Die Baskinnen und warum drei Viertel unserer Gene von ihnen abstammen

Das einzige Volk in Europa, das bis heute vorindoeuropäische matrifokale Wurzeln erhalten hat, ist das Volk der Baskinnen in Südfrankreich und Nordspanien, wo nicht zufällig der Caminos Francés, der Hauptweg des Muschelwegs beginnt, den das Patriarchat Jacobsweg nennt. Die Baskinnen sind nicht nur religionssoziologisch von besonderem Interesse, weil , wie der baskische Archäologe José Miguel de Barandiarán schreibt, die meisten Götter der baskischen Mythologie weiblich sind. (Siehe hierzu: Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014, S. 57-73) . Sie sind auch linguistisch und genetisch von besonderem wissenschaftlichen Interesse. In meinem Buch „Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 103-11“, habe ich mich auf die lingusitischen und genetischen Spuren der Baskinnen begeben.  Hier das pdf Dokument dazu:

Die Basken und warum drei Viertel unserer Gene von ihnen abstammen

Advertisements

Der Phalluskult der Bronzezeit auf den schwedischen Felsbildern in Bohuslän

x6Er gilt als Gott von Javelot (Litsleby), die 2,30 m große Felszeichnung mit erigiertem Penis, erhobenen Händen in der sogenannten Adorantenhaltung und Speer, in der für seine Felszeichnungen berühmten Region Bohüslan bei Tanum an der Westküste in Schweden. Datiert wird die Zeichnung auf 1200 bis 1000 v.u.Z., die Bronzezeit.

Die Felsbilder in dieser Region werden dominiert von Männern mit erigiertem Penis, was auf einen ausgeprägten Phalluskult hinweist und ein klares Kennzeichen des Patriarchats ist. Frauen sind nur noch spärlich dargestellt. Es ist eine Welt der Männer: Boote, Waffen, Zeremonialäxte in der Hand von vermuteten Priestern, die sogenannten Tonkernäxte, die aus einer verzierten Bronzefolie mit einem Kern aus Ton bestehen und deshalb als Waffen unbrauchbar waren.

x8Mitten in dieser Welt des Patriarchats, in der nächsten Abbildung rechts unten, die Darstellung eines Paares, was durch die hier typischen Pferdeschwanzfrisuren der Frauen sichtbar ist.

x9In dem interessanten Museum in Vitlycke, ganz in der Nähe der Felsbilder, erfahren wir, dass es sich um die sogenannte „Heilige Hochzeit“ handelt, das sexuelle Ritual, das im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit des Landes steht, welches die Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth in völliger  Verkennung des patriarchalen Kontextes als matriarchales Kernstück definiert hat und nun durch die aktuelle  Matrifokalitätsforschung, insbesondere durch die Forschungen und Veröffentlichungen von Gerhard Bott und Gabriele Uhlmann, tatsächlich als patriarchales Kernstück entlarvt wurde. Gabriele Uhlmann bringt es auf den Punkt und nennt die sogenannte „Heilige Hochzeit“ eine rituelle Vergewaltigung, da sie die biologisch vorgesehene female choice, die frei bestimmte Sexualität der Frau, massiv verletzt. Auch dies ist ein Kennzeichen des Patriarchats.

Im Zusammenhang steht der phallische Männergottkult der Bronzezeit natürlich mit einem vermännlichten Sonnenkult, was die ebenfalls häufige Darstellung der Sonne in Verbindung mit Sonnenbooten oder in Verbindung mit Wagen und Pferden als Zugtiere noch einmal verdeutlicht. Auch dies ist ein typisches Kennzeichen des Patriarchats, was die Matrifokalitätsforschung ebenfalls schon schlüssig dargelegt hat. Sehr deutlich sichtbar ist das bei dem berühmten pferdegezogenen Sonnenwagen aus Trundholm in Dänemark, auf das in dem oben genannten Museum in Vitlycke noch einmal explizit hingewiesen wird.

x7Wir können also an den schwedischen Felszeichnungen noch einmal schlüssig die Patriarchalisierung in der Bronzezeit aufzeigen. Die steht in krassem Gegensatz zu den zahlreichen Urmutterfigurinen des Paläolithikums und des Neolithikums und auch zu den Felsritzzeichnungen oder Petroglyphen in Spanien am Muschelweg,  wie zum Beispiel in Laxe das Rodas, die in einem matrifokalem Kontext der Steinzeit stehen, wie ich bereits in meinen beiden Bänden zum Jacobsweg und zum Muschelweg beschrieben habe.

Weiterführende Literatur:

Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland, 2013

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der martifokalen Wurzeln Europas

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter, 2009

Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht; Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte

Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat; Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt

 

 

Die ursprüngliche Bedeutung von Anna-Orten

Anna-SelbdrittOben zu sehen ist die Figur der Anna-Selbdritt, hier im Kloster Santa Maria de Santa Cruz in der Nähe von Jaca, einem der ersten Orte des Camino Francés-Muschelwegs in der Nähe der Pyrenäen an der Grenze zwischen Spanien und Frankreich, den das Patriarchat Jacobsweg nennt. Die Figur der Anna, welche die Mutter der christlichen Maria sein soll, ist nicht biblisch. (siehe hierzu Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER  – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013, S. 33-45). Insbesondere die sehr häufige Figur der Anna Selbdritt, welche die Anna als Großmutter, als Ahnin zeigt, offenbart überdeutlich, dass die Figur aus der matrifokalen Zeit Europas stammt, denn Maria ist hier noch ein Mädchen, kann also selbst noch gar keine Mutter sein. Tatsächlich steht die Figur der Anna-Selbdritt immer für die matrilineare Ahninnenreihe in die, wie die Figur zeigt, das Weibliche und das Männliche hineingeboren werden, und hinter der Figur der Anna-Selbdritt versteckt sich die in der Matrifokalität wurzelnde Religion von Gott der MUTTER. Heute ist der matrilineare Anna-Kult häufig überlagert mit dem vermännlichten Johannes-Sonnwendfeierkult, der im folgenden Text ebenfalls als patriarchale Überlagerung entlarvt wird. Der folgende Text stammt aus dem Buch: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland?  – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, S. 70-77:

„Auch bei uns sind die ewigen Bewegungen von Frau Sonne, Frau Mond und den Sternen in den Wallfahrten und Pilgerreisen miteinbezogen und gerade auf dem Muschelweg, der am Meer am westlichsten Ende Europas endet, wird eigentlich, und vor allem dieser kosmische Zusammenhang verehrt. Auch die Idee eines AhnInnenngeistes an einem Wasserloch, wie er bei den Aborigines beschrieben wurde, war in Europa einst weit verbreitet. Und natürlich finden wir diesen Kult auch am Muschelweg. So beschreiben Derungs stellvertretend für viele andere solcher landschaftsmythologischen Überlie-ferungen eine Brunnenlegende aus der romanischen Kirche St. Kunibert in Köln, wobei Köln heute Teil des deutschen Muschelwegs ist:
„Mit dem Brunnen in Köln ist die Vorstellung der Kinder-herkunft verbunden. Dass die Kinderseelen aus dem Was-ser, von einem Baum oder Stein geholt werden, war einmal üblicher Brauch. In Köln hütet Maria auf dem Grund des Kunibertbrunnens die ungeborenen Kinder, bis eine Frau kommt und vom Brunnenwasser in einer Vollmondnacht trinkt. Dann weiß Maria, dass sich diese ein Kind wünscht. Sie sucht ihr eines aus der großen Schar aus und bereitet es auf sein Erdenleben vor. Neun Monate später kann die Frau es sich dann abholen. Dahinter steckt eine alte Wiedergeburtsmythologie, denn man glaubte, dass eine verstorbene Person in der Natur bei einem Seelensitz weiterlebe, sei dieser ein Stein, eine Quelle oder ein heiliger Baum. Solche Ahnenstätten werden dann zu Kultplätzen. Gleichzeitig traten die Frauen der Sippen mit diesen Seelenorten in körperlichen Kontakt, indem sie auf einem Stein rutschten oder im Wasser badeten. Oft genügte es davon zu trinken. Dadurch nahm die Frau die Kinder- und Ahnenseele spirituell auf und führte die verstorbene Person ins Leben zurück. So schloss sich der Kreislauf von Tod und Geburt. Dieser Zyklus lag in den Händen einer Leben-im-Tod-Göttin. Bei ihrer Stätte, die oft die Form eines weiblichen Schoßes aufweist, weilten die Ahnenseelen im Jenseitsparadies“. (Derungs, Kurt und Isabelle M.; 2006, S. 202).

Das Kultverständnis einer aus dem Wasser empfangenen Ahnenseele, ist also auch in Europa bekannt und folgt man den Annaorten, den Wasser-AhnInnenorten, an denen Frauen dem früheren Verständnis nach aseitätisch-parthenogenetisch, ohne das Zutun eines Mannes, ihre Kinder empfingen, so erkennt man bis heute in der Landschaft, wie weit verbreitet dieser Glaube tatsächlich war. Denn die christlich tradierte Anna, als Mutter Marias hat keinen biblischen Ursprung, sondern geht sozio-historisch auf die Zeit der unilinear-matrilinearen Abstammung und religionshistorisch auf die seit dem Paläolithikum bekannte aseitätische Gott die MUTTER z-rück. (Armbruster, Kirsten; 2013, S. 18/19).

Der Kult der Anna
Anna zählt zu den altbekannten Wurzelsilben, den sogenannten Mutterwurzelsilben der Steinzeit und steht im Zusammenhang mit der unilinearen matrilinearen AhnInnenabstammung, die auf die aseitätische-parthenogenetische Gott die MUTTER zurückgeht. Ahninnenorte sind daher oft Wasserorte, weshalb Anna als Wassersilbe bezeichnet wird und oft in Flussnamen vorkommt. Die matrilineare Abstammung für die die Anna steht, wird von den Christen, patriarchal okkupiert, oft in der Figur der Anna-Selbdritt wiedergegeben, welche die Anna, die Maria und Jesus zeigt, die enge Mutter-Tochter-Beziehung, und das Männliche geborgen in der mütterlichen Abstammungslinie. Tatsächlich tradiert die Figur der Anna nicht nur die matrilineare Abstammungslinie, sondern auch die ursprüngliche freie und wechselnde Sexualwahl der female choice, denn der Anna werden drei Männer zugewiesen. Christlich verbrämt sind es natürlich Ehemänner, die sie jeweils nach dem Tod des vorherigen Ehemanns ehelicht. Die Legende erzählt, dass Anna nach Joachims Tod noch zweimal verheiratet gewesen sein soll, weshalb im Mittelalter oft Bilder der heiligen Sippe dargestellt wurden, die Anna mit ihren drei Ehemännern und mit den drei Töchtern, den drei Marien, zeigt. (Löffler, Katrin; 2010, S. 35).

Einen bis heute überlieferten Wasser-AhnInnenort finden wir auch an der Westküste Nordspaniens am best-besuchten Strand Galiciens, dem Praia A Lanzada in der Meeresbucht, wo der Steinsarg des Apostels Jacob angeblich den Fluss Ulla in Richtung Santiago de Compostela hinauftrieb. Über den berühmten Strand schreibt der Dumont Reiseführer:

„Dabei war und ist er (der Strand) nicht nur tagsüber interessant. An Mitternacht zum Sonntag – bei Vollmond und nur in Monaten ohne „r“ – haben Galicierinnen früher versucht, hier schwanger zu werden. Dazu hockten sie sich in das Wasser und warteten neun Wogen ab, bevor sie sich wieder abtrockneten. Als besonders geeigneter Termin galt die Mitternacht zum Johannistag (am 24.Juni). Mag der Brauch auch heidnischen Ursprungs sein, in der Kapelle Santa María de Lanzada am östlichen Ende des Strands findet am letzten Sonntag im August heute noch immer die „Wallfahrt der neun Wogen“ statt. Und es heißt, selbst Managerinnen aus Vigo und Santiago seien erst kürzlich nachts beim „Baden“ gesehen worden…“. (Büscher, Tobias, 2010, S, 227/231).

Eine besonders schöne Figur der Anna Selbdritt finden wir im Kloster Santa María de Santa Cruz in der Nähe von Jaca, einem der ersten Orte des Camino Francés in der Nähe der Pyrenäen in Navarra.

In der Klosterkirche ist neben einer Marienfigur aus Alabaster, am Außenportal, eine interessante Inschrift an-gebracht. In lateinischer Sprache steht dort geschrieben:

„Ich bin die einfache Tür, Gläubige. Tretet ein durch mich. Ich bin die Quelle des Lebens, habt mehr Durst nach mir als nach Wein, alle die ihr in diesen seligen Tempel der Jungfrau tretet“.

Ganz deutlich finden wir hier die Alte Religion von Gott der MUTTER wieder. Die Vulva als Tor zu neuem Leben und damit die Quelle des Lebens, die auch immer mit Wasser verbunden ist. Und natürlich finden wir vor der Klosterkirche einen Brunnen, einen alten AhnInnen-brunnen. Der Verweis auf die Jungfrau in dieser Inschrift ist immer der Hinweis auf die parthenogenetisch-matrilineare Abstammung und der Hinweis auf den Wein, ist, wie wir gleich erkennen werden, nur eine Metapher für den eigentlichen Ursprung. Bezeichnenderweise befindet sich dieses Kloster nämlich in der Nähe des berühmten in den Fels gebauten alten Klosters San Juan de la Peña. Dieses Kloster ist dem Apostel Johannes geweiht, der die vermännlichte Form der Anna ist, denn nicht zufällig steht der Anna-Ahninnenkult in Verbindung mit der Sommersonnenwende. Ebenfalls nicht zufällig fällt heute ausgerechnet der Johannistag auf die Sommersonnenwende und das sonnengelbe Johanniskraut, das einen rötlichen Farbton enthält, wird plötzlich zum Herrgottsblut. Tatsächlich haben wir auch hier eine typische patriarchale Überlagerung. Der seit dem Paläolithikum bekannte Sonnenkult der Kosmischen MUTTER, der zur Sommersonnenwende und zur Wintersonnenwende gefeiert wird, ist ein matrilinearer Ahninnenkult und unterscheidet sich eklatant vom späteren patriarchalen Sonnen- und Feuerkult der Indoeuropäer. Das Johanniskraut, das Sonnenkraut, das zur Sommersonnenwende blüht, gibt einerseits das Goldgelb der Sonne wieder, andererseits steht der rote Saft des Johanniskrauts für das einst heilige Menstruationsblut der Frauen, das Voraussetzung ist, um AhnInnen an einem Wasserort zu empfangen. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass in dem Kloster San Juan de la Peña einst der Heilige Gral, der Kelch und der Kessel des Lebens, welcher ursprünglich der Bauch der Mutter war, aufbewahrt wurde. Diese besonders berühmte Reliquie zu der die Menschen pilgerten, wird, heute allerdings nicht mehr hier, sondern in der Kathedrale von Valencia, an der Südostküste Spaniens aufbewahrt. (Büscher, Tobias, 2010; S. 87). Die Christen haben aus dem Bauch der Mutter den Abendmahlkelch gemacht und aus dem einst Heiligen Menstruationsblut der Frauen das Blut von Jesus, was in der Wandlungsfeier der Eucharistie durch roten Wein imitiert wird. Die Inschrift am Kloster Santa María de Santa Cruz ist also eine verschlüsselte Botschaft und bedeutet decodiert, dass die Menschen ursprünglich Gott die MUTTER als aseitätische-parthenogenetische Schöpferin des Lebens kannten. Sie war die Quelle des Lebens. In ihrem Bauch, der durch den Kessel oder Kelch symbolisiert wird, geschah die heilige Wandlung des bei der Schwangerschaft ausbleibenden Menstruationsblutes in neues Leben. Die Vulva war das Tor durch welches das neue Leben geboren wurde. Der Abendmahlkelch des Patriarchats ist nur eine Imitation dieses mütterlichen Lebenswandelprozesses, nur leider eine blutige: denn während dem Menstruationsblut kein Tötungsdelikt zugrunde liegt, musste Jesus getötet werden. Tatsächlich ist die Suche nach dem heiligen Gral oder auch die Eucharistie im Abendmahlkelch immer der künstliche Versuch von Männern den Müttern gleich zu werden.“

Walpurgisnacht und der wilde Tanz der Hexen in den Mai – Plädoyer für eine Entpatriarchalisierung der Jahreskreisfeste

Hühner1Heute Nacht ist Walpurgisnacht, Traditionell ein Hexenfest, das den allenthalben zu beobachtenden explodierenden wilden, nicht gezähmten Liebeskräften der Natur entspricht. Wal – ist eine der steinzeitlichen Kall-Mutterwurzelsilben, die wir durch die Patriarchatskritikforschung inzwischen schon umfassend frei gelegt haben. Es ist eine Muttersilbe durch und durch und diese Muttersilbe wird auch im Monatsnamen Mai mit der Mutterwurzelsilbe Ma widergespiegelt.

Der Mai, ein Monat von Mutter Natur.

Das Patriarchat, das in Europa mit der Indoeuropäisierung seinen Anfang nahm, hat dieses Fest männlich überlagert. Viele Neuheiden benutzen für dieses Fest den Namen Beltane, genannt nach dem keltischen Gott Belenus. Bel ist auch ein Zweitname für den keltisch-vermännlichten Sonnengott  Lug, den die Neuheiden im August an Lugnasad oder Lammas feiern. Die Vermännlichung des Sonnenkults ist  – wie Maria Gimbutas sehr gut freigelegt hat – eines der Hauptkennzeichen des Patriarchats. Tatsächlich bringt das Patriarchat mit der Überbetonung des Elements Feuer,  z.B. durch industrialisierte Verbrennungsprozesse in denen zuviel Kohlendioxid entsteht, die Natur und die anderen drei Elemente Erde, Wasser und Luft in Bedrängnis, denn die patriarchale Feuerkraft ist eine entfesselte Feuerkraft. Heutzutage werden deshalb zum 1. Mai auch überall Maibäume aufgestellt. Sie sollen ein Symbol sein für die „Heilige Hochzeit“ zwischen der Erde als passiv  Empfangende und dem Maibaum, der für den aktiven männlichen Phallus steht, um den herum getanzt wird. Tatsächlich haben wir hier die typische Phalluszentriertheit des Patriarchats, denn Mutter Erde spielt hierbei kaum eine Rolle. Wir werden durch solche Rituale darauf konditioniert, den Mann als Mittelpunkt des Lebens zu sehen – uns um ihn zu drehen.  Und  unsere Märchen, die wir unseren Kindern vorlesen, vollenden dann die Patriarchatskonditionierung, dass der Traum jeder „Prinzessin“ darin besteht von einem „heroischen Prinzenhelden“ gerettet zu werden und dass diese Rettung dann, als Höhepunkt des Lebens, in einer durch „Sakramente“  geheiligten  Hochzeit“ endet.

Nicht nur „Beltane“ ist ein patriarchal überlagertes Jahreskreisfest. Tatsächlich sind praktisch alle Jahreskreisfeste – egal ob Imbolc, Ostern, die Sommersonnenwende, Lammas oder Lugnasad, das Erntedankfest zur Herbst-Tagundnachtgleiche, Halloween oder das Fest der Wintersonnenwende mit Weihnachten patriarchal überlagert und zwar nicht nur christlich-patriarchal, sondern auch heidnisch-patriarchal. Tatsächlich orientieren sich die Neuheiden nämlich hauptsächlich an den patriarchal-keltisch indoeuropäischen Festen

Mir ist es ein großes Anliegen die Jahreskreisfeste zu entpatriarchalisieren.

Deshalb habe ich mein neues Buch „Mit Hagazussa durch das Jahr“ als Magische Hexengeschichte für Groß und Klein“ geschrieben. Da wird Imbolc bei seinem wahren Namen genannt, denn es bedeutet „im Bauch von Mutter Erde“ – was ja der vegetativen Realität in dieser Jahreszeit entspricht. Deshalb wird das vermännlichte Johanneskraut mit den Johannisfeuern wieder in Annakraut umbenannt, deshalb wird im August das Drachenfest – als Symbol für die Aufhebung des Mythologischen Muttermords und der Befreiung der Muttermacht gefeiert, deshalb reihen wir uns an Erntedank in die seit dem Paläolithikum – der Altsteinzeit, der Zeit der Heiligen Steine  – bekannte Tradition der Sammlerinnen ein und deshalb wird zur Wintersonnenwende, zur Mutternacht nicht nur eine weibliche Sonne wiedergeboren, sondern statt eines Sohns eine Tochter. Das Ganze habe ich in eine Hexengeschichte integriert, wo auch das Kleine Volk vorkommt. Meine Theorie dazu ist, nämlich, dass das Kleine Volk, das Volk unsere baskischen AhnInnen war, die nach der letzten Eiszeit Europa zurückbesiedelten und wahrscheinlich kleiner waren als die Indoeuropäer. Wer über die Bedeutung der Baskinnen und die Mutterwurzelsilben mehr erfahren will, findet das in meinen zwei Muschelwegbüchern, der Jacobsweg und der Muschelweg, welche die matrifokalen Wurzeln Europas wieder frei legen.

Und hier noch einmal das Inhaltsverzeichnis von dem Buch „Mit Hagazussa durch das Jahr“:

hagazussa-titel

Inhaltsverzeichnis:

Leben im Rosenheckenapfelgarten

Frühlingserwachen
Imbolc
Im Bauch von Mutter Erde

O-stern
Fest der Sternengöttin Ostara
Der Hoppel-Poppeline-Clan braucht ein zauberhaftes Osterhasenhaus

Walpurgisnacht
Liebesfest der Natur
Das Geheimnis des Waldmutterkrauts oder: Wie Wünsche in Erfüllung gehen

Sommersonnenwende
Hollerbusch und Annakraut
Auf die Dauer Frauenpower

Drachenfest
Fest des mütterlichen Kosmos
Der böse Zauberer Belial und die Befreiung der Mutterkraft

Sammlerinnenfest
Erntedank
Das Magische Duett von Herdfeuer und Pflanzenkraft

Halloween
Totenfest
Besuch der AhnInnen

Wintersonnenwende
Mutternacht
Eine Tochter wird geboren

Anhang
Erläuterungen
Zur Autorin

Weiterführende Literatur

Informationen zum Buch:

Mit Hagazussa durch das Jahr
Eine Magische Hexengeschichte für Groß und Klein
Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Books on Demand (April 2015)
ISBN-10: 3734772206
ISBN-13: 978-3734772207
Größe: 12,7 x 1,0 x 20,3 cm
Taschenbuch überall im Buchhandel erhältlich:
EUR 9,99
Ab Mai 2015 auch als E-Book erhältlich

Ich wünsche uns allen ein schönes Hexenfest, dass das Wilde der wunderbaren Natur ehrt!

 

Weder der Islam, noch das Christentum noch das Judentum gehören in eine Moderne Welt

copy-apfel-und-pflaumen-aus-dem-garten.jpgDr. Kirsten Armbruster ist Naturwissenschaftlerin und gehört mit mehreren Veröffentlichungen zu den führenden Patriarchatskritikerinnen. Sie wurde in Dortmund geboren, wuchs in Ägypten auf und lebt heute in Bayern. Beruflich ist sie seit Jahren im Integrationsbereich tätig. Veröffentlichungen u.a.: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus (2013), Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland  (2013) und Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER (2014).

Einigkeit und Brüderlichkeit gehören zu den Lieblingsworten, die dieser Tage überall bemüht werden. Einigkeit zwischen Juden, Christen und Moslems. Toleranz ist das Schlüsselwort, das die Guten von den Bösen, die zivilisierten von den terroristischen Monotheisten unterscheiden soll. Auffallend in jedem Fall – obwohl das niemandem aufzufallen scheint – ist die überproportionale Dominanz an Männern, die alle etwas Wichtiges zu sagen haben. Und so zeigen die Toleranzbekundungen vor allem eins: Die Toleranz des Monotheismus hört bei den Frauen auf, denn  Großmütter,  Mütter, Schwestern und Töchter sind ja nicht gemeint in dieser Demonstranz von Brüderlichkeit. Kein Wunder, denn der alleinige „Jahwe-Vater-Allah-Gott“ hat ja vor allem eines klar gemacht, dass der Mann ein Gott ist. Und in diesem Kernelement des Monotheismus, da herrscht nun wirklich brüderlich-eitle Einigkeit. und zwar auch zwischen den gut-zivilisierten und den bös-terroristischen Monotheisten.

Und in dieser, die Frauen –  die Hälfte der Bevölkerung – ausschließenden einigen Brüderlichkeit zeigt sich, hinter einer perfiden Scheinheiligkeit, der Totalitarismus des Monotheismus. Das heißt, Monotheismus ist immer Faschismus. Und totalitärer Faschismus beruht immer auf Gewalt. Denn die Idee, dass das Leben den Mann ins Zentrum gestellt hat, ist aus der Naturbeobachtung heraus absurd und kann nur mit Gewalt indoktriniert werden. Und hier greifen das angeblich Gut-Monotheistische und das Bös-Terorristische ineinander, ergänzen sich, erweisen sich als zwei Seiten ein und derselben Medaille. Die eine Seite der Medaille ist die strukturelle Gewalt, die in den monotheistischen Schriften und den – gerade durch einen nicht-laizistischen Staat unterstützten Traditionen überliefert wird und die andere Seite ist, dass eben diese Schriften und Traditionen jeden erdenklichen Raum lassen für exekutive Gewalt und deshalb immer zu Blutvergießen führen. Die Geschichte des Monotheismus – gleich welchen Couleurs – ist eine einzige Aneinanderreihung davon.

Einst waren Europa und der Nahe und der Ferne Osten ein Kulturraum. In den Muschelwegbüchern, die den Wurzeln des maurentötenden Jacob gefolgt sind, ist dies längst frei gelegt, die gleiche Kultur und sogar die, dieser Kultur zugrundeliegende Religion, denn Religion kommt von Religare und Religare bedeutet: Anbinden, Losbinden und Zurückbinden. Gemeint ist damit ursprünglich die Lebensanbindung allen menschlichen Lebens an die Mutter, an die leibliche Mutter und an die göttlich-kosmische Mutter, die wir logischerweise, weil sie eben am Anfang jeder Religion steht, Gott die MUTTER nennen können. Und, um das zu erkennen, dazu bedurfte es keiner Indoktrinationen, sondern nur eines einfachen Hinsehens.

Und weil das so klar und deutlich ist, wurde der Schwarze Heilige Stein der Kabaa in Mekka nicht nur in einer vulvaförmigen Silberfassung eingefasst, sondern war den Göttinnen Al-Lat, Menat und Al-Uzza geweiht. Und der achtzackige Felsendom in Jerusalem mit der Höhle Maghara erweist sich, wenn man nur ein bisschen genauer hinsieht, als ursprünglicher Bauchmutterhöhlenraum von Gott der MUTTER, in der sich nicht zufällig bis heute der Brunnen der Seelen befindet. Und folgen wir dem Jacobsweg in Euopa, der 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erklärt wurde, so finden wir auch dort überall die gleiche Religion der göttlichen Mutter hinter der Fassade des Kriegspfads eines Maurentöters, denn der Jacob hat nicht zufällig als Erkennungssymbol die Muschel, die Vulva der Frau.

Schauen wir also hinter die scheinheilige Fratze des gewaltbasierten patriarchalen Monotheismus und erkennen, dass ein patriarchaler Monotheismus einer modernen Welt nicht würdig ist, denn Frauen sind nicht eine vernachlässigbare Nebengruppe der Bevölkerung, sondern sie sind die Hälfte der Weltbevölkerung und Frauen waren schon immer göttlich. Heute brauchen wir mehr denn je diese integrierende weibliche Göttlichkeit, denn die Natur hat nicht zufällig den Frauen als Müttern den größten Teil der Menschwerdung leiblich-nabelgebunden anvertraut. Erinnern wir uns wieder an die Natürliche Integrative Ordnung der Mutter, denn in der Mutter findet kein Kampf zwischen den Geschlechtern statt, sondern in der Mutter findet das Männliche und das Weibliche und auch das Nicht-Heteronormative seinen Platz.

 

NEUERSCHEINUNG: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER

Der Muschelweg - CoverDer Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER

Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas

Von den matrifokalen Wurzeln der baskischen Mythologie bis zu den Nabelstein-Petroglyphen in Galicien, von der Vulvastadt Paris bis zur Mutterstadt Madrid, von der Pudendalandschaft der Camargue bis zu den heiligen Vulkanen in Le Puy-en-Velay, bei den Schwarzen Madonnen, hinter dem Maria Magdalenenkult und schließlich auch im Heiligen Land Israel, überall lässt sich die Religion von Gott der MUTTER wieder freilegen. Folgen wir dem Muschelweg, so entdecken wir die matrifokalen Wurzeln Europas und des Nahen Ostens und wir entdecken auch eine Lösung für den immer währenden Krieg des patriarchalen Monotheismus.

Inhalt

 Vorwort

Von Dolmen die Mámoas heißen und Petroglyphen als Nabel der Welt
Magisches Nordspanien 14
Von Dolmen und Hexen 23
Die Kelten in Galicien 27
Petroglyphen als Nabelsteine 30

Equidenkrieger als Träger der patriarchalen
Gewaltkultur
Kennzeichen des patriarchalen Umbruchs 43
Die Vermännlichung des Sonnenkults 50

Die baskische Göttin Mari und die matrifokalen Wurzeln der baskischen Mythologie
Das Baskenland als kulturelle Insel 57
Die baskische Mythologie ist weiblich 61

Madrid und die Bärenmutter
Madrid kommt von Madre 74
Ursa Mayor – das Sternenbild der Großen Bärin 80
Der Bärenkult – eine Zeitreise 84

Stella Maris – der Mutterstern und die Tempelritter
Das Oktagon der Tempelritter 97
Der Felsendom und die Höhle Maghara im Heiligen Land Israel 102
Die Bedeutung des achtzackigen Muttersterns 113

Die Camargue – Heilige Deltalandschaft von Gott der MUTTER
Die Pudenda in der Landschaft 125
Saintes-Maries-de-la-Mer und die Sara-la-Kali 132

La Bonne Mort – die Gute Frau Tod
Die Schwarze Madonna vom Bauchmutterberg Puy de Dôme 141
Heilige Totenvögel von Gott der MUTTER 152

Le Puy-en-Velay -Heilige Vulkane von Gott der MUTTER

Schiffsbäuche und Kirchenschiffe als Imitation der Erdbauch-Höhlen von
Gott der MUTTER
Der Kult der Maria Magdalena 168
Die Schwarze Madonna von Rocamadour 175

Paris – Stadt der Heiligen Vulva
Das Pariser Becken und die paläolithischen Kulthöhlen der Île-de-France 181
Paris und das alte Lutetia 183

Bauchdenkenfazit

Anhang
Anmerkungen 194
Literaturverzeichnis 195
Ortsregister 201
Zur Autorin 203

Der Ursprung von Wallfahrten

Nourlangie AustralienFelszeichnung der wiedergebärenden Mutter in Australien, Nourlangie Rock, Kakadu, Darwin, Australien, 1000 n.u.Z.,

Text aus: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas – Teil 1, 2013,  S. 66-72

Den größten Zeitraum der Menschheitsgeschichte lebten Menschen als WildbeuterInnen, das heißt, sie zogen durch die Landschaft. Erst vor 11 000 Jahren wurden die ersten Menschen nach großen Klimaveränderungen, die sie zwangen ihre Wirtschaftsweise zu verändern, sesshaft. Hier wird der Beginn des Neolithikums, der Jungsteinzeit, angesetzt. In vielen Gegenden entwickelten sich die Sesshaftigkeit und die produzierende Lebensweise der Landwirtschaft aber erst viel später. Gerade das Gebiet des Camino Francés zwischen Baskenland und Galicien gehört zu den Gegenden in Europa, wo die Landwirtschaft erst sehr spät Fuß fasste. Das heißt, dass hier die Menschen besonders lang als WildbeuterInnen lebten und das alte Wissen des Paläolithikums, der Altsteinzeit noch lange bewahrten.

Im Gedächtnis der Menschheit sind die alten Wege des Paläolithikums eingegraben, aber gerade die westlichen, christianisierten Kulturen haben die Erinnerung an die uralten Landschaftswege verschüttet. Für die Aborigines in Australien ist das Landschaftswegewissen in ihren mit Musik und Tanz spirituell überlieferten Traumpfaden bis heute in der Erinnerung erhalten. Wie für viele andere, mit der Natur nach wie vor verbundenen Völker, ist für sie die Erde Heiliges Land. Dieses Wissen ist das Vermächtnis der Traumzeit. Anna Voigt und Nevill Drury schreiben darüber:

„Das Land ist für alle Aborigines heilig, der Ursprung aller Lebensformen und das Herzland allen Seins. In den wiederkehrenden Zyklen von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt … ernährt, kleidet und behütet Mutter Erde alle Lebewesen … Das Land, das waren nicht nur Hügel oder Bäche oder Bäume … Es war wirklich, unser Kuuti, die Kraft, die uns Leben gibt … Durch ihre Auffassung von der heiligen Erde als Schöpferin und Nährmutter aller Arten und von der Verflechtung aller lebendigen Formen, haben die Aborigines eine besondere Beziehung zu ihrer Region … Deshalb bringen die Aborigines traditionell nicht nur der ganzen Erde Ehrfurcht entgegen, sondern auch dem jeweiligen Land, in dem man „geträumt“, d.h. aus dem Ahnengeist empfangen wurde -, meist an einem heiligen Wasserloch, an dem die Geister auf die Wiedergeburt warten“. (Voigt Anna, Drury, Nevill; 1998, S 59).

Ein paar Seiten später konkretisieren die AutorInnen die Liebe der Aborigines zur Natur:

„Aborigines lieben die Erde im wahrsten Sinn des Wortes, wir sitzen oder liegen am Boden mit dem Empfinden, einer mütterlichen Kraft nahe zu sein … Es ist gut für die Haut, die Erde zu berühren, mit bloßen Füßen auf der heiligen Erde zu wandern … Der Boden ist besänftigend, stärkend, reinigend und heilend. … Nur durch unsere spirituelle Verbindung zur Erde können wir unsere Identität bewahren. Deshalb begreifen wir uns selbst in Kategorien des Landes“. (ebenda S. 66).

Dann kommen die AutorInnen auf die Pilgerreisen der Aborigines zu ihren heiligen Stätten zu sprechen, die im Englischen „Walkabouts“ genannt werden.
„Die Aborigines unternahmen seit jeher Pilgerreisen an ihre heiligen Stätten, um Zeremonien abzuhalten … Die Aborigines waren nie ziellose Wanderer, noch sind sie Nomaden im eigentlichen Sinn. Ihre Pilgerreisen waren oft beschwerliche Märsche über hunderte Kilometer und nicht „ziellos“, sondern folgten immer vorgegebenen Pfaden durch das Land. Diese Pfade sind die ursprünglichen Traumpfade oder Songlines, die von den Ahnenwesen aufgezeichnet und von den Aborigines – soweit möglich – über tausende Jahre nachverfolgt wurden. Die Pilgerreisen oder „Walkabouts“ spiegeln die ewigen Bewegungen von Sonne, Mond und Sterne“. (ebenda, S. 769.

Die AutorInnen beschreiben in ihrem Buch aber auch die Zerstörung großer Teile dieses Wissens:

„Das in die Traumzeit-Mythologie integrierte Wissen wurde über unzählige Generationen mündlich weitergegeben – in Form von Liedern, Tänzen … sakralen Gegenständen. Erst in der kurzen Zeit der letzten 200 Jahre wurde diese lebendige Mythologie durch die Ignoranz und die brutalen Praktiken der englischen Kolonialisten und Viehzüchter, durch die politisch sanktionierten multinationalen Gesellschaften und das Aussterben der Ältesten, die noch auf traditionelle Weise aufwuchsen, bruchstückhaft“. (ebenda, S. 72).

In Europa ist diese Zerstörung des Alten Wissens, die mit der Inquisition im Mittelalter ihren Höhepunkt fand, noch viel größer und trotzdem ist das Wissen über die uralte Sakrallandschaft in ganz ähnlicher Form, in vielen Puzzlesteinen vorhanden und kann auch bei uns wieder sichtbar gemacht werden. Wichtig ist dieses Sichtbarmachen, denn gefangen in diesem westlich-christlichen Denken, leben wir ohne unsere Wurzeln, ohne den längsten Teil unserer Geschichte. Schließlich drang das Christentum in weite Teile Europas erst zwischen dem 6. und dem 8. Jahrhundert n.u.Z. vor. Die Zeit des patriarchalen Monotheismus ist also menschengeschichtlich gesehen nur ein Atemzug, und so stellt sich die Frage, gerade auch für Europa: Was war davor? Und tatsächlich kennen wir auch in Europa die Landschaft als Körper der mütterlichen Gottheit.

Die Landschaft als Körper von Gott der MUTTER
Bis heute beschreiben wir unsere Landschaft mit körperlichen Begriffen. Wir sprechen von Bergrücken, Bergfuß, Bergkopf oder von Flussarm und Meerbusen. Gleichzeitig hat sich bis heute das Verständnis von Mutter Erde, von Mutterboden erhalten. Wenn die Erde aber weltweit eine Mutter ist, dann muss es sich bei den landschaftlich-körperlichen Begriffsbeschreibungen um die Beschreibung des mütterlichen Körpers handeln, der ursprünglich als heilig empfunden wurde. Wann und wie entwickelten sich also die Anfänge von Religion? Was wurde ursprünglich als heiliger Ort wahrgenommen? Paul Devreux schreibt hierzu:

„Die ersten heiligen Orte waren Orte in der Natur. Es war die Erde selbst, die diese ursprünglichen Plätze darbot, an denen sich die Empfindung von Heiligkeit verdichtete. Welches Monument, welche Kultstätte auch immer sich an einem solchen Ort später entwickelt haben mag – alle Gesellschaften wählten zunächst spezifische Naturplätze als ihre besonderen Orte“. (S. 44).

Die Menschen sahen aber nicht nur in der Erde die Mutter, sondern sie gingen von einem gesamtmütterlichen Kosmos aus, weswegen wir von Gott der MUTTER als Kosmischer Mutter des Universums sprechen können. Als heilig verehrt wird sie in ihren Erdbauchhöhlen, ihren Bergen, ihren Quellen, ihren Flüssen, ihren Teichen, ihren alten Bäumen, ihren Steinen, ihren Felsen und dem Meer. Sie ist aber auch die Mutter der Menschen, die Mutter der Tiere, die Mutter der Heilung und der Regeneration, und besonders tröstlich und wichtig die Mutter des Guten Todes, die Tod-in-Leben-Wandlerin. Diese Wandlung, die die Menschen in drei Hauptlebenszyklen erfahren, bezieht den gesamten Kosmos mit ein:

• Die tägliche Wiedergeburt der Sonne
• Die monatliche Wiedergeburt von Frau Mond
• Die jährliche Wiedergeburt der Jahreszeiten
(aus Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013, S.32/33)

Auch bei uns sind die ewigen Bewegungen von Frau Sonne, Frau Mond und den Sternen in den Wallfahrten und Pilgerreisen miteinbezogen und gerade auf dem Muschelweg, der am Meer am westlichsten Ende Europas endet, wird eigentlich und vor allem dieser kosmische Zusammenhang verehrt.

 

Galgenberge als Heilige Mutterberge

 

pyrenaeen1.jpgGalgenberge als heilige Mutterberge

Die Silbe Gal in Galgenberg gehört zur, seit dem Paläolithikum bekannten Mutterwurzelsilbe Kall und steht in engem Zusammenhang zum Wiedergeburtsglauben von Gott der MUTTER.

In der Natur ist das Liegenlassen der Toten an dem Ort des Versterbens üblich, woraufhin im Kreislauf der Natur sogenannte Aasfresser, wie zum Beispiel Geier, Rabenvögel oder auch Kormorane am Anfang des Umwandlungsprozesses zu neuem Leben stehen. Der bewusste Umgang mit dem Tod ist Bestandteil des menschlichen Bewusstseins. Das können wir daran erkennen, dass die Menschen im Gegensatz zu Tieren sehr früh anfingen ihre Toten bewusst abzulegen. Neben dem Ablegen von Toten in Höhlen, wie wir es in Atapuerca am Camino Francés bei Burgos am Muschelweg sehr früh finden, wird auch das Ablegen auf Bergen sich sehr früh etabliert haben, so dass die sogenannten Seelenvögel ihre Arbeit verrichten konnten. Diese Tiere galten ursprünglich als heilig, Verbunden ist damit auch die Vorstellung, dass die Vögel die Seelen der Menschen mit hinauf in den Himmel nahmen, damit sie als Sterne am Himmel leuchteten, bis sie von der Mutter wiedergeboren wurden, was im Muschelweg als Sternenweg und in dem Namen Compostela bis heute tradiert wird (campus stellae=Sternenfeld und compost für den organischen Lebensumwandlungsprozess des Kompostierens)

Die bisher älteste Tempelanlage der Menschen in Göbekli Tepe, in der Türkei war auch ein solcher Hügel als Totenablageort, eine Kultstätte, die den „Bauch der Urmutter“ symbolisiert. Diese Hügel und Berge standen nämlich nicht nur für den Tod, sondern im Verständnis des Kreislauf des Lebens für die Wiedergeburt, weshalb der Hügel in Göbekli Tepe ja auch „Hügel mit Nabel“ übersetzt wird. Bis heute ist Göbekli Tepe mit seinem Maulbeerbaum in den Mutterfarben weiß, rot, schwarz ein heiliger, inzwischen islamisierter Wallfahrtsort. Galgenberge sind also von ihrer Wortbedeutung heilige Mutterberge, Berge der heiligen Tod-in-Lebenwandlung durch Gott die MUTTER.

Text aus: Kirsten Armbruster: „Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland; Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 84/85

Die Mutterwurzelsilbe KALL

steinerne-madonna-von-roncesvalles1.jpgBerge, Quellen, Bäume und insbesondere Höhlen sind seit Menschengedenken heilige Stätten und damit Ziel von Wallfahrten. Nähern wir uns dem Begriff Wallfahrt nun einmal aus der Sicht der Paläolinguistik. Richard Fester hat bei seinen diesbezüglichen Forschungen schon 1980 das sogenannte KALL-Schema entdeckt, zu dem auch das Wort WALL-fahrt gehört. Monika Löffelmann hat dies aufgegriffen und schreibt dazu:

„Anhand der Sprachentwicklung weist die Paläolinguistik-Forschung den engen Sinnzusammenhang zwischen Höhle – Frau – Kult, enthalten in dem Ur-Wortstamm KALL nach: „Als Sinngehalte bieten sich zwei an, KALL für Frau und KALL für Höhle“. Diesen Ur-Wortstamm trägt auch das lateinische Wort COL-ere in sich. Hier verweist der Paläolinguist auf die Bedeutung des Wortes aushöhlen auf der einen und pflegen auf der anderen Seite: …“und daher stammen unsere heutigen Begriffe und Wörter „KULTUR“ und … „KULT“. Hier sind also in der Doppelbedeutung des Wortes COL-ere „Höhle“ und „Kult“ einander unmittelbar benachbart“. (Löffelmann, Monika; 1997, S. 19).

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Wallfahrten der vom Patriarchat unterschlagenen weiblichen Kultur, genauer gesagt der mütterlichen Kultur entstammen, und schauen wir uns die Wallfahrten genauer an, so hat sich das bis heute nicht geändert.

Die weltweit größte katholische Wallfahrt ist die zur Schwarzen Madonna von Guadalupe in Mexiko, wobei, wie Derungs etymo-logisch abgeleitet haben, es sich bei der Schwarzen Ma-donna von Guadalupe ursprünglich um die alte Land-schaftsgöttin Tonantzin-Coatlicue handelt, deren Kopf sich im Hügel Cerro Tonantzin zeigt. (Derungs, Kurt und Isabelle M.; 2006, S. 13-16).

Auch die bekannteste Wallfahrt der Moslems zur schwarzen Kaaba nach Mekka war in vorislamischen Zeiten der dreifachen Göt-tin Allat, Menat und Aluzza geweiht. Da dieser Kult der Zeit der Heiligen Steine aus der Religion von Gott der MUTTER entstammt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass bis heute der schwarze heilige Stein in Mekka in einer vulvaförmigen Silbereinfassung zu sehen ist. (Sa-nyal, Mithu M.; 2009, S. 37).

Die älteste Wallfahrt in Bayern ist die zum Quellheiligtum der Schwarzen Ma-donna von Altötting, wobei wir hier vor Ort auch heute noch auf den Ahninnengeist der Anna treffen (mehr dazu in Armbruster, Kirsten, 2013, S. 37-40).

Die größte Wall-fahrt Spaniens ist auch nicht die nach Santiago de Com-postela, sondern die Pfingstwallfahrt zur Blanca Pa-loma (Maienwallfahrt) nach El Rocío in der Provinz Huelva in Andalusien, die innerhalb von 14 Tagen eine Million PilgerInnen anzieht (persönliche Mitteilung Claudia Mayr). Rocío bedeutet einerseits Morgentau, enthält aber auch den Wortteil Roc in der Bedeutung Fels und Gestein und geht somit ebenfalls auf den seit der Steinzeit, der Zeit der Heiligen Steine bekannten Kult von Gott der MUTTER als Kosmischer Mutter des Universums zurück.

Erinnert sei auch an die Wallfahrt zum Höhlenheiligtum der Schwarzen Madonna von Roc-amadour in Lot in Frankreich. Ein weiteres berühmtes Beispiel für eine Wallfahrt im mütterlichen Kontext ist die ebenfalls im Mai stattfindende Wallfahrt der Zigeu-nerInnen nach Saintes-Maries-de-la-Mer in der Ca-margue. In Frankreich können wir aber auch an die be-rühmten Wallfahrten zur Madonna von Lourdes, zu den Schwarzen Madonnen von Le Puys-en-Velay oder auch zur Schwarzen Madonna von Chartres denken

Ebenso bekannt sind die Wallfahrten zur Fatima in Portugal, zu den Schwarzen Madonnen nach Loreto in Italien, nach Tschenstochau in Polen, nach Mariazell in Österreich und nach Einsiedeln in der Schweiz.

Warum die Wallfahrt der mütterlichen Kultur zuzuordnen ist, erkennen wir noch deutlicher, wenn wir uns noch einmal der Paläolinguistik zuwenden. In dem Kapitel „Wallfahrt und Brauch“ ergänzt Monika Löffelmann die Forschungen zur Paläolinguistik folgendermaßen:

„In Zusammenhang mit der Kulthöhle wurde auf diesen Forschungsbereich bereits eingegangen. Auf das Ur-Wort KALL wurden dabei die Wortinhalte für „Frau“, „Höhle“, „Gefäß“ oder auch „rund“ zurückgeführt. Interessanterweise hat sich dieses Ur-Wort bis heute im Begriff „WALL-Fahrt“ erhalten, gar nicht so verkehrt, wie bei näherem Hinsehen deutlich wird: Wallfahrten schließlich führten und führen bis heute bevorzugt zu Höhlen-/Grotten-Quellheiligtümern“. (ebenda, S. 83).

Richard Fester, der Entdecker des KALL-Schemas bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt, dass „die WALLfahrt noch heute so und nicht anders heißt, weil sie auf die steinzeitlichen Kulthandlungen in Höhlen zurückgeht“. (Fester, Richard; König, Marie E.P., Jonas, Doris F. und A. David, 1980, S. 101).

Richard Fester hat schon 1980, als die Landschaftsmy-thologie noch in den Kinderschuhen steckte, erkannt, dass der Ursilbe KALL ein weitreichendes kosmisches mütterliches Verständnis zugrunde liegt. Fester schreibt

„KALL ist jede Vertiefung, jeder Hohlraum, jede Wölbung, jeder enge Durchlass, ist Schale, Kehle, Höhle, Wohnstatt, Kulthöhle, Quell und das Tal wie der Pass, der die Höhe überwindet. Vor allem aber der mütterliche Leib, die Geburt, das Kind, die Sippe, der Clan, das Volk, Tiere und Fruchtbarkeit, Schnecken und Muscheln, die ihre Wohnhöhle mit sich tragen, Pflanzen und Bäume, die hohl sind oder hohle Früchte haben oder sich zum Aushöhlen für Bütten und Boote eignen. KALL ist auch Niederung, Senke, Meer, Mündung, Flussbett, See, aber auch Zugang und Weg“ …. “Selbstverständlich ist es ohne Belang, ob KALL-Beispiele je nach Sprache mit C oder G oder K wiedergegeben werden. Ferner sei nochmals be-tont, dass der mittlere Laut A durch jeden anderen ersetzt werden kann, ohne dass sich an der Zugehörigkeit zu KALL etwas ändert“. (Fester u.a., 1980, S. 80-85).

So heißt nach Fester z.B. GAL bis heute im umgangssprachlichen Englisch junge Frau (wir kennen das Wort girl), im Bas-kischen, der ältesten vorindoeuropäischen Sprache Eu-ropas heißt GAL-du Ehefrau, GAL´tzar Geburt und GAIO Brunnen, im Urromanischen heißt GAll, Quelle oder Brunnen, im Hebräischen heißt GAIL Mädchen, im Irischen CAIL´Leach Urmutter, im Griechischen GAIA Urmutter, im Germanischen WALA Urmutter und im Englischen heißt WELL Brunnen und Quelle.

Wir kön-nen also feststellen, dass es sich bei der Kall-Silbe, ebenso wie bei der Annasilbe um eine aus dem Paläolithikum stammende sogenannte Mutterwurzelsilbe handelt.

KALL-Wörter:

Quelle, Höhle, Hölle (christlich dämonisierte Höhle);

Hel (Göttin), Holle (Göttin, vielen nur noch als Frau Hol-le aus Märchen bekannt);

Holunder, Hollerbusch (typischer Mutterbaum in den Farben der Kosmischen Mutter: Weiß, Rot und Schwarz, siehe hierzu auch Maulbeerbaum und Erdbeerbaum);

Hallo, Hello und Hola (weitverbreiteter internationaler Gruß ursprünglich an die aus den paläolithischen Höhlen bekannte Gott die MUTTER gerichtet, ähnlich wie das heutige bayerische „Grüß Gott“);

Halloween (Uraltes Totenfest);

Holde (dämonisiert Unholde), hohl, hold,

Holland, Helgoland, Holledau, Hallertau, Holstein, Helvetia (Schweiz), Helsinki (Heilige Orte und Länder der Hel/Holle)

Helfen, Helfensteine

etwas verhehlen, siehe auch das Wort verbutzen, Bi-Ba-Butze-mann (Kapuze, Zipfelmütze, wobei Zipfelmütze ein Synonym für die Vulva mit der Klitoris ist und das Wort Mann ursprünglich mütterlich besetzt war)

heilen, heilig;

Hole (englisch) Loch, Höhle, holy (englisch) für heilig;

Holiday (englisch) für Feiertag,

hollow (englisch) für Hohlraum

Kalender;

Kali (hinduistische Göttin);

Sara-La-Kali in Saintes-Maries-de-la-Mer (Camargue) mit der berühmten Maiwallfahrt;

Keller, Kelch, Kehle, Kelten;

Kelheim (Ort am Zusammenfluss zwischen Altmühl und Donau, Bayern, Deutschland);

Kapelle, Kathedrale, Kloster, Klause, Nik-Klaus oder Nikolaus;

Kult, Kultur (lat. colere hat die Doppeldeutung von aus-höhlen, aber auch pflegen);

Galgenberg, Galgental,

Gral;

Galicien, Gallier, Galater, Galiläa;

Güll für Rose im Türkischen;

Sal, Soll (Wasserwort vaskonisch und indoeuropäisch wie in Salm für Lachs oder Salamander (Hamel, Elisa-beth; 2007; S. 437); Sollern bei Altmannstein

Triskele (weit verbreitetes Zeichen der Kelten für die dreifache Göttin);

Wallfahrt, Walkabout, Walküren, Walpurgisnacht, Wala (Wahrsagerin der germanischen EDDA), Urmutter von Will-endorf; Völva (nordische Variante der germa-nische Wala bekannt als Seherin, Wahrsagerin, Hexe, Zauberin, Prophetin, Schamanin), Vulva

Text aus: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 77-83

Muschelsternenweg von Gott der MUTTER und wie das Patriarchat daraus den Jacobsweg macht

Jakobsweg neuAm Anfang von Religion stand die göttliche Mutter, Gott die MUTTER als weise Tod- in Lebenwandlerin auch als Kosmische Mutter: als Mutter Erde, Frau Mond und Frau Sonne. Die Patriarchatskritikforschung hat dieses uralte Wissen inzwischen wieder weitgehend freigelegt und die Forschungsergebnisse publiziert, damit das verschüttete Wissen wieder der Allgemeinheit zugänglich ist. Der Muschel als Bauchmutter und Vulva des Meeres kam dabei seit der Altsteinzeit (Paläolithikum) als Grabbeigabe eine wichtige mythologische Bedeutung zu. Ebenso dem Weg der Seelen als Sternenweg der Milchstraße bis ans Ende der Welt. In Europa haben wir diese alten Mythologien am Muschelsternenweg nach Compostella und nach Finisterre bis heute erhalten. Compostella heißt nicht zufällig Sternenfeld, aber es enthält auch die Wortbedeutung des Kompostierens, der magischen Tod- in Lebenwandlung in Schwarze fruchtbare Muttererde, wo wir die Bedeutung der Schwarzen Madonnen wieder nachvollziehen können. Und Finisterre ist das westlichste Ende des europäischen Kontinents, wo die Sonne abends im Meer versinkt, um am nächsten Morgen im Osten wiedergeboren zu werden.

Schon die WildbeuterInnen der Altsteinzeit kannten dieses Wissen und wanderten die uralten Wege, die wie das Traumpfadenetz der Aborigines für Europa von Generation zu Generation tradiert wurden. Am Muschelsternenweg in Europa finden wir daher nicht zufällig in den Höhlen von Atapuerca die ältesten Menschenspuren in Europa, die 1,3 Millionen Jahre alt sind und die uralte mütterliche Wiedergeburtsreligion.

Mit der Reconquista ab 718 n.u.Z. begann in Europa die Zerstörung und Überlagerung der Religion von Gott der MUTTER durch einen patriarchalen Vater-Gott-Monotheismus, der die göttliche Mutter ihrer Göttlichkeit beraubte und sie stattdessen zu einem passiven Gefäß des Vaters degradierte. Einer der größten Handlanger dieser politischen Machttheologie des monotheistischen Vater-Gotts war die abstruse Überlieferung der Legende von Jacob, der nicht zufällig den Beinamen Matamoros, trägt, der einerseits Maurentöter bedeutet aber auch mit dem Wort mater für Mutter, den mythologischen Muttermord in Europa verkündet  (siehe hierzu auch Matador, wo die Farben der Kosmischen Mutter Rot, Weiß und Schwarz und das Töten des seit den paläolithischen Höhlenmalereien bekannten hörnertragenden Mondtiers in Form des Schwarzen Stiers bis heute als übertragener Muttermord tradiert wird ). Das uralte Muschelsternenwegenetz der Steinzeit wird seitdem von einem Jacobswegenetz überlagert. Wie man auf der Karte sehen kann, ist auch heute noch  überall in Europa Muschelsternenland, aber Muschelsternenland ist nicht Jacobs Land.

Mehr dazu in den Büchern:  Armbruster ,Kirsten: „Der Jacobsweg  – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1 (November 2013) und in „Gott die MUTTER – Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus (April, 2013)