Matrifokale Gedanken zu Kar-Freitag

Der Karfreitag ist ein Tag des Todes.

In der patriarchal-christlichen Kultur bedeutet das: ein Tag der Trauer. Kein Wunder geht es doch im Patriarchat immer um den gewaltsamen Tod, den unnatürlichen Tod, der die Gute Frau Tod, La Bonne Mort, wie wir sie zum Beispiel noch in der Schwarzen Madonna von Clermont Ferrand in der Auvergne in Frankreich finden, verdrängt hat.

Wir können davon ausgehen, dass der Kar-Freitag eine uralte Tradition hat, der im matrifokal-zyklischen Verständnis der Steinzeit, der Zeit der Heiligen Steine, die vor der Kriegsbeginnzeit der Metallausbeutung liegt, wurzelt. Das erschließt sich daraus, dass die Silbe kar auch in den Varianten cer oder ser eine durch die Patriarchatskritikforschung wieder freigelegte uralte Stein-Mutterwurzelsilbe ist, wie wir sie beispielhaft in dem Wort Karst, aber auch im Karwendelgebirge oder als Montserrat, dem Fels der Schwarzen Madonna von Montserrat in der Nähe von Barcelona in Spanien finden.

Die Mutterwurzelsilbe kar ist aber nicht nur eine Steinsilbe, sondern sie steht auch im Zusammenhang mit Fürsorge, wie wir es aus to care oder karitativ auch heute noch kennen. Die Mutterwurzelsilbe kar hat aber auch noch eine dritte Bedeutung. Wir begegnen ihr nämlich auch in Verbindung mit Fleisch wie in carne, oder in dem Wort Re-in-kar-nation, wo sie das „Wieder in Fleisch-gekleidet werden“ bedeutet.

Das uralte steinzeitlich-matrifokale Verständnis von Kar ist also eine Wieder-Manifestierung des neuen Lebens, die in dem zyklisch-sichtbaren Naturverständnis der Religion der göttlichen Mutter auf dem Absterben des Alten wurzelt. Schaue ich in die Natur, so sind die Blätter des alten Jahres schon größtenteils verwandelt und in dieser Verwandlung wird das neue Jahr, das neue Leben in Form von ersten Trieben oder Blüten bereits sichtbar. Die Mutterwurzelsilbe kar bedeutet also Geborgenheit und Verlässlichkeit des Lebenskreises, wie sie durch die Gute Frau Tod verkörpert wird

Sie ist kein Grund zur Trauer!

Machen wir uns diese Lebenszusammenhänge wieder klar, so ist es auch kein Zufall, dass der Karfreitag an einem Freitag gefeiert wird, ist doch der Freitag eng mit der Göttin verbunden. Wir kennen die Göttin Freya, deren Feiertag der Freitag war. Wir kennen aber auch die Göttin Venus, die am Vendredi, dem Freitag im Französischen gefeiert wurde. Und wir kennen auch den Freitag als Feiertag der vorislamischen AraberInnen, der urspünglich zu Ehren der mit der Mondsichel verbundenen Göttinnentrinität Al-lat, Menat und Al-Uzza mit der schwarzen Vulva-Stein-Kaaba in Mekka in Saudi-Arabien gefeiert wurde.

Ziehen wir also die patriarchalen Vernebelungsschleier weg!

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren lebensweisheitlichen Karfreitag!

Mondrahit – „Nacht der Mütter“ – Gedanken zur Wintersonnenwende

Oh Göttin

Lucina 2Unsere angelsächsischen AhnInnen, feierten in dieser Zeit im Jahr „Modraniht“ – die Nacht der Mütter“, die später im Römischen Reich in „matrum noctem“ umgewandelt wurde.

In dieser Nacht gebiert die Göttin tief in der finsteren Erde in der stillsten aller Stunden das neue Sonnenkind. Je nach Auslegung ist diese Mutternacht die Nacht auf den 21. auf den 22. bzw. auf den 25. Dezember.
Es gibt eine Reihe an Beispielen aus vorpatriarchalen Traditionen, die als Zentrum die Verehrung

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Die matrifokalen Wurzeln von Paris

Paris 09Der Name Paris setzt sich zusammen aus dem Wort parere, was gebären, erzeugen, hervorbringen bedeutet und der Mutterwasserwurzelsilbe Is, wie wir sie von den Flüssen Isar und Isère aber auch als Doppelsilbe  von der ägyptischen Göttin Is-Is kennen, die eng mit dem Nil verbunden ist oder auch von  der semitisch-akkadischen Göttin Is-thar. Das Zentrum von Paris ist nicht zufällig bis heute die vulvaförmige Insel Île-de-la-cité mit der Kathedrale Notre Dame und dort beginnt auch die Gründungsgeschchte des alten Lutetia Parisiorum. Im folgenden pdf-Text, der aus meinem Buch „Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER -Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas (2014, S. 181-190) stammt, begebe ich mich auf die landschaftsmythologische Spurensuche nach den matrifokalen Wurzeln von Paris. In Paris beginnt natürlich auch nicht zufällig die Via Turonensis, eine der Hauptrouten des patriarchal überlagerten Jacobwegs.

Paris pdf

Die ursprüngliche Bedeutung von Anna-Orten

Anna-SelbdrittOben zu sehen ist die Figur der Anna-Selbdritt, hier im Kloster Santa Maria de Santa Cruz in der Nähe von Jaca, einem der ersten Orte des Camino Francés-Muschelwegs in der Nähe der Pyrenäen an der Grenze zwischen Spanien und Frankreich, den das Patriarchat Jacobsweg nennt. Die Figur der Anna, welche die Mutter der christlichen Maria sein soll, ist nicht biblisch. (siehe hierzu Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER  – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013, S. 33-45). Insbesondere die sehr häufige Figur der Anna Selbdritt, welche die Anna als Großmutter, als Ahnin zeigt, offenbart überdeutlich, dass die Figur aus der matrifokalen Zeit Europas stammt, denn Maria ist hier noch ein Mädchen, kann also selbst noch gar keine Mutter sein. Tatsächlich steht die Figur der Anna-Selbdritt immer für die matrilineare Ahninnenreihe in die, wie die Figur zeigt, das Weibliche und das Männliche hineingeboren werden, und hinter der Figur der Anna-Selbdritt versteckt sich die in der Matrifokalität wurzelnde Religion von Gott der MUTTER. Heute ist der matrilineare Anna-Kult häufig überlagert mit dem vermännlichten Johannes-Sonnwendfeierkult, der im folgenden Text ebenfalls als patriarchale Überlagerung entlarvt wird. Der folgende Text stammt aus dem Buch: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland?  – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, S. 70-77:

„Auch bei uns sind die ewigen Bewegungen von Frau Sonne, Frau Mond und den Sternen in den Wallfahrten und Pilgerreisen miteinbezogen und gerade auf dem Muschelweg, der am Meer am westlichsten Ende Europas endet, wird eigentlich, und vor allem dieser kosmische Zusammenhang verehrt. Auch die Idee eines AhnInnenngeistes an einem Wasserloch, wie er bei den Aborigines beschrieben wurde, war in Europa einst weit verbreitet. Und natürlich finden wir diesen Kult auch am Muschelweg. So beschreiben Derungs stellvertretend für viele andere solcher landschaftsmythologischen Überlie-ferungen eine Brunnenlegende aus der romanischen Kirche St. Kunibert in Köln, wobei Köln heute Teil des deutschen Muschelwegs ist:
„Mit dem Brunnen in Köln ist die Vorstellung der Kinder-herkunft verbunden. Dass die Kinderseelen aus dem Was-ser, von einem Baum oder Stein geholt werden, war einmal üblicher Brauch. In Köln hütet Maria auf dem Grund des Kunibertbrunnens die ungeborenen Kinder, bis eine Frau kommt und vom Brunnenwasser in einer Vollmondnacht trinkt. Dann weiß Maria, dass sich diese ein Kind wünscht. Sie sucht ihr eines aus der großen Schar aus und bereitet es auf sein Erdenleben vor. Neun Monate später kann die Frau es sich dann abholen. Dahinter steckt eine alte Wiedergeburtsmythologie, denn man glaubte, dass eine verstorbene Person in der Natur bei einem Seelensitz weiterlebe, sei dieser ein Stein, eine Quelle oder ein heiliger Baum. Solche Ahnenstätten werden dann zu Kultplätzen. Gleichzeitig traten die Frauen der Sippen mit diesen Seelenorten in körperlichen Kontakt, indem sie auf einem Stein rutschten oder im Wasser badeten. Oft genügte es davon zu trinken. Dadurch nahm die Frau die Kinder- und Ahnenseele spirituell auf und führte die verstorbene Person ins Leben zurück. So schloss sich der Kreislauf von Tod und Geburt. Dieser Zyklus lag in den Händen einer Leben-im-Tod-Göttin. Bei ihrer Stätte, die oft die Form eines weiblichen Schoßes aufweist, weilten die Ahnenseelen im Jenseitsparadies“. (Derungs, Kurt und Isabelle M.; 2006, S. 202).

Das Kultverständnis einer aus dem Wasser empfangenen Ahnenseele, ist also auch in Europa bekannt und folgt man den Annaorten, den Wasser-AhnInnenorten, an denen Frauen dem früheren Verständnis nach aseitätisch-parthenogenetisch, ohne das Zutun eines Mannes, ihre Kinder empfingen, so erkennt man bis heute in der Landschaft, wie weit verbreitet dieser Glaube tatsächlich war. Denn die christlich tradierte Anna, als Mutter Marias hat keinen biblischen Ursprung, sondern geht sozio-historisch auf die Zeit der unilinear-matrilinearen Abstammung und religionshistorisch auf die seit dem Paläolithikum bekannte aseitätische Gott die MUTTER z-rück. (Armbruster, Kirsten; 2013, S. 18/19).

Der Kult der Anna
Anna zählt zu den altbekannten Wurzelsilben, den sogenannten Mutterwurzelsilben der Steinzeit und steht im Zusammenhang mit der unilinearen matrilinearen AhnInnenabstammung, die auf die aseitätische-parthenogenetische Gott die MUTTER zurückgeht. Ahninnenorte sind daher oft Wasserorte, weshalb Anna als Wassersilbe bezeichnet wird und oft in Flussnamen vorkommt. Die matrilineare Abstammung für die die Anna steht, wird von den Christen, patriarchal okkupiert, oft in der Figur der Anna-Selbdritt wiedergegeben, welche die Anna, die Maria und Jesus zeigt, die enge Mutter-Tochter-Beziehung, und das Männliche geborgen in der mütterlichen Abstammungslinie. Tatsächlich tradiert die Figur der Anna nicht nur die matrilineare Abstammungslinie, sondern auch die ursprüngliche freie und wechselnde Sexualwahl der female choice, denn der Anna werden drei Männer zugewiesen. Christlich verbrämt sind es natürlich Ehemänner, die sie jeweils nach dem Tod des vorherigen Ehemanns ehelicht. Die Legende erzählt, dass Anna nach Joachims Tod noch zweimal verheiratet gewesen sein soll, weshalb im Mittelalter oft Bilder der heiligen Sippe dargestellt wurden, die Anna mit ihren drei Ehemännern und mit den drei Töchtern, den drei Marien, zeigt. (Löffler, Katrin; 2010, S. 35).

Einen bis heute überlieferten Wasser-AhnInnenort finden wir auch an der Westküste Nordspaniens am best-besuchten Strand Galiciens, dem Praia A Lanzada in der Meeresbucht, wo der Steinsarg des Apostels Jacob angeblich den Fluss Ulla in Richtung Santiago de Compostela hinauftrieb. Über den berühmten Strand schreibt der Dumont Reiseführer:

„Dabei war und ist er (der Strand) nicht nur tagsüber interessant. An Mitternacht zum Sonntag – bei Vollmond und nur in Monaten ohne „r“ – haben Galicierinnen früher versucht, hier schwanger zu werden. Dazu hockten sie sich in das Wasser und warteten neun Wogen ab, bevor sie sich wieder abtrockneten. Als besonders geeigneter Termin galt die Mitternacht zum Johannistag (am 24.Juni). Mag der Brauch auch heidnischen Ursprungs sein, in der Kapelle Santa María de Lanzada am östlichen Ende des Strands findet am letzten Sonntag im August heute noch immer die „Wallfahrt der neun Wogen“ statt. Und es heißt, selbst Managerinnen aus Vigo und Santiago seien erst kürzlich nachts beim „Baden“ gesehen worden…“. (Büscher, Tobias, 2010, S, 227/231).

Eine besonders schöne Figur der Anna Selbdritt finden wir im Kloster Santa María de Santa Cruz in der Nähe von Jaca, einem der ersten Orte des Camino Francés in der Nähe der Pyrenäen in Navarra.

In der Klosterkirche ist neben einer Marienfigur aus Alabaster, am Außenportal, eine interessante Inschrift an-gebracht. In lateinischer Sprache steht dort geschrieben:

„Ich bin die einfache Tür, Gläubige. Tretet ein durch mich. Ich bin die Quelle des Lebens, habt mehr Durst nach mir als nach Wein, alle die ihr in diesen seligen Tempel der Jungfrau tretet“.

Ganz deutlich finden wir hier die Alte Religion von Gott der MUTTER wieder. Die Vulva als Tor zu neuem Leben und damit die Quelle des Lebens, die auch immer mit Wasser verbunden ist. Und natürlich finden wir vor der Klosterkirche einen Brunnen, einen alten AhnInnen-brunnen. Der Verweis auf die Jungfrau in dieser Inschrift ist immer der Hinweis auf die parthenogenetisch-matrilineare Abstammung und der Hinweis auf den Wein, ist, wie wir gleich erkennen werden, nur eine Metapher für den eigentlichen Ursprung. Bezeichnenderweise befindet sich dieses Kloster nämlich in der Nähe des berühmten in den Fels gebauten alten Klosters San Juan de la Peña. Dieses Kloster ist dem Apostel Johannes geweiht, der die vermännlichte Form der Anna ist, denn nicht zufällig steht der Anna-Ahninnenkult in Verbindung mit der Sommersonnenwende. Ebenfalls nicht zufällig fällt heute ausgerechnet der Johannistag auf die Sommersonnenwende und das sonnengelbe Johanniskraut, das einen rötlichen Farbton enthält, wird plötzlich zum Herrgottsblut. Tatsächlich haben wir auch hier eine typische patriarchale Überlagerung. Der seit dem Paläolithikum bekannte Sonnenkult der Kosmischen MUTTER, der zur Sommersonnenwende und zur Wintersonnenwende gefeiert wird, ist ein matrilinearer Ahninnenkult und unterscheidet sich eklatant vom späteren patriarchalen Sonnen- und Feuerkult der Indoeuropäer. Das Johanniskraut, das Sonnenkraut, das zur Sommersonnenwende blüht, gibt einerseits das Goldgelb der Sonne wieder, andererseits steht der rote Saft des Johanniskrauts für das einst heilige Menstruationsblut der Frauen, das Voraussetzung ist, um AhnInnen an einem Wasserort zu empfangen. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass in dem Kloster San Juan de la Peña einst der Heilige Gral, der Kelch und der Kessel des Lebens, welcher ursprünglich der Bauch der Mutter war, aufbewahrt wurde. Diese besonders berühmte Reliquie zu der die Menschen pilgerten, wird, heute allerdings nicht mehr hier, sondern in der Kathedrale von Valencia, an der Südostküste Spaniens aufbewahrt. (Büscher, Tobias, 2010; S. 87). Die Christen haben aus dem Bauch der Mutter den Abendmahlkelch gemacht und aus dem einst Heiligen Menstruationsblut der Frauen das Blut von Jesus, was in der Wandlungsfeier der Eucharistie durch roten Wein imitiert wird. Die Inschrift am Kloster Santa María de Santa Cruz ist also eine verschlüsselte Botschaft und bedeutet decodiert, dass die Menschen ursprünglich Gott die MUTTER als aseitätische-parthenogenetische Schöpferin des Lebens kannten. Sie war die Quelle des Lebens. In ihrem Bauch, der durch den Kessel oder Kelch symbolisiert wird, geschah die heilige Wandlung des bei der Schwangerschaft ausbleibenden Menstruationsblutes in neues Leben. Die Vulva war das Tor durch welches das neue Leben geboren wurde. Der Abendmahlkelch des Patriarchats ist nur eine Imitation dieses mütterlichen Lebenswandelprozesses, nur leider eine blutige: denn während dem Menstruationsblut kein Tötungsdelikt zugrunde liegt, musste Jesus getötet werden. Tatsächlich ist die Suche nach dem heiligen Gral oder auch die Eucharistie im Abendmahlkelch immer der künstliche Versuch von Männern den Müttern gleich zu werden.“

Matrifokalität – Die Revolution im Kopf

Schlangensäule mit goldener KugelGerade hat mich ein sanfter Regenschauer aus dem Garten vertrieben, wo ich in Margarete Mitscherlichs Buch „Die friedfertige Frau“ gelesen habe. Besonders die ersten beiden Kapitel „Krieg und Gewalt – Sache der Männer“ und „Aggression und Geschlecht“ gefallen mir sehr gut und auch ihr Appell an die Frau, die anerzogene „Friedfertigkeit“ abzulegen und der männlichen Herrschaft und Gewalttätigkeit Paroli zu bieten. Ich sehe das ganz genauso!

Mir wird aber auch noch einmal richtig bewusst, welch eine Revolution im Kopf stattfindet, wenn frau Matrifokalität zunehmend verinnerlicht hat, wenn frau wieder anfängt von der Natur her zu denken, denn Matrifokalität ist Natur. All der Psychoanalysequatsch von Freud über Penisneid, Ödipuskomplex, Oralphase, Analphase, Über-Ich und Ich, Mutter-Kind-Loslösungsphase, all das kann als unbrauchbar entsorgt werden. Auch die Ehe, die Paarungsfamilie, in der merkwürdige Konstellationen vom Vater als Oberhaupt indoktriniert wurden, all das, was nicht funktioniert, kann ebenfalls entsorgt werden. All der Theologiekram und all der Esoterikkram, in den Frauen sich hineingeflüchtet haben, all das kann ebenfalls entmüllt werden. Auch die Herosopfertheorien und die männlichen Götter, die Matriarchats- und die Amazonenphantasien, all das brauchen wir nicht mehr. Den künstlichen Ersatzbeziehungszwang zur Frauensolidarität, aber auch den sexuellen Deutungshoheitskampf zwischen lesbischen und heterosexuellen Frauen können wir entsorgen. Gleichzeitig können wir den energieraubenden und undifferenzierten Männerhass bleiben lassen, wenn wir die patriarchalen Strukturen verstanden haben. Welch eine Befreiung das Wissen um Matrifokalität, das Wissen um Natur und Biologie! Wech ein Glück! Wir wissen wieder wie Leben funktioniert. Wir sind dank der Patriarchatskritikforschung wieder angebunden an unsere Wurzeln. Wir haben unsere Geschichte weider frei gelegt, wir erkennen wieder in welchen sozialen Konstrukten der Mensch eingebunden sein muss, um menschlich zu sein. Wir erkennen jetzt auch, dass der Mann, der sich durch die patriarchalen Größenwahnindoktrinationen aus der Natürlichen Integrativen Ordnung der Mutter herauskatapultiert hat, nur Zerstörung produziert. Das Erkennen von Matrifokalität beinhaltet aber auch die Lösung dieses Problems. Es ermächtigt Mütter sich ihrer leiblichen naturgegebenen Macht bewusst zu werden, die zur Folge hat, ihre Töchter zu stärken und ihre Söhne trotzdem an die Hand zu nehmen und ihnen den Lebensweg zu zeigen, den sie ohne sie nicht finden können. Wie bin ich froh, diese Zusammenhänge erkennen zu können! Wie bin ich froh, die Last der patriarchalen Lügen nicht mehr tragen zu müssen. Ich spüre, wie Leben sein kann und das ist wunderbar!

Die Mutterwurzelsilbe MANN

Casa Naranja O1Die Mutterwurzelsilbe Man(N) steht ursprünglich nicht für das männliche Geschlecht sondern für die Mutter

Zur ursprünglichen Bedeutung der Silbe Man (n) hat Barbara Walker in ihrem Lexikon „Das geheime Wissen der Frauen“ (1995) Interessantes zusammengetragen.

Die Muttersilbe Man (n)
„Im ursprünglichen Altnordischen bedeutet man „Frau“ (engl. woman). Das Wort für „Mann“ war nicht man sondern wer aus der Sanskritwurzel vir …
(Anmerk. der Verfasserin: siehe hierzu auch Virilität und das Potenzmittel Viagra)

Bei den skandinavischen und anderen Stämmen Europas wurde mit Man der Mond, die Schöpferin aller Wesen bezeichnet … Im Europa des Altertums war Mana die Mondmutter, die das Geschlecht der Menschen hervorbrachte -. denn abgeleitet von „woman“, Frau bedeutete man ursprünglich Mensch
(Anmerk. der Verfasserin: woman wahrscheinlich zusammengesetzt aus womb und man für Bauchmutter).

Selbst im Rom der Kaiserzeit war Man oder Mana die Mutter aller manes oder Ahnengeister. Die Sanskritwurzel man bedeutete „Mond“ und „Weisheit“ und dies waren die beiden wichtigsten Attribute der Großen Göttin. Die heidnischen Skalden dichteten eine Gruppe von Liebesliedern, die dem weiblichen Prinzip des Mondes und seiner irdischen Inkarnation, der Frau geweiht waren; dies waren mansongr, „Frauenlieder“. Die katholische Kirche verbot sie ausdrücklich.

Die englische Isle of Man war früher der Mondgöttin geweiht; diese Mondgöttin war manchmal eine Seejungfrau oder eine androgyne Aphrodite
(Anmerk. der Verfasserin: im Baskischen bedeutet auch heute noch andere/andre „Frau“).

Diese Mondgöttin bewahrte die Seelen der Menschen in „umgedrehten Töpfen“ in Grabhügeln und Bienenkorb-Grabmälern auf.
(Anmerk. der Verfasserin: siehe hierzu auch den Omphalos-Stein in Form eines Bienenkorbes aus Delphi, dem ältesten Orakelort Griechenlands, wobei Delphi Schoß und Gebärmutter heißt).

Die Isle of Man war offenbar eine heilige Toteninsel. Der Name ihrer Gottheit wurde wechselnd mit Man, Mana, Mana-Anna oder Manannan wiedergegeben … Es gab in nahezu allen Sprachen ein Wort wie „Mana“, das immer weibliche Kraft, Mond-Geist, Magie, übernatürliche Kräfte und Gottheit bedeutete … das Mana regierte auch die Unterwelt, die bei den Finnen Manala heißt.

Die Römer kannten eine sehr alte Göttin Mana oder Ma-nia, die das unterirdische Land der schon lange Verstor-benen beherrschte: die Seelen der Verstorbenen, die ma-nes waren ihre Kinder … Mana oder Mania war ein g-bräuchlicher Name für die Große Göttin in ihrer Gestalt als Schöpferin und Himmelskönigin (Mond), denn sie war wie der Mond selbst eng mit den geheimnisvollen Kräften der Frauen verbunden.

Die SkandinavierInnen nannten das Himmelsreich der Göttin Manavegr, „den Mondweg“.

Die KeltInnen bezeichneten es als E-Mania oder Hy Many, das von der Dreifachen Göttin regierte Land. Manchmal war es Emain Macha, das Mondland der Mutter Macha. Ema war laut Cormacs Wörterbuch ein Ausdruck für „Blut“ (ähnlich wie das semitische ima, „Mutter und dam, das gleichzeitig „Mutter“ und „Blut“ bedeutet.
(Anmerk. der Verfasserin: wovon wahrscheinlich das heutige Wort „Dame“ abgeleitet ist. Als Dama blanca wird sie heute noch in den Pyrenäen zwischen Betharram und Lourdes verehrt).

Emain war also das Land des sich erneuernden Mondblutes der Großen Mutter“)
(Walker, Barbara; 1995, Stichwort Man(n) und Mana).

Interessant ist in diesem Zusammenhang natürlich auch, dass die Bibel im 2. Buch Mose, aber auch der Koran, Manna (hebräisch man) als Himmelsspeise oder Himmelsbrot erwähnt, das die Israeliten während ihres 40-jährigen Herumirrens in der Wüste ernährt haben soll. Immer wieder wurde darüber spekuliert, um welche Speise es sich gehandelt haben könnte, die mit Reif oder Morgentau in Verbindung gebracht werden könnte. Dem Morgentau sind wir ja in dem südspanischen Wall-fahrtsort zur Blanca Paloma nach El Rocío in der Doppelbedeutung mit Fels und Stein schon begegnet. Inter-essant ist in dem alttestamentarischen Zusammenhang aber auch, dass die Israeliten widerspenstig waren und der Aufforderung eines Gott Vaters von den guten Dingen zu essen nicht nachkamen. Tatsächlich handelt es sich hier also um etwas ganz anderes, nämlich um die Weigerung der Israeliten von dem uralten Kult um Gott die MUTTER zu lassen, der auch in Europa weit verbrei-tet war. Der Morgentau, der auch Mondmilch genannt wird und in engem Zusammenhang mit den weit verbrei-teten Schalensteinen (Cups and Rings) steht, ist ein Steinkult aus der Religion von Gott die MUTTER, denn der Morgentau oder die Mondmilch sollten Heilung und Segen bringen. In besonderem Zusammenhang steht der Kult aber mit dem alten Ahninnenglauben, dass die Frauen parthenogenetisch in Verbindung mit Wasser ein Kind empfangen konnten. Derungs schreiben über diesen Morgentau-Steinkult, der auch in Europa und insbesondere in Galicien weit verbreitet war:

Schon frühmorgens gingen Frauen und Männer über die Felder, um die wohltuende Wirkung des Taus zu empfan-gen. Besonders die alten, mit Tau benetzten Steine wurden von den Frauen aufgesucht, um schwanger zu werden. Entweder nackt oder nur teilweise entblößt rieben sie ihren Bauch an einem Block, einen Menhir oder an einem Schalenstein. Vorwiegend die Becken der Schalensteine sollten den Tau oder die Mondmilch aufnehmen und die Empfängnis der Frauen bewirken. Damit haben wir eines der ältesten Rituale wieder entdeckt, das mit den Schalensteinen verbunden ist“.(Derungs Kurt und Isabelle, 2006, S. 142/143).

Text aus: Armbruster, Kirsten:  Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Euopas , Teil 1, 2013, S. 88-91)

Die Kaaba – Schwarzer Stein der Hagar

MondsichelJetzt ist Ramadan. ein guter Anlass, um hinter die Kulissen der Kaaba, der Haddsch, den Brunnen ZamaZam, die Mondsichel und den heiligen Freitrag zu blicken und, warum uns das alles so bekannt ist.

Eine Humoreske auf der Basis der neusten Ergebnisse der Patriarchatskritikforschung:

https://kirstenarmbruster.files.wordpress.com/2015/03/was-sie-schon-immer-c3bcber-religion-wissen-wollten-eine-humoreske.pdf

Walpurgisnacht und der wilde Tanz der Hexen in den Mai – Plädoyer für eine Entpatriarchalisierung der Jahreskreisfeste

Hühner1Heute Nacht ist Walpurgisnacht, Traditionell ein Hexenfest, das den allenthalben zu beobachtenden explodierenden wilden, nicht gezähmten Liebeskräften der Natur entspricht. Wal – ist eine der steinzeitlichen Kall-Mutterwurzelsilben, die wir durch die Patriarchatskritikforschung inzwischen schon umfassend frei gelegt haben. Es ist eine Muttersilbe durch und durch und diese Muttersilbe wird auch im Monatsnamen Mai mit der Mutterwurzelsilbe Ma widergespiegelt.

Der Mai, ein Monat von Mutter Natur.

Das Patriarchat, das in Europa mit der Indoeuropäisierung seinen Anfang nahm, hat dieses Fest männlich überlagert. Viele Neuheiden benutzen für dieses Fest den Namen Beltane, genannt nach dem keltischen Gott Belenus. Bel ist auch ein Zweitname für den keltisch-vermännlichten Sonnengott  Lug, den die Neuheiden im August an Lugnasad oder Lammas feiern. Die Vermännlichung des Sonnenkults ist  – wie Maria Gimbutas sehr gut freigelegt hat – eines der Hauptkennzeichen des Patriarchats. Tatsächlich bringt das Patriarchat mit der Überbetonung des Elements Feuer,  z.B. durch industrialisierte Verbrennungsprozesse in denen zuviel Kohlendioxid entsteht, die Natur und die anderen drei Elemente Erde, Wasser und Luft in Bedrängnis, denn die patriarchale Feuerkraft ist eine entfesselte Feuerkraft. Heutzutage werden deshalb zum 1. Mai auch überall Maibäume aufgestellt. Sie sollen ein Symbol sein für die „Heilige Hochzeit“ zwischen der Erde als passiv  Empfangende und dem Maibaum, der für den aktiven männlichen Phallus steht, um den herum getanzt wird. Tatsächlich haben wir hier die typische Phalluszentriertheit des Patriarchats, denn Mutter Erde spielt hierbei kaum eine Rolle. Wir werden durch solche Rituale darauf konditioniert, den Mann als Mittelpunkt des Lebens zu sehen – uns um ihn zu drehen.  Und  unsere Märchen, die wir unseren Kindern vorlesen, vollenden dann die Patriarchatskonditionierung, dass der Traum jeder „Prinzessin“ darin besteht von einem „heroischen Prinzenhelden“ gerettet zu werden und dass diese Rettung dann, als Höhepunkt des Lebens, in einer durch „Sakramente“  geheiligten  Hochzeit“ endet.

Nicht nur „Beltane“ ist ein patriarchal überlagertes Jahreskreisfest. Tatsächlich sind praktisch alle Jahreskreisfeste – egal ob Imbolc, Ostern, die Sommersonnenwende, Lammas oder Lugnasad, das Erntedankfest zur Herbst-Tagundnachtgleiche, Halloween oder das Fest der Wintersonnenwende mit Weihnachten patriarchal überlagert und zwar nicht nur christlich-patriarchal, sondern auch heidnisch-patriarchal. Tatsächlich orientieren sich die Neuheiden nämlich hauptsächlich an den patriarchal-keltisch indoeuropäischen Festen

Mir ist es ein großes Anliegen die Jahreskreisfeste zu entpatriarchalisieren.

Deshalb habe ich mein neues Buch „Mit Hagazussa durch das Jahr“ als Magische Hexengeschichte für Groß und Klein“ geschrieben. Da wird Imbolc bei seinem wahren Namen genannt, denn es bedeutet „im Bauch von Mutter Erde“ – was ja der vegetativen Realität in dieser Jahreszeit entspricht. Deshalb wird das vermännlichte Johanneskraut mit den Johannisfeuern wieder in Annakraut umbenannt, deshalb wird im August das Drachenfest – als Symbol für die Aufhebung des Mythologischen Muttermords und der Befreiung der Muttermacht gefeiert, deshalb reihen wir uns an Erntedank in die seit dem Paläolithikum – der Altsteinzeit, der Zeit der Heiligen Steine  – bekannte Tradition der Sammlerinnen ein und deshalb wird zur Wintersonnenwende, zur Mutternacht nicht nur eine weibliche Sonne wiedergeboren, sondern statt eines Sohns eine Tochter. Das Ganze habe ich in eine Hexengeschichte integriert, wo auch das Kleine Volk vorkommt. Meine Theorie dazu ist, nämlich, dass das Kleine Volk, das Volk unsere baskischen AhnInnen war, die nach der letzten Eiszeit Europa zurückbesiedelten und wahrscheinlich kleiner waren als die Indoeuropäer. Wer über die Bedeutung der Baskinnen und die Mutterwurzelsilben mehr erfahren will, findet das in meinen zwei Muschelwegbüchern, der Jacobsweg und der Muschelweg, welche die matrifokalen Wurzeln Europas wieder frei legen.

Und hier noch einmal das Inhaltsverzeichnis von dem Buch „Mit Hagazussa durch das Jahr“:

hagazussa-titel

Inhaltsverzeichnis:

Leben im Rosenheckenapfelgarten

Frühlingserwachen
Imbolc
Im Bauch von Mutter Erde

O-stern
Fest der Sternengöttin Ostara
Der Hoppel-Poppeline-Clan braucht ein zauberhaftes Osterhasenhaus

Walpurgisnacht
Liebesfest der Natur
Das Geheimnis des Waldmutterkrauts oder: Wie Wünsche in Erfüllung gehen

Sommersonnenwende
Hollerbusch und Annakraut
Auf die Dauer Frauenpower

Drachenfest
Fest des mütterlichen Kosmos
Der böse Zauberer Belial und die Befreiung der Mutterkraft

Sammlerinnenfest
Erntedank
Das Magische Duett von Herdfeuer und Pflanzenkraft

Halloween
Totenfest
Besuch der AhnInnen

Wintersonnenwende
Mutternacht
Eine Tochter wird geboren

Anhang
Erläuterungen
Zur Autorin

Weiterführende Literatur

Informationen zum Buch:

Mit Hagazussa durch das Jahr
Eine Magische Hexengeschichte für Groß und Klein
Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Books on Demand (April 2015)
ISBN-10: 3734772206
ISBN-13: 978-3734772207
Größe: 12,7 x 1,0 x 20,3 cm
Taschenbuch überall im Buchhandel erhältlich:
EUR 9,99
Ab Mai 2015 auch als E-Book erhältlich

Ich wünsche uns allen ein schönes Hexenfest, dass das Wilde der wunderbaren Natur ehrt!

 

Hagazussa – Mit Hagazussa durch das Jahr – Eine Magische Hexengeschichte für Groß und Klein

hagazussa-titel

Neu erschienen:

Die erste Magische Hexengeschichte mit matrifokalen Elementen und matrifokal orientierten Jahreskreisfesten, denn es ist an der Zeit, neue Geschichten zu weben, für uns selbst und für unsere Kinder. Auf dass wir feste Wurzeln bekommen, welche die nächsten Generationen wild und gleichzeitig geborgen aufwachsen lassen. Möge diese Hexengeschichte dazu beitragen!

Inhaltsverzeichnis:

Leben im Rosenheckenapfelgarten

Frühlingserwachen
Imbolc
Im Bauch von Mutter Erde

O-stern
Fest der Sternengöttin Ostara
Der Hoppel-Poppeline-Clan braucht ein zauberhaftes Osterhasenhaus

Walpurgisnacht
Liebesfest der Natur
Das Geheimnis des Waldmutterkrauts oder: Wie Wünsche in Erfüllung gehen

Sommersonnenwende
Hollerbusch und Annakraut
Auf die Dauer Frauenpower

Drachenfest
Fest des mütterlichen Kosmos
Der böse Zauberer Belial und die Befreiung der Mutterkraft

Sammlerinnenfest
Erntedank
Das Magische Duett von Herdfeuer und Pflanzenkraft

Halloween
Totenfest
Besuch der AhnInnen

Wintersonnenwende
Mutternacht
Eine Tochter wird geboren

Anhang
Erläuterungen
Zur Autorin

Weiterführende Literatur

Informationen zum Buch:

Mit Hagazussa durch das Jahr
Eine Magische Hexengeschichte für Groß und Klein
Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Books on Demand (April 2015)
ISBN-10: 3734772206
ISBN-13: 978-3734772207
Größe: 12,7 x 1,0 x 20,3 cm
Taschenbuch überall im Buchhandel erhältlich:
EUR 9,99
Ab Mai 2015 auch als E-Book erhältlich

 

 

Ich bin eine Hexe

Hundertwasser

Das Buch „Ich bin eine Hexe“ von Judith Jannberg aus den 80er Jahren war für mich ein Schlüsselbuch. Die Autorin beschreibt dort ein Bild, das mich mein ganzes Leben begleitet hat. Sie schreibt:

„Ein Bild taucht auf. Das Bild von der Eiche auf der Jägerwiese hinter dem Maurerwald in Wien. Dieser Baum steht einsam auf dem Weg, den wir, meine Töchter und die Frauen, die mich sonntags besuchen kommen, entlanggehen, wenn wir einen Ausflug machen. Ich hatte es fast schon vergessen, aber mit diesem Baum hat es eine Bewandtnis“

Die Autorin erklärt weiter, dass ihr auf all ihren Spaziergängen die riesige Eiche nie aufgefallen war, dass  aber irgendwann, als sie versuchte eine Freundin zu trösten, ihr Blick an der prächtigen, hochgewachsenen, weitausladenden Eiche am Wegrand hängen blieb“ . Sie schreibt weiter:

„Erkenntnisblitz! Schlagartig begriff ich. Und ich sprach mehr zu mir selbst als zu Elfe:

Schau dir die an, die steht ganz allein im Leben. Sie ist der Baum mit dem härtesten Holz, deren Wurzeln so weit in die Erde reichen, wie sich die Krone in den Himmel erhebt. Könnte sie sich so weit entfalten, so hoch und mächtig und stark werden, wenn sie dichtgedrängt mit anderen Bäumen dort im Wald stehen würde? Kein Sturm kann sie umwerfen. Sie hält sich an ihren Wurzeln fest. Ihre Äste und Zweige dürfen und können sich so entfalten, wie sie es vermögen. Jetzt weiß ich auch, woher der Ausdruck „Mächtige Eiche“ kommt. Sie ist allein. Ja, das schon. Sie war ein Same, der einmal wusste, was er werden sollte, hatte er doch das ganze Programm Eiche in sich…  Links des Weges, im Wald, stehen die Bäume dicht gedrängt. Einer stützt sich am anderen, einer lehnt sich an den anderen an. Da fällt keiner um. Der Preis für das befriedigte Anlehnungsbedürfnis und die Sicherheit vor Sturmgefahr und anderen Unbill ist, dass sie sich gegenseitig in der Entfaltung behindern…. Ich stand für einige Minuten da und empfing den großen Baum mit meinen Armen. Es schien mir passend, dass unter der großen Eiche noch zwei kleine Bäumchen Schutz suchten. Meine Kinder“ . (Zitate aus : Jannberg, Judith: Ich bin eine Hexe, 1987, S. 118-120).

Ich bin auch eine Eiche. Schon vor 30 Jahren habe ich mich dazu entschieden. Damals war ich Feministin, heute bin ich es nicht mehr. Heute bin ich viel radikaler. Heute bin ich radikal denkende, von der Wurzel denkende Patriarchatskritikerin, denn ich habe mich tief verwurzelt. Mein ganzes Denken und Fühlen ist tief verwurzelt in den Höhlen des Paläolithikums, in der Zeit der Urmutterfigurinen, der Zeit der Vulvaritzzeichnungen, der Zeit der Matrifokalität. Den Feminismus musste ich hinter mir lassen – nicht weil ich die Pionierarbeit der Feministinnen nicht schätze, – nein, sondern weil ich so tief zu den Mutterwurzeln der Menschheit zurückgegangen bin, dass ich heute so klar sehe, dass der Feminismus im Patriarchat stecken bleibt und zwar –  zurzeit jedenfalls –  jede Form des Feminismus: der Gender-Gleichheitsfeminismus, der Differenzfeminismus, der heute in den Universitäten verankerte Queerfeminismus, der Matriarchatsfeminismus und auch der RadikalFeminismus. Dem Feminismus fehlen die Wurzeln. Deshalb verkämpft er sich in Symptomkritik. Das Patriarchat, die Herrschaft der Väter bleibt unberührt. Warum?

Weil die Frage nach der Mutter nicht gestellt wird, nicht gestellt werden darf!

Ich bin eine Hexe, eine Frau, die verstanden hat, dass sie verbunden ist mit der hegenden und für uns Sorge tragenden göttlichen Mutter, der Natur.

Ich brauche keinen Heros, keinen heroischen Mann, keinen Märchenprinzen  an meiner Seite und ich brauche auch keine Heilige Hochzeit, denn das sind die Lügen des Patriarchats.

Ich bin eine tief verwurzelte Eiche, vier kleine Eichen, meine Kinder, wurzeln in meinem Schutz und es ist dort auch Platz für einen vätertauglichen Mann, der ebenfalls in diesem Schutzraum leben darf. Es ist der Anfang eines Mutterclans, so wie er einst im Paläolithikum entstand, in der Alten Steinzeit, der Zeit der Heiligen Steine, auch wenn damals Vaterschaft keinerlei Rolle spielte. Natürlich wäre es schön, wenn in meiner Ursprungsfamilie – meine Mutter, meine Schwestern – den wiederentdeckten freigelegten Muttersippenweg gemeinsam mit mir gehen würden, aber dem ist nicht so. Also bin ich eine Eichenhexe, eine Muttereiche. Ich stehe äußerlich allein da, doch verwurzelt bin ich in der Natur und deshalb bin ich verbunden mit der All-Einen und gar nicht allein.

Habt den Mut, da wo ihr steht und geht und lebt, euch zu verbinden mit der All-Einen. Dann seid auch ihr nicht mehr allein!