Zeittafel der menschlichen Geschichte auf der Basis der Patriarchatskritikforschung

Zeittafel aus dem Buch: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheimus von Armbruster, Kirsten, 2013


Zeitangabe: v.u.Z.: Vor unserer Zeitrechnung

I. Zeit der Heiligen Steine : Zeit der Matrifokalität

1. Paläolithikum (Altsteinzeit)

Älteste und längste Periode der Urgeschichte, Wildbeutertum als gemeinsame, sich ergänzende Ökonomie zwischen Frau und Mann

500 000 bis 300 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine von Tan-Tan in Marokko mit rotem Ocker

300 000, eventuell sogar 600 000 v.u.Z.: Älteste Begräbnisstätte (mortuary site) in Europa in der Höhle von Sima de los Huesos (Pit of the Bones), Atapuerca, Burgos, Spanien

280 000 bis 250 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine von Rebekhat Ram aus rotem Tuffstein, Golanhöhen, Israel/Syrien

100 000 v.u.Z.: Bisher ältestes erhaltenes Grab in der Höhle von Qafzeh bei Nazareth in Israel

40 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine vom Hohle Fels, Schelklingen, Schwäbische Alb, Deutschland

25 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine von Willendorf, Wachau, Österreich
25 000 bis 20 000 v.u.Z.: Urmutterfigurinen von Laussel, Dordogne, und Lespugue, Haute Garonne, Frankreich

25 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine von Dolni Vestonice, Mähren, Tschechien

20 000 v.u.Z.: Urmutterfigurinen von Avdeevo, Russland

18 600 v.u.Z.: Älteste Bestattung in Deutschland in der Mittleren Klausenhöhle in Essing (Cro-Magnon-Mensch), Altmühltal, Bayern. Der circa 30-jährige Tote war in eine dicke Schicht Rötel gehüllt.


2. Neolithikum (Jungsteinzeit)

ab 10 500 v.u.Z. in Anatolien und Vorderer Orient
ab 6500 v.u.Z. in Südosteuropa
ab 5500 v.u.Z. in Mittel- und Westeuropa

Beginn der Sesshaftigkeit mit Gartenbaukulturen und Kleintierhaltung vor allem als weibliche Ökonomie, weiterhin ergänzende Jägerökonomie; 7000 v.u.Z.: Beginn der Rinderdomestikation als hauptsächlich männliche Ökonomie (Cowboyökonomie)?


II. Metallzeitalter: Zeit des Patriarchats

1. Chalkolithikum (Kupfersteinzeit)

ab dem späten 5. Jahrtausend v.u.Z. im Vorderen Orient
ab 4300 v.u.Z. in Mittel- und Nordeuropa

Beginn von patriarchalen hierarchischen Gesellschaftsstrukturen

4500 v.u.Z. Beginn des Pflugackerbaus
4000 v.u.Z.: Beginn der Pferdedomestikation
Beginn erster hierarchischer Gesellschaften mit Herrschergräbern in Arsan Tepe in Anatolien mit einer Grabbeigabe von Kupferschwertern und um 4500 v.u.Z. in Warna am Schwarzen Meer im heutigen Bulgarien mit Kupferwaffen, einer Muttergottheit und dem ältesten Goldfund weltweit (Haarmann, Harald, 2005, S. 79; Bott, Gerhard, 2009, S. 317)

2. Bronzezeit: Beginn des patriarchalen Kriegszeitalters

ab 3300 v.u.Z. im Vorderen Orient
2. Jahrtausend v.u.Z. in Mittel- und Nordeuropa

3500 v.u.Z.: Auftauchen der ersten Streitwagenkrieger als Voraussetzung für Reichsgründungen durch kriegerische Eroberung. Hierzu zählen die Sumerer, die indoeuropäischen Kurgan-Völker (Hethiter, Arier, Churriter, Achäer) und die hamito-semitischen Akkader, Amoriter und Aramäer (Bott, Gerhard, 2009, S. 395/396)

ab 3300 v.u.Z. erste namentlich erwähnte männliche Vegetationsgötter in Mesopotamien Ea/Enki, in Sumer Dumuzi und in Ägypten Min/Osiris

ab 2000 v.u.Z. Auftauchen der ersten Reiterkrieger

1500 v.u.Z. Auftauchen des ersten monotheistischen Gottes Aton in Ägypten

3. Eisenzeit: Durchsetzung des patriarchalen Kriegszeitalters

ab 1400 v.u.Z. in Kleinasien
ab 1000 v.u.Z. in Europa

1100 v.u.Z. Muttermord im babylonischen Weltschöpfungsepos ENUMA ELISH im Kampf zwischen Marduk und Tiamat
650 v.u.Z. in der Zeit von König Josia Durchsetzung der ersten monotheistischen Theologie im Judentum
458. v.u.Z. Muttermord in der griechischen Orestie

4. Spätere Geschichte

Weltweite Durchsetzung der patriarchalen Indoktrinationen: die offizielle Geschichte wird als rein männliche Geschichte dargestellt; Urvaterlüge; patriarchale Weltreligionen als politische Theologien

6. bis 8. Jahrhundert n.u.Z.: Beginn der Christianisierung in Mitteleuropa
13. bis 20. Jahrhundert: Zeit der Inquisition und Hexenverfolgung in Europa und imperialistische Kolonisation, in der die Erinnerung an Gott die MUTTER mit äußerster Brutalität ausgemerzt werden sollte.

Rot wie Blut – Weiß wie Schnee – Schwarz wie Ebenholz – Die Religion von Gott der MUTTER

Vorwort aus dem Buch:

 Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014

„Rot wie Blut – Weiß wie Schnee – Schwarz wie Ebenholz. Diese, uns aus Märchen bekannten Farben, geben die Farben der göttlichen Kosmischen Mutter wieder, die als aseitätische, parthenogenetische Gott die MUTTER schon in den Höhlen des Paläolithikums (Altsteinzeit) im Zentrum von Religion stand. Bis heute wird dieses Alte Wissen tradiert durch die Überlieferung, der zur Folge der Storch, in seinen typischen Mutterfarben, die Kinder bringt, wobei die Wenigsten die Wurzeln dieser Überlieferung heute noch verstehen.

Das lateinische Verb „Religare“, das die Wurzel von Religion widergibt, wird nicht zufällig übersetzt mit: Anbinden, Losbinden und Zurückbinden. Tatsächlich weist diese Bedeutung deutlich darauf hin, dass es bei Religion ursprünglich um Bindung ging. Die Bindung an die Mutter und die Bindung an die matrilineare Ahninnenreihe durch einen mütterlichen Wiedergeburtsglauben, denn die engste körperliche Bindung, die Menschen im Leben jemals haben, ist die zwischen Mutter und Kind im Mutterleib. Diese Bindung beruht auf der blutpulsierten, roten Nabelschnur. Das Neugeborene kommt an der Nabelschnur angebunden auf die Welt. Um dort ein eigenständiges Leben zu führen, muss es von der Mutter losgebunden werden. Im Zurückbinden innerhalb der mütterlichen Ahninnenreihe schließt sich der Kreis. Der Tod wandelt sich in neues Leben.

Im Patriarchat wird die mütterliche Religion, die auf der matrilinearen Abstammung beruht, durch kopfgeburtliche Theologien ersetzt und im Zuge dieser Theologisierung von ursprünglicher Religion vermännlicht, wozu es vieler unnatürlicher Indoktrinationen bedarf. Gott wird als Ergebnis dieser kopfgeburtlichen Theologisierungen ein Vater. (Armbruster, Kirsten, 2014, S. 14-15). Das Wort Religion wird also von den patriarchalen Theologien missbraucht, denn das Wort Religion macht nur im mütterlich-göttlichen Verständnis einen Sinn.

In dem ersten Band dieser Reihe: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus (2013), wurden die Grundlagen der Religion um Gott die MUTTER, deren geschichtliche Einordnung sowie deren Vereinnahmung, Dämonisierung und scheinbare Vernichtung, insbesondere durch die monotheistischen politischen Theologien, wieder freigelegt.

Da der Europarat 1987 den Jacobsweg, der heute große Teile Europas durchzieht, zum ersten europäischen Kulturweg deklarierte, war es interessant, der Frage nachzugehen, ob sich die Religion von Gott der MUTTER auf diesem Wallfahrtsweg wiederfinden lässt. Da der Jacobsweg als Wallfahrtssymbol die Muschel hat, ein seit dem Paläolithikum (Altsteinzeit) bekanntes, zutiefst weibliches Symbol, war das wahrscheinlich. Der interdisziplinäre Ansatz der Patriarchatskritikforschung offenbarte dann auch sehr schnell, dass für den ersten europäischen Kulturweg nicht zufällig die Muschel als Wallfahrtssymbol gewählt wurde, sondern dass die Bezeichnung Jacobsweg für den ursprünglichen Muschelweg tatsächlich nur eine späte, patriarchal-kriegerische Überlagerung darstellt, und der Muschel-Wallfahrtsweg, wie kein anderer, die Religion von Gott der MUTTER bewahrt hat.

Diese, unser heutiges, von patriarchalen Indoktrinationen geprägtes Weltbild erschütternden Forschungsergebnisse wurden in dem ebenfalls 2013 erschienenen Buch: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdec-kung der Wurzeln Europas, veröffentlicht.

Die Forschungsergebnisse im Überblick

Die ältesten Spuren von Menschen in Europa finden wir in Atapuerca in Spanien am Muschelweg

Auf dem Muschelweg finden wir schon sehr frühe Spuren der Religion von Gott der MUTTER, denn die Muschel symbolisiert als Grabbeigabe schon im Paläolithikum in Verbindung mit rotem Ocker das Tor zu neuem Leben.

Wallfahrtswege sind ein Erbe der WidbeuterInnen aus dem Paläolithikum und in Europa sind sie vergleichbar mit den Traumpfaden der Aborigines in Australien.

Das Gebiet in Südfrankreich und Nordspanien, das heute zum Hauptweg des Muschelwegs zählt, ist in Europa das klimatische Rückzugsgebiet der Menschen während der Eiszeiten. Deshalb finden wir hier konzentriert die berühmten Höhlenmalereien des Paläolithikums, die sich als Kathedralen der Steinzeit erweisen, eingebettet in ein soziales Netz der Matrifokalität und in die Religion von Gott der MUTTER.

In den besonderen Focus rücken hierbei die Vorfahren der heutigen BaskInnen, deren Lebensgebiet nicht nur in Aquitanien in Südfrankreich zu finden ist, wo heute die vier Hauptrouten des französischen Muschelwegs sich vereinigen, sondern die gesamten Pyrenäen und den östlichen Teil Nordspaniens umfasste.

Da inzwischen humangenetisch nachgewiesen ist, dass die genetischen Wurzeln von 60-80% der heutigen EuropäerInnen auf die Vorfahren der BaskInnen zurückgehen, können wir davon ausgehen, dass diese Menschen nach der letzten Eiszeit, entlang der Flusstäler, Europa rückbesiedelten und ihre mütterliche Zivilisation mit den aus der Matrifokalität stammenden, erworbenen Kulturtechniken und der Religion von Gott der MUTTER mitbrachten.

Aufgrund dieser Erkenntnisse können wir heute auch den weit verbreiteten katholischen Anna-Maria-Kult als nicht christlich entlarven und ihn auf die matrifokalen Lebensverhältnisse und den damit verbundenen Kult der göttlichen Mutter während der Steinzeit zurückführen. Ins besondere Interesse rückt hierbei die baskische Göttin Mari, die in Europa bis heute am meisten von der vorpatriarchalen Alten Religion von Gott der MUTTER bewahrt hat.

Matrifokalität ist nicht nur die Wurzel von Religion, sondern die Wurzel von menschlicher Kultur insgesamt. Da das Wissen über Matrifokalität durch die patriarchalen his-storischen Verdrehungen und Unterschlagungen für die Meisten noch so wenig präsent ist, wurden die heute bereits freigelegten her-storischen Tatsachen in dem 2014 erschienenen Buch „Matrifokalität – Mütter im Zentrum; Ein Plädoyer für die Natur“, zusammengefasst. (Armbruster, Kirsten: Matrifokalität, 2014).

Drei mal Drei ist Neune – Das Mühlespiel (Neuntespiel) in den Felsritzzeichnungen der Steinzeit und die Bedeutung der Zahlen in der Kosmischen Ordnung der Mutter

Die Zahl drei, in Felsritzzeichnungen der Steinzeit symbolisch oft  wiedergegeben als Vulvadreieck, spielt eine wichtige Rolle im kosmischen Verständnis der überall verbreiteten Mutterkultur im Paläolithikum und im Neolithikum, die menschengeschichtlich in der Bronzezeit  erstmals unter patriarchalen Druck kam.

Die Zahl drei ist im naturverbundenen Alltag der Steinzeit für die Menschen überall sichtbar. Frau Mond hat drei sichtbare Phasen, der Raum wird dreidimensional in Höhe, Breite und Tiefe erschlossen und die Zeit als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahrgenommen. Gott die MUTTER wird in den drei Mutterfarben, Rot, Weiß und Schwarz als Lebenswandlerin erkannt und dieser lebensbringende Mutterfarbenaspekt des roten heiligen Menstruationsblutes, der weißen Milch und der Umwandlung allen Lebens in das Schwarz des fruchtbaren Humus, die auch in der Schwärze der Nacht und der Dunkelheit der Höhlen wiedergespiegelt wird, dieser dreifache Aspekt der mütterlichen Ordnung wird in der vorpatriarchalen Steinzeit überall erkannt.

In Europa finden wir auch im Holunderbaum die drei Mutterfarben: Das Weiß der Blüten, das Rot des Saftes und das Schwarz der Beeren. Während das Wissen um die göttliche Mutter auch nach der Christianisierung lange im Volk weiterlebte, wurde mit dem berüchtigten Malleus Maleficarum, dem Hexenhammer, der im Jahre 1487 erschien, der Kult von Gott der MUTTER in einen Hexen- und Teufelswahn verkehrt. Die AnhängerInnen des alten Glaubens mussten sich immer mehr verstecken, verhehlen und so kommt es, dass Reste der Religion von Gott der MUTTER von den Großmüttern und Müttern in Form von Kinderreimen über die Zeiträume hinweg erhalten wurden. Einen Rest dieser ältesten Religion der Welt finden wir zum Beispiel in dem Kleinkinderlied:

Ringel, Ringel, Reihe,

sind der Kinder dreie,

sitzen unterm Hollerbusch,

machen alle husch, husch, husch

Das uralte Tanzen im Kreise als Symbol für den natürlichen Kreislauf des Lebens um die dreifache göttliche Mutter des Lebenszyklus, die uralte Holle, die sowohl in der Höhle als auch in den drei Mutterfarben des Hollerbuschs sichtbar wird und das Notwendigwerden des Verhehlens dieses alten Wissens in dem Husch, husch, husch, das ist eine Botschaft aus dieser Zeit, die wir nun langsam wieder verstehen.

 Der Kult der drei Jungfrauen

Dieser durchzieht bis heute das Land und geht auf die aus sich selbst Leben schöpfende, aseitätische Gott die Mutter zurück. Sie setzt sich in den griechischen Moiren, den römischen Parzen, den nordischen Nornen, den drei Bethen oder drei Matronen fort, die als Schicksalsgöttinnen den Lebensfaden spinnen und auch abschneiden. Unter verschiedenen Namen werden die Jungfrauen in den Dreifrauensagen bis heute verehrt als Aubet, Cubet und Guere, als Einbeth, Wilbeth und Warbeth, als Spes, Fides und Caritas, als drei namenlose Burgfräulein, als Catharina, Barbara, Margarete  (C+B+M) und manchmal auch in vermännlichter Form wie in Griesstetten bei Dietfurt im Altmühltal als die drei elenden Heiligen, die heiligen Drei Könige Caspar, Balthasar, Melchior, mit deren Initialien C+M+B bis heute die Häuser am 6. Januar, dem früheren Holle- oder Perchtentag, am Ende der uralten und ursprünglichen zwölf Weihe- oder Mutternächte gesegnet werden, oder auch in symbolischer Form als die drei, oft goldenen Kugeln des heiligen Nikolaus, die auch hier noch die drei Jungfrauen wiedergeben, wie wir es z.B. in der turmlosen, weil ursprünglich stark mutteridentifizierten St. Martinskirche in Kelheim finden. Besonders häufig kommen im Volksglauben Catharina, Barbara und Margarete vor, wobei sie nicht immer zu dritt, sondern häufig einzeln auftreten:

Barbara mit dem Turm,

Margarete mit dem Wurm,

und Catharina mit dem Radl,

das sind die heiligen drei Madl

 Barbaras zweites Attribut ist der Kelch oder der Kessel, der häufig auf dem Turm abgebildet ist, wie wir es in der Fatima-Wallfahrstkirche Maria der Sieben Schmerzen in Neuses bei Pondorf dargestellt finden. Der Kelch oder Kessel gehört zu den urzeitlichen Kallwörtern und stellt, wie wir gesehen haben, den Bauch der Urmutter dar, wo die Verwandlung des Todes in das neue Leben stattfindet. Der Kessel spielt noch bei der keltischen Göttin Cerridwen als magischer Kessel des Lebens eine zentrale Rolle. Das Patriarchat jagt bis heute in Form des Heiligen Grals oder auch des christlichen Abendmahlkelchs einer männlichen Imitation der Lebenswandlung im Körper der Mutter nach. Dass dies naturgemäß nicht möglich ist, wird geflissentlich übersehen.

Die Neun als potenzierte Drei entspricht den lunaren Schwangerschaftsmonaten und sie entspricht auch der Erkenntnis, dass jede Mondinnenphase neun Nächte umfasst und die sich daraus ergebende Zahl siebnundzwanzig  genau dem weiblichen Menstruationszyklus entspricht. Die Zahl neun als drei mal drei finden wir daher häufig als Schälchen (Negativform der Kugel) eingeritzt in altsteinzeitlichen Höhlen, z.B. in der Kulthöhle Jean Angelier der Ile de France bei Noisy-sur-Ecole, in der auch ein viereckiges Ideogramm mit neun Schälchen, verbunden mit eingeritzten Linien gefunden wurde (Marie König, 1981, S. 266).

Auch die Vier gehört zu der uralten kosmischen Zahlensymbolik der Mutter. Schon die NeandertalerInnen kannten die Vierteilung der Welt, wie ein Nummulites, ein kreisrunder sogenannter Münzstein aus Ungarn aus dem Mittelpäläolithikum mit einem viergeteilten Linienkreuz zeigt (Marie König, 1980, S. 115). Die Vier gibt die vier Himmelsrichtungen an. Sie wird in der Beschreibung der vier Elemente als Erde, Wasser, Luft und Feuer weitergeführt und  auch in den vier möglichen Bestattungsarten, der Erdbestattung, der Luftbestattung, der Meeresbestattung und später der Feuerbestattung aufgenommen.  Offensichtlich sind auch die vier Jahreszeiten und die vier Phasen von Frau Mond: zunehmende Mondin (Wachsen=Frühling), Vollmondin (Fruchtbildung des Lebens=Sommer), abnehmende Mondin (Verwelken=Herbst), Schwarzmondin (Umwandlung von Tod in Leben=Winter).

Die Zahl Vier ergibt sich aus der Addition von Drei und Eins. Multipliziert man hingegen die Drei mit der Vier, so ergibt sich die Zwölf. Der heutige gültige Sonnenkalender hat 12 Monate. Der ältere Kalender von Frau Mond, der mit dem Monats-Zyklus der Frauen übereinstimmt, hat dreizehn Monate. Zwölf plus Eins ist Dreizehn. Dreizehn war ursprünglich eine Heilige Zahl, eine Glückszahl, heute gilt sie als Unglückszahl, erinnert sie doch an die menschengeschichtliche Zeit der Mütter, die vom Patriarchat verleugnet wird. Die patriarchale Dämonisierung der Zahl 13 finden wir insbesondere in Verbindung mit Freitag dem Dreizehnten, denn der Freitag steht bis heute in Verbindung mit Göttinnen, zum Beispiel der germanischen Göttin Freya oder im Französichen und Italienischen mit der Göttin Venus (Vendredi, Venerdi). Zwischen dem früheren Mondinnenkalenderjahr und dem heutigen Sonnenkalenderjahr liegen 12 Nächte, die sogenannten Losnächte, die mit der Wilden Jagd in Verbindung gebracht werden. Jesus hatte 12 Jünger, er selbst ist also die 13.

Das Mühlespiel oder Neuntespiel

Eines der uralten Spiele, in denen diese magische Verbindung zwischen den Rundungen der Drei und den Ecken der Vier symbolisch dargestellt wird, ist das Mühlespiel. Marie König hat es bereits in den Eiszeithöhlen der Ile-de-France in Frankreich entdeckt und als universales Ordnungszeichen gedeutet und es scheint tatsächlich in besonderer Weise das Lebensverständnis des mütterlichen Kulturverständnisses der Steinzeit wiederzugeben. Die Mühlesteine sind rund, jeweils drei von ihnen nebeneinander ergeben eine Mühle, die drei wird noch einmal aufgenommen, indem drei immer kleinere Vierecke ineinander gezeichnet werden, aber erst in Kombination mit der Vier, also der Schwarzmondinnenphase entwickelt sich das Spiel des Lebens, erfolgt die magische Verwandlung des Todes in das neue Leben, schließt sich der Kreis. Zeit und Raum finden in dem Mühlespiel zueinander und nicht umsonst spricht man bis heute von Zeiträumen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Mühlespiel  in Südtirol das „Neunte-Spiel“ genannt wird und sich auf der Neunteplatte der Tschötscher Heide bei Brixen sich ein in den Felsen eingeritztes Mühlespiel  (Maße 55×67 cm) befindet, in dessen Mitte ein runder Schalenstein eingeritzt ist (Erni Kuttner, S. 77). In diesem Zusammenhang sei auf ein altes Kinderlied hingewiesen, das das Neunte-Spiel aufgreift:

Es geht ein Bi-Ba-Butzemann

In unserem Kreis herum dideldum

Drei mal drei ist neune,

du weißt schon wie ich´s meine

dreimal drei und eins ist zehn

Butzemann bleib stehn, bleib stehn, bleib stehn

Er rüttelt sich und schüttelt sich

und wirft seine Beine hinter sich,

wir klatschen in die Hand,

wir beide sind verwandt

Wer ist der Butzemann? Verbutzen ist ein altes Wort für sich Verbergen oder Verhehlen. Der Butzemann trägt eine Zipfelmütze, wie die Zwerge und Frau Holle, die uralte Muttergöttin wird in der schon stark patriarchalisierten Überlieferung der Germanen noch als Königin der Zwerge und als Göttin der Walküren genannt. Im Griechischen kennen wir die Hekate, deren Name schon in den Bereich der späteren dämonisierten Hexe verweist. Als Windfrau zieht Holla mit ihrem wilden Heer umher und rüttelt die letzten Blätter von den Bäumen (Monika Löffelmann, 1997, S. 113). Auffallend ist, dass der Butzemann das „dreimal drei ist neune“, noch dazu für uns erst einmal unverständlich, gefolgt von dem „du weißt schon wie ichs meine“, in Reime verpackt hat und danach das dreimal drei und eins ist zehn folgt, wie wir es oben in dem drei und eins ist vier und dem zwölf und eins ist dreizehn schon angewendet haben. Das Rütteln und Schütteln und das in die Hände Klatschen kann in Verbindung mit dem Verhehlen auch als Erkennungszeichen der Alten Religion  der göttlichen Mutter in Verfolgungszeiten interpretiert werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Butzen bis heute ein Wort ist, das wir für das Kerngehäuse des Apfels verwenden. Der Apfel ist schon immer das Zeichen der göttlichen Mutter gewesen, der Apfel wie wir ihn kennen aber auch der Granatapfel mit seinen vielen roten Perlen und dem süßen roten Saft. Mythologisch eng verbunden sind hierbei der Apfel und die Schlange mit dem Paradies. So gab es den Garten der Hesperiden mit den goldenen Äpfeln, der auch Garten der Unsterblichkeit genannt wurde und der Göttin Hera gehörte, die zuweilen die Gestalt Hesperas, des Abendsterns (Venus) annahm. Auf Heras hesperischem Apfelbaum, der von ihrer heiligen Schlange bewacht wurde, wuchsen die Äpfel des ewigen Lebens (Walker, 1995, Stichwort Hesperiden). Schneidet man nun den Apfel quer auf, so dass der fünfzackige Stern des Apfel-Butzens sichtbar ist wird noch mal die enge Verbindung des Butzemanns mit dem kosmologischen Weltbild von Gott der MUTTER deutlich. Denn tatsächlich beschreibt die Venus, der Abendstern in seinem Jahreslauf eine fünfzackige Bahn. Den bereits patriarchalisierten Priestern der Kelten, den Druiden, war der fünfzackige Stern noch heilig und wir kennen ihn noch als Zeichen Baphomet bei den Templern und Freimaurern, bevor er als Pentagramm mit Hexen in Verbindung und damit dämonisiert wird. Im Lateinischen heißt Malus der Apfel, aber es heißt auch gleichzeitig böse. Es ist also kein Zufall, dass die monotheistischen Theologien den Apfel verunglimpfen, ihn in ihrer alttestamentarischen Schöpfungsgeschichte als Verführobjekt von Eva verwenden, der dazu führt, dass die Menschen von „Gott dem Herrn“ aus dem Paradies vertrieben werden und „Gott der Herr“ Feindschaft setzt zwischen der Schlange und der Frau. Tatsächlich ist der Apfel auch noch in der Bibel die Frucht vom Baum der Weisheit und eben von diesem Baum der Weisheit verbietet „Gott der Herr“ den Menschen zu essen. Tatsächlich ist die Religion von Gott der MUTTER  und ihren Apfel so tief in den Menschen verankert, dass er anscheinend nicht auszumerzen ist und schließlich als Reichsapfel zu einem Herrschaftssymbol wird. Erst mit dem Malleus Maleficarum ab 1487 und einer 500-jährigen Hexenverfolgung wird das uralte Wissen um die göttliche Mutter und ihre heiligen Symbole den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes ausgehämmert, aber heute ahnen wir es wieder, das Wissen unserer AhnInnen. Drei weitere Kinderverse verhehlen das alte Wissen unserer Ahninnen und seien an dieser Stelle vermerkt:

Ich ging einmal nach Butzlabee

Da kam ich an einen großen See,

da kam ich an ein Mühlenhaus,

da schauten drei Hexen zum Fenster raus

Die erste sprach: Komm, iss mit mir!

Die zweite sprach: „Komm trink mit mir!

Die dritte nahm den Mühlenstein

Und warf ihn mir ans linke Bein

Da schrie ich laut: oweh, oweh,

ich geh nicht mehr nach Butzlabee

Das Mühlespiel als Neuntespiel und als Symbol des schon im Paläolithikum bekannten in Zahlensymbolen erfassten Weltbildes der kosmischen Mutter kennen wir schon, aber die Mühlen und die runden Mühlsteine gehören auch im Neolithikum zum Weltbild der Göttin. Monika Löffelmann schreibt über die Mühlsteine, die auch in vielen Erdställen zu finden sind: Im Alltagsleben der Frauen wird eine heilige Drehbewegung regelmäßig ausgeführt, nämlich das Betätigen der Mühlsteine. Durch die Drehbewegung beim Betätigen der Mühlsteine werden keimfähige Körner zerrieben, um daraus lebenswichtiges Mehl und Brot zu backen. Auch hier finden wir also die heilige mit der göttlichen Mutter verbundene kreisförmige Kulthandlung der Wandlung von Tod in Leben. Noch in der patriarchalen germanischen Edda heißt es vom Mühlsteindreher:

„Mundliföri heißt des Mondes Vater und so der Sonne auch; die Wölbung des Himmels umwandeln sie täglich, daran messen die Menschen die Zeit“.

 Hier finden wir schon wie bei allen indoeuropäischen Völkern, zu denen auch die Griechen, die Kelten und die Germanen gehören eine Vaterisierung der ursprünglichen göttlichen Mutter, wobei ihr kosmologisches Weltbild noch erhalten ist. Im obigen Fingerspiel von Butzlabee erkennen wir aber in Form der drei Hexen noch die uralte dreifache Erscheinung der göttlichen Mutter, deren Religion mit Gewalt und Schmerzen ausgetrieben wurde.

Noch verharmloster kommt die alte Religion mit dem fünfzackigen Apfelbutzen in folgendem Fingerspiel daher, als Kloß, den man einfach aufessen kann:

Dort oben auf dem Berge,

da ist der Teufel los.

Da streiten sich fünf Zwerge

um einen großen Kloß

Der erste will ihn haben,

 der zweite lässt ihn los,

der dritte fällt in Graben

dem vierten platz die Hos

der fünfte schnappt den Kloß

und isst ihn auf mit Soß

Der Klassiker unter den Fingerspielen ist Himpelchen und Pimpelchen:

Himpelchen und Pimpelchen,

stiegen auf einen Berg,

Himpelchen war ein Heinzelmann,

Pimpelchen war ein Zwerg,

 sie bleiben lange dort oben sitzen

und wackelten mit ihren Zipfelmützen,

doch nach vielen langen Wochen,

sind sie in den Berg gekrochen.

Schlafen dort in guter Ruh,

Seid mal still und horcht gut zu!

Ch ch ch ch (Schnarchen)

Heißa, heißa, Hoppsassa,

Himpelchen und Pimpelchen sind wieder da!

Das Mühlespiel von Gott der  MUTTER in Riedenburg im Altmühltal – eine landschaftsmythologische Freilegung

In Himpelchen und Pimpelchen finden wir das Volk wieder, das die göttliche Mutter auf den Mutterbergen, in den Höhlen, an den Quellen, in den Teichen, an den Brunnen und Seen, Bächen und Flüssen verehrte. Sie tragen Mützen, wie der Bi-Ba-Butzemann, hinter denen sie sich verhehlen können, aber interessant ist auch eine weitere Ähnlichkeit zwischen Mützen und Mutzen. Das Wort Mutzen kennen wir aus der Kombination mit dem Wort Mandel. Bis heute sind Mutzenmandeln ein beliebtes Gebäck, in Form von Mandeln. Die Mandeln haben wir schon in Form der Vulva-Yoni, der Mandorla, der Schutzmantel-Maria als Symbol der göttlichen Mutter kennengelernt und so könnte die rote Zipfelmütze als ursprüngliches Mandelsymbol (die Mandel gehört übrigens zu den Rosaceae, also den Rosengewächsen) ein Symbol der Menschen gewesen sein, die Gott die MUTTER erkannten und  verehrten. In diesem Zusammenhang sei auch noch auf das Wort Scha-Ma- ne hingewiesen. Könnten Schamanen ursprünglich Menschen sein, die sich ihrer heiligen Geburt aus der Scham einer Frau, ihrer Mandelvulva bewusst gewesen sind? Heute ist das Wort Scham negativ besetzt und steht im Zusammenhang mit sich schämen, aber tatsächlich erweist sich dies als eine viel spätere Negativbesetzung, die der Sexualfeindlichkeit der christlichen Kirche geschuldet ist. Im Schambachtal zwischen Riedenburg im Altmühltal und der Quelle in Schamhaupten, hat sich die ursprüngliche und positive ganz und gar weibliche Bedeutung von Scham erhalten.  Während im deutschen bei zusammengesetzten Nomen, sogenannten Komposita immer die grammatikalische Regel gilt, dass das zweite Nomen den Artikel bestimmt, sprechen wir bis heute nicht von „der Schambach“, da Bach den Artikel „der“ hat, sondern wir sprechen von „die Schambach“.

Auf dem Jachenhausener Berg in Riedenburg im Altmühltal, direkt oberhalb einer Felswand mit Höhlen und Schlupfsteinen befindet sich nun auf dem sogenannten Teufelsfesen ebenfalls ein in den Felsen geritztes Mühlespiel, zu dem es auch eine Legende gibt. Die Verbindung zwischen dem Spiel, das, wie wir gesehen haben, in enger Verbindung mit dem kosmischen Weltbild der göttlichen Mutter steht und auch noch von den Kelten in der Urelternphase verstanden wurde, steht in engem Zusammenhang mit dem christlichen Teufel, wird also dämonisiert, denn der Teufel soll ja nach christlicher Überlieferung der Widersacher Gottes sein. Interessant ist hier, dass der Begriff Teufel nur im Neuen Testament verwendet wird und in der Offenbarung des Johannes erfahren wir auch, wer der Teufel eigentlich ist:

„Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herniederkommen, der den Schlüssel des Abgrunds und eine große Kette in der Hand hatte. Und er griff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel ist und er band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und schloss zu und versiegelte über ihm, damit er nicht mehr die Nationen verführe“… (Offenbarung, 20, 1.3).

 Der Teufel trägt Hörner, die – wie wir gesehen haben, wie kaum etwas anderes, das kosmische Mondinnen-Wiedergeburts-Weltbild der kulturellen Mutterstufe wiedergibt und als Zeichen der Mutter, ihres Mondtieres und auch später im Neolithikum nach der Rinderdomestikation als die milchgebende Mondkuh von den Menschen tief verehrt und verstanden wurde.

Beachten wir noch dazu den Wohnort, den die Christen dem Teufel zugedacht haben, nämlich die Hölle, die ja nichts anderes als der uralte Kultplatz der göttlichen Mutter, nämlich die Höhle ist, dann wissen wir auch, dass der christliche Teufel die uralte göttliche Mutter ist, die ursprünglich gleichermaßen in der Schlange und der Drachin verehrt wurde. Die Schlange steht hierbei in besonders enger Beziehung zur Erde, aber auch zum Wasser. Beim mythologischen Bild der Drachin kommen die beiden weiteren heiligen Elemente hinzu: nämlich das des Feuers, denn die Drachin ist immer mit dem Feuer assoziiert und das der der Luft, denn viele der mythologischen Drachinnen können fliegen.*

*(weitere detaillierte Ausführungen  zur Drachinnensymbolik in allen Kulturen in Armbruster, 2010).

Die Flügel kennen wir auch von einer Reihe von Göttinnen. So breitet die ägyptische Göttin Isis ihre Flügel als Schutz aus. In der Befreiungshalle in Kelheim, die einem runden Tempel gleicht, stehen bis heute Göttinnen mit Flügeln für den Frieden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Berg auf dem die Befreiungshalle steht, ausgerechnet Michelsberg heißt, benannt nach dem Erzengel und Drachentöter Michael, also dem Engel, der den Teufel, die Urmuttergöttin, in den Abgrund wirft.

Der heutige Teufelsfelsen in Jachenhausen ist tatsächlich die uralte Steinahnin des ehemaligen heiligen Kultortes und wer mit Landschaftsmythologie vertraut ist, wundert sich auch nicht, dass nur circa 300 Meter vom Teufelsfelsen entfernt das Kloster St. Ursula  gestanden haben soll mit einem geheimen Gang dazwischen, wo ein Schatz versteckt gewesen sein soll. Überall, wo der Kult der göttlichen Mutter gefeiert wurde, finden wir Klöster, Kathedralen oder Kirchen oder auch manchmal nur Geschichten, dass dort einmal ein Kloster gestanden sein soll. Kein Wunder, denn alle diese Worte entstammen der uralten Muttersilbe Kall und geben in erster Linie wieder, dass an diesem Ort eben Gott die MUTTER von den Menschen gekannt und verehrt wurde. Dass das Kloster ganz in der Nähe des Teufelsfelsen ausgerechnet der heiligen Ursula gewidmet sein soll, weist noch einmal auf einen sehr alten Kult hin, denn Ursa major ist die uralte Bärengöttin.  Höhlenbären lebten im Paläolithikum in enger Verbindung mit den Menschen, teilten sie doch die Kulthöhlen mit ihnen, was Bärenknochenfunde auch im Altmühltal beweisen. Eine starke Bärinnenmutter in Form der Ge-Bär-Mutter lebt bis heute in jeder Frau, wobei viele Frauen diese Bärinnenmutterstärke anscheinend vergessen haben. Die uralte Bärengöttin fährt heute noch heute mit ihrem Wagen am Himmel, denn das Sternenbild des Großen und des Kleinen Wagens enthält das Sternenbild der Großen und der Kleinen Bärin (Ursa major und Ursa minor). Interessant ist auch, dass heute genau neben dem Teufelsfelsen eine Drachenflugrampe aufgestellt ist und dass seit einigen Jahren dort oben wieder das Johannisfeuer der Sommersonnenwende gefeiert wird. Johannes ist eine vermännlichte Form der Anna und so sehen wir eine klare Linie der Mutterverehrung in Riedenburg, denn dort wird heute die Stadtkirche St. Johannes genannt, obwohl die zentrale Figur in dieser Kirche die uralte Muttergöttin Maria ist. Direkt am Fluss, der heute seine natürliche Schlängelung verloren hat und zu einem geraden Kanal ausgebaut wurde, liegt die alte Wallfahrtskirche St. Anna, der später ein Kloster angeschlossen wurde und oben auf dem Teufelsberg, wird wieder am längsten Tag des Jahres das goldene Fest der Sonne gefeiert, dem auch das gegen Depressionen wirksame leuchtendgelbe Johanniskraut mit seinem roten Saft gewidmet ist.  Fast kommt einem der Text aus dem Himpelchen Pimpelchen Fingerspiel prophetisch vor: nachdem die Zwerge und Heinzelmännchen, als Märchenfiguren verwandelte AnhängerInnen der uralten Religion lange Zeit auf dem Berg gesessen sind, mussten sie in den Untergrund, um nun von neuem wieder aus dem Vergessen als uraltes Wissen unserer AhnInnen wieder aufzutauchen: Himpelchen und Pimpelchen sind heute wieder da! Nicht nur in Riedenburg!

Die ursprüngliche Bedeutung von Anna-Orten

Anna-SelbdrittOben zu sehen ist die Figur der Anna-Selbdritt, hier im Kloster Santa Maria de Santa Cruz in der Nähe von Jaca, einem der ersten Orte des Camino Francés-Muschelwegs in der Nähe der Pyrenäen an der Grenze zwischen Spanien und Frankreich, den das Patriarchat Jacobsweg nennt. Die Figur der Anna, welche die Mutter der christlichen Maria sein soll, ist nicht biblisch. (siehe hierzu Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER  – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013, S. 33-45). Insbesondere die sehr häufige Figur der Anna Selbdritt, welche die Anna als Großmutter, als Ahnin zeigt, offenbart überdeutlich, dass die Figur aus der matrifokalen Zeit Europas stammt, denn Maria ist hier noch ein Mädchen, kann also selbst noch gar keine Mutter sein. Tatsächlich steht die Figur der Anna-Selbdritt immer für die matrilineare Ahninnenreihe in die, wie die Figur zeigt, das Weibliche und das Männliche hineingeboren werden, und hinter der Figur der Anna-Selbdritt versteckt sich die in der Matrifokalität wurzelnde Religion von Gott der MUTTER. Heute ist der matrilineare Anna-Kult häufig überlagert mit dem vermännlichten Johannes-Sonnwendfeierkult, der im folgenden Text ebenfalls als patriarchale Überlagerung entlarvt wird. Der folgende Text stammt aus dem Buch: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland?  – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, S. 70-77:

„Auch bei uns sind die ewigen Bewegungen von Frau Sonne, Frau Mond und den Sternen in den Wallfahrten und Pilgerreisen miteinbezogen und gerade auf dem Muschelweg, der am Meer am westlichsten Ende Europas endet, wird eigentlich, und vor allem dieser kosmische Zusammenhang verehrt. Auch die Idee eines AhnInnenngeistes an einem Wasserloch, wie er bei den Aborigines beschrieben wurde, war in Europa einst weit verbreitet. Und natürlich finden wir diesen Kult auch am Muschelweg. So beschreiben Derungs stellvertretend für viele andere solcher landschaftsmythologischen Überlie-ferungen eine Brunnenlegende aus der romanischen Kirche St. Kunibert in Köln, wobei Köln heute Teil des deutschen Muschelwegs ist:
„Mit dem Brunnen in Köln ist die Vorstellung der Kinder-herkunft verbunden. Dass die Kinderseelen aus dem Was-ser, von einem Baum oder Stein geholt werden, war einmal üblicher Brauch. In Köln hütet Maria auf dem Grund des Kunibertbrunnens die ungeborenen Kinder, bis eine Frau kommt und vom Brunnenwasser in einer Vollmondnacht trinkt. Dann weiß Maria, dass sich diese ein Kind wünscht. Sie sucht ihr eines aus der großen Schar aus und bereitet es auf sein Erdenleben vor. Neun Monate später kann die Frau es sich dann abholen. Dahinter steckt eine alte Wiedergeburtsmythologie, denn man glaubte, dass eine verstorbene Person in der Natur bei einem Seelensitz weiterlebe, sei dieser ein Stein, eine Quelle oder ein heiliger Baum. Solche Ahnenstätten werden dann zu Kultplätzen. Gleichzeitig traten die Frauen der Sippen mit diesen Seelenorten in körperlichen Kontakt, indem sie auf einem Stein rutschten oder im Wasser badeten. Oft genügte es davon zu trinken. Dadurch nahm die Frau die Kinder- und Ahnenseele spirituell auf und führte die verstorbene Person ins Leben zurück. So schloss sich der Kreislauf von Tod und Geburt. Dieser Zyklus lag in den Händen einer Leben-im-Tod-Göttin. Bei ihrer Stätte, die oft die Form eines weiblichen Schoßes aufweist, weilten die Ahnenseelen im Jenseitsparadies“. (Derungs, Kurt und Isabelle M.; 2006, S. 202).

Das Kultverständnis einer aus dem Wasser empfangenen Ahnenseele, ist also auch in Europa bekannt und folgt man den Annaorten, den Wasser-AhnInnenorten, an denen Frauen dem früheren Verständnis nach aseitätisch-parthenogenetisch, ohne das Zutun eines Mannes, ihre Kinder empfingen, so erkennt man bis heute in der Landschaft, wie weit verbreitet dieser Glaube tatsächlich war. Denn die christlich tradierte Anna, als Mutter Marias hat keinen biblischen Ursprung, sondern geht sozio-historisch auf die Zeit der unilinear-matrilinearen Abstammung und religionshistorisch auf die seit dem Paläolithikum bekannte aseitätische Gott die MUTTER z-rück. (Armbruster, Kirsten; 2013, S. 18/19).

Der Kult der Anna
Anna zählt zu den altbekannten Wurzelsilben, den sogenannten Mutterwurzelsilben der Steinzeit und steht im Zusammenhang mit der unilinearen matrilinearen AhnInnenabstammung, die auf die aseitätische-parthenogenetische Gott die MUTTER zurückgeht. Ahninnenorte sind daher oft Wasserorte, weshalb Anna als Wassersilbe bezeichnet wird und oft in Flussnamen vorkommt. Die matrilineare Abstammung für die die Anna steht, wird von den Christen, patriarchal okkupiert, oft in der Figur der Anna-Selbdritt wiedergegeben, welche die Anna, die Maria und Jesus zeigt, die enge Mutter-Tochter-Beziehung, und das Männliche geborgen in der mütterlichen Abstammungslinie. Tatsächlich tradiert die Figur der Anna nicht nur die matrilineare Abstammungslinie, sondern auch die ursprüngliche freie und wechselnde Sexualwahl der female choice, denn der Anna werden drei Männer zugewiesen. Christlich verbrämt sind es natürlich Ehemänner, die sie jeweils nach dem Tod des vorherigen Ehemanns ehelicht. Die Legende erzählt, dass Anna nach Joachims Tod noch zweimal verheiratet gewesen sein soll, weshalb im Mittelalter oft Bilder der heiligen Sippe dargestellt wurden, die Anna mit ihren drei Ehemännern und mit den drei Töchtern, den drei Marien, zeigt. (Löffler, Katrin; 2010, S. 35).

Einen bis heute überlieferten Wasser-AhnInnenort finden wir auch an der Westküste Nordspaniens am best-besuchten Strand Galiciens, dem Praia A Lanzada in der Meeresbucht, wo der Steinsarg des Apostels Jacob angeblich den Fluss Ulla in Richtung Santiago de Compostela hinauftrieb. Über den berühmten Strand schreibt der Dumont Reiseführer:

„Dabei war und ist er (der Strand) nicht nur tagsüber interessant. An Mitternacht zum Sonntag – bei Vollmond und nur in Monaten ohne „r“ – haben Galicierinnen früher versucht, hier schwanger zu werden. Dazu hockten sie sich in das Wasser und warteten neun Wogen ab, bevor sie sich wieder abtrockneten. Als besonders geeigneter Termin galt die Mitternacht zum Johannistag (am 24.Juni). Mag der Brauch auch heidnischen Ursprungs sein, in der Kapelle Santa María de Lanzada am östlichen Ende des Strands findet am letzten Sonntag im August heute noch immer die „Wallfahrt der neun Wogen“ statt. Und es heißt, selbst Managerinnen aus Vigo und Santiago seien erst kürzlich nachts beim „Baden“ gesehen worden…“. (Büscher, Tobias, 2010, S, 227/231).

Eine besonders schöne Figur der Anna Selbdritt finden wir im Kloster Santa María de Santa Cruz in der Nähe von Jaca, einem der ersten Orte des Camino Francés in der Nähe der Pyrenäen in Navarra.

In der Klosterkirche ist neben einer Marienfigur aus Alabaster, am Außenportal, eine interessante Inschrift an-gebracht. In lateinischer Sprache steht dort geschrieben:

„Ich bin die einfache Tür, Gläubige. Tretet ein durch mich. Ich bin die Quelle des Lebens, habt mehr Durst nach mir als nach Wein, alle die ihr in diesen seligen Tempel der Jungfrau tretet“.

Ganz deutlich finden wir hier die Alte Religion von Gott der MUTTER wieder. Die Vulva als Tor zu neuem Leben und damit die Quelle des Lebens, die auch immer mit Wasser verbunden ist. Und natürlich finden wir vor der Klosterkirche einen Brunnen, einen alten AhnInnen-brunnen. Der Verweis auf die Jungfrau in dieser Inschrift ist immer der Hinweis auf die parthenogenetisch-matrilineare Abstammung und der Hinweis auf den Wein, ist, wie wir gleich erkennen werden, nur eine Metapher für den eigentlichen Ursprung. Bezeichnenderweise befindet sich dieses Kloster nämlich in der Nähe des berühmten in den Fels gebauten alten Klosters San Juan de la Peña. Dieses Kloster ist dem Apostel Johannes geweiht, der die vermännlichte Form der Anna ist, denn nicht zufällig steht der Anna-Ahninnenkult in Verbindung mit der Sommersonnenwende. Ebenfalls nicht zufällig fällt heute ausgerechnet der Johannistag auf die Sommersonnenwende und das sonnengelbe Johanniskraut, das einen rötlichen Farbton enthält, wird plötzlich zum Herrgottsblut. Tatsächlich haben wir auch hier eine typische patriarchale Überlagerung. Der seit dem Paläolithikum bekannte Sonnenkult der Kosmischen MUTTER, der zur Sommersonnenwende und zur Wintersonnenwende gefeiert wird, ist ein matrilinearer Ahninnenkult und unterscheidet sich eklatant vom späteren patriarchalen Sonnen- und Feuerkult der Indoeuropäer. Das Johanniskraut, das Sonnenkraut, das zur Sommersonnenwende blüht, gibt einerseits das Goldgelb der Sonne wieder, andererseits steht der rote Saft des Johanniskrauts für das einst heilige Menstruationsblut der Frauen, das Voraussetzung ist, um AhnInnen an einem Wasserort zu empfangen. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass in dem Kloster San Juan de la Peña einst der Heilige Gral, der Kelch und der Kessel des Lebens, welcher ursprünglich der Bauch der Mutter war, aufbewahrt wurde. Diese besonders berühmte Reliquie zu der die Menschen pilgerten, wird, heute allerdings nicht mehr hier, sondern in der Kathedrale von Valencia, an der Südostküste Spaniens aufbewahrt. (Büscher, Tobias, 2010; S. 87). Die Christen haben aus dem Bauch der Mutter den Abendmahlkelch gemacht und aus dem einst Heiligen Menstruationsblut der Frauen das Blut von Jesus, was in der Wandlungsfeier der Eucharistie durch roten Wein imitiert wird. Die Inschrift am Kloster Santa María de Santa Cruz ist also eine verschlüsselte Botschaft und bedeutet decodiert, dass die Menschen ursprünglich Gott die MUTTER als aseitätische-parthenogenetische Schöpferin des Lebens kannten. Sie war die Quelle des Lebens. In ihrem Bauch, der durch den Kessel oder Kelch symbolisiert wird, geschah die heilige Wandlung des bei der Schwangerschaft ausbleibenden Menstruationsblutes in neues Leben. Die Vulva war das Tor durch welches das neue Leben geboren wurde. Der Abendmahlkelch des Patriarchats ist nur eine Imitation dieses mütterlichen Lebenswandelprozesses, nur leider eine blutige: denn während dem Menstruationsblut kein Tötungsdelikt zugrunde liegt, musste Jesus getötet werden. Tatsächlich ist die Suche nach dem heiligen Gral oder auch die Eucharistie im Abendmahlkelch immer der künstliche Versuch von Männern den Müttern gleich zu werden.“

Hagazussa – Mit Hagazussa durch das Jahr – Eine Magische Hexengeschichte für Groß und Klein

hagazussa-titel

Neu erschienen:

Die erste Magische Hexengeschichte mit matrifokalen Elementen und matrifokal orientierten Jahreskreisfesten, denn es ist an der Zeit, neue Geschichten zu weben, für uns selbst und für unsere Kinder. Auf dass wir feste Wurzeln bekommen, welche die nächsten Generationen wild und gleichzeitig geborgen aufwachsen lassen. Möge diese Hexengeschichte dazu beitragen!

Inhaltsverzeichnis:

Leben im Rosenheckenapfelgarten

Frühlingserwachen
Imbolc
Im Bauch von Mutter Erde

O-stern
Fest der Sternengöttin Ostara
Der Hoppel-Poppeline-Clan braucht ein zauberhaftes Osterhasenhaus

Walpurgisnacht
Liebesfest der Natur
Das Geheimnis des Waldmutterkrauts oder: Wie Wünsche in Erfüllung gehen

Sommersonnenwende
Hollerbusch und Annakraut
Auf die Dauer Frauenpower

Drachenfest
Fest des mütterlichen Kosmos
Der böse Zauberer Belial und die Befreiung der Mutterkraft

Sammlerinnenfest
Erntedank
Das Magische Duett von Herdfeuer und Pflanzenkraft

Halloween
Totenfest
Besuch der AhnInnen

Wintersonnenwende
Mutternacht
Eine Tochter wird geboren

Anhang
Erläuterungen
Zur Autorin

Weiterführende Literatur

Informationen zum Buch:

Mit Hagazussa durch das Jahr
Eine Magische Hexengeschichte für Groß und Klein
Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Books on Demand (April 2015)
ISBN-10: 3734772206
ISBN-13: 978-3734772207
Größe: 12,7 x 1,0 x 20,3 cm
Taschenbuch überall im Buchhandel erhältlich:
EUR 9,99
Ab Mai 2015 auch als E-Book erhältlich

 

 

Was sie schon immer über Religion wissen wollten – Eine Humoreske

Casa Naranja 20 Europa und der Nahe Osten waren einst ein matrifokaler Kulturraum mit der Leben gebärenden und Leben bewahrenden Gott der MUTTER als Basis von Religion im Zentrum. Auch heute ist es ein Kulturraum, allerdings steht dieser Kulturraum nun unter der Herrschaft der drei gewaltbasierten patriarchalen monotheistischen Theologien – Judentum, Christentum und Islam – , die den Mann und Vater absurderweise  an den Anfang von Schöpfung stellen, was mit Krieg gegen die Natur gleichzusetzen ist. In dem folgenden humoristischen Beitrag aus dem Buch „Je suis Charlène“ (2015) wird dies für alle verständlich in Worte gefasst. Der Text basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Patriarchatskritikforschung, die in den Büchern der Autorin als eine der führenden Patriarchatskritikerinnen,  bereits veröffentlicht wurden.

Was Sie schon immer über Religion wissen wollten – Eine Humoreske

Ein politisches Statement zum Internationalen Frauentag 2015

DSC_0384 (1)In einer Zeit, wo der Islam sich radikalisiert und zunehmend zu einem islamistischen Terrorismus ausartet, wo abzusehen ist, dass es unter den Dogmen eines von Männermachtideologen erfundenen Gottesbilds nie Frieden geben wird zwischen Israel und den Palästinensern und, wo auch klar wird, dass der neue Papst Franziskus zwar sozialkritische Reformen anstrebt, aber an dem Kern des patriarchalen Monotheismus, nämlich der Diskriminierung der Frau, nichts ändern will, in einer solchen Zeit muss sich die Stimme der Patriarchatskritik auch politisch erheben. Sie muss Stellung beziehen. Sie darf nicht schweigen.

Tatsächlich ist der patriarchale Monotheismus gleich ob christlicher, islamischer oder jüdischer Ausprägung eines der Hauptübel unserer Welt, denn das Hauptziel des patriarchalen Monotheismus ist immer die Herrschaft des Mannes über die Frau, des Vaters über die Mutter. Das ist der Kern des patriarchalen Monotheismus. Das ist der Kern des Patriarchats.

Das Patriarchat hat sich selbst legitimiert durch die Erfindung einer Autorität, die nicht in Frage gestellt werden darf. Der Mann ist Gott, im Umkehrschluss ist Gott ein Mann. Die Basis zur Durchsetzung einer solchen Ideologie kann nur Gewalt sein, totalitäre Gewalt in seiner höchsten Form. Faschismus pur. Gottesbildfaschismus. Opfer einer solchen totalitären Definitionsmacht-Diktatur sind nicht nur die Frauen und mit ihnen die Kinder, sondern die gesamte Natur. Diese Definitionsmacht-Diktatur ist widernatürlich. Das ist ihr Wesenskern.

Als Naturwissenschaftlerin denke ich von der Natur her. Und in der Natur sehe ich andere Prinzipien verwirklicht. Ich sehe nicht das Prinzip der Monoisierung, sondern der Diversität. Und ich sehe auch nicht ein Denken in polaren Strukturen. Der Mann steht nicht polar zur Frau. Schon gar nicht ist er der natürlich-aktive Teil in dieser scheinbaren Polarität. Die Natur hat einen anderen Weg gewählt, nämlich den der Integration. Der Mann ist von der Natur integriert worden in ein mütterliches System der Vielfalt, denn in der Mutter wachsen nicht nur Frau und Mann heran, sondern auch intersexuelle oder transgenderische Lebensformen, die alle keinen Platz haben in einem polaren, noch dazu gott-männlich-hierarchisch-definierten Weltbild. Welch ein Leid wird durch ein solches Theorem induziert! Nicht nur beschränkt auf den Menschen, sondern der gesamten Lebenswelt dieser Erde aufoktroyiert.

Wieviel weiser und großzügiger war da doch das Verständnis eines mütterlichen Kosmos, das Verstehen einer Integrativen Mütterlichen Ordnung in dieser Welt, so einfach und für jeden sichtbar. Entwickeln wir auf dieser Basis zusätzlich zur wieder freigelegten Religion von Gott der MUTTER ein männliches Gottesbild, einen an der Natur orientierten Grünen Mann, denn der patriarchale Monotheismus ist keine zivilisatorische Errungenschaft, wie uns weis gemacht werden soll. Der patriarchale Monotheismus ist alltägliche Zerstörung. Er ist Terror! Und was auch ganz klar ist: Der patriarchale Monotheismus ist nicht reformierbar. Das bedeutet: Der patriarchale Monotheismus passt nicht in eine Moderne Welt. Er gehört abgeschafft!

In diesem Sinne wünsche ich allen Frauen einen Durchbruch in der Befreiung vom Patriarchat und den Männern und allen anderen Lebensformen auf dieser Erdegleich mit!

Aus: Armbruster, Kirsten: Je suis Charlène – Was Sie schon immer über Religion wissen wollten, 2015, S. 45-48

Weder der Islam, noch das Christentum noch das Judentum gehören in eine Moderne Welt

copy-apfel-und-pflaumen-aus-dem-garten.jpgDr. Kirsten Armbruster ist Naturwissenschaftlerin und gehört mit mehreren Veröffentlichungen zu den führenden Patriarchatskritikerinnen. Sie wurde in Dortmund geboren, wuchs in Ägypten auf und lebt heute in Bayern. Beruflich ist sie seit Jahren im Integrationsbereich tätig. Veröffentlichungen u.a.: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus (2013), Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland  (2013) und Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER (2014).

Einigkeit und Brüderlichkeit gehören zu den Lieblingsworten, die dieser Tage überall bemüht werden. Einigkeit zwischen Juden, Christen und Moslems. Toleranz ist das Schlüsselwort, das die Guten von den Bösen, die zivilisierten von den terroristischen Monotheisten unterscheiden soll. Auffallend in jedem Fall – obwohl das niemandem aufzufallen scheint – ist die überproportionale Dominanz an Männern, die alle etwas Wichtiges zu sagen haben. Und so zeigen die Toleranzbekundungen vor allem eins: Die Toleranz des Monotheismus hört bei den Frauen auf, denn  Großmütter,  Mütter, Schwestern und Töchter sind ja nicht gemeint in dieser Demonstranz von Brüderlichkeit. Kein Wunder, denn der alleinige „Jahwe-Vater-Allah-Gott“ hat ja vor allem eines klar gemacht, dass der Mann ein Gott ist. Und in diesem Kernelement des Monotheismus, da herrscht nun wirklich brüderlich-eitle Einigkeit. und zwar auch zwischen den gut-zivilisierten und den bös-terroristischen Monotheisten.

Und in dieser, die Frauen –  die Hälfte der Bevölkerung – ausschließenden einigen Brüderlichkeit zeigt sich, hinter einer perfiden Scheinheiligkeit, der Totalitarismus des Monotheismus. Das heißt, Monotheismus ist immer Faschismus. Und totalitärer Faschismus beruht immer auf Gewalt. Denn die Idee, dass das Leben den Mann ins Zentrum gestellt hat, ist aus der Naturbeobachtung heraus absurd und kann nur mit Gewalt indoktriniert werden. Und hier greifen das angeblich Gut-Monotheistische und das Bös-Terorristische ineinander, ergänzen sich, erweisen sich als zwei Seiten ein und derselben Medaille. Die eine Seite der Medaille ist die strukturelle Gewalt, die in den monotheistischen Schriften und den – gerade durch einen nicht-laizistischen Staat unterstützten Traditionen überliefert wird und die andere Seite ist, dass eben diese Schriften und Traditionen jeden erdenklichen Raum lassen für exekutive Gewalt und deshalb immer zu Blutvergießen führen. Die Geschichte des Monotheismus – gleich welchen Couleurs – ist eine einzige Aneinanderreihung davon.

Einst waren Europa und der Nahe und der Ferne Osten ein Kulturraum. In den Muschelwegbüchern, die den Wurzeln des maurentötenden Jacob gefolgt sind, ist dies längst frei gelegt, die gleiche Kultur und sogar die, dieser Kultur zugrundeliegende Religion, denn Religion kommt von Religare und Religare bedeutet: Anbinden, Losbinden und Zurückbinden. Gemeint ist damit ursprünglich die Lebensanbindung allen menschlichen Lebens an die Mutter, an die leibliche Mutter und an die göttlich-kosmische Mutter, die wir logischerweise, weil sie eben am Anfang jeder Religion steht, Gott die MUTTER nennen können. Und, um das zu erkennen, dazu bedurfte es keiner Indoktrinationen, sondern nur eines einfachen Hinsehens.

Und weil das so klar und deutlich ist, wurde der Schwarze Heilige Stein der Kabaa in Mekka nicht nur in einer vulvaförmigen Silberfassung eingefasst, sondern war den Göttinnen Al-Lat, Menat und Al-Uzza geweiht. Und der achtzackige Felsendom in Jerusalem mit der Höhle Maghara erweist sich, wenn man nur ein bisschen genauer hinsieht, als ursprünglicher Bauchmutterhöhlenraum von Gott der MUTTER, in der sich nicht zufällig bis heute der Brunnen der Seelen befindet. Und folgen wir dem Jacobsweg in Euopa, der 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erklärt wurde, so finden wir auch dort überall die gleiche Religion der göttlichen Mutter hinter der Fassade des Kriegspfads eines Maurentöters, denn der Jacob hat nicht zufällig als Erkennungssymbol die Muschel, die Vulva der Frau.

Schauen wir also hinter die scheinheilige Fratze des gewaltbasierten patriarchalen Monotheismus und erkennen, dass ein patriarchaler Monotheismus einer modernen Welt nicht würdig ist, denn Frauen sind nicht eine vernachlässigbare Nebengruppe der Bevölkerung, sondern sie sind die Hälfte der Weltbevölkerung und Frauen waren schon immer göttlich. Heute brauchen wir mehr denn je diese integrierende weibliche Göttlichkeit, denn die Natur hat nicht zufällig den Frauen als Müttern den größten Teil der Menschwerdung leiblich-nabelgebunden anvertraut. Erinnern wir uns wieder an die Natürliche Integrative Ordnung der Mutter, denn in der Mutter findet kein Kampf zwischen den Geschlechtern statt, sondern in der Mutter findet das Männliche und das Weibliche und auch das Nicht-Heteronormative seinen Platz.

 

NEUERSCHEINUNG: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER

Der Muschelweg - CoverDer Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER

Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas

Von den matrifokalen Wurzeln der baskischen Mythologie bis zu den Nabelstein-Petroglyphen in Galicien, von der Vulvastadt Paris bis zur Mutterstadt Madrid, von der Pudendalandschaft der Camargue bis zu den heiligen Vulkanen in Le Puy-en-Velay, bei den Schwarzen Madonnen, hinter dem Maria Magdalenenkult und schließlich auch im Heiligen Land Israel, überall lässt sich die Religion von Gott der MUTTER wieder freilegen. Folgen wir dem Muschelweg, so entdecken wir die matrifokalen Wurzeln Europas und des Nahen Ostens und wir entdecken auch eine Lösung für den immer währenden Krieg des patriarchalen Monotheismus.

Inhalt

 Vorwort

Von Dolmen die Mámoas heißen und Petroglyphen als Nabel der Welt
Magisches Nordspanien 14
Von Dolmen und Hexen 23
Die Kelten in Galicien 27
Petroglyphen als Nabelsteine 30

Equidenkrieger als Träger der patriarchalen
Gewaltkultur
Kennzeichen des patriarchalen Umbruchs 43
Die Vermännlichung des Sonnenkults 50

Die baskische Göttin Mari und die matrifokalen Wurzeln der baskischen Mythologie
Das Baskenland als kulturelle Insel 57
Die baskische Mythologie ist weiblich 61

Madrid und die Bärenmutter
Madrid kommt von Madre 74
Ursa Mayor – das Sternenbild der Großen Bärin 80
Der Bärenkult – eine Zeitreise 84

Stella Maris – der Mutterstern und die Tempelritter
Das Oktagon der Tempelritter 97
Der Felsendom und die Höhle Maghara im Heiligen Land Israel 102
Die Bedeutung des achtzackigen Muttersterns 113

Die Camargue – Heilige Deltalandschaft von Gott der MUTTER
Die Pudenda in der Landschaft 125
Saintes-Maries-de-la-Mer und die Sara-la-Kali 132

La Bonne Mort – die Gute Frau Tod
Die Schwarze Madonna vom Bauchmutterberg Puy de Dôme 141
Heilige Totenvögel von Gott der MUTTER 152

Le Puy-en-Velay -Heilige Vulkane von Gott der MUTTER

Schiffsbäuche und Kirchenschiffe als Imitation der Erdbauch-Höhlen von
Gott der MUTTER
Der Kult der Maria Magdalena 168
Die Schwarze Madonna von Rocamadour 175

Paris – Stadt der Heiligen Vulva
Das Pariser Becken und die paläolithischen Kulthöhlen der Île-de-France 181
Paris und das alte Lutetia 183

Bauchdenkenfazit

Anhang
Anmerkungen 194
Literaturverzeichnis 195
Ortsregister 201
Zur Autorin 203

Der Ursprung von Wallfahrten

Nourlangie AustralienFelszeichnung der wiedergebärenden Mutter in Australien, Nourlangie Rock, Kakadu, Darwin, Australien, 1000 n.u.Z.,

Text aus: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas – Teil 1, 2013,  S. 66-72

Den größten Zeitraum der Menschheitsgeschichte lebten Menschen als WildbeuterInnen, das heißt, sie zogen durch die Landschaft. Erst vor 11 000 Jahren wurden die ersten Menschen nach großen Klimaveränderungen, die sie zwangen ihre Wirtschaftsweise zu verändern, sesshaft. Hier wird der Beginn des Neolithikums, der Jungsteinzeit, angesetzt. In vielen Gegenden entwickelten sich die Sesshaftigkeit und die produzierende Lebensweise der Landwirtschaft aber erst viel später. Gerade das Gebiet des Camino Francés zwischen Baskenland und Galicien gehört zu den Gegenden in Europa, wo die Landwirtschaft erst sehr spät Fuß fasste. Das heißt, dass hier die Menschen besonders lang als WildbeuterInnen lebten und das alte Wissen des Paläolithikums, der Altsteinzeit noch lange bewahrten.

Im Gedächtnis der Menschheit sind die alten Wege des Paläolithikums eingegraben, aber gerade die westlichen, christianisierten Kulturen haben die Erinnerung an die uralten Landschaftswege verschüttet. Für die Aborigines in Australien ist das Landschaftswegewissen in ihren mit Musik und Tanz spirituell überlieferten Traumpfaden bis heute in der Erinnerung erhalten. Wie für viele andere, mit der Natur nach wie vor verbundenen Völker, ist für sie die Erde Heiliges Land. Dieses Wissen ist das Vermächtnis der Traumzeit. Anna Voigt und Nevill Drury schreiben darüber:

„Das Land ist für alle Aborigines heilig, der Ursprung aller Lebensformen und das Herzland allen Seins. In den wiederkehrenden Zyklen von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt … ernährt, kleidet und behütet Mutter Erde alle Lebewesen … Das Land, das waren nicht nur Hügel oder Bäche oder Bäume … Es war wirklich, unser Kuuti, die Kraft, die uns Leben gibt … Durch ihre Auffassung von der heiligen Erde als Schöpferin und Nährmutter aller Arten und von der Verflechtung aller lebendigen Formen, haben die Aborigines eine besondere Beziehung zu ihrer Region … Deshalb bringen die Aborigines traditionell nicht nur der ganzen Erde Ehrfurcht entgegen, sondern auch dem jeweiligen Land, in dem man „geträumt“, d.h. aus dem Ahnengeist empfangen wurde -, meist an einem heiligen Wasserloch, an dem die Geister auf die Wiedergeburt warten“. (Voigt Anna, Drury, Nevill; 1998, S 59).

Ein paar Seiten später konkretisieren die AutorInnen die Liebe der Aborigines zur Natur:

„Aborigines lieben die Erde im wahrsten Sinn des Wortes, wir sitzen oder liegen am Boden mit dem Empfinden, einer mütterlichen Kraft nahe zu sein … Es ist gut für die Haut, die Erde zu berühren, mit bloßen Füßen auf der heiligen Erde zu wandern … Der Boden ist besänftigend, stärkend, reinigend und heilend. … Nur durch unsere spirituelle Verbindung zur Erde können wir unsere Identität bewahren. Deshalb begreifen wir uns selbst in Kategorien des Landes“. (ebenda S. 66).

Dann kommen die AutorInnen auf die Pilgerreisen der Aborigines zu ihren heiligen Stätten zu sprechen, die im Englischen „Walkabouts“ genannt werden.
„Die Aborigines unternahmen seit jeher Pilgerreisen an ihre heiligen Stätten, um Zeremonien abzuhalten … Die Aborigines waren nie ziellose Wanderer, noch sind sie Nomaden im eigentlichen Sinn. Ihre Pilgerreisen waren oft beschwerliche Märsche über hunderte Kilometer und nicht „ziellos“, sondern folgten immer vorgegebenen Pfaden durch das Land. Diese Pfade sind die ursprünglichen Traumpfade oder Songlines, die von den Ahnenwesen aufgezeichnet und von den Aborigines – soweit möglich – über tausende Jahre nachverfolgt wurden. Die Pilgerreisen oder „Walkabouts“ spiegeln die ewigen Bewegungen von Sonne, Mond und Sterne“. (ebenda, S. 769.

Die AutorInnen beschreiben in ihrem Buch aber auch die Zerstörung großer Teile dieses Wissens:

„Das in die Traumzeit-Mythologie integrierte Wissen wurde über unzählige Generationen mündlich weitergegeben – in Form von Liedern, Tänzen … sakralen Gegenständen. Erst in der kurzen Zeit der letzten 200 Jahre wurde diese lebendige Mythologie durch die Ignoranz und die brutalen Praktiken der englischen Kolonialisten und Viehzüchter, durch die politisch sanktionierten multinationalen Gesellschaften und das Aussterben der Ältesten, die noch auf traditionelle Weise aufwuchsen, bruchstückhaft“. (ebenda, S. 72).

In Europa ist diese Zerstörung des Alten Wissens, die mit der Inquisition im Mittelalter ihren Höhepunkt fand, noch viel größer und trotzdem ist das Wissen über die uralte Sakrallandschaft in ganz ähnlicher Form, in vielen Puzzlesteinen vorhanden und kann auch bei uns wieder sichtbar gemacht werden. Wichtig ist dieses Sichtbarmachen, denn gefangen in diesem westlich-christlichen Denken, leben wir ohne unsere Wurzeln, ohne den längsten Teil unserer Geschichte. Schließlich drang das Christentum in weite Teile Europas erst zwischen dem 6. und dem 8. Jahrhundert n.u.Z. vor. Die Zeit des patriarchalen Monotheismus ist also menschengeschichtlich gesehen nur ein Atemzug, und so stellt sich die Frage, gerade auch für Europa: Was war davor? Und tatsächlich kennen wir auch in Europa die Landschaft als Körper der mütterlichen Gottheit.

Die Landschaft als Körper von Gott der MUTTER
Bis heute beschreiben wir unsere Landschaft mit körperlichen Begriffen. Wir sprechen von Bergrücken, Bergfuß, Bergkopf oder von Flussarm und Meerbusen. Gleichzeitig hat sich bis heute das Verständnis von Mutter Erde, von Mutterboden erhalten. Wenn die Erde aber weltweit eine Mutter ist, dann muss es sich bei den landschaftlich-körperlichen Begriffsbeschreibungen um die Beschreibung des mütterlichen Körpers handeln, der ursprünglich als heilig empfunden wurde. Wann und wie entwickelten sich also die Anfänge von Religion? Was wurde ursprünglich als heiliger Ort wahrgenommen? Paul Devreux schreibt hierzu:

„Die ersten heiligen Orte waren Orte in der Natur. Es war die Erde selbst, die diese ursprünglichen Plätze darbot, an denen sich die Empfindung von Heiligkeit verdichtete. Welches Monument, welche Kultstätte auch immer sich an einem solchen Ort später entwickelt haben mag – alle Gesellschaften wählten zunächst spezifische Naturplätze als ihre besonderen Orte“. (S. 44).

Die Menschen sahen aber nicht nur in der Erde die Mutter, sondern sie gingen von einem gesamtmütterlichen Kosmos aus, weswegen wir von Gott der MUTTER als Kosmischer Mutter des Universums sprechen können. Als heilig verehrt wird sie in ihren Erdbauchhöhlen, ihren Bergen, ihren Quellen, ihren Flüssen, ihren Teichen, ihren alten Bäumen, ihren Steinen, ihren Felsen und dem Meer. Sie ist aber auch die Mutter der Menschen, die Mutter der Tiere, die Mutter der Heilung und der Regeneration, und besonders tröstlich und wichtig die Mutter des Guten Todes, die Tod-in-Leben-Wandlerin. Diese Wandlung, die die Menschen in drei Hauptlebenszyklen erfahren, bezieht den gesamten Kosmos mit ein:

• Die tägliche Wiedergeburt der Sonne
• Die monatliche Wiedergeburt von Frau Mond
• Die jährliche Wiedergeburt der Jahreszeiten
(aus Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013, S.32/33)

Auch bei uns sind die ewigen Bewegungen von Frau Sonne, Frau Mond und den Sternen in den Wallfahrten und Pilgerreisen miteinbezogen und gerade auf dem Muschelweg, der am Meer am westlichsten Ende Europas endet, wird eigentlich und vor allem dieser kosmische Zusammenhang verehrt.