Kirsten Armbruster: Meine Stellungsnahme zum Thema Trans aus Sicht der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung IPKF

Nachdem ich immer wieder angeschrieben werde, doch bitte zum Thema Trans noch einmal Stellung zu beziehen, habe ich mich entschlossen, dem auch noch einmal in Kurzform an dieser Stelle zu entsprechen. Ich weise aber darauf hin, dass ich mich bereits 2021 in meinem Buch „Patriarchatskritik“ (S: 563-604), in einem eigenen, 40-seitigen Kapitel mit dem Titel „Homosexualität, Intersexualität, Transsexualität und transhumaner Transgenderismus – eine differenzierte Analyse aus Sicht der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung (IPKF)“ mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Hier also ein paar Schlussfolgerungen in Kurzform:

Grundsätzlich halte ich es für falsch von Transsexualität zu sprechen. Ich preferiere hingegen den Begriff Transgeschlechtlichkeit, weil es beim Thema Trans nicht um Sexualität geht, sondern um das Verständnis von Geschlecht, was etwas völlig anderes ist.

Die Ergebnisse der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung IPKF haben mich dazu gebracht, von der Natur und der Biologie her zu denken. Dabei habe ich freigelegt, dass unser heute übliches Denken von der Mann-Frau-Paarordnung her, nicht nur aufgrund seinem Gefangensein in der heteronormativen Sexualitätsvorstellung für Mammaliaarten, also alle Säugetiere einschließlich der Menschenart, völlig falsch ist, sondern, dass dies auch auf der Fortpflanzungsebene nicht stimmt. Unsere gesellschaftliche Codierung auf 50 % Vater + 50 % Mutter= Kind, wobei der Vater noch dazu an erster Stelle genannt wird, ist biologisch völlig falsch und beruht auf der patriarchalen Gehirnwäsche, der wir alle ausgesetzt sind. Hierzu habe ich in meinem Buch „Patriarchatskritik“ zwei Kapitel geschrieben, einmal das Kapitel „Von mutterbiologischen Tatsachen und dem patriarchalen Dogma von männlichem „Samen“, der Mütter zu passiven Gefäßen des Mannes degradiert“ (S.38-51) und das Kapitel „Männlicher Fruchtbarkeitswahn als Grundlage des Patriarchats“ (S. 114-153). Das erstgenannte Kapitel ist auch über die Suchfunktion in diesem Blog lesbar.

Das Ergebnis der IPKF kurz zusammengefasst: Bei allen Mammaliaarten steht nicht die Paarordnung Frau-Mann im Zentrum von Biologie, sondern die Mutter und bei Menopausenarten, zu denen der Mensch sogar in herausragender Art gehört, ist hinzukommend noch in besonderer Weise die Mutter-Großmutterlinie für das Überleben der Art elementar. Auch hierzu habe ich in meinem Buch „Patriarchatskritik“ ein ganz eigenes Kapitel geschrieben, nämlich „Großmütter und Mütter als Trägerinnen menschlicher Evolution“ (S. 293-304). Ich habe dazu den Begriff der „Natürlichen Integrativen Ordnung der Mutter (NIOM)“ geprägt. Der Mann ist Teil dieser NIOM-Ordnung, denn die Natur hat es im Laufe der Evolution so angelegt, dass nicht das Männliche das Männliche zur Welt bringt und die Frau das Weibliche, sondern, dass die Mutter alles Leben zur Welt bringt. Dass wir heute gefangen sind im Paardenken ist also nicht natürlich oder biologisch, sondern Ergebnis einer mit Gewalt durchgesetzten männlichen Hybrisnormierung, dem Kern der patriarchal erzählten Geschichte der „Sieger“. Und wie Gehirnwäsche funktioniert, können wir ja heute täglich ganz besonders gut nachvollziehen in den putinschen Verdrehungen, die eine am gesunden Menschenverstand zweifeln lässt.

Fängt eine hingegen an, von der Mutter als Beginn allen menschlichen Lebens zu denken, können wir erkennen, dass nicht das Paar, sondern Matrifokalität die biologische Ordnung des Menschen ist und dass der Mann als biologischer Vater einen wichtigen, aber im Verhältnis zur Mutter einen sehr gerigen Anteil an der Fortpflanzung trägt. (auch dazu mehr in meinem Buch Patriarchatskritik). Matrifokalität bedeutet hierbei ganz einfach: Mütter im Focus, Mütter im Zentrum. Es ist die logische biologische Ordnung des Menschen und hat nichts mit Matriarchat zu tun.

Nähern wir uns unter dieser Prämisse dem Thema der Transgeschlechtlichkeit, sehen wir, dass sich die beiden „Kriegsparteien“ in der öffentlichen Diskussion, die insbesondere bei Twitter mit heftigen Bandagen ausgetragen wird, dass also auf der einen Seite die TRA´s, die sogenannten Transaktivisten und auf der anderen Seite die Radfems, die sogenannten Radikalfeministinnen im Grunde genommen beide die nicht menschenartgerechte Paarordnung als Denkgrundlage verwenden. Die Tra`s bestehen darauf als Frauen oder Männer anerkannt zu werden, obwohl ihre sekundären Geschlechtsmerkmale dem gegenteiligen Geschlecht zugeordnet werden und die Radfems bestehen darauf, dass es ausschließlich 2 Geschlechter gibt. Geschlecht leiten sie dabei von den äußeren Geschlechtsorganen und chromosomal ab, also von den X und Y-Chromosomen. Ich halte beides für falsch, denn die männlich-weibliche Normierung ist die typische patriarchale Paar-Normierung, während die Mutter-Normierung im Patriarchat unsichtbar gemacht und unterschlagen wird.

Die Lösung des innerhalb der patriarchalen Paarordnung unlösbaren Problems liegt darin, nicht mehr vom Paar her zu denken, sondern von der Mutter her zu denken, denn im Körper der Mutter beginnt die Geschlechtsentwicklung. In meinem Buch „Patriarchatskritik“ habe ich daher in dem Unterkapitel Transgeschlechtlichkeit (S. 586-598) darauf hingewiesen, dass der Embryo nicht losgelöst vom Körper der Mutter her gedacht werden kann mit all den komplizierten biochemischen Interaktionen im Laufe der Schwangerschaft, von denen wir bis heute kaum etwas verstehen. In dem Zusammenhang habe ich vorgeschlagen als Modell zur Geschlechtsentwicklung zum besseren Verständnis ein Vierfaktorenmodell als Grundlage heranzuziehen, wonach sich das biologische Geschlecht beim Menschen nicht nur aus dem genetischen Geschlecht, das durch die Geschlechtschromosomen X und Y abgeleitet wird, aus dem gonadalen Geschlecht, das von den Ovarien und Hoden abgeleitet wird, vom phänotypischen Geschlecht, das von den inneren und äußeren Geschlechtsorganen abgeleitet wird, sondern noch von einem weiteren geschlechtsbestimmenden Faktor, nämlich dem von mir sogenannten Gehirngeschlecht. Das beruht auf den Erkenntnissen, dass aus neurowissenschaftlicher Sicht bekannt ist, dass Sexualhormone für geschlechtsspezifische Dimorphismen der Gehirnentwicklung und die Herausbildung geschlechtstypischer Verhaltensweisen mitverantwortlich sind. Beim Embryo haben wir es aber nicht nur mit diesebezüglichen Einflussfaktoren des Embryokörpers zu tun, sondern auch mit weiteren hochkomplexen möglichen Interaktionen seitens des Körpers der Mutter. Da wir alle inzwischen wissen, dass Forschung auch heute noch vor allem männernormiert ist, ist es auch sofort verständlich, dass wir bezüglich einer Mutterkörperforschung noch immer völlig im Dunkeln tappen.

Ich gehe inzwischen davon aus, dass Transgeschlechtlichkeit eine biologische Tatsache ist, auch wenn uns – wie gleichfalls bei Homosexualität und Heterosexualität – messbare physiologische Parameter bisher fehlen. Ich gehe davon aus, dass Transmänner und Transfrauen Ausdruck einer biologischen Geschlechtervielfalt sind und zwar innerhalb der mütterlichen Ordnung NIOM, die immer integrativ ist. Ich denke, dass unsere falsche, dem Patriarchat geschuldete Paar-Normierung, Schuld daran trägt, dass Menschen sich im falschen Körper geboren fühlen. Ich habe große Zweifel daran, dass Operationen und /oder vielleicht auch Hormonbehandlungen wirklich für ein gutes Leben notwendig sind, vorausgesetzt wir würden nicht in einer patriarchalen heteronormativen Welt leben, noch dazu mit völlig patriarchtsverqueren Gendervorstellungen.

Kurzfazit:

Ich halte die derzeitige Diskussion zum hochkomplexen Thema der Transgechlechtlichkeit als nicht zielführend und nicht lösungsorientiert und insbesondere Twitter mit seinen emotional-toxischen Algorithmen für völlig kontraproduktiv. Es ist richtig und wichtig Transgeschlechtlichkeit gesellschaftlich Raum zu geben. Da ich persönlich, wie schon oft erläutert, Psychologie für tief patriarchal normiert halte, und es, wie auch bei Homosexualität keine eindeutigen messbaren biologischen Parameter gibt, da wir also bisher sehr wenig biologisch von dem Thema verstehen, halte ich das geplante Self-ID Gesetz zurzeit für den einzig gangbaren politischen Weg Betroffenen gesellschaftlich Raum zu geben, so wie auch Homosexuelle oder Bisexuelle selbstbestimmt ihre sexuelle Präferenz kennen und leben können sollten, was ja auch längst noch nicht überall der Fall ist.

Transgeschlechtliche müssen und sollen in unserer Gesellchaft sichtbar sein, sollen politische Ämter bekleiden. Ich halte daher die Argumentation der Radfems für falsch, weil sie Transgeschlechtlichkeit mit ihrem Beharren auf ausschließlich zwei biologische Geschlechter die Existenz absprechen, was natürlich Teil der Aggresssionsspiralbubble ist, in der sich diese Diskussion bisher bewegt. Ich halte aber auch die Idee einer Judith Butler, das Geschlecht sei nicht biologisch sondern nur sozial begründet und den auf dieser Basis entwickelten transhumanen Transgenderismus für regelrecht absurd. So, wie die Natur die Grundlage des Lebens insgesamt ist, ist Biologie auch immer die Grundlage menschlichen Lebens. Daher macht es keinen Sinn von der Seite der TRA´s her zu brüllen: Transfrauen sind Frauen und in dem Zuge Frauenräume mit Gewalt zu okkupieren. Nein, sind sie nicht: Frauen sind Frauen, Transfrauen sind Transfrauen, Männer sind Männer und Transmänner sind Transmänner.

Vielfalt und in diesem Fall Geschlechtervielfalt ist der Weg der Natur. Und, da wir leider immer noch mitten im Patriarchat leben, müssen beim Umgang mit dem Thema Transgeschlechtlichkeit die berechtigten Befürchtungen der Radfems berücksichtigt werden, die da sind: Es muss reine Frauenräume und auch reine Frauenschutzräume geben, zum Beispiel im Sport, zum Beispiel in Gefängnissen, zum Beispiel in Frauenhäusern, zum Beispiel in Verbindung mit der Ausübung der freien sexuellen female choice insbesondere auch bei Lesben. Und es muss bei Jugendlichen und zunehmend gerade auch bei weiblichen Jugendlichen die weibliche geschlechterimmanente patriarchale Diskrimierung bei dem Wunsch nach einer Transition unbedingt Berücksichtigung finden, sonst machen wir uns mit dem Einsatz von Pubertätsblockern schuldig. Hier liegt mein größtes Unbehagen. Kein Problem habe ich hingegen mit älteren Männern, die sich erst sehr spät als Trans outen. Ich denke, dieses Phänomen ist der Tatsache geschuldet, dass es durch unsere patriarchale Indoktrination für diese Menschen all die Jahre gar keinen Raum und keinen Platz und auch keine Worte gab, sich zu outen.

Und so sitze ich als Interdisziplinäre Patriarchatskritikforscherin zwischen allen Stühlen. Kein einfacher und kein bequemer Platz, aber vielleicht auch ein Platz, eine Brücke zu schlagen.

Patriarchat und Krieg sind Synonyme – eine klärende herstorische Sicht

Wie wir heute an dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine täglich sehen können, der nach russischer Indoktrinierung nicht als Krieg bezeichnet werden darf, arbeitet das Patriarchat immer mit dem Propagandamittel der Gehirnwäsche. Zur historischen Patriarchatspropaganda gehört die Behauptung, dass es Krieg schon immer gab, dass Krieg sozusagen dem Menschen innewohnt. Die Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung IPKF, die die Herstory und damit den wesentlich längeren Zeitraum menschlicher Geschichte wieder frei gelegt hat, hat dies als eine der Fundamentallügen des Patriarchats entlarvt, genauso wie die paläoanthropologische Erzählung vom Jäger als evolutionärem Kulturträger der Menschheit.

Archäologisch ist erste Gruppengewalt im Neolithikum nachweisbar (eine Zusammenstellung in Form einer Zeittafel findet sich hierzu in meinem Buch „Patriarchatskritik“ in dem Kapitel “ Die Entstehung des Patriarchats – eine ideologische und zeitliche Einordnung“ (2021, S. 114-153)).

Der Umbruch einer ursprünglich menschlichen und damit friedlichen herstorischen matrifokalen Kultur zu einer Kriegsgesellschaft lässt sich aber ganz deutlich zeitlich der Bronzezeit zuordnen, in der die historische Geschichtsbeschreibung sich Bahn bricht, die bis heute einhergeht mit einer heldenhaften Verklärung von Pferde missbrauchenden, Metallwaffen verwendenden einfallenden Männerhorden mit einem toxischen Männlichkeitsbild, dem patriarchalen Männlichkeitsbild. In Alteuropa können wir dies historisch festmachen an der von Marija Gimbutas erstmals beschriebenen indoeuropäischen Kurganinvasion, ausgehend von der Jamnaya- und Maikop-Unkultur aus den russischen Steppen ab circa 3200 v.u. Zeitrechnung. (Gimbutas, Marija; Die Zivilisation der Göttin, 1996). Erinnerungen an diese Zeit kommen daher hoch:

Archäogenetisch lässt sich heute nachweisen, dass dieser toxisch-männliche Überfall in eine weitgehend friedliche Kultur mit unbefestigten Siedlungen in Alteuropa zu einer starken Verschiebung auf dem Y-Chromosom in Richtung Steppengene geführt hat, was bedeutet, dass die indigenen alteuropäischen Männer entweder versklavt oder getötet wurden. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass die Durchsetzung der y-chromosomalen Steppengene – in Deutschland beträgt die Veränderung 70 %, in Großbritannien, Spanien und Portugal sogar 90 % -, dass hierzu die indigenen Frauen Alteuropas vergewaltigt wurden, denn es ist nicht vorstellbar, dass diese sich mit den einfallenden Gewaltverbrechern freiwillig paarten. (siehe hierzu Armbruster, Kirsten: Patriarchatskritik, 2021, dito mit weiteren Quellenangaben).

Oft wurden wir interdisziplinären Patriarchatskritikerinnen* die letzten Jahre gefragt, ob sich denn die indigenen friedlichen Kulturen damals nicht gewehrt hätten. Davon ist auszugehen, denn sich und seine Kinder zu verteidigen ist ein Urinstinkt des Lebens, aber angesichts der toxisch-männlichen Gewaltbereitschaft, der Übermacht der Metallwaffen und der Beweglichkeit im Zuge der Pferdezucht, die erstmals 3700 v.u.Zeitrechnung in der Botaikultur in den kasachischen Steppen nachgewiesen wurde, also angesichts dieser patriarchalen Übermacht, gab es für die friedliche Kultur Alteuropas keine Überlebenschance.

Wer den damaligen mit Gewalt durchgesetzten Umbruch einer ursprünglichen, da alle Menschen von Müttern ins Leben getragen werden matrifokal- menschenartgerechten herstorischen Lebensweise hin zu einem historischen Kriegszeitalter in der Bronzezeit – nicht nur in Europa sondern auch in vielen anderen Gegenden der Welt – verstanden hat, der weiß auch, dass der heutige von vielen leider auch in feministischen Kreisen zur Schau gestellte harmoniesüchtige Pazifismus jeder realen Gesellschaftsgrundlage entbehrt. Solange es auf der Welt noch so viele dominante autoritative patriarchale Männerhorden mit ihrem toxisch-größenwahnsinnigen Männlichkeitsbild gibt, so lange wird das Kriegszeitalter kein Ende haben. Und so lange den damit einhergehenden politischen Theologien, die sich als „Weltreligionen“ getarnt haben immer noch so breit gesellschaftlich gehuldigt wird, so lange wird der Krieg durch diese theologische Komponente, die immer eine toxisch-männliche ist, kriegsideologisch verstärkt werden, denn im Namen eines männlich geprägten Gottesbilds, passieren immer die schrecklichsten Kriege.

Das gilt im Kleinen in den privatpolitischen Alltagsbeziehungen mit toxisch-patriarchalen, nicht zufällig oft streng gläubigen Männern, die immer wieder zu systemimmanenten Vergewaltigungen und Femiziden führen. Es gilt auch auf geopolitischer Ebene, wo eben diese Gruppen immer wieder Kriege losbrechen – grundlos, denn es gibt keinen Grund und sie brauchen auch keinen Grund für ihre Gewalt. Das zu verstehen ist wichtig und zwar proaktiv, weil reaktiv ist es immer wesentlich schwieriger solchen Situationen zu entkommen. Das heißt auf privatpolitischer Ebene für Frauen: Paart euch, wenn immer es euch möglich ist, nicht mit solchen Männern. Auf geopolitischer Ebene bedeutet es: Wir müssen uns bis auf die Zähne bewaffnen und sollten keinen Handel mit solchen männlich-autoritativen Strukturen treiben und für beide Ebenen: Niemand sollte naiv gegenüber dem Patriarchat sein! Dazu ist es enorm hilfreich, die Gehirnwäscheindoktrinationen des Patriarchats wirklich verstanden zu haben. Die Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung IPKF liefert dazu die Basis.

Fazit: Ich, als patriarchatskritische Denkerin, bin politisch einverstanden mit den klaren Sichtweisen, deutlichen Worten und Anschubhandlungen von Annalena Baerbock, Marie-Agnes-Strack, Marieluise Beck und Anton Hofreiter, weil sie der Verteidigung dienen. Und ja, ein Atomkrieg ist durchaus real. Er wird aber noch realer, je mehr Schwäche gezeigt wird. Tatsächlich ist das im Kern feministische Außenpolitik, eine Politik, die nicht zulässt, dass Frauen reihenweise vergewaltigt werden und Gewalt und Zerstörung in einer Opferhaltung zwar klagend, aber letzendlich hingenommen werden.

Nein, wir müssen uns mit aller Kraft und mit aller Macht und geschlossen den toxischen kriegerischen Männerhorden entgegenstellen, im aktuellen Fall den toxischen Männerhorden des KGB.

Anne Spiegel – mutterseelenallein: Die skandalöse Tragik von Müttern im Patriarchat!

Ein erschütterndes Bild die öffentliche und offen gezeigte Verzweiflung von Anne Spiegel, Familienministerin mit vier kleinen Kindern, die angetreten war, um die Situation von Familien, die Situation von Müttern, die Situation von Kindern in Deutschland kraft ihres Amtes zu verändern.

Die Twitterkommentare, die meisten Kommentare der Presse, insbesondere männlicher Kommentatoren entlarvend vernichtend. Weg damit aus der Öffentlichkeit, dem Raum der Politeia, dem gerade auch in der Demokratie seit der Antike von Männern definierten Raum, von Männern definiert, die natürlich trotz Familie immer den Rücken frei hatten, frei gehalten von Frauen, von Müttern, abgeschoben in den unsichtbaren Raum des Privaten, dem als unwichtig definierten Raum, tatsächlich aber der Raum des Raubes. Nicht zufällig stammt das Wort privat von dem lateinischen Wort privare und das bedeutet nichts anderes als rauben.

In Wahrheit zeigte das Bild des Jammers, das Anne Spiegel den Mut hatte in der Öffentlichkeit zu zeigen aber die Realität sehr vieler Mütter nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, insbesondere in Zeiten von Corona, wo zusätzlich zur Berufstätigkeit und dem schon in normalen Zeiten zerreißenden Familienmanagement weitere Betreuungs- und Bildungsarbeiten auf Familien abgewälzt wurden und zwar insbesondere auf Mütter, aber das wollen wir nicht wissen, nicht sehen, nicht hören.

Einhellige Rücktrittsforderung, wenn öffentlich sichtbar wird, dass das Kleinfamilienmodell unserer Gesellschaft nicht gut funktioniert und zwar nicht als Einzelfall, sondern gesamtgesellschaftlich. Rücktrittsforderung, wenn eine in der Öffentlichkeit sagen muss, dass sie in „Urlaub“ geht. Urlaub? Welcher Urlaub mit vier kleinen Kindern?

Wäre unsere Gesellschaft wirklich patriarchatsaufgeklärt und modern, dann wäre Anne Spiegel nicht gezwungen gewesen sich in einem Lügengeflecht zu verirren.

Dann hätte sie offen kommunizieren können, dass ihre Familie durch Corona in eine Notsituation gekommen ist – wie so viele Familien weltweit.

Dann hätte sie nicht von Urlaub sprechen müssen, sondern hätte von dringend zu vollbringender Carearbeit sprechen können, Carearbeit, die in unserer Gesellschaft systemimmanent unsichtbar gemacht worden ist, Carearbeit, die nicht nur gesellschaftsbildend ist, sondern die Hauptvoraussetzung für Gesellschaft, denn, wenn Mütter keine Kinder gebären würden, hätten wir weder Arbeiterinnen* noch Kundinnen*, unser Wirtschaftssystem wäre damit obsolet. Und nicht nur das, sondern es gäbe schlichtweg kein Menschen-Leben.

Dann hätte Anne Spiegel auch viel leichter um Hilfe bitten können, entweder direkt für die Familie oder aber als beruflich-politische Teamentlastung in der alle erschütternden und überfordernden Ausnahmesituation im Ahrtal, infolgedessen merkwürdigerweise nur zwei Frauen zurücktreten müssen, was doch sehr zu denken gibt. Aber patriarchatsimmanent haben wir ja nun zum Glück zwei Sündenziegen gefunden, die für das gesamtgesellschaftliche Versagen an den öffentlichen Pranger, den Pranger der männerdefinierten und -dominierten Politeia gestellt werden und basta! Alles wie gehabt! Wie geht noch mal die biblische Schöpfungsgeschichte eines Vater-Gottes, der Eva und damit alle Frauen definitorisch zur Sündenziege erklärt hat???

Dabei brauchen wir dringend mehr Frauen und insbesondere mehr Mütter in der Politik, damit die unmenschliche Fassade unserer Gesellschaft öffentlich wird. Wir brauchen nicht nur eine feministische Außenpolitik, sondern ebenso eine feministische Innenpolitik und genau brauchen wir eine Politik, die nicht vom Vater her denkt, wie das Patriarchat, sondern von den Müttern, die nun mal, wie bei allen Mammalia-Arten Ausgangspunkt menschlichen Lebens sind.

Danke Anne Spiegel, dass du wenigstens versucht hast, den öffentlichen Raum menschlicher zu machen.

Der Ukrainekrieg – ein Kreuzzug der russischen Orthodoxie ?

Der sogenannte Sonnentempel auf der Insel Krim, eine Felskreislandschaft in der Ilyas-Kaya; Foto: Elena Stadler auf der Website http://www.naturwissen.com nach Boris Bojtschenko frei zur privaten Verwendung

Der Ukrainekrieg, der uns dieser Tage so beschäftigt, begann eigentlich schon 2014, mit der russischen Besetzung der Krim. Und, um den jetzigen Krieg besser zu verstehen, lohnt es sich, sich noch einmal näher mit dem putinschen Blick auf die im Schwarzen Meer gelegene Halbinsel Krim zu beschäftigen.

Aus der IPKF, der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung wissen wir, dass die enge Verknüpfung von Politik und Theologie in Verbindung mit dem Mittel des Krieges das Hauptdreibein des Patriarchats ist. Wohlgemerkt von Theologie, nicht von Religion im ursprünglichen Sinn eines mütterlichen Gottesbildes, das im natürlichen Kreislauf des Lebens und Sterbens verankert ist, sondern von Theologien, die immer auf einem männlichen Gottesbild fußen und auf einem Kriegsgewaltmonopol des Sterbens, diktiert von einem Herrscher und völlig losgelöst von dem Kreis des Lebendigen. Wo aber ist der theologische Aspekt des heutigen Krieges? Schauen wir dazu noch einmal genau auf die Krim.

Die Krim hat bis heute landschaftsmythologisch unter anderem in einem Felsenkreis die einstige Heiligkeit der Landschaft bewahrt, die Heiligkeit von Mutter Erde, Frau Mond und Frau Sonne, der ursprünglichen Religion der kosmischen göttlichen Mutter, die wir in Europa von den westlichsten Gegenden in Spanien und Frankreich bis zu den östlichen sibirischen Gebieten Europas wieder aus den patriarchalen Überformungen befreit haben. (Armbruster, Kirsten: Patriarchatskritik, 2021 siehe Gott MUTTER Figurinen im Paläolithikum und im Neolithikum S. 436-518). Und so, wie wir in Westeuropa vor allem am weit verzweigten Jacobsweg die christlichen Überlagerungen der urspünglichen Religion, dort in katholischer Prägung, abräumen können (siehe: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg und der Muschelweg, 2013 und 2014), so finden wir diese christlichen Überlagerungen auch auf der Insel Krim, hier im Gewand der russisch-orthodoxen Ausrichtung

Die Neue Züricher Zeitung schreibt 2016 zum Anspruch Russlands auf die Krim unter der Überschrift: „Die Krim wird zur „heiligen Erde“ stilisiert“:

„Um den Machtanspruch Russlands auf die Krim zu stützen, schrecken linientreue „Historiker“ vor wilden Geschichtsspekulationen nicht zurück. Ziel ist eine Umschreibung der abendländischen Chronologie“ (NZZ, Ingold, Felix, Philipp: 30.11.2016)

Bezug genommen wird dabei u.a. auf einen Schrein im Uspenski-Felsenkloster auf der Halbinsel Krim, wo angeblich im 12. Jahrhundert die Gottesmutter Maria gelebt haben soll.

Felshöhlen des Uspenski-Klosters; CCBY-SA3.0; GNU Free License

In einer programmatischen Rede zur Lage der Nation rechtfertigt Putin die Annektion der Krim damit,

dass die Halbinsel im Schwarzen Meer für Russland so heilig sei, wie der Tempelberg für jene, die sich zum Judentum oder zum Islam bekennen“. (NZZ, 2016, ebenda).

Der theologische Anspruch Russlands auf die Krim wird mit den Forschungen des Mathematikers Anatoli Formenko begründet, der an der Lomonossow-Universität in Moskau in einem eigenen Institut Hunderte Computerwissenschaftler, Historiker, Linguisten, Geologen und Archäologen um sich geschart hat. Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu:

„Was Sie beweisen möchten, mit neuesten Methoden und uralten Mythen, ist nichts anderes, als dass tausend Jahre Weltgeschichte im Rahmen des größten Betrugs aller Zeiten nicht einfach verfälscht, sondern schlicht erfunden wurden. Jesus sei in Wahrheit 1053 auf der Krim geboren worden, wo die Bibel auch spiele, ehe sie nach Judäa und Galiläa verlegt wurde. Auf der Krim war es, dass nicht nur das Christentum, sondern das Abendland selbst erfunden und die Weltzivilisation von der russischen Kultur angestoßen wurde. Erst im Lichte dieser Erkenntnis versteht man so recht, warum Russland die Krim, von der alles ausging, unbedingt zurückhaben wollte“. (Gauß, Karl-Markus: Jesus aß Gulasch beim letzten Abendmahl, Süddeutsche Zeitung, 2.5.2019).

Nimmt frau hinzu, dass es im Oktober 2018 zu einer Trennung der russisch-orthodoxen Kirche vom orthodoxen Patriarchen von Istanbul (Konstantinopel) kam, weil dieser die Gründung einer eigenständigen orthodoxen Kirche der Ukarine unterstützt hatte, was de facto eine Aufspaltung der orthodoxen Kirche ist, wird deutlich, dass der heutige Ukrainekrieg eine wesentliche theologische Komponente hat, was dem Krieg, wie allen Kreuzzügen eine fanatische Komponente verleiht, die bisher in der politischen Diskussion völlig außer Acht gelassen wird, die Gefährlichkeit dieses Krieges aber potenziert.

Ins weitere Blickfeld gerät dabei auch die geopolitische und geographische Achse nach Serbien, mit dem putinfreundlichen Ungarn als Pufferstaat, denn auch in Serbien finden wir die orthodoxe Form des Christentums. Soll auch diese – nach der Ukraine – wieder eingegliedert werden in die russische Orthodoxie, heim ins großrussische Reich des heutigen Zaren Putin? Und sind wir bei der politischen Einschätzung des Ukrainekriegs auf deren theologisch-fanatischer Komponente in Form eines groß angelegten orthodoxen Kreuzzugs mental vorbereitet. Ich fürchte nicht. Ich halte es aber für sinnvoll, diesen theologischen Machtaspekt im Blick zu haben, denn im Namen eines männlichen Gottes werden ideologisch die erbittersten und skrupellosesten Kämpfe geführt, denn die Belohnung wartet ja dann im Himmel, nicht auf Erden.

Internationaler Frauentag 2022: Die Angst des Patriarchats vor dem Postpatriarchat

Foto: Die Göttin Kali ; Wikimedia Commons public domain

Ein neuer Krieg in Europa erschüttert die Welt. Grauenvolle Bilder der Zerstörung, des Leids, des Sterbens, der Trennung und der Verzweiflung, die wir auf diesem Kontinent glaubten, hinter uns gelassen zu haben, erschüttern uns alle. Angst, Panik, Fassungslosigkeit, Mutlosigkeit, Depression lösen diese Bilder aus, aber auch Zorn, Kreative Widerstandskraft, Hilfsbereitschaft, Solidarität, große Solidarität über weite Teile der Welt hinweg. Überraschungseffekte auf beiden Seiten:

Auf der einen Seite die totalitär-autoritativ-patriarchal-hierarchisch-pyramidal geführten politischen Machtsysteme, die sich auf der UNO-Vollversammlung dieser Tage frontal taktisch offenbaren mussten und als Haupterkennungsmerkmal immer das vergewaltigungsbereite Männerhordensyndrom haben. Das Patriarchat, wie es sich seit der Bronzezeit, wie ein pandemischer Virus auf der ganzen Welt ausgebreitet hat und dem wir naiv-handel-durch-wandel-wirtschaftsgläubig über Jahre hinweg viel zu viel haben durchgehen lassen. Auf der anderen Seite, eine wundervolle und kreative Vielfalt des Widerstands über Ländergrenzen, Geschlechtergrenzen, Rassengrenzen hinweg, eine Solidarität des Widerstands, mit dem das Patriarchat nicht gerechnet hat, in dem auch Frauen das Sagen haben und feministische Männer und vor allem die Natur.

Ich möchte Hoffnung machen in dieser momentanen Welt des Grauens und euren Blick richten auf die Schwarze Göttin Kali, die das Sterben wandeln kann in neues Leben, die für mich die Macht der Natur verkörpert, die Natur, die dem Patriarchat die Grenzen setzen wird, denn egal wie sehr sie wüten die Patriarchaen dieser Welt, es liegt nicht in ihrer Macht, das Leben zu töten. Es ist schlicht nicht ihr Machtbereich. Das Leben ist stärker, die Natur ist stärker als das Patriarchat. Die Natur ist Müttermacht. Brausend und wild in ihren Stürmen, alles hinwegfegend in ihren Wasserfluten, alles in Schall und Rauch auflösend in ihren gleißenden Feuern und die höchsten Türme dieser Welt zerbröckeln lassend, wenn sie ihren mächtigen runden Mutter-Erde-Körper schüttelt, wenn und wann immer es ihr beliebt.

Die Natur ist GOTT. Die Natur ist Gott MUTTER, wie es die Menschen seit ihrem Ursprung begriffen hatten. Deswegen haben sie auch soviel Angst die Patriarchen dieser Welt. Tief in ihrem Inneren wissen sie, dass ihre Vätermachthybris keinen Bestand hat, egal wie panisch-paranoid-schreierisch- atombomben-werfend sie agieren.

Die Müttermacht von Frau Sonne, Frau Mond und Mutter Erde, wird sie, wie es unsere vorindoeuropäischen baskischen Vorfahrinnen* mit ihrer Göttin Mari schön immer wussten, wenn die rechte Zeit gekommen ist, im Sonnenlicht vergühen lassen, mit Sturzbächen in die endlosen Ozeane vor die Riesenmäuler der matrifokalen Walmütter treiben, ihre vertrockneten Knochen im Staub verwehen oder sie durch aufbrechende Schluchten des Erdmutterleibs von den Vulkanen dieser Welt verschlingen lassen. Wandelnde Müttermacht.

Und so rufe ich auf der Menschenseite die mächtigen Mutterkräfte dieser Welt, die in ihrer naturgemäßen Kraft – da wir alle von Müttern ins Leben getragen werden – auch Männer, Intergeschlechtliche und Transgeschlechtliche – biologisch integriert, und so rufe ich also die menschliche Muttermacht, aber nicht nur die, sondern vor allem auch die Mutterbäume, Mutterpflanzen, Muttertiere, Muttersteine, Mutterberge und die Muttersterne, das gesamte mütterliche Netz des Lebens in dieser wunderschönen Welt dazu auf, aufzustehen gegen die patriarchalen Zerstörungskräfte dieser Zeit.

Wir sind nicht ohnmächtig. Auf den Trümmern des Patriarchats wird sich im Laufe der Zeit das Postpatriarchat entwickeln, denn es ist schon jetzt sichtbar, sichtbar in seiner wundervollen Vielfalt, die immer ein Kennzeichen der Natur ist.

Solidarität mit der Ukraine und nun?

Nun hat Putin, der neue stählerne Diktator Russlands, seine beim Besuch von Macron am 7.2.2022 ausgestoßene Vergewaltigungsdrohung gegenüber Kiew – die er „die Schöne nannte, die sich zu fügen habe“ – wahrgemacht. Als geschulte Patriarchatskritikerin gingen bei mir schon damals bei der Pressekonferenz bei dieser Formulierung alle Alarmglocken an, in Verbindung mit seinem hämischen Grinsen sogar auf Rot. Hat sie jetzt noch eine Chance, die Schöne, die das Begehren eines totalitären Herrschers geweckt hat oder schaut die Welt nur zu bei diesem Vergewaltigungsakt? Entsetzt, aber gelähmt und letztendlich tatenlos?

Und was ist mit China und Xi Jinping? China hat sich inzwischen zu der Formulierung durchgerungen, dass es in der Ukraine keine Invasion gäbe. Auch hier sollten bei uns alle Alarmglocken angehen, denn diese Formulierung bedeutet nichts anderes als dass die Achse der totalitären Regime zusammensteht, noch ergänzt durch den Iran, der sich gestern ebenfalls zur wahren Bruderschaft mit dem stählernen, phallusgetriebenen Putin bekannt hat. Da schließen sich mal wieder Männerbünde fest zusammen. Für alle mit der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung IPKF Vertrauten ein weiteres Alarmzeichen, auch auf Rot. Dieses faszinierende Rot, die Farbe des Blutes über das Männer – anders als Frauen – nur Macht haben, wenn sie verletzen und töten: Kriegsrot.

Wie kommt China darauf, zu behaupten, dass es keine Invasion gäbe in der Ukraine, wo doch jede sehen kann, dass das Gegenteil der Fall ist. Tatsächlich ist das ganz einfach zu verstehen, wenn eine Putins einstündige imperialistische Wutschaumrede vom 23.2.2022 zur Aufklärung hinzuzieht. In dieser bestreitet Putin die eigene Territorialität der Ukraine, denn diese habe keine Tradition der Eigenstaatlichkeit. Im patriarchalen Logosdenken bedeutet das, es kann keine Invasion sein, wenn ich mich auf einem Gebiet bewege, was mir nach nun wiederauferstandenem Sowjetrecht sowieso schon gehört. Wenn China nun also behauptet, der russische Einfall in die Ukraine sei gar keine Invasion, sollten wir enorm hellhörig sein. Da scheinen mir zwei Brüder im totalitär-patriarchalen Geist ein abgekartetes Spiel zu treiben: Du Bruder Xi duldest meine Invasionspläne in Richtung Ukraine, und ich, Bruder Putin der Stählerne, unterstütze dich argumentativ, wenn du Lust bekommen solltest, dir Taiwan einzuverleiben. Die olympischen Winterspiele, im chinesischen Beijing, waren ein guter Ort und ein guter Zeitpunkt, einen solchen Plan zu schmieden, denn dort durften die vier taiwanesischen Athletinnen* ja auch nicht unter dem Namen Taiwan auftreten, geschweige denn ein Flagge zeigen oder ihre Nationalhymne bei der Verleihung zweier Bronzemedaillen hören. Nein, denn sie mussten unter dem Namen“Chinesisch Taipeh“ antreten, oder eben gar nicht. Der deutsche Steigbügelalter des IOC Thomas Bach, auch ein Bruder im Geist des Patriarchats, hält auch da – alles weglächelnd – still.

Wenn also China demnächst in Taiwan einfallen sollte, so wird auch das keine Invasion sein, denn in der Ukrainelogik holt sich ja China dann auch nur das zurück, was ihm im Sinne patriarchaler Machthegemonie sowieso schon gehört.

Und die Welt? Die sieht dann ziemlich dumm aus, denn in Taiwan sitzt, wie Bernd Ziesemer bereits am 18.10.2021 in Capital schrieb, „das wohl wichtigste Unternehmen der Welt“, die Firma TSMC, Weltmarktführer im Bereich der Halbleiter, dem wichtigsten Baustein der Digitalisierung. Schlecht für den demokratischen Teil der Welt!

Sieht es gut aus? Nein. Das Patriarchat bäumt sich gerade noch einmal männerbündlerisch gefährlich auf. Verliere ich dadurch meinen Mut? Nein, denn die Natur ist stärker als jedes Patriarchat. Gut wäre es aber, wenn mehr Menschen die Stukturen des Patriarchats besser in der Tiefe verstehen würden. Dann könnten wir proaktiv handeln, statt reaktiv.

Magisch wirken in der Russlandkrise

Heute schreibe ich über etwas, was ich als Solohexe schon viele Jahre mache, aber noch nie in dieser Form geschrieben habe, nämlich über magisches Wirken im politischen Kontext. Ich schreibe das, weil eine große Besorgnis eines Krieges im Raum steht, und, weil ich weiß, dass viele meiner Leserinnen* selbst als Hexen wirken. Vielleicht findet die eine oder der andere Anregungen, ihre Macht des Lebens gegen den Willen der Morbidität patriarchaler Männer in Stellung zu bringen, statt in Ohnmacht und Depression zu verfallen.

In diesem Zusammenhang möchte ich euch auffordern euch mit dem Mut der Mütter insbesondere in Russland und in der Ukraine zu verbinden, denn beide Länder haben eine uralte starke Müttertradition. Nicht umsonst sprechen wir auch heute noch von Mütterchen Russland. Die matrilineare Müttertradition wurzelt in den russischen Gott MUTTER Figurinen aus dem Paläolithikum, die ihr hier auf meinem Blog im oben fest verankerten Text „Gott MUTTER im Paläolithikum“ oder auch in meinem Buch „Patriarchatskritik“ findet, sie geht über die zahlreichen Gott MUTTER Figurinen im Neolithikum, von denen sich viele, insbesondere aus der Cucutenikultur im Musum in Kiew in der Ukraine befinden und die ich auch in die Galerie der Gott MUTTER Figurinen in meinem Buch Patriarchatskritik aufgenommen habe und sie zeigt sich bis heute überall sichtbar in den weit verbreiteten Matroschka Figurinen, die das tief verwurzelte Wissen um die matrilineare Abstammung festgehalten haben. Das alles ist ein lange verwurzeltes Mütterwissen, eine tief in der Natur verankerte Müttermachtkomponente, die wir aktivieren können.

Welche schon länger mit magischem Wirken verwoben ist, kann natürlich auch weitergehen und Schutzkreise um Länder und Orte ziehen oder noch weiter mit Binden und Bannen arbeiten bezüglich der männlich patriarchal wirkenden Kräfte in Russland insgesamt und insbesondere in der Politik. Gerade letzteres empfehle ich nicht denjenigen, die noch nie mit Magie gearbeitet haben, da dort eigene Schutzkreismechanismen beachtet werden sollten. Ich selbst stelle mich und meine Familie und mein Umfeld immer zuallererst unter den Schutz der im Paläolithikum verankerten göttlichen Mutter, die ich Gott MUTTER nenne, die ihr aber auch als die Große Göttin kennt, vor der Aufspaltung in viele Göttinnen. Natürlich könnt ihr in diesem Zusammenhang auch die Elemente herbeirufen und alle in der Natur tief verankerten Mutterkräfte.

Bezüglich der Schutzkreise möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich das nicht nur auf die Ukraine bezieht, sondern auch auf weitere Anrainerstaaten, aber insbesondere auch auf Deutschland, mit dem Schwerpunkt Berlin. Ich rufe hierbei in Erinnerung, dass der von Putin in seiner letzten Rede tief bedauerte Niedergang der Sowjetunion eng mit der Wiedervereinigung Deutschlands während der Regierungszeit Gorbatschows im Zusammenhang steht.

Putin ist ein im KGB tief patriarchal geprägter Mann, der sich, wie in seiner Rede vor ein paar Tagen deutlich zu erkennen war, in ein tief revisionistisches, im totalitären Stalinismus verankertes Geschichtsverständnis hineinphantasiert hat, das vor nichts zurückschreckt, ich schätze nicht einmal vor einem nuklearen Angriff. Wie ich gestern bereits geschrieben habe, habe ich den Eindruck, dass Putin nichts mehr zu verlieren hat, vielleicht auch deshalb, weil er vielleicht wirklich schon krank ist, wie ich aufgrund seiner Körperhaltung und seinen Bewegungen für gut möglich halte. Wie auch immer: solche Männer sind in ihrer Skrupellosigkeit gefährlich!

Ich möchte noch auf eine weitere Möglichkeit magischen Wirkens hinweisen und möchte hierbei eure Aufmerksamkeit auf China lenken. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz vom letzten Wochenende hat auch der Außenminister Chinas, Wang Yi, gesprochen. Er hat in seiner Rede zwar auch deutliche Signale gegen die NATO gesetzt, aber auch signalisiert, dass er die Ukraine als eigenen Staat absolut anerkennt, was Putin ja in seiner letzten Rede terriitorial historisch in Abrede gestellt hat. China hat enge wirtschaftliche Verflechtungen mit der Ukraine, so dass es durchaus sein kann, dass sich China weniger solidarisch mit Putin zeigt, als dieser sich wünscht. Also auch diesbezüglich kann eine versuchen, magisch hinzuwirken.

Nehmt das, was ich geschrieben habe als Anregungen. Wer gar nichts mit diesem Beitrag anfangen kann, möge ihn einfach wieder vergessen.

Mögen diese Worte richtig verstanden werden!

Putin – der Stählerne: Das Patriarchat braucht immer einen Heros

Bereits seit einigen Jahren, ist zu beobachten, wie Putin die sowjetische Geschichte unter Stalin zunehmend öffentlich heroisiert. Die Herosgeschichte ist ein Kernstück des Patriarchats, wie Gerhard Bott in seinem Buch „Die Erfindung der Götter“ ( 2009) überzeugend herausgearbeitet hat, und diese Tatsache wird durch weitere Forschungen der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung IPKF weiter unterlegt. (Armbruster, Kirsten; Patriarchatskritik ; 2021).

Wer den beeindruckenden Roman der Georgierin Nino Haratischwili „Das Achte Leben“ oder auch das Buch „Das Fegefeuer“ der finnischen Autorin Sofi Oksanen, die eine estnische Mutter hat, wer die Geschichte also aus kompetenter Frauensicht betrachtet, weiß, dass die stalinsche Herosgeschichte eine Geschichte des Horrors ist, insbesondere auch für Frauen. Stalin und sein langjähriger Geheimdienstchef Beria, beides Georgier, gelten als die Personifizierung der innenpolitischen Gewaltprozesse in der Sowjetunion und als Inbegriff der politischen Skrupellosigkeit, was unter anderem auch an der zwangsweisen Kolchosisierung der Landwirtschaft in der Ukraine, der Kornkammer der Sowjetunion abgelesen werden kann, infolgedessen es mindestens 3 Millionen Hungertote gab. Annalena Baerbock, die deutsche Außenministerin, gedachte deshalb nicht zufällig am 7. Februar 2022, zusammen mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba, an der Holodomor-Gedenkstätte der Toten. Holodomor – Tötung durch Hunger, nur eine von vielen der von Stalin aus bolschewistisch-ideologischen Gründen skrupellos hingenommenen Todesexzesse. Das ist also der Held und das große Allmachtsphantasien-Vorbild von Putin, dem jetzigen Herrscher über Russland, der den Zusammenbruch der Sowjetunion mit dem damit einhergehenden Territorialverlust unter Gorbatschow, also die Perestroika, nicht mit seinen patriarchal-männlichen Machtansprüchen in Einklang bringen kann.

Hier meldet sich also das Patriarchat ganz vehement und beharrt auf seinen autoritativ-männlichen Herrschaftsrechten, die immer mit der Ausbeutung der Frauen und der Natur einhergehen. Nicht zufällig beruht das Herzstück der russischen Wirtschaft bis heute auf der Ausbeutung fossiler Brennstoffe. Ist es also Zufall, dass Putin sich ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo die Grünen mit ihrer ökologisch-feministischen Politik in Deutschland in Machtpositionen gewählt wurden, dass Putin sich mit seiner ganzen patriarchal-militärischen Kriegsmacht aufbäumt, eben nicht gegen die Demokratie im Allgemeinen, denn diese hat ja historisch keine Probleme mit dem Patriarchat, sondern gegen diese neue feministisch-ökologische Demokratie, die nicht nur die männlich-patriarchale Herostheorie, sondern auch die damit einhergehende skrupellose Ausbeutung der Natur ad acta legt? Denn auch der neue Bundeskanzler in Deutschland nennt sich ja – sogar öffentlich – Feminist. Wie gut war das doch einst mit Gerhard Schröder! Heul – als die patriarchale Welt noch nicht am Bröckeln war! Und fossile Brennstoffe noch das Non plus Ultra.

Wie attraktiv ansteckend könnte eine solche ökologisch-femnistische Politik sein für Länder wie Belarus und die Ukraine und natürlich auch rüberschwappen nach Georgien, vielleicht sogar nach Kasachstan? Noch dazu, wo auch Finnland und die baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, aber auch Schweden und Norwegen vom feministischen Geist erfasst sind. Schlechte Zeiten für das Patriarchat.

Und deshalb ist Putin gefährlich. Ein alter Mann, im patriarchalen Denken des Krieges festgezurrter Mann, der nichts mehr zu verlieren hat und deshalb bereit ist, über Leichen zu gehen, viele Leichen. Und denken wir daran, dass er nicht nur in der Tradition von Stalin steht, sondern auch in der Tradition der bronzezeitlichen indoeuropäischen Jamnaya-Kurganinvasionen aus den russischen Steppen, die erstmals von Marija Gimbutas (Die Zivilisation der Göttin, 1996) beschrieben wurden und die einstige matrifokale Zivilisation Alteuropas zerstörten und an dessen Ende der erste Maskuzid der Menschheitsgeschichte zu beobachten ist. (Armbruster, Kirsten; Patriarchatskritik, 2021, S. 120).

Wir dürfen nicht naiv sein und wir müssen uns schützen, auch die Ukraine und die demokratisch-feministischen Kräfte in Belarus. Ob Sanktionen und Diplomatie zur Abwehr skrupellos militärisch-destruktiv-patriarchaler Kräfte ausreichen? Es wäre wünschenswert, ich befürchte allerdings, dass dies mit Stalin als Vorbild nicht aussreichen wird.

Und ist das matrifokal? Ja, unbedingt. Eine Bärinnenmutter und eine Löwinnenmutter würden ihren Nachwuchs immer verteidigen. Und zur Zeit? Zurzeit stelle ich mich mit meinen Hexenmutterkräften dem aufflammenden Patriarchat entgegen, eine jede, wie sie es gezeigt bekommt, auf dass Putin kein weiterer Heros der patriarchalen Geschichtsschreibung wird!

Wir Frauen müssen die Lehren des Patriarchats überprüfen

Ich denke, dass wir als Frauen, das, was das Patriarchat uns gelehrt hat, komplett überprüfen müssen. Dazu gehört, dass wir als Frauen in der Menschheitsgeschichte nicht vorkommen, dazu gehört, dass unsere Biologie und unsere Frauenkörper und Mutterkörper biologistisch abwertend beschrieben werden, dazu gehört, dass die ganze heutige Gesellschaft vom Mann her gedacht worden ist und damit nicht passend für Frauen, geschweige denn für Mütter ist. Dazu gehört, dass Gott in den heutigen Theologien und völlig anders als ursprünglich nur männlich indoktriniert ist, dazu gehört dass der Staat, seine Institutionen und seine Rechtsprechung nur für Vater Staat stehen, dazu gehört ein völlig unzureichendes Vater- Mutter- Kind Familiensystem, und es gehört auch dazu, dass die Menopause zum Krankheitszustand erklärt wird, und Großmütter, weil nicht mehr fuckable, komplett entwertet aufs mütterarme Abstellgleis gestellt werden, obwohl die Großmutterthese deren fundamentale Wichtigkeit klar herausstellt. Dazu gehört, dass die biologisch verankerte female choice mit Füßen getreten und Sexualität überwiegend vom Mann her gezeigt wird und Frauen damit vom eigenständigen Subjekt mit ganz eigenen sexuellen Bedürfnissen zum Sexobjekt degradiert werden. Und dazu gehört auch eine Definition von Ökonomie, die Carearbeit ideell und monetär komplett entwertet hat, auf dass Frauen und Mütter in unfassbare Abhängigkeiten getrieben werden.

Wer diese ineinander greifenden Strukturen nicht durchblickt, wird ewig im Irrwald des Patriarchats herumirren. Mit dem Buch „Patriarchatskritik“ liegt nun das erste Standardwerk der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung IPKF vor, das die Gehirnwäsche des Patriarchats von Grund auf freilegt und damit nicht nur unser Denken völlig verändert, sondern auch Wege aufzeigt aus der Opfer-Täter-Falle des Patriarchats, ein großer Befreiungsschlag für uns Frauen, für Mütter, Großmütter und unsere Töchter, aber auch für nicht toxische Männer, Intergeschlechtliche und Transgeschlechtliche, denn auch diese werden in diesem Buch ausreichend mitgedacht.

Bereichert wird das Werk durch zahlreiche Abbildungen, von denen viele von meinem Mann Franz Armbruster stammen, der mich auf meinen Forschungsreisen begleitet hat und die Ergebnisse durch Fotos und Zeichnungen dokumentiert hat.

Hier folgt eine Diashow meiner bisher erschienenen Bücher:

Hier folgt eine Diashow der Gott MUTTER Figurinen aus dem Paläolithikum (Altsteinzeit):

Hier folgt eine Diashow der Gott MUTTER Figurinen vom Neolithikum (Jungsteinzeit) bis zum Mythologischen Muttermord

Quellenangaben zu allen Bildern finden sich in den Grundlagentexten zu „Gott MUTTER im Paläolithikum“ und „Gott MUTTERvom Neolithikum bis zum Mythologischen Muttermord “ ganz oben . Alle Abbildungen finden sich auch mit genauen Beschreibungen und Quellenangaben auf 80 Seiten in dem Buch Patriarchatskritik

Mütter und Frauen sind nur im Patriarchat Opfer

Text I

Was mich seit Jahren beschäftigt, ist der Opferstatus, den Frauen im Patriarchat inne haben. Auf der einen Seite bedarf es des Öffentlichmachens der strukturellen Gewalt, der Frauen in unserer Gesellschaft permanent ausgesetzt sind, und es bedarf Schutzräume. Aber das ist nur eine Seite des Narrativs. Was ich seit Jahren durch die Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung IPKF versuche, ins Bewusstsein von Frauen und ins gesellschaftliche Bewusstsein insgesamt zu internalisieren, also im Bewusstsein zu verankern, ist das Narrativ, dass das nicht normal oder natürlich ist dieser Opferstatus von Frauen. Normal und natürlich ist, dass Frauen insbesondere als Mütter nicht die Schutzbedürftigen, sondern die Schützenden sind. In der Natur ist die Mutter gefährlich. Jedes Muttertier wird gefürchtet. Ich halte es für zentral, um aus dem Opferstatus herauszukommen, in das das Patriarchat uns hineingezwungen hat, dass wir die Narrative ändern. Deswegen schreibe ich über die reale einzigartige Biologie und Körperlichkeit von Müttern, über unsere unterschlagene Geschichte, über unsere ursprüngliche, an die Natur gekoppelte Religion der göttlichen Mutter, über die ökonomische Leistung von Müttern, über Mütter als prägende Kulturschaffende. Dieses veränderte Narrativ über die Stärke, die Gefährlichkeit, die Besonnenheit und vielseitige Klugheit von Müttern ist für mich der beste Schutz auch in der Vorbildfunktion für unsere Kinder. Wir brauchen wieder Mütter, die wieder in der Lage sind, ihre Kinder zu schützen, wie es in der Natur üblich ist. Und wir müssen uns wieder daran erinnern, wofür die Menopause da ist. Sie hat sich evolutionsbiologisch entwickelt, weil die Großmütter gebraucht werden, mit ihrer Weisheit, ihrem Wissen, ihrer Lebenserfahrung. Das Patriarchat hat die Großmütter noch unsichtbarer gemacht als die Mütter, um Frauen zu schwächen. Die Alte gilt als nutzlos. Bei den Elefantinnen und den Walen und Delfinen ist das ganz anders. Und es ist kein Zufall, dass Elefantinnen und Wale und Delfine, wie die Menschen über eine ausgeprägte Menopause verfügen. Wir sollten wieder von ihnen lernen, weil wir als Menschen die eigentliche und generationenübergreifende Bedeutung von weiblicher Biologie und Soziologie vergessen haben. Über diese Zusammenhänge habe ich sehr viel in meinem neuen Buch Patriarchatskritik geschrieben, damit wir Frauen aus der Opferrolle des Patriarchats herausfinden und unsere Kinder wieder schützen können, wie es die Natur eigentlich vorgesehen hat.

Text II

Da das Thema Opfersein soviele Frauen beschäftigt hat, möchte ich das an dieser Stelle noch einmal näher differenzieren. Ich denke nicht, dass Frauen als Opfer schweigen sollen. Ganz im Gegenteil. Ich denke, jede Frau sollte, wenn sie Opfer geworden ist, dies besonders laut herausschreien, um so mehr, wenn sie Opfer von sexualisierter Gewalt geworden ist. Ich habe ja in dem Beitrag vor ein paar Tagen auch geschrieben, dass die Gewalt benannt werden muss, und dass es auch Schutzräume geben muss.Was ich aber bezwecken will, ist, dass wir weitergehen, indem wir verstehen, dass, wenn das passiert, dass das nicht nur ein Einzelfall ist, sondern, dass da ein viel größeres Unrecht geschieht, nämlich ein patriarchales Unrecht gegen das Naturrecht von Frauen und Müttern, die nämlich von Natur aus stark und wild und frei und gefährlich sind, im Patriarchat aber in Strukturen gezwängt werden, durch sie ihrer natürlichen Stärke beraubt werden. Bei sexualisierter Gewalt ist das zum Beispiel ausdrücklich das Naturrecht der Frau auf die female choice, die nirgendwo gelehrt wird in den Schulen und den Familien und an den Universitäten etc.. Stattdessen wird Frauen überall vermittelt, dass sie aufpassen müssen, dass sie nachts nicht alleine unterwegs sein dürfen, dass sie sich züchtig bedecken müssen. Es wird aber auch gelehrt, dass die Hochzeit der schönste Tag im Leben einer Frau ist und damit die Kleinfamilie das höchste Ziel. Dabei sind die Kleinfamilie und Kriegszustände die gefährlichsten Orte für Frauen. Sie sind Orte von sexuellem Missbrauch, von Vergewaltigung und Orte von Femiziden und die Kleinfamilie schwächt Mütter enorm, so dass sie oft ihre Kinder nicht genügend schützen können, auch, weil die Carearbeit, die sie leisten nicht bezahlt wird in Form eines Müttergehalts. Ich will, dass Frauen in ihrem Opfersein, in dass das Patriarchat sie hineingetrieben hat, nicht allein bleiben, sondern, dass sie hinter ihrem Opfersein die strukturellen Ursachen erkennen und diese verändern, kollektiv. Dazu gehört für mich auch zu wissen, dass Krieg nicht schon immer da war, sondern sich Gruppengewalt erstmals im Neolithikum im Laufe der Sesshaftwerdung zeigt und erst im Metallzeitalter das Kriegszeitalter durchgesetzt wird. Dazu gehört auch, die monotheistischen Theologien hinter sich zu lassen, weil die das Vaterrecht erst göttlich autoritativ aufgeladen haben, auch um die ursprüngliche Religion der göttlichen Mutter auszuhebeln und durch Gewalt ins Vergessen zu treiben, auf dass sich Frauen und Mütter nicht mehr erinnern können, an ihre Naturrechte und ihre Naturstärke. Wir müssen die Strukturen des Patriarchats in ihrer Tiefe verstehen, um sie in ihrer Gesamtheit zu überwinden und nicht nur an einzelnen Symptomen uns abarbeiten. Das ist der Grund, warum ich das erste Standardwerk der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung IPKF “ Patriarchatskritik“ geschrieben habe, damit Mütter, Frauen, Männer und Diverse gemeinsam die zerstörerischen Strukturen des Patriarchats erkennen und sie von innen heraus verändern können. Müttern und Großmüttern kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, weil Matrifokalität die biologische Ordnung des Menschen ist, weil alle Menschen von Müttern ins Leben getragen werden. Das ist die Natürliche Integrative Ordnung der Mütter NIOM, die für alle Säugetierarten gilt, für Menopausetiere und damit auch für den Menschen aber evolutionsbiologisch nochmal eine besondere Bedeutung hat. Erinnern wir uns wieder an unsere weibliche Natur: die ist wild und stark. Erinnern wir uns wieder an unsere Löwinnenzähne und an unsere Bärinnenkräfte.