilzflugsalbe in ihren Rucksack. Und los gings, direkt in den Wald hinein.

Nach einer ganzen Weile bogen sie vom Weg ab und liefen auf Moosteppichen bis zu einer Lichtung. Dort stand sie, die jahrhundertealte Eiche und reckte ihre noch fast kahlen Äste dem Himmel entgegen. „Sei gegrüßt, ehrwürdige Baumahnin“, riefen die drei Ankömmlinge im Chor.

Ein Eichhörnchen, das oben im Baum saß und an einer Eichel knabberte, hielt etwas erschrocken in seiner Bewegung inne, doch als es die drei erkannte, fraß es in aller Seelenruhe weiter. Hagazussa umarmte ihre Freundin, die alte Eiche, herzlich und diese begann sich ganz leicht zu wiegen, als Zeichen ihrer Freude über den netten Besuch. „Seid gegrüßt, Hagazussa, Chiara und Schwarz-wie-die–Nacht. Welche Freude euch mal wieder zu sehen!“

Schon längere Zeit hatten die vier sich nicht gesehen und so gab es ein emsiges Getuschel bis alle Neuigkeiten der letzten Monate ausgetauscht waren, das Ganze nur hin und wieder unterbrochen von einem tiefkehligen Lachen der Eiche, die sich sichtlich über die großen und kleinen Problemchen im Menschenland amüsierte.

Da die Eiche schon sehr alt war, hatte sie ein weitverzweigtes Wurzelwerk ausgebildet, in dem die Waldfeen ihr Quartier bezogen hatten. Nun, durch die wärmenden Sonnenstrahlen und die vielen Geräusche angezogen, kam eine nach der anderen aus der knorrigen Wurzeltür heraus. Die Buchenfee, die Eichenfee, die Haselfee, die Tannenfee, die Fichtenfee, die Kiefernfee, die Lärchenfee, die Weißdornfee und die Rotdornfee teilten sich die Wohnung unter der alten Baumahnin.

Die Waldfeen waren die Schutzgeister der Bäume, die sich in dieser Waldgemeinschaft zusammengefunden hatten und nun versammelten sie sich, um die Gäste zu begrüßen.

„Wir haben euch von unserem Hirsebrei mitgebracht!“, begann Hagazussa. „Es ist doch eines von euren Lieblingsspeisen. Das haben wir natürlich nicht vergessen.“ „Dürfen wir euch zu einem Bucheckernkaffe in unsere Wohnung einladen“? , fragte die Weißdornfee die Gäste. „Dann können wir zusammen essen und trinken.“ „Gerne nehmen wir eure Einladung an“, antwortete Hagazussa. Hierbei holte sie die Fliegenpilzflugsalbe aus ihrem Rucksack, rieb sich damit die Nase ein und tat dies ebenso bei Chiara. Der Rabe Schwarz-wie-die-Nacht steckte seinen Schnabel in die Salbe und es dauerte nur wenige Minuten und alle drei schrumpf-ten auf Fingergröße, denn sonst hätten sie ja nicht in die winzige Waldfeenwohnung im Bauch von Mutter Erde hineingepasst.

Drinnen in der Mutterhöhle befand sich ein gemütlicher Wohnraum, in dem eine Kanne Buch-eckernkaffee auf einem bulligen Ofen dampfte. Nach dem Essen holten die Waldfeen allerlei Instrumente aus feinen Spinnweben und begannen aufzuspielen. Chiara, die diese Musik über alles liebte, fing an zu tanzen, indem sie sich rund um ihren Schwanz in wilden Pirouetten drehte. Ein Tanz, zu dem nur Katzen fähig sind!

Schwarz-wie-die-Nacht hüpfte im Takt auf einem Bein und alle übrigen fassten sich an der Hand und begannen mit einem Kreistanz. Oben fing der ganze Wald an, zu rauschen, denn die feinen Töne der Spinnwebeninstrumente drangen bis dort hinauf.

Nachdem alle sich nach Herzenslust bewegt hatten, war es für die Gäste Zeit für den Heimweg. Da die Fliegenpilzflugsalbe noch wirkte, waren sie selbst zu dritt so leicht, dass sie sich ganz dicht auf ein Eichenblatt drängen konnten und der Wind, der von der Eichenbaumahnin herbeigerufen worden war, brauchte nur ein wenig zu pusten und schon erhob sich das Blatt und segelte durch die Lüfte. Ganz sanft landeten sie auf dem Schornstein ihres Sternenlicht im Mondenscheinhauses im Rosenheckenapfelgarten.

Sobald sie wieder festen Erdboden unter den Füßen hatten, nahmen alle drei ihre normale Körpergröße an. Jetzt merkten sie auch, dass es sich empfindlich abgekühlt hatte, nachdem die Sonne am Horizont versunken war. Und so zündeten sie sich noch ein gemütliches Feuer an, tranken Kräutertee und erzählten von ihren Eindrücken. Auf einmal fragte der Rabe Schwarz-wie-die-Nacht Hagazussa: „Woher kommt eigentlich dein Name, Hagazussa? „Er kommt mir so fremd und gleichzeitig so vertraut vor“.

„Hagazussa ist ein uralter Hexenname“, antwortete Hagazussa. Er bedeutet Zaunreiterin und er steht für die Magische Wandlerin der Welten.“

„Früher“, fuhr sie gedankenversunken fort, „in der Alten Steinzeit, als es auch in Europa die Religion der hegenden und für uns Sorge tragenden göttlichen Mutter gab, gab es viele von uns. Heute hingegen gibt es nur wenige Menschen, die noch wissen, dass alles mit allem verbunden ist und auch Leben und Tod mütterlich verbunden zusammengehören. Aber die Erde ist eine gütige Mutter und so wird sie den Menschen auch nach und nach wieder das Alte Wissen über die Natürliche Mütterordnung und den Kreis des Lebens schenken.“

Hagazussa hatte sich bei diesen Worten ans Fenster gestellt und – hinausblickend, schien sie in eine ganz andere Welt einzutauchen. So aufmerksam lauschend schien Hagazussa in dieser anderen Welt zu versinken, dass weder Chiara noch Schwarz-wie-die-Nacht es wagten, sie dabei zu stören.

Ganz offensichtlich forderte etwas Wichtiges Hagazussas ganze Aufmerksamkeit, denn ihre Lippen bewegten sich, als schicke sie eine Botschaft in diese andere Welt hinaus. Im Haus Sternenlicht im Mondenschein war jedoch für Chiara und Schwarz-wie-die-Nacht nur ein unverständliches Murmeln zu hören. Hagazussa hütete also offensichtlich ein Geheimnis

Aus dem matrifokalen Märchenbuch:

Armbruster Kirsten: Mit Hagazussa durch das Jahr 2015, S. 13-24

Warum man sich von Gott kein Bild machen soll.

Gabriele Uhlmann, Patriarchatsforscherin und eine fundierte Kennerin der Archäologie, nimmt in diesem Artikel fundiert Stellung zu der Ausstellung „Eiszeiten“ im Museum für Völkerkunde in Hamburg und zeigt in denkerischer Brillianz die Argumentationskette auf, warum das Patriarchat darauf besteht, dass Frau und Mann sich kein Bild von Gott machen sollen!

Wahrscheinkontrolle

„Mythos Frau. Und ewig lockt das Weib! Plastiken der Altsteinzeit in Hamburg“, so lautete die Schlagzeile auf dem Cover der renommierten Zeitschrift Archäologie in Deutschland (1/2017). Dieser Sexismus soll die offenbar männliche Mehrheit der Leserschaft ansprechen.  Ich bin aber eine Frau und äußerst kritische Leserin dieses Blattes. Mann stelle sich das in männlicher Form vor: „Mythos Mann. Und ewig lässt sich der Mann locken.“ Oder so ähnlich, dies vielleicht geschmückt von einem fast unbekleideten Christus am Kreuze als Ankündigung für eine Ausstellung über die Gegenwartskultur. Dann wird klar, wie unsinnig, ja unseriös eine solche Schlagzeile ist. Die unbekleideten Frauenstatuetten, die in der Hamburger Ausstellung gezeigt werden, haben es allerdings nicht aufs Titelblatt geschafft.

Die Ankündigung der aktuellen Hamburger Ausstellung „Eiszeiten“ folgt einem wohlbekannten Muster. Im Heft lautet die Überschrift dann doch etwas weniger reißerisch: „Mythos Frau – altsteinzeitliche Plastiken in Russland“. So ist auch der Artikel recht neutral gehalten und…

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Der Islam ist keine Rasse

Eines der am meisten gebrauchten Wörter des letzten Jahres ist das Wort Rassismus. Islamkritik ist rassistisch sagen die Links-Liberalen – mit Betonung auf Liberal – und rücken alle IslamkritikerInnen in eine rechtspopulistische Ecke. Tatsächlich nehmen sich aber Rechts-Liberale und Links-Liberale nicht viel, denn sie sind vor allem liberal gegenüber dem Patriarchat, das die zentrale Rolle der Mütter, die naturgegebene Matrifokalität der menschlichen Spezies ignoriert. Unter der liberalen Fahne des Patriarchats wird der globalisierte Neoliberalismus als alternativloses ökonomisches Heil angepriesen, die Vaterschaft als verbesserte Mutterschaft angepriesen- wie es das deutsche Leitmedium DER SPIEGEL in seiner Weihnachtsausgabe 2015 tat, oder eben Religionsfreiheit als Inbegriff demokratischer Toleranz propagiert. Der Sexismus der heutigen sogenannten Weltreligionen wird dabei wohlwollend ignoriert – wie unwichtig, betrifft er doch nur die Hälfte der Menschheit: Frauen!

Die heutigen sogenannten 5 Weltreligionen, Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus sind alle patriarchal. Kein Wunder, denn der Grund ihrer Gründung ist die Durchsetzung des weltweiten Patriarchats in der unheilvollen Verquickung zwischen Theologie und Politik. Die Hauptbotschaft dieser Theologien: das Patriarchat ist gottgewollt! Damit erscheint es alternativlos. Das ist das Ziel. Doch der Schein trügt!

Das Christentum ist weltweit heute noch die politisch-patriarchale Theologie mit den meisten AnhängerInnen. Auf 2,2 Milliarden wird ihre Zahl geschätzt. Der Islam hat 1,6 Milliarden AnhängerInnen und ist damit die zweitgrößte politisch-patriarchale Theologie, Tendenz wachsend. Die Verbreitung dieser Theologien ist ubiquitär. Es sind also keine „Rassen“ von der Verbreitung dieser Theologien betroffen. Der Vorwurf des Rassismus gegenüber der Islamkritik ist also ein liberales Ablenkungsmanöver der PatriarchatsanbeterInnen. Tatsächlich leben die meisten Moslems/Muslima in Indonesien, gefolgt von Pakistan, Indien, Bangladesch, Ägypten, Nigeria, Iran, Türkei, Algerien und Marokko. Die islamfundamentalistisch-wahabitischen Saudis, die heute zunehmend den sunnitischen Teil der islamischen Patriarchatsideologie beeinflussen, spielen zahlenmäßig nur eine geringe Rolle. Trotzdem dominieren sie die theologische Auslegung des Koran. Das Gegenteil von Demokratie also, wenn eine Minderheit die Mehrheit dominiert: tatsächlich also eine Theologiediktatur. In Europa leben übrigens auch Moslems/Muslima, nicht nur im europäischen Teil der Türkei, sondern auch in Albanien, Bosnien Herzegowina, im Kosovo und in Mazedonien. Der Islam eine Rasse?

Tatsächlich haben alle drei monotheistischen Theologien die gleiche Wurzel. Sie enstanden im Nahen Osten in jeweils siebenhundertjährigem Abstand: 650 v.u.Z. unter König Josia das Judentum, fast 700 Jahre später das Christentum und noch einmal 700 Jahre später der Islam. Das ideologische Fundament aller drei monotheistischen Theologien sind die 5 Bücher Mose. Das erste weltweit christianisierte Land war Ägypten. Die Christen dort nannten sich Kopten. Und es entwickelten sich im Nahen und Mittleren Osten weitere mächtige, christlich orthodoxe Ableger, wie die chaldäische Kirche zum Beispiel im Irak oder die syrisch-orthodoxe Kirche. Sind JüdInnen, Moslems/Muslima und ChristInnen, da sie den gleichen örtlichen  Ursprung haben, also die gleiche Rasse? Spätestens hier wird ersichtlich, dass der Begriff der Rasse bei der Kritik am Monotheismus nicht verfängt.

Tatsächlich haben wir es mit einer weltweiten Ausbreitung eines theologisch begründeten Patriarchats zu tun. Das Judentum spielt zahlenmäßig nur eine geringe Rolle, schon deshalb, weil Mann nicht einfach zum Judentum konvertieren kann, sondern den Nachweis erbringen muss, von einer jüdischen Mutter abzustammen. Die mit massiver struktureller Gewalt durchgesetzte Verbreitung des Christentums hat dann menschengeschichtlich bisher die meisten Menschenopfer zur Folge gehabt und konnte nur durch die Aufklärung und die Säkularisierung weitgehend gestoppt werden. Nun rollt gerade die dritte gottdefinierte Patriarchalisierungswelle durch die Welt: der Islam. Raffiniert, erlaubt doch der Islam offiziell nicht, sich ein Bild Gottes zu machen. Allah ist also angeblich weder Frau noch Mann, aber fragen sie mal einen Moslem/eine Muslima ob sein/ihr Gottesbild weiblich ist!

Tatsächlich war das ursprüngliche Gottesbild weltweit, aber insbesondere im Nahen und Mittleren Osten und in Europa weiblich, genau gesagt mütterlich. Am Anfang war Gott im menschlichen Bewusstsein eine Mutter und die ältesten Urmütterfigurinen stammen aus eben diesem einheitlich religionsgeschichtlich mütterlichem Kulturraum. Die älteste jemals gefundene Urmutterfigurine, deren Alter zwischen 300 000 und 500 000 Jahre geschätzt wird, stammt aus Tan-Tan aus Ma-rokko. Die zweitälteste, deren Alter zwischen 250 000 und 280 000 Jahre geschätzt wird, aus Rebekhat Ram in den Golanhöhen im heutigen Israel/Syrien. Die drittälteste bisher gefundene Urmutterfigurine, die Urmutter vom Hohle Fels, stammt aus der Schwäbischen Alb in Deutschland. Es folgen zahlreiche Urmutterfigurinen des Paläolithikums (der Altsteinzeit) in Willendorf und Stratzing in Österreich, in Dolni Vestonice in Tschechien, in Frankreich, in Russland, in Samarra im Irak, in Mehrgarh im Industal und, und,  und…… Ein ursprünglicher Kulturraum also! Genauer gesagt ein, in der Matrifokalität der Steinzeit verwurzelter mütterlicher Kulturraum. Sind wir also eine Rasse – wir JüdInnen, ChristInnen, Moslems/Muslima, HinduistInnen und BuddhistInnen der heutigen Zeit?

Tatsächlich sind wir ursprünglich alle mütterabstammend, körperlich und auch im religiösen Sinn. Kein Wunder bezieht sich Religion doch eigentlich auf diese mütterliche Abstammung und Geborgenheit im Kreislauf des Lebens und des Todes. Religere heißt nicht umsonst: anbinden, losbinden und zurückbinden. Angebunden an die Nabelschnur der Mutter kommen wir alle auf die Welt, losgebunden von der Nabelschnur leben wir unser Leben und im Tod kehren wir zurück zur Erde, die unser aller Mutter ist. Das ist der Ursprung von Religion: Gott als Mutter, von der wir abstammen und zu der wir wieder im Tode zurückkehren. Wie tröstlich! Das war in Mekka auch noch zu Zeiten Mohammeds so, war doch die Kaaba, der schwarze Stein, der bis heute in einer silbernen Vulva eingefasst ist, den Göttinnen Al-lat, der Milchgebenden und den Göttinnen Al-Uzza und Menat geweiht. Und der heilige Brunnen Zam Zam in Mekka ist der Brunnen der Hagar, der Mutter, von der sich alle Moslem/Muslima  abstammend herleiten.

All dieses Wissen ist durch die Patriarchatskritik- und die Matrifokalitätsforschung längst freigelegt. Die kommenden 13 Weihenächte mit der Mutternacht im Zentrum, die sogar die bereits patriarchalisierten GermanInnen noch Modraniht – Mutternacht – nannten, eignen sich hervorragend dazu, sich in diese Thematik zu vertiefen.

Ich wünsche allen eine gesegnete Weihenächtezeit und empfehle zur Vertiefung und als Patriarchatsbefreiung folgende Literatur:

Literatur:

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014

Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, 2013

Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013

Armbruster, Kirsten: Das Muttertabu oder der Beginn von Religion, 2010

Bott Gerhard: Die Erfindung der Götter; Essays zur Politischen Theologie, 2009

Bott Gerhard: Die Erfindung der Götter, Band 2, 2014

Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat – Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt

 

 

 

Drei mal Drei ist Neune – Das Mühlespiel (Neuntespiel) in den Felsritzzeichnungen der Steinzeit und die Bedeutung der Zahlen in der Kosmischen Ordnung der Mutter

Die Zahl drei, in Felsritzzeichnungen der Steinzeit symbolisch oft  wiedergegeben als Vulvadreieck, spielt eine wichtige Rolle im kosmischen Verständnis der überall verbreiteten Mutterkultur im Paläolithikum und im Neolithikum, die menschengeschichtlich in der Bronzezeit  erstmals unter patriarchalen Druck kam.

Die Zahl drei ist im naturverbundenen Alltag der Steinzeit für die Menschen überall sichtbar. Frau Mond hat drei sichtbare Phasen, der Raum wird dreidimensional in Höhe, Breite und Tiefe erschlossen und die Zeit als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahrgenommen. Gott die MUTTER wird in den drei Mutterfarben, Rot, Weiß und Schwarz als Lebenswandlerin erkannt und dieser lebensbringende Mutterfarbenaspekt des roten heiligen Menstruationsblutes, der weißen Milch und der Umwandlung allen Lebens in das Schwarz des fruchtbaren Humus, die auch in der Schwärze der Nacht und der Dunkelheit der Höhlen wiedergespiegelt wird, dieser dreifache Aspekt der mütterlichen Ordnung wird in der vorpatriarchalen Steinzeit überall erkannt.

In Europa finden wir auch im Holunderbaum die drei Mutterfarben: Das Weiß der Blüten, das Rot des Saftes und das Schwarz der Beeren. Während das Wissen um die göttliche Mutter auch nach der Christianisierung lange im Volk weiterlebte, wurde mit dem berüchtigten Malleus Maleficarum, dem Hexenhammer, der im Jahre 1487 erschien, der Kult von Gott der MUTTER in einen Hexen- und Teufelswahn verkehrt. Die AnhängerInnen des alten Glaubens mussten sich immer mehr verstecken, verhehlen und so kommt es, dass Reste der Religion von Gott der MUTTER von den Großmüttern und Müttern in Form von Kinderreimen über die Zeiträume hinweg erhalten wurden. Einen Rest dieser ältesten Religion der Welt finden wir zum Beispiel in dem Kleinkinderlied:

Ringel, Ringel, Reihe,

sind der Kinder dreie,

sitzen unterm Hollerbusch,

machen alle husch, husch, husch

Das uralte Tanzen im Kreise als Symbol für den natürlichen Kreislauf des Lebens um die dreifache göttliche Mutter des Lebenszyklus, die uralte Holle, die sowohl in der Höhle als auch in den drei Mutterfarben des Hollerbuschs sichtbar wird und das Notwendigwerden des Verhehlens dieses alten Wissens in dem Husch, husch, husch, das ist eine Botschaft aus dieser Zeit, die wir nun langsam wieder verstehen.

 Der Kult der drei Jungfrauen

Dieser durchzieht bis heute das Land und geht auf die aus sich selbst Leben schöpfende, aseitätische Gott die Mutter zurück. Sie setzt sich in den griechischen Moiren, den römischen Parzen, den nordischen Nornen, den drei Bethen oder drei Matronen fort, die als Schicksalsgöttinnen den Lebensfaden spinnen und auch abschneiden. Unter verschiedenen Namen werden die Jungfrauen in den Dreifrauensagen bis heute verehrt als Aubet, Cubet und Guere, als Einbeth, Wilbeth und Warbeth, als Spes, Fides und Caritas, als drei namenlose Burgfräulein, als Catharina, Barbara, Margarete  (C+B+M) und manchmal auch in vermännlichter Form wie in Griesstetten bei Dietfurt im Altmühltal als die drei elenden Heiligen, die heiligen Drei Könige Caspar, Balthasar, Melchior, mit deren Initialien C+M+B bis heute die Häuser am 6. Januar, dem früheren Holle- oder Perchtentag, am Ende der uralten und ursprünglichen zwölf Weihe- oder Mutternächte gesegnet werden, oder auch in symbolischer Form als die drei, oft goldenen Kugeln des heiligen Nikolaus, die auch hier noch die drei Jungfrauen wiedergeben, wie wir es z.B. in der turmlosen, weil ursprünglich stark mutteridentifizierten St. Martinskirche in Kelheim finden. Besonders häufig kommen im Volksglauben Catharina, Barbara und Margarete vor, wobei sie nicht immer zu dritt, sondern häufig einzeln auftreten:

Barbara mit dem Turm,

Margarete mit dem Wurm,

und Catharina mit dem Radl,

das sind die heiligen drei Madl

 Barbaras zweites Attribut ist der Kelch oder der Kessel, der häufig auf dem Turm abgebildet ist, wie wir es in der Fatima-Wallfahrstkirche Maria der Sieben Schmerzen in Neuses bei Pondorf dargestellt finden. Der Kelch oder Kessel gehört zu den urzeitlichen Kallwörtern und stellt, wie wir gesehen haben, den Bauch der Urmutter dar, wo die Verwandlung des Todes in das neue Leben stattfindet. Der Kessel spielt noch bei der keltischen Göttin Cerridwen als magischer Kessel des Lebens eine zentrale Rolle. Das Patriarchat jagt bis heute in Form des Heiligen Grals oder auch des christlichen Abendmahlkelchs einer männlichen Imitation der Lebenswandlung im Körper der Mutter nach. Dass dies naturgemäß nicht möglich ist, wird geflissentlich übersehen.

Die Neun als potenzierte Drei entspricht den lunaren Schwangerschaftsmonaten und sie entspricht auch der Erkenntnis, dass jede Mondinnenphase neun Nächte umfasst und die sich daraus ergebende Zahl siebnundzwanzig  genau dem weiblichen Menstruationszyklus entspricht. Die Zahl neun als drei mal drei finden wir daher häufig als Schälchen (Negativform der Kugel) eingeritzt in altsteinzeitlichen Höhlen, z.B. in der Kulthöhle Jean Angelier der Ile de France bei Noisy-sur-Ecole, in der auch ein viereckiges Ideogramm mit neun Schälchen, verbunden mit eingeritzten Linien gefunden wurde (Marie König, 1981, S. 266).

Auch die Vier gehört zu der uralten kosmischen Zahlensymbolik der Mutter. Schon die NeandertalerInnen kannten die Vierteilung der Welt, wie ein Nummulites, ein kreisrunder sogenannter Münzstein aus Ungarn aus dem Mittelpäläolithikum mit einem viergeteilten Linienkreuz zeigt (Marie König, 1980, S. 115). Die Vier gibt die vier Himmelsrichtungen an. Sie wird in der Beschreibung der vier Elemente als Erde, Wasser, Luft und Feuer weitergeführt und  auch in den vier möglichen Bestattungsarten, der Erdbestattung, der Luftbestattung, der Meeresbestattung und später der Feuerbestattung aufgenommen.  Offensichtlich sind auch die vier Jahreszeiten und die vier Phasen von Frau Mond: zunehmende Mondin (Wachsen=Frühling), Vollmondin (Fruchtbildung des Lebens=Sommer), abnehmende Mondin (Verwelken=Herbst), Schwarzmondin (Umwandlung von Tod in Leben=Winter).

Die Zahl Vier ergibt sich aus der Addition von Drei und Eins. Multipliziert man hingegen die Drei mit der Vier, so ergibt sich die Zwölf. Der heutige gültige Sonnenkalender hat 12 Monate. Der ältere Kalender von Frau Mond, der mit dem Monats-Zyklus der Frauen übereinstimmt, hat dreizehn Monate. Zwölf plus Eins ist Dreizehn. Dreizehn war ursprünglich eine Heilige Zahl, eine Glückszahl, heute gilt sie als Unglückszahl, erinnert sie doch an die menschengeschichtliche Zeit der Mütter, die vom Patriarchat verleugnet wird. Die patriarchale Dämonisierung der Zahl 13 finden wir insbesondere in Verbindung mit Freitag dem Dreizehnten, denn der Freitag steht bis heute in Verbindung mit Göttinnen, zum Beispiel der germanischen Göttin Freya oder im Französichen und Italienischen mit der Göttin Venus (Vendredi, Venerdi). Zwischen dem früheren Mondinnenkalenderjahr und dem heutigen Sonnenkalenderjahr liegen 12 Nächte, die sogenannten Losnächte, die mit der Wilden Jagd in Verbindung gebracht werden. Jesus hatte 12 Jünger, er selbst ist also die 13.

Das Mühlespiel oder Neuntespiel

Eines der uralten Spiele, in denen diese magische Verbindung zwischen den Rundungen der Drei und den Ecken der Vier symbolisch dargestellt wird, ist das Mühlespiel. Marie König hat es bereits in den Eiszeithöhlen der Ile-de-France in Frankreich entdeckt und als universales Ordnungszeichen gedeutet und es scheint tatsächlich in besonderer Weise das Lebensverständnis des mütterlichen Kulturverständnisses der Steinzeit wiederzugeben. Die Mühlesteine sind rund, jeweils drei von ihnen nebeneinander ergeben eine Mühle, die drei wird noch einmal aufgenommen, indem drei immer kleinere Vierecke ineinander gezeichnet werden, aber erst in Kombination mit der Vier, also der Schwarzmondinnenphase entwickelt sich das Spiel des Lebens, erfolgt die magische Verwandlung des Todes in das neue Leben, schließt sich der Kreis. Zeit und Raum finden in dem Mühlespiel zueinander und nicht umsonst spricht man bis heute von Zeiträumen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Mühlespiel  in Südtirol das „Neunte-Spiel“ genannt wird und sich auf der Neunteplatte der Tschötscher Heide bei Brixen sich ein in den Felsen eingeritztes Mühlespiel  (Maße 55×67 cm) befindet, in dessen Mitte ein runder Schalenstein eingeritzt ist (Erni Kuttner, S. 77). In diesem Zusammenhang sei auf ein altes Kinderlied hingewiesen, das das Neunte-Spiel aufgreift:

Es geht ein Bi-Ba-Butzemann

In unserem Kreis herum dideldum

Drei mal drei ist neune,

du weißt schon wie ich´s meine

dreimal drei und eins ist zehn

Butzemann bleib stehn, bleib stehn, bleib stehn

Er rüttelt sich und schüttelt sich

und wirft seine Beine hinter sich,

wir klatschen in die Hand,

wir beide sind verwandt

Wer ist der Butzemann? Verbutzen ist ein altes Wort für sich Verbergen oder Verhehlen. Der Butzemann trägt eine Zipfelmütze, wie die Zwerge und Frau Holle, die uralte Muttergöttin wird in der schon stark patriarchalisierten Überlieferung der Germanen noch als Königin der Zwerge und als Göttin der Walküren genannt. Im Griechischen kennen wir die Hekate, deren Name schon in den Bereich der späteren dämonisierten Hexe verweist. Als Windfrau zieht Holla mit ihrem wilden Heer umher und rüttelt die letzten Blätter von den Bäumen (Monika Löffelmann, 1997, S. 113). Auffallend ist, dass der Butzemann das „dreimal drei ist neune“, noch dazu für uns erst einmal unverständlich, gefolgt von dem „du weißt schon wie ichs meine“, in Reime verpackt hat und danach das dreimal drei und eins ist zehn folgt, wie wir es oben in dem drei und eins ist vier und dem zwölf und eins ist dreizehn schon angewendet haben. Das Rütteln und Schütteln und das in die Hände Klatschen kann in Verbindung mit dem Verhehlen auch als Erkennungszeichen der Alten Religion  der göttlichen Mutter in Verfolgungszeiten interpretiert werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Butzen bis heute ein Wort ist, das wir für das Kerngehäuse des Apfels verwenden. Der Apfel ist schon immer das Zeichen der göttlichen Mutter gewesen, der Apfel wie wir ihn kennen aber auch der Granatapfel mit seinen vielen roten Perlen und dem süßen roten Saft. Mythologisch eng verbunden sind hierbei der Apfel und die Schlange mit dem Paradies. So gab es den Garten der Hesperiden mit den goldenen Äpfeln, der auch Garten der Unsterblichkeit genannt wurde und der Göttin Hera gehörte, die zuweilen die Gestalt Hesperas, des Abendsterns (Venus) annahm. Auf Heras hesperischem Apfelbaum, der von ihrer heiligen Schlange bewacht wurde, wuchsen die Äpfel des ewigen Lebens (Walker, 1995, Stichwort Hesperiden). Schneidet man nun den Apfel quer auf, so dass der fünfzackige Stern des Apfel-Butzens sichtbar ist wird noch mal die enge Verbindung des Butzemanns mit dem kosmologischen Weltbild von Gott der MUTTER deutlich. Denn tatsächlich beschreibt die Venus, der Abendstern in seinem Jahreslauf eine fünfzackige Bahn. Den bereits patriarchalisierten Priestern der Kelten, den Druiden, war der fünfzackige Stern noch heilig und wir kennen ihn noch als Zeichen Baphomet bei den Templern und Freimaurern, bevor er als Pentagramm mit Hexen in Verbindung und damit dämonisiert wird. Im Lateinischen heißt Malus der Apfel, aber es heißt auch gleichzeitig böse. Es ist also kein Zufall, dass die monotheistischen Theologien den Apfel verunglimpfen, ihn in ihrer alttestamentarischen Schöpfungsgeschichte als Verführobjekt von Eva verwenden, der dazu führt, dass die Menschen von „Gott dem Herrn“ aus dem Paradies vertrieben werden und „Gott der Herr“ Feindschaft setzt zwischen der Schlange und der Frau. Tatsächlich ist der Apfel auch noch in der Bibel die Frucht vom Baum der Weisheit und eben von diesem Baum der Weisheit verbietet „Gott der Herr“ den Menschen zu essen. Tatsächlich ist die Religion von Gott der MUTTER  und ihren Apfel so tief in den Menschen verankert, dass er anscheinend nicht auszumerzen ist und schließlich als Reichsapfel zu einem Herrschaftssymbol wird. Erst mit dem Malleus Maleficarum ab 1487 und einer 500-jährigen Hexenverfolgung wird das uralte Wissen um die göttliche Mutter und ihre heiligen Symbole den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes ausgehämmert, aber heute ahnen wir es wieder, das Wissen unserer AhnInnen. Drei weitere Kinderverse verhehlen das alte Wissen unserer Ahninnen und seien an dieser Stelle vermerkt:

Ich ging einmal nach Butzlabee

Da kam ich an einen großen See,

da kam ich an ein Mühlenhaus,

da schauten drei Hexen zum Fenster raus

Die erste sprach: Komm, iss mit mir!

Die zweite sprach: „Komm trink mit mir!

Die dritte nahm den Mühlenstein

Und warf ihn mir ans linke Bein

Da schrie ich laut: oweh, oweh,

ich geh nicht mehr nach Butzlabee

Das Mühlespiel als Neuntespiel und als Symbol des schon im Paläolithikum bekannten in Zahlensymbolen erfassten Weltbildes der kosmischen Mutter kennen wir schon, aber die Mühlen und die runden Mühlsteine gehören auch im Neolithikum zum Weltbild der Göttin. Monika Löffelmann schreibt über die Mühlsteine, die auch in vielen Erdställen zu finden sind: Im Alltagsleben der Frauen wird eine heilige Drehbewegung regelmäßig ausgeführt, nämlich das Betätigen der Mühlsteine. Durch die Drehbewegung beim Betätigen der Mühlsteine werden keimfähige Körner zerrieben, um daraus lebenswichtiges Mehl und Brot zu backen. Auch hier finden wir also die heilige mit der göttlichen Mutter verbundene kreisförmige Kulthandlung der Wandlung von Tod in Leben. Noch in der patriarchalen germanischen Edda heißt es vom Mühlsteindreher:

„Mundliföri heißt des Mondes Vater und so der Sonne auch; die Wölbung des Himmels umwandeln sie täglich, daran messen die Menschen die Zeit“.

 Hier finden wir schon wie bei allen indoeuropäischen Völkern, zu denen auch die Griechen, die Kelten und die Germanen gehören eine Vaterisierung der ursprünglichen göttlichen Mutter, wobei ihr kosmologisches Weltbild noch erhalten ist. Im obigen Fingerspiel von Butzlabee erkennen wir aber in Form der drei Hexen noch die uralte dreifache Erscheinung der göttlichen Mutter, deren Religion mit Gewalt und Schmerzen ausgetrieben wurde.

Noch verharmloster kommt die alte Religion mit dem fünfzackigen Apfelbutzen in folgendem Fingerspiel daher, als Kloß, den man einfach aufessen kann:

Dort oben auf dem Berge,

da ist der Teufel los.

Da streiten sich fünf Zwerge

um einen großen Kloß

Der erste will ihn haben,

 der zweite lässt ihn los,

der dritte fällt in Graben

dem vierten platz die Hos

der fünfte schnappt den Kloß

und isst ihn auf mit Soß

Der Klassiker unter den Fingerspielen ist Himpelchen und Pimpelchen:

Himpelchen und Pimpelchen,

stiegen auf einen Berg,

Himpelchen war ein Heinzelmann,

Pimpelchen war ein Zwerg,

 sie bleiben lange dort oben sitzen

und wackelten mit ihren Zipfelmützen,

doch nach vielen langen Wochen,

sind sie in den Berg gekrochen.

Schlafen dort in guter Ruh,

Seid mal still und horcht gut zu!

Ch ch ch ch (Schnarchen)

Heißa, heißa, Hoppsassa,

Himpelchen und Pimpelchen sind wieder da!

Das Mühlespiel von Gott der  MUTTER in Riedenburg im Altmühltal – eine landschaftsmythologische Freilegung

In Himpelchen und Pimpelchen finden wir das Volk wieder, das die göttliche Mutter auf den Mutterbergen, in den Höhlen, an den Quellen, in den Teichen, an den Brunnen und Seen, Bächen und Flüssen verehrte. Sie tragen Mützen, wie der Bi-Ba-Butzemann, hinter denen sie sich verhehlen können, aber interessant ist auch eine weitere Ähnlichkeit zwischen Mützen und Mutzen. Das Wort Mutzen kennen wir aus der Kombination mit dem Wort Mandel. Bis heute sind Mutzenmandeln ein beliebtes Gebäck, in Form von Mandeln. Die Mandeln haben wir schon in Form der Vulva-Yoni, der Mandorla, der Schutzmantel-Maria als Symbol der göttlichen Mutter kennengelernt und so könnte die rote Zipfelmütze als ursprüngliches Mandelsymbol (die Mandel gehört übrigens zu den Rosaceae, also den Rosengewächsen) ein Symbol der Menschen gewesen sein, die Gott die MUTTER erkannten und  verehrten. In diesem Zusammenhang sei auch noch auf das Wort Scha-Ma- ne hingewiesen. Könnten Schamanen ursprünglich Menschen sein, die sich ihrer heiligen Geburt aus der Scham einer Frau, ihrer Mandelvulva bewusst gewesen sind? Heute ist das Wort Scham negativ besetzt und steht im Zusammenhang mit sich schämen, aber tatsächlich erweist sich dies als eine viel spätere Negativbesetzung, die der Sexualfeindlichkeit der christlichen Kirche geschuldet ist. Im Schambachtal zwischen Riedenburg im Altmühltal und der Quelle in Schamhaupten, hat sich die ursprüngliche und positive ganz und gar weibliche Bedeutung von Scham erhalten.  Während im deutschen bei zusammengesetzten Nomen, sogenannten Komposita immer die grammatikalische Regel gilt, dass das zweite Nomen den Artikel bestimmt, sprechen wir bis heute nicht von „der Schambach“, da Bach den Artikel „der“ hat, sondern wir sprechen von „die Schambach“.

Auf dem Jachenhausener Berg in Riedenburg im Altmühltal, direkt oberhalb einer Felswand mit Höhlen und Schlupfsteinen befindet sich nun auf dem sogenannten Teufelsfesen ebenfalls ein in den Felsen geritztes Mühlespiel, zu dem es auch eine Legende gibt. Die Verbindung zwischen dem Spiel, das, wie wir gesehen haben, in enger Verbindung mit dem kosmischen Weltbild der göttlichen Mutter steht und auch noch von den Kelten in der Urelternphase verstanden wurde, steht in engem Zusammenhang mit dem christlichen Teufel, wird also dämonisiert, denn der Teufel soll ja nach christlicher Überlieferung der Widersacher Gottes sein. Interessant ist hier, dass der Begriff Teufel nur im Neuen Testament verwendet wird und in der Offenbarung des Johannes erfahren wir auch, wer der Teufel eigentlich ist:

„Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herniederkommen, der den Schlüssel des Abgrunds und eine große Kette in der Hand hatte. Und er griff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel ist und er band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und schloss zu und versiegelte über ihm, damit er nicht mehr die Nationen verführe“… (Offenbarung, 20, 1.3).

 Der Teufel trägt Hörner, die – wie wir gesehen haben, wie kaum etwas anderes, das kosmische Mondinnen-Wiedergeburts-Weltbild der kulturellen Mutterstufe wiedergibt und als Zeichen der Mutter, ihres Mondtieres und auch später im Neolithikum nach der Rinderdomestikation als die milchgebende Mondkuh von den Menschen tief verehrt und verstanden wurde.

Beachten wir noch dazu den Wohnort, den die Christen dem Teufel zugedacht haben, nämlich die Hölle, die ja nichts anderes als der uralte Kultplatz der göttlichen Mutter, nämlich die Höhle ist, dann wissen wir auch, dass der christliche Teufel die uralte göttliche Mutter ist, die ursprünglich gleichermaßen in der Schlange und der Drachin verehrt wurde. Die Schlange steht hierbei in besonders enger Beziehung zur Erde, aber auch zum Wasser. Beim mythologischen Bild der Drachin kommen die beiden weiteren heiligen Elemente hinzu: nämlich das des Feuers, denn die Drachin ist immer mit dem Feuer assoziiert und das der der Luft, denn viele der mythologischen Drachinnen können fliegen.*

*(weitere detaillierte Ausführungen  zur Drachinnensymbolik in allen Kulturen in Armbruster, 2010).

Die Flügel kennen wir auch von einer Reihe von Göttinnen. So breitet die ägyptische Göttin Isis ihre Flügel als Schutz aus. In der Befreiungshalle in Kelheim, die einem runden Tempel gleicht, stehen bis heute Göttinnen mit Flügeln für den Frieden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Berg auf dem die Befreiungshalle steht, ausgerechnet Michelsberg heißt, benannt nach dem Erzengel und Drachentöter Michael, also dem Engel, der den Teufel, die Urmuttergöttin, in den Abgrund wirft.

Der heutige Teufelsfelsen in Jachenhausen ist tatsächlich die uralte Steinahnin des ehemaligen heiligen Kultortes und wer mit Landschaftsmythologie vertraut ist, wundert sich auch nicht, dass nur circa 300 Meter vom Teufelsfelsen entfernt das Kloster St. Ursula  gestanden haben soll mit einem geheimen Gang dazwischen, wo ein Schatz versteckt gewesen sein soll. Überall, wo der Kult der göttlichen Mutter gefeiert wurde, finden wir Klöster, Kathedralen oder Kirchen oder auch manchmal nur Geschichten, dass dort einmal ein Kloster gestanden sein soll. Kein Wunder, denn alle diese Worte entstammen der uralten Muttersilbe Kall und geben in erster Linie wieder, dass an diesem Ort eben Gott die MUTTER von den Menschen gekannt und verehrt wurde. Dass das Kloster ganz in der Nähe des Teufelsfelsen ausgerechnet der heiligen Ursula gewidmet sein soll, weist noch einmal auf einen sehr alten Kult hin, denn Ursa major ist die uralte Bärengöttin.  Höhlenbären lebten im Paläolithikum in enger Verbindung mit den Menschen, teilten sie doch die Kulthöhlen mit ihnen, was Bärenknochenfunde auch im Altmühltal beweisen. Eine starke Bärinnenmutter in Form der Ge-Bär-Mutter lebt bis heute in jeder Frau, wobei viele Frauen diese Bärinnenmutterstärke anscheinend vergessen haben. Die uralte Bärengöttin fährt heute noch heute mit ihrem Wagen am Himmel, denn das Sternenbild des Großen und des Kleinen Wagens enthält das Sternenbild der Großen und der Kleinen Bärin (Ursa major und Ursa minor). Interessant ist auch, dass heute genau neben dem Teufelsfelsen eine Drachenflugrampe aufgestellt ist und dass seit einigen Jahren dort oben wieder das Johannisfeuer der Sommersonnenwende gefeiert wird. Johannes ist eine vermännlichte Form der Anna und so sehen wir eine klare Linie der Mutterverehrung in Riedenburg, denn dort wird heute die Stadtkirche St. Johannes genannt, obwohl die zentrale Figur in dieser Kirche die uralte Muttergöttin Maria ist. Direkt am Fluss, der heute seine natürliche Schlängelung verloren hat und zu einem geraden Kanal ausgebaut wurde, liegt die alte Wallfahrtskirche St. Anna, der später ein Kloster angeschlossen wurde und oben auf dem Teufelsberg, wird wieder am längsten Tag des Jahres das goldene Fest der Sonne gefeiert, dem auch das gegen Depressionen wirksame leuchtendgelbe Johanniskraut mit seinem roten Saft gewidmet ist.  Fast kommt einem der Text aus dem Himpelchen Pimpelchen Fingerspiel prophetisch vor: nachdem die Zwerge und Heinzelmännchen, als Märchenfiguren verwandelte AnhängerInnen der uralten Religion lange Zeit auf dem Berg gesessen sind, mussten sie in den Untergrund, um nun von neuem wieder aus dem Vergessen als uraltes Wissen unserer AhnInnen wieder aufzutauchen: Himpelchen und Pimpelchen sind heute wieder da! Nicht nur in Riedenburg!

Altweibersommer!

Ein schöner Beitrag von arte dea

Oh Göttin

grandmother-spider_3Irgendwann in den letzten August- oder in den ersten September-Tagen spüre ich es ganz deutlich: Es ist Altweibersommer! Irgendwas ist plötzlich anders, sanfter irgendwie.
Ich atme tief ein und genieße diese milde, schon leicht kühle Luft, dieses warme Licht, den klaren Himmel, die Spinnweben, in denen Morgens die Tautropfen glitzern ….
Ich freue mich über die Früchte dieser Zeit: die kräftig-blauen Zwetschken, die ersten Kürbisse, saftige Äpfel, reife Trauben.
Diese besondere Phase ist so etwas wie ein Luxus der Natur – eine Zeit der Stille in der lauen Luft, verzaubert von kräftigen, klaren Farben. Hier wird uns ein kurzen Stillstand

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Die Göttinnen des 15. August

Oh Göttin

Zemyna3Mitte August gibt es ja ein ganz besonderer Tag: Mit der Himmelfahrt Mariens feiert die katholische Welt eines der ältesten christlichen Hochfeste, das im 5. Jhdt. von Kyrill von Alexandria eingeführt wurde. Wie bei vielen dieser christlichen Feiertage finden sich keinerlei Belege für das Ereignis in der Bibel.
Was kein Wunder ist, galt es doch, einen alten Göttinnen-Feiertag

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Phalluskult, Protestantismus und fehlende patriarchale Sensibilität der aktuellen Politik

Hier noch ein paar weiterführende Gedanken zum letzten Beitrag über den bronzezeitlichen Phalluskult an der Südwestküste in Schweden.

Was für mich ganz wichtig ist, ist aufzuzeigen, dass es im Norden, wo im Paläolithikum niemand lebte, das Patriarchat sich viel früher und krasser zeigt, – wie in meinem letzten Beitrag über den bronzezeitlichen Phalluskult an der Südwestküste in Schweden deutlich zu sehen war – als zum Beispiel bei den Petroglyphen von Laxe de Rodas am Jacobs-Muschelweg in Nordspanien, die ich in meinem Muschelwegbuch beschrieben habe. Auch diese werden von den universitären Archäologen auf die Bronzezeit datiert und als angebliche Sonnenkalender interpretiert, aber sie stehen eindeutig nicht im patriarchalen Kontext sondern im matrifokalen. Das versuchen die universitären Archäologen vor Ort zwar mit allen Mitteln zu leugnen, aber es gelingt ihnen nicht.

Oben in Norddeutschland und in Skandinavien konnte der Protestantismus Fuß fassen, während in den paläolithisch matrifokal verwurzelten Gegenden wie in Frankreich und Spanien oder eben auch in Italien, Österreich und Süddeutschland sich der Katholizismus mit einem starken Marienkult entwickelt hat. Der Protestantismus ist die eindeutig wesentlich patriarchalere Theologie, denn sie hat den Muttermord viel stärker verinnerlicht als der Katholizismus. So sehr ich einerseits die Gleichberechtigung in den skandinavischen Ländern schätze, sehe ich die vermeintliche Bedeutungslosigkeit und Austauschbarkeit der Mutter in diesen Ländern kritisch.

Und nun noch ein aktueller Bezug: Mir fällt immer wieder auf, wie wenig die Protestanten sensibel sind für patriarchale Strukturen, wie sie z.B. zur Zeit mit der Flüchtlingswelle zu uns hinüberkommt und zwar nicht nur von Moslems sondern auch von Christen z.B. aus Nigeria oder auch aus Eritrea, wo Beschneidung bzw. Gewalt gegen Frauen zur guten Norm dazu gehören. Unsere PolitikerInnen wie Merkel, Gauck oder auch die Grünen wie Göring-Eckert haben keinerlei Berührungsängste mit dem Patriarchat. Ich denke, weil bei ihnen die patriarchale Gehirnwäsche mit dem völligen Fehlen einer weiblichen Adoration viel tiefer sitzt als bei den Katholiken. Es ist für mich kein Zufall, dass Seehofer aus dem katholischen Bayern bei der Flüchtlingspolitik so auf die Barrikaden geht und dass auf einmal die Nähe zwischen Grünen und CDU viel größer ist als die zwischen CDU und CSU.

Der Phalluskult der Bronzezeit auf den schwedischen Felsbildern in Bohuslän

x6Er gilt als Gott von Javelot (Litsleby), die 2,30 m große Felszeichnung mit erigiertem Penis, erhobenen Händen in der sogenannten Adorantenhaltung und Speer, in der für seine Felszeichnungen berühmten Region Bohüslan bei Tanum an der Westküste in Schweden. Datiert wird die Zeichnung auf 1200 bis 1000 v.u.Z., die Bronzezeit.

Die Felsbilder in dieser Region werden dominiert von Männern mit erigiertem Penis, was auf einen ausgeprägten Phalluskult hinweist und ein klares Kennzeichen des Patriarchats ist. Frauen sind nur noch spärlich dargestellt. Es ist eine Welt der Männer: Boote, Waffen, Zeremonialäxte in der Hand von vermuteten Priestern, die sogenannten Tonkernäxte, die aus einer verzierten Bronzefolie mit einem Kern aus Ton bestehen und deshalb als Waffen unbrauchbar waren.

x8Mitten in dieser Welt des Patriarchats, in der nächsten Abbildung rechts unten, die Darstellung eines Paares, was durch die hier typischen Pferdeschwanzfrisuren der Frauen sichtbar ist.

x9In dem interessanten Museum in Vitlycke, ganz in der Nähe der Felsbilder, erfahren wir, dass es sich um die sogenannte „Heilige Hochzeit“ handelt, das sexuelle Ritual, das im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit des Landes steht, welches die Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth in völliger  Verkennung des patriarchalen Kontextes als matriarchales Kernstück definiert hat und nun durch die aktuelle  Matrifokalitätsforschung, insbesondere durch die Forschungen und Veröffentlichungen von Gerhard Bott und Gabriele Uhlmann, tatsächlich als patriarchales Kernstück entlarvt wurde. Gabriele Uhlmann bringt es auf den Punkt und nennt die sogenannte „Heilige Hochzeit“ eine rituelle Vergewaltigung, da sie die biologisch vorgesehene female choice, die frei bestimmte Sexualität der Frau, massiv verletzt. Auch dies ist ein Kennzeichen des Patriarchats.

Im Zusammenhang steht der phallische Männergottkult der Bronzezeit natürlich mit einem vermännlichten Sonnenkult, was die ebenfalls häufige Darstellung der Sonne in Verbindung mit Sonnenbooten oder in Verbindung mit Wagen und Pferden als Zugtiere noch einmal verdeutlicht. Auch dies ist ein typisches Kennzeichen des Patriarchats, was die Matrifokalitätsforschung ebenfalls schon schlüssig dargelegt hat. Sehr deutlich sichtbar ist das bei dem berühmten pferdegezogenen Sonnenwagen aus Trundholm in Dänemark, auf das in dem oben genannten Museum in Vitlycke noch einmal explizit hingewiesen wird.

x7Wir können also an den schwedischen Felszeichnungen noch einmal schlüssig die Patriarchalisierung in der Bronzezeit aufzeigen. Die steht in krassem Gegensatz zu den zahlreichen Urmutterfigurinen des Paläolithikums und des Neolithikums und auch zu den Felsritzzeichnungen oder Petroglyphen in Spanien am Muschelweg,  wie zum Beispiel in Laxe das Rodas, die in einem matrifokalem Kontext der Steinzeit stehen, wie ich bereits in meinen beiden Bänden zum Jacobsweg und zum Muschelweg beschrieben habe.

Weiterführende Literatur:

Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland, 2013

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der martifokalen Wurzeln Europas

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter, 2009

Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht; Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte

Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat; Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt

 

 

Matrifokale Gedanken zu Kar-Freitag

Der Karfreitag ist ein Tag des Todes.

In der patriarchal-christlichen Kultur bedeutet das: ein Tag der Trauer. Kein Wunder geht es doch im Patriarchat immer um den gewaltsamen Tod, den unnatürlichen Tod, der die Gute Frau Tod, La Bonne Mort, wie wir sie zum Beispiel noch in der Schwarzen Madonna von Clermont Ferrand in der Auvergne in Frankreich finden, verdrängt hat.

Wir können davon ausgehen, dass der Kar-Freitag eine uralte Tradition hat, der im matrifokal-zyklischen Verständnis der Steinzeit, der Zeit der Heiligen Steine, die vor der Kriegsbeginnzeit der Metallausbeutung liegt, wurzelt. Das erschließt sich daraus, dass die Silbe kar auch in den Varianten cer oder ser eine durch die Patriarchatskritikforschung wieder freigelegte uralte Stein-Mutterwurzelsilbe ist, wie wir sie beispielhaft in dem Wort Karst, aber auch im Karwendelgebirge oder als Montserrat, dem Fels der Schwarzen Madonna von Montserrat in der Nähe von Barcelona in Spanien finden.

Die Mutterwurzelsilbe kar ist aber nicht nur eine Steinsilbe, sondern sie steht auch im Zusammenhang mit Fürsorge, wie wir es aus to care oder karitativ auch heute noch kennen. Die Mutterwurzelsilbe kar hat aber auch noch eine dritte Bedeutung. Wir begegnen ihr nämlich auch in Verbindung mit Fleisch wie in carne, oder in dem Wort Re-in-kar-nation, wo sie das „Wieder in Fleisch-gekleidet werden“ bedeutet.

Das uralte steinzeitlich-matrifokale Verständnis von Kar ist also eine Wieder-Manifestierung des neuen Lebens, die in dem zyklisch-sichtbaren Naturverständnis der Religion der göttlichen Mutter auf dem Absterben des Alten wurzelt. Schaue ich in die Natur, so sind die Blätter des alten Jahres schon größtenteils verwandelt und in dieser Verwandlung wird das neue Jahr, das neue Leben in Form von ersten Trieben oder Blüten bereits sichtbar. Die Mutterwurzelsilbe kar bedeutet also Geborgenheit und Verlässlichkeit des Lebenskreises, wie sie durch die Gute Frau Tod verkörpert wird

Sie ist kein Grund zur Trauer!

Machen wir uns diese Lebenszusammenhänge wieder klar, so ist es auch kein Zufall, dass der Karfreitag an einem Freitag gefeiert wird, ist doch der Freitag eng mit der Göttin verbunden. Wir kennen die Göttin Freya, deren Feiertag der Freitag war. Wir kennen aber auch die Göttin Venus, die am Vendredi, dem Freitag im Französischen gefeiert wurde. Und wir kennen auch den Freitag als Feiertag der vorislamischen AraberInnen, der urspünglich zu Ehren der mit der Mondsichel verbundenen Göttinnentrinität Al-lat, Menat und Al-Uzza mit der schwarzen Vulva-Stein-Kaaba in Mekka in Saudi-Arabien gefeiert wurde.

Ziehen wir also die patriarchalen Vernebelungsschleier weg!

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren lebensweisheitlichen Karfreitag!