Kennzeichen des patriarchalen Umbruchs

DSC_6097

Jacob der Maurentöter, Kathedrale Burgos, Spanien, Foto: Franz Armbruster

Da nicht nur allgemein, sondern insbesondere auch bei den Matriarchatsfrauen eine große Unkenntnis herrscht über den herstorischen Umbruch von Matrifokalität zum Patriarchat und dort eindeutig patriarchale Kulte wie Heilige Hochzeit,  Blutopferkulte, Herosstrukturen, die mit einer vermännlichten Sonne einhergehen, als matriarchal fehlinterpretiert werden und diese patriarchale Interpretationsbasis auch in den neuen Mutterlandbriefen der Matriarchatsfrauen  beibehalten wird, veröffentliche ich jetzt noch mal folgenden Text, um der Verwirrung unter den Frauen entgegenzuwirken.

Equidenkrieger (Reiterkrieger) als Träger der patriarchalen Gewaltkultur und Kennzeichen des patriarchalen Umbruchs als pdf

Equidenkrieger als Träger der patriarchalen Gewaltkultur (pdf)

Mögen die Frauen endlich verstehen, wieviel sie durch die falsche Matriarchatsdefinition von ihrer eigenen vorpatriarchalen Geschichte verlieren. Leider beruht  das 2014 erschienene  Buch von Barbara Obermüller „Die weibliche Seite der Ur- und Frühgeschichte“ auch auf dieser patriarchalen Matriarchatsdefinition von Heide Göttner-Abendroth.

 

Die neun Botschaften Wilder Mütter

Text. Dr. Kirsten Armbruster

Scroll down and you´ll find an english translation, translated by Deep L:

Urmutter von Dolni VestoniceGott MUTTER von Dolni Vestonice, Tschechien, Foto: Franz Armbruster

  • 1. Wilde Mütter wissen, dass die romantisierte Liebesheirat im Zuge von Hormonausschüttungen keine stabile Grundlage ist, um die nächste Generation der außergewöhnlich lang fürsorgebedürftigen Art Mensch gut zu versorgen und sie durchschauen, dass das politisch-theologische System der Heiligen Hochzeit nur dazu dient die ursprüngliche freie Sexualität der Frauen, die sogenannte female choice zu begrenzen, um es Vätern überhaupt erst möglich zu machen, ihren eigenen Nachwuchs zu erkennen.
  • 2. Wilde Mütter sind keine domestizierten Hausfrauen, die ihren Männern und ihren Kindern und sicherlich auch nicht Gott dem HERRN dienen. Wilde Mütter wissen, dass die Art Mensch kollektiv abhängig ist Bauchgeborene zu sein, und so wissen die Wilden Mütter, dass sie der Nabel der Welt sind.
  • 3. Wilde Mütter sind eng angebunden an die Natur und erkennen in der Natur die Weisheit, dass diese ihnen das Geheimnis des Lebens, die Seins-Macht anvertraut hat, die Fähigkeit, weibliches und männliches Leben in Geborgenheit zu gebären und zu nähren.
  •  4. Wilde Mütter durchblicken die völlig unzeitgemäße Hirtenideologie der monotheistischen Männer-an-die-Habens-Macht-Theologien, die sie, die Mütter, zu Dienst-Mägden und leeren, zu füllenden Gefäßen degradiert hat.
  • 5. Wilde Mütter durchschauen auch die zwangsläufige Kollabierungs-Mathematik einer Exponentialkurve ständigen ökonomischen Wachstums innerhalb eines geschlossenen Ressourcensystems, denn die Anfänge der Mathematik entstanden aus ihrem Erfahrungsbereich und Dreieck, Viereck, Kreis und Kugel, aber auch Zahlen und Kalender ergeben eine Mathematik, die gepaart ist mit Weisheit, die immer zu einer Ökonomie der Kreisläufe führt.
  • 6. Wilde Mütter kennen die stabile Familienbindung der matrilinearen Abstammung, die eine gute Basis für die nächste Generation bildet in einem verlässlichen Kollektiv ohne Zerreißproben in Ruhe heranzuwachsen.
  • 7. Wilde Mütter wissen, dass die Haltung der Ökologie die einzige Basis ist, die ein weiteres Überleben der Art Mensch auf der Erde ermöglichen wird, denn die Ökologie ist an der Weisheit der Natur orientiert, sie versucht sie nicht technologisch zu beherrschen, sondern von ihr zu lernen und in Einklang mit ihr zu wirtschaften.
  • 8. Wilde Mütter durchschauen die Gehirnwäsche einer patriarchal-ideologischen Geschichtsschreibung, die ihnen jegliche Bedeutung in der Vergangenheit abspricht und alles männlich okkupiert hat, was ganz offensichtlich ursprünglich mütterlich war, angefangen von der Religion bis zum Familienmodell.
  • 9. Wilde Mütter wissen, dass sie alles können, was Männer auch können, dass sie aber zusätzlich auch gebären können und sie wissen daher sehr genau, dass sie nicht still, leise, passiv und bescheiden sein müssen, denn das widerspricht ihrer eigentlichen Natur, das aktive Zentrum menschlichen Lebens zu sein.

An english translation of ths text, translated by DeepL:

The Nine Messages of Wild Mothers

Urmutter von Dolni Vestonice

God MOTHER of Dolni Vestonice, Czech Republic, Photo: Franz Armbruster

  1. Wild mothers know that the romanticized love marriage in the course of hormone distributions is not a stable basis to provide good care for the next generation of the extraordinarily long in need of care human being and they see through that the political-theological system of the Holy Wedding serves only to limit the original free sexuality of women, the so-called female choice, in order to make it possible for fathers to recognize their own offspring in the first place.
  2. Wild mothers are not domesticated housewives, serving their husbands and their children, and certainly not God the LORD. Wild mothers know that the way humans are collectively dependent on being belly-borns, and so wild mothers know that they are the navel of the world.
  3. Wild mothers are closely tied to nature and recognize in nature the wisdom that nature has entrusted them with the secret of life, the power of being, the ability to give birth and nourish female and male life in security.
  4. Wild mothers look through the totally outmoded pastoral ideology of the monotheistic men-to-have power theologies, which has degraded them, the mothers, to service-maids and empty vessels to be filled.
  5. Wild mothers also see through the inevitable collapse mathematics of an exponential curve of constant economic growth within a closed resource system, because the beginnings of mathematics originated from their sphere of experience and triangle, square, circle and sphere, but also numbers and calendars result in a mathematics paired with wisdom, which always leads to an economy of cycles.
  6. Wild mothers know the stable family relationship of matrilineal ancestry, which forms a good basis for the next generation to grow up in peace in a reliable collective without any tests of rupture.
  7. Wild mothers know that the attitude of ecology is the only basis that will enable the species of man to survive on earth, because ecology is oriented towards the wisdom of nature, it does not try to control it technologically, but rather to learn from it and to manage it in harmony with it.
  8. Wild mothers see through the brainwashing of a patriarchal-ideological historiography that denies them any past significance and has occupied everything that was obviously originally maternal, from religion to the family model.
  9. Wild mothers know that they can do anything men can do, but that they can also give birth, and they therefore know very well that they do not have to be quiet, quiet, passive and humble, because this contradicts their very nature of being the active centre of human life.

Matrifokalität – Mütter im Zentrum als artgerechte Urform menschlichen Zusammenlebens

casa-narnaja-kirsten-armbruster-drachenmutter-und-matrilineare-ahninnenreihe1.jpg

Matrilineare Ahninnenreihe: Foto Franz Armbruster

Matrifokalität bedeutet, dass die Mütter im Zentrum der Gemeinschaft stehen.

Auf der Basis von Matrifokalität konnte sich im Paläolithikum und im Neolithikum (Altsteinzeit und Jungsteinzeit) auch in Europa eine Zivilisation der Mütter entwickeln, die bis heute prägende Spuren hinterlassen hat. (Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg, 2013, S. 112-118).

Matrifokalität – die Mütter im Focus des Lebens
Das Fundament für die Entwicklung einer menschlichen Kultur war die Lebensbasis der Matrifokalität, d.h. die Mütter standen im Focus, im Zentrum der Gemeinschaft. Die mit Matrifokalität verbundene, enge, matrilineare Großmutter-Mutter-Tochter-Schwester-Ahninnenliniengemeinschaft, die ihre Verwandtschaft für alle leicht nachvollziehbar, konsanguinal und nabelabstammend definierte, war aus heutiger Sicht nicht nur die Grundlage, sondern die Voraussetzung für die Kulturentwicklung der Menschen überhaupt, denn Menschen zählen zu den besonders unreif und daher auch besonders fürsorgebedürftigen Spezies. Nur die enge, lebenslange Großmutter-Mutter-Tochter-Schwestergemeinschaft gewährleistete die optimalen, langfristig-stabilen Entwicklungsbedingungen für die nächste Generation. Das Frauenkollektiv der Sammlerinnen und im Neolithikum der Pflanzerinnen, das, wie wir heute wissen, 75 % der Nahrung herbeischaffte, sorgte hierbei für eine ökonomisch weitgehende weibliche Autarkie, ebenfalls ein wichtiges Stabilitätskriterium

Der Mann, der ja ebenfalls nabelabstammend-blutsverwandt in diese matrifokale Sippenstruktur hineingeboren wurde, war in die matrifokalen Lebensverhältnisse gut integriert: als Sohn und Bruder konsanguinal eng verwandt, als exogam-erotisch-sexueller Geliebter, als Jäger mit einem ökonomischen Gemeinschaftsbeitrag und, wie einige der paläolithischen Höhlenzeichnungen vermuten lassen, auch als Jagdschamane, wobei der Begriff Schamane sprachlich konnektiert ist mit der Scham, der Pudenda, der Vulva der Frau, was assoziiert, dass Schamanen innerhalb der Religion von Gott der MUTTER wirkten, in dem Bewusstsein von der Mutter geboren zu sein und von ihr, wie die Naturzyklen es nahe legen, auch wiedergeboren zu werden

Matrifokalität bewegt sich immer zwischen zwei lebensoptimierenden Polen. Erstens der selbstbestimmten, freien Sexualität der Frau, der sogenannten female choice (Bott, Gerhard; 2009; Uhlmann, Gabriele; 2011/2012), und zweitens, der für das Überleben der Art ebenso wichtigen, durch Chemotaxis gesteuerten Exogamie, die eine Sexualität innerhalb von konsanguinal Verwandten ausschließt. (Bott, Gerhard; 2009, S. 57-72).

Bei einer freien und wechselnden Sexualität der Frau spielt Vaterschaft keine Rolle, denn die Natur hat ja den Weg gewählt, dass Männer sich kaum sicher sein können der leibliche Vater zu sein, es sei denn, sie versuchen die freie Sexualität der Frauen zu beschneiden, wie es im Patriarchat durch politisch-theologische Keuschheitsindoktrinationen geschieht. Die freie female choice der Frau ist hingegen aus Sicht der Natur optimal, denn sie gewährleistet eine genetische Vielfalt bei gleichzeitiger, den natürlichen Lebensbedingungen angepasster Vermehrung, was zu einem Gleichgewicht zwischen Ernährungsmöglichkeit und Bevölkerungswachstum führt.

Heute hingegen stehen wir vor der Situation, dass, wie die neueste NASA-Studie von 2014 zeigt, das Ende der „menschlichen“ Zivilisation“ vorausgesagt wird. Einer der Hauptgründe für den prognostizierten Untergang dieser patriarchalen Zivilisation ist das aus dem natürlichen und ursprünglichen Verantwortungsbereich der Frauen annektierte Geburtsverhalten, das zu einem exponentiellen Bevölkerungswachstum geführt hat, das heute den natürlich vorhandenen Ressourcenvorrat der Erde sprengt. Dem liegt die Idee des Vaters als Hauptmaßstab für Männlichkeit zugrunde mit seinem Dogma „Seid fruchtbar und mehret euch“ als sichtbares Zeichen für männliche Potenz. Diese Idee vom potenzgesteuerten Vater, der sich im Zuge der Rinderdomestikation durch Hirtennomaden zunehmend sozial und theologisch zum Oberhaupt einer Paarungsfamilie aufgeschwungen hat, erweist sich heute in der Kombination mit einer ständigen Gier nach Akkumulation von Privateigentum als tödliche Bedrohung für den Lebensraum der Erde.

Das heute wieder freigelegte Wissen um Matrifokalität, und die damit verbundene natürliche und freie sexuelle female choice ermöglichen uns aber der patriarchalen Lebensweise etwas entgegenzusetzen, indem sowohl die Fruchtbarkeit als auch die ökonomische Unabhängigkeit wieder in den Verantwortungsbereich der Mütter gelegt werden und auch, indem eine Theologie, die der Frau die Göttlichkeit abspricht, vom Staat nicht länger protegiert wird: Denn das Patriarchat konnte nur in einer Kombination von Politik und Theologie mit struktureller Gewalt durchgesetzt werden.

Text aus: Armbruster, Kirsten: Matrifokalität – Mütter im Zentrum- Ein Plädoyer für die Natur, 2014, S. 7-10

Matrifokalität – Mütter im Zentrum – Ein Plädoyer für die Natur

 

Matrifokalität - Mütter im Zentrum

Matrifokalität – Mütter im Zentrum

Ab sofort ist mein neues Buch (2014):

Matrifokalität – Mütter im Zentrum


Ein Plädoyer für die Natur

Weckruf für Zukunft

überall im Buchhandel erhältlich. Es kostet 7,90 € und ist auch als e-book erhältlich. Für die e-book-Ausgabe gilt die nächsten Wochen ein Sonderangebot von  4,49 €

Informationen zum Buch:

Matrifokalität – Mütter im Zentrum – ist nicht nur die Urform menschlichen Zusammenlebens, sondern auch ein Zukunftsmodell für ein Leben im Einklang mit der Natur. Das Patriarchat mit seinem Raubbau an der Natur ist, wie die neueste NASA-Studie von 2014 zeigt, nicht überlebensfähig. Die offensichtliche Krise des patriarchalen Gesellschaftssystems eröffnet neue Denkräume. Ein Leben und Denken in matrifokalen Lebenszusammenhängen ist hierbei ein vielversprechender Ansatz, da er in uraltem Wissen wurzelt und bewiesen hat, dass er über den größten Teil der Menschheitsgeschichte als artgerecht und andere Arten erhaltend funktioniert hat. Dieses Buch versteht sich daher als Weckruf für Zukunft!

 

Inhaltsverzeichnis:

Matrifokalität – Mütter im Zentrum als artgerechte Urform menschlichen Zusammenlebens

Am Anfang war Gott die MUTTER

Die Geschichte der Matrifokalitätsforschung

Die weltschöpferische Befreiung des männlichen Logos

Yin und Yang – Symbol der geschlechtlichen Dualität oder der mütterlichen Integration?

Biologie statt Biologismus

Ein Plädoyer für die Natur

Matrifokalität heute – Mütter im Zentrum als artgerechter Lösungsansatz zur Rettung der Natur

Am Anfang war Gott MUTTER

Text: Dr. Kirsten Armbruster

Scroll down and you´ll find an english translation, translated by Deep L

Vulva-Ritzzeichnungen bei Les Eyzies-de-Tayac, Frankreich

Vulva-Ritzzeichnungen bei Les Eyzies-de-Tayac, Paläolithikum, Dordogne, Frankreich, Fotos: Franz Armbruster: Museum Les -Eyzies -de -Tayac

Am Anfang des menschlichen Bewusstseins war Gott  MUTTER. Sie war das allumfassende göttliche Verständnis der Steinzeit, die göttliche Mutter des Paläolithikums und des Neolithikums bis zur Herdentierzucht. Sie war Mutter Erde, aber auch der Kosmos. Frau Sonne und Frau Mond spiegelten ihr göttliches Sein. Das Männliche, das Weibliche, das Intersexuelle und das Transsexuelle wurden von ihr geboren, und, wenn es verstarb, kehrte es zu ihr zurück, um von Neuem wiedergeboren zu werden, so wie die Sonne jeden Abend im Westen im Leib der Erdmutter verschwand, um am Morgen im Osten wiedergeboren zu werden. Gott MUTTER war die Allmutter, die Große aseitätische Jungfrau, die Almudena, die Panagia, die Dea Mater, die Pachamama. Und diese Gott  MUTTER steht für den Anfang von Religion. Die Menschen lebten aus diesem Verständnis des Lebens heraus matrifokal, d.h. die Mütter standen im Focus, im Zentrum der Gemeinschaft.

Mit dem Beginn des Metallzeitalters, in der Kupfersteinzeit, dem Chalkolithikum, ab dem  5. Jahrtausend, können wir mit den Migrationen der Rinderbauern aus Anatolien archäologisch diesbezüglich eine erste Veränderung feststellen. Erste Spuren von Gruppengewalt und erste patriarchale hierarchische Gesellschaftsstrukturen werden mit dem ersten Auftauchen von männlichen Herrschergräbern sichtbar. Ökonomisch werden die Frauen nach ihrer zentralen Bedeutung erst als Sammlerinnen und ab dem Neolithikum auch als Pflanzerinnen, im Zuge der fortschreitenden Rinderdomestikation und schließlich der Pferdedomestikation und dem Beginn des Pflugackerbaus aus ihrer matrilinear-frauenkollektiven ökonomischen Unabhängigkeit zunehmend hinausgedrängt.

In der Bronzezeit ab circa 3300 v.u.Z. im Vorderen Orient und im 2. Jahrtausend in Mittel- und Nordeuropa verschärft sich die patriarchale Überformung. Das patriarchale Kriegszeitalter beginnt. Mit dem Auftauchen von Streitwagenkriegern kommt es erstmals zu Reichsgründungen durch kriegerische Eroberung. Gott die MUTTER, die Alles-Gebärerin der Steinzeit, wird in viele Göttinnen zerstückelt und die Idee des Heros, die im Zuge der Installation der sogenannten „Heiligen Hochzeit“ gesellschaftlich implementiert wird,  ist der heldische Mann, der mit seinem Blut die Welt retten soll.

Ein männlicher Blutopferkult beginnt, der sich in zwei Ausprägungen zeigt: als Krieger oder als Blutopfer auf dem Altar einer politischen Theologie, die über die Zwischenstufen erster männlicher Vegetationsgötter, einer männlichen Vergöttlichung der Sonne, wie beim ägyptischen Gott Aton, über von Männern geleiteter Götterpantheons, wie dem keltischen Dis Pater, dem griechischen Zeus, dem römischen Jupiter, dem germanischen Wotan oder Odin, schließlich das Ziel hat, einen monotheistischen Vater-Gott gesellschaftlich zu implementieren, dessen vorläufig letztes theologisches Opfer der christliche Jesus darstellt.

Der Vater drängt sich in den Vordergrund. Matrifokalität wird zunehmend durch Patrilokalität ersetzt, die sogenannte Heilige Hochzeit ist die Vorform der patriarchalen monogamen Ehe, die das Ziel hat die freie Sexualität der Frauen, die sogenannte female choice zu beenden, um männliche Herrschaft durchzusetzen und Vaterschaft bestmöglich abzusichern. Die Mutter, die im matrifokalen Lebenskontext in ein matrilineares AhnInnenkollektiv eingebettet war, wird in einer bluts- und nabelfremden Verwandtschaftslinie isoliert und ökonomisch abhängig gemacht.

Die Religion von Gott  MUTTER wird von den Vatergöttern erst zerschlagen und schließlich historisch unterschlagen. Über die Zwischenstufe der Idee der Göttin, deren Abstammung plötzlich von einem männlichen Gott abgeleitet wird, wie bei der von Göttervater Zeus kopfgeborenen Athene, die zudem als Kriegsgöttin missbraucht wird, wird der MUTTER die Göttlichkeit schließlich ganz abgesprochen. Helfershelfer für diesen göttlichen Muttermord sind die in vielen Kulturen verbreiteten Drachentöter, wie der babylonische Gott Marduk, der griechische Gott Apollon oder auch der christliche Michael, Georg oder Patrick. Die Drachenschlange, die sie töten, steht für das Töten von Gott MUTTER und das Vergessenmachen der Matrifokalität, die ihre Verwandtschafts- und AhnInnenlinie auf der roten Mutternabelschnur begründet, die durch das Patriarchat durch eine väterliche Abstammung ersetzt werden soll und damit zerschlagen werden musste.

Im Patriarchat ist die Mutter nur noch die Dienerin des HERRN, die seine HERRlichkeit vervollkommnet. Der Feminismus, auch der leider in vielen Irrtümern gefangene Matriarchatsfeminismus, hat an diesem patriarchalen Status Quo bisher praktisch nichts verändert, denn die Mutter ist anscheinend mit ihrer dem Patriarchat dienenden Muttertumsüberformung, wie wir sie zum Beispiel im Nationalsozialismus finden, so traumatisch besetzt, dass kaum eine es wagt in matrifokal verwurzelten Gemeinschaftsstrukturen zu denken und Gott MUTTER wieder bei ihrem Namen zu nennen. Fangen wir heute damit an!

Literatur:

Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER: Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013

Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, 2013

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014

Armbruster, Kirsten: Matrifokalität – Mütter im Zentrum; Ein Plädoyer für die Natur; Weckruf für Zukunft, 2014

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter; Essays zur Politischen Theologie, 2009

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter, Band 2: 2014

Mehr in .

Wie nehmen wir Gott wahr? Eine naturnotwendige patriarchatskritische Korrektur

Die höchste Form der patriarchalen Diskriminierung ist die Behauptung, dass Gott ein Vater und Religion männlich ist

Warum der Begriff Venusfigurinen Teil des patriarchalen Missbrauchs nackter Frauenkörperlichkeit ist

500 000 Jahre Matrifokale Geschichte

Gott MUTTER im Paläolithikum

Gott MUTTER vom Neolithikum bis zum Muttermord (1)

Gott MUTTER ist kein Spirit

#GodMother -Lassen wir die Gott-Mann- Theologien hinter uns

Matrifokalität ist kein Matriarchat

Die Kapitalismustheologie des Patriarchats oder warum Evangelikale Bolsonaro wählen

GOTT MUTTER auf Erden

An english translation of this text, translated by Deep L:

In the beginning God was God MOTHER

Vulva-Ritzzeichnungen bei Les Eyzies-de-Tayac, Frankreich

Vulva carvings at Les Eyzies-de-Tayac, Palaeolithic, Dordogne, France, photos: Franz Armbruster: museum Les -Eyzies -de -Tayac

At the beginning of human consciousness God was God MOTHER. She was the all-embracing divine understanding of the Stone Age, the divine mother of the Palaeolithic and the Neolithic up to herd animal breeding. She was Mother Earth, but also the Cosmos. Woman sun and woman moon reflected their divine being. The masculine, the feminine, the intersexual and the transsexual were born of her, and when she died, she returned to her to be reborn, just as the sun disappeared every evening in the west in the womb of the earth mother, to be reborn in the morning in the east. God MOTHER was the All Mother, the Great Asean Virgin, the Almudena, the Panagia, the Dea Mater, the Pachamama. And this God MOTHER stands for the beginning of religion. The people lived matrifocally out of this understanding of life, i.e. the mothers were in the focus, in the centre of the community.

With the beginning of the Metal Age, in the Copper Stone Age, the Chalcolithic period, from the 5th millennium onwards, we can observe a first archaeological change in this respect with the migrations of cattle farmers from Anatolia. First traces of group violence and first patriarchal hierarchical social structures become visible with the first appearance of male graves of rulers. Economically, women are increasingly pushed out of their matrilinear women’s collective economic independence according to their central importance as collectors and, from the Neolithic onwards, also as planters, in the course of the progressing domestication of cattle and, finally, domestication of horses and the beginning of ploughing.

In the Bronze Age from about 3300 BC in the Near East and in the 2nd millennium in Central and Northern Europe the patriarchal transformation intensified. The patriarchal war era begins. With the emergence of chariot warriors, the first empire was founded through warlike conquest. God the MOTHER, the all-parent of the Stone Age, is dismembered into many goddesses and the idea of the hero, which is socially implemented in the course of the installation of the so-called „Holy Wedding„, is the heroic man who is to save the world with his blood.

A male blood sacrifice cult begins, which manifests itself in two manifestations: as warriors or as blood sacrifices on the altar of a political theology which, via the intermediate stages of first male vegetation gods, a male deification of the sun, as with the Egyptian god Aton, via god pantheons led by men, as with the Celtic Dis Pater, the Greek Zeus, the Roman Jupiter, the Germanic Wotan or Odin, finally has the goal of socially implementing a monotheistic father-god, whose for the time being last theological sacrifice is the Christian Jesus.

The father pushes himself into the foreground. Matrifocality is increasingly being replaced by patrilocality, the so-called Holy Wedding is the prelude to patriarchal monogamous marriage, which aims to end women’s free sexuality, the so-called female choice, in order to assert male domination and secure paternity in the best possible way. The mother, who was embedded in a matrilineal ancestral collective in the matrifocal context of life, is isolated in a line of kinship alien to blood and navel and made economically dependent.

The religion of God MOTHER is first smashed by the Father Gods and finally historically embezzled. Through the intermediate stage of the idea of the goddess, whose descent is suddenly derived from a male god, as in the case of Athena, who was born the head of godfather Zeus and who is also abused as a goddess of war, the MOTHER is finally completely denied divinity. Helpers for this divine matricide are the dragon killers who are widespread in many cultures, such as the Babylonian god Marduk, the Greek god Apollon or the Christian Michael, George or Patrick. The dragon snake that they kill stands for the killing of God MOTHER and the forgetting of the matrifocality, which bases its line of relationship and ancestry on the red umbilical cord, which is to be replaced by a patriarchal descent and thus had to be smashed by the patriarchy.

In the Patriarchate, the Mother is only the servant of the Lord, who perfects His glory. Feminism, also matriarchal feminism, unfortunately caught in many errors, has so far changed practically nothing about this patriarchal status quo, because the mother is apparently so traumatically occupied with her motherhood transformation serving patriarchy, as we find her for example in National Socialism, that hardly anyone dares to think in matrifocally rooted community structures and to call God MOTHER by her name again. Let’s start today!

More in:

Wie nehmen wir Gott wahr? Eine naturnotwendige patriarchatskritische Korrektur

Die höchste Form der patriarchalen Diskriminierung ist die Behauptung, dass Gott ein Vater und Religion männlich ist

500 000 Jahre Matrifokale Geschichte

Gott MUTTER im Paläolithikum

Gott MUTTER vom Neolithikum bis zum Muttermord (1)

Matrifokalität ist kein Matriarchat

Die Kapitalismustheologie des Patriarchats oder warum Evangelikale Bolsonaro wählen

 

Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas; Teil 1

Das Buch

Inhaltsverzeichnis:

Der Jacobsweg ein Kriegspfad?
Jacob der Maurentöter und der Sternenwegmythos zum Ende der Welt 7

Die Muschel
Die Muschel als Grabbeigabe – Die Muschel als Symbol für das Tor zur Welt – Das Geheimnis der Schlupfsteine – Die Muschel als Bauchmutter des Meeres

Der Ursprung von Wallfahrten
Wallfahrtswege als Erbe der Altsteinzeit – Die ursprüngliche Bedeutung von Anna-Orten – Die Mutterwurzelsilbe KALL – Die Wurzeln der Worte Galgen und Mann

Die Wurzeln Europas
Atapuerca oder 1,3 Millionen alte Menschenspuren am Muschelweg – Die frankokantabrischen Höhlen als UNESCO-Weltkulturerbe – Die Basken und warum drei Viertel unserer Gene von ihnen abstammen

Höhlen als Kathedralen der Steinzeit
Sakralkunst – Die kopflosen Frauen als kulturelle Ikonen Europas – Die Mutter der Tiere – Die Vulva als Tor zu neuem Leben – Der Ursprung von Sprache und Religion in der Evolution des Menschen – Kannibalismus als AhnInnenkult – Von Pech-Marie und Gold-Marie – Das TAU – ursprüngliches Symbol von Gott der MUTTER – Die Brunnen-zeichnung in der Grotte de Lascaux und Parallelen zur ägyptischen Mythologie

siehe auch:

Die BaskInnen und warum drei Viertel unserer Gene von ihnen abstammen

Atapuerca oder 1,3 Millionen alte Menschenspuren am Muschelweg

Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus

Gott die MUTTER -  Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Zeittafel
Die Lüge vom Urvater
Die Geschichte wissenschaftlich fundiert statt patriarchal ideologisiert
Gott die MUTTER als Kosmische Mutter des Universums
Die Jungfrau ist nicht keusch
Mütter zwischen Muttertum, Faschismus und Matriarchat
Gott die MUTTER wird unrein
Fazit