Ein politisches Statement zum Internationalen Frauentag 2015

DSC_0384 (1)In einer Zeit, wo der Islam sich radikalisiert und zunehmend zu einem islamistischen Terrorismus ausartet, wo abzusehen ist, dass es unter den Dogmen eines von Männermachtideologen erfundenen Gottesbilds nie Frieden geben wird zwischen Israel und den Palästinensern und, wo auch klar wird, dass der neue Papst Franziskus zwar sozialkritische Reformen anstrebt, aber an dem Kern des patriarchalen Monotheismus, nämlich der Diskriminierung der Frau, nichts ändern will, in einer solchen Zeit muss sich die Stimme der Patriarchatskritik auch politisch erheben. Sie muss Stellung beziehen. Sie darf nicht schweigen.

Tatsächlich ist der patriarchale Monotheismus gleich ob christlicher, islamischer oder jüdischer Ausprägung eines der Hauptübel unserer Welt, denn das Hauptziel des patriarchalen Monotheismus ist immer die Herrschaft des Mannes über die Frau, des Vaters über die Mutter. Das ist der Kern des patriarchalen Monotheismus. Das ist der Kern des Patriarchats.

Das Patriarchat hat sich selbst legitimiert durch die Erfindung einer Autorität, die nicht in Frage gestellt werden darf. Der Mann ist Gott, im Umkehrschluss ist Gott ein Mann. Die Basis zur Durchsetzung einer solchen Ideologie kann nur Gewalt sein, totalitäre Gewalt in seiner höchsten Form. Faschismus pur. Gottesbildfaschismus. Opfer einer solchen totalitären Definitionsmacht-Diktatur sind nicht nur die Frauen und mit ihnen die Kinder, sondern die gesamte Natur. Diese Definitionsmacht-Diktatur ist widernatürlich. Das ist ihr Wesenskern.

Als Naturwissenschaftlerin denke ich von der Natur her. Und in der Natur sehe ich andere Prinzipien verwirklicht. Ich sehe nicht das Prinzip der Monoisierung, sondern der Diversität. Und ich sehe auch nicht ein Denken in polaren Strukturen. Der Mann steht nicht polar zur Frau. Schon gar nicht ist er der natürlich-aktive Teil in dieser scheinbaren Polarität. Die Natur hat einen anderen Weg gewählt, nämlich den der Integration. Der Mann ist von der Natur integriert worden in ein mütterliches System der Vielfalt, denn in der Mutter wachsen nicht nur Frau und Mann heran, sondern auch intersexuelle oder transgenderische Lebensformen, die alle keinen Platz haben in einem polaren, noch dazu gott-männlich-hierarchisch-definierten Weltbild. Welch ein Leid wird durch ein solches Theorem induziert! Nicht nur beschränkt auf den Menschen, sondern der gesamten Lebenswelt dieser Erde aufoktroyiert.

Wieviel weiser und großzügiger war da doch das Verständnis eines mütterlichen Kosmos, das Verstehen einer Integrativen Mütterlichen Ordnung in dieser Welt, so einfach und für jeden sichtbar. Entwickeln wir auf dieser Basis zusätzlich zur wieder freigelegten Religion von Gott der MUTTER ein männliches Gottesbild, einen an der Natur orientierten Grünen Mann, denn der patriarchale Monotheismus ist keine zivilisatorische Errungenschaft, wie uns weis gemacht werden soll. Der patriarchale Monotheismus ist alltägliche Zerstörung. Er ist Terror! Und was auch ganz klar ist: Der patriarchale Monotheismus ist nicht reformierbar. Das bedeutet: Der patriarchale Monotheismus passt nicht in eine Moderne Welt. Er gehört abgeschafft!

In diesem Sinne wünsche ich allen Frauen einen Durchbruch in der Befreiung vom Patriarchat und den Männern und allen anderen Lebensformen auf dieser Erdegleich mit!

Aus: Armbruster, Kirsten: Je suis Charlène – Was Sie schon immer über Religion wissen wollten, 2015, S. 45-48

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Neuerscheinung: Je suis Charlène von Kirsten Armbruster

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In Andenken an den Mut von Charlie Hebdo, denn die Patriarchatskritik kann jetzt nicht schweigen!

Je suis CharlèneTiefgründig und witzig, unterlegt mit zahlreichen Abbildungen, der erste Teil des Buches. Fachlich fundiert und politisch der zweite Teil. Ein Buch, das Sie gleichermaßen zum Staunen und Schmunzeln bringen wird, denn in diesem Buch verknüpft die bekannte Patriarchatskritikerin, Humoristisches mit Politischem. Eine brisante Mischung von einer, die etwas zu sagen hat zu den religiösen Fragen unserer Zeit.

Dr. Kirsten Armbruster ist Naturwissenschaftlerin und gehört zu den führenden Patriarchatskritikerinnen.

Inhalt

Teil I

7 Was Sie schon immer über Religion wissen wollten

Teil II

36 Erläuterungen
Am Anfang war Gott die MUTTER

45 Ein politisches Statement

49 Der Islam, Pegida und das Versagen der politischen Intelligenz

53 Weder der Islam, noch das Christentum, noch das Judentum gehören in eine Moderne Welt

59 Anmerkungen
60 Zur Autorin
64 Weiterführende Literatur