Walpurgisnacht und der wilde Tanz der Hexen in den Mai – Plädoyer für eine Entpatriarchalisierung der Jahreskreisfeste

Hühner1Heute Nacht ist Walpurgisnacht, Traditionell ein Hexenfest, das den allenthalben zu beobachtenden explodierenden wilden, nicht gezähmten Liebeskräften der Natur entspricht. Wal – ist eine der steinzeitlichen Kall-Mutterwurzelsilben, die wir durch die Patriarchatskritikforschung inzwischen schon umfassend frei gelegt haben. Es ist eine Muttersilbe durch und durch und diese Muttersilbe wird auch im Monatsnamen Mai mit der Mutterwurzelsilbe Ma widergespiegelt.

Der Mai, ein Monat von Mutter Natur.

Das Patriarchat, das in Europa mit der Indoeuropäisierung seinen Anfang nahm, hat dieses Fest männlich überlagert. Viele Neuheiden benutzen für dieses Fest den Namen Beltane, genannt nach dem keltischen Gott Belenus. Bel ist auch ein Zweitname für den keltisch-vermännlichten Sonnengott  Lug, den die Neuheiden im August an Lugnasad oder Lammas feiern. Die Vermännlichung des Sonnenkults ist  – wie Maria Gimbutas sehr gut freigelegt hat – eines der Hauptkennzeichen des Patriarchats. Tatsächlich bringt das Patriarchat mit der Überbetonung des Elements Feuer,  z.B. durch industrialisierte Verbrennungsprozesse in denen zuviel Kohlendioxid entsteht, die Natur und die anderen drei Elemente Erde, Wasser und Luft in Bedrängnis, denn die patriarchale Feuerkraft ist eine entfesselte Feuerkraft. Heutzutage werden deshalb zum 1. Mai auch überall Maibäume aufgestellt. Sie sollen ein Symbol sein für die „Heilige Hochzeit“ zwischen der Erde als passiv  Empfangende und dem Maibaum, der für den aktiven männlichen Phallus steht, um den herum getanzt wird. Tatsächlich haben wir hier die typische Phalluszentriertheit des Patriarchats, denn Mutter Erde spielt hierbei kaum eine Rolle. Wir werden durch solche Rituale darauf konditioniert, den Mann als Mittelpunkt des Lebens zu sehen – uns um ihn zu drehen.  Und  unsere Märchen, die wir unseren Kindern vorlesen, vollenden dann die Patriarchatskonditionierung, dass der Traum jeder „Prinzessin“ darin besteht von einem „heroischen Prinzenhelden“ gerettet zu werden und dass diese Rettung dann, als Höhepunkt des Lebens, in einer durch „Sakramente“  geheiligten  Hochzeit“ endet.

Nicht nur „Beltane“ ist ein patriarchal überlagertes Jahreskreisfest. Tatsächlich sind praktisch alle Jahreskreisfeste – egal ob Imbolc, Ostern, die Sommersonnenwende, Lammas oder Lugnasad, das Erntedankfest zur Herbst-Tagundnachtgleiche, Halloween oder das Fest der Wintersonnenwende mit Weihnachten patriarchal überlagert und zwar nicht nur christlich-patriarchal, sondern auch heidnisch-patriarchal. Tatsächlich orientieren sich die Neuheiden nämlich hauptsächlich an den patriarchal-keltisch indoeuropäischen Festen

Mir ist es ein großes Anliegen die Jahreskreisfeste zu entpatriarchalisieren.

Deshalb habe ich mein neues Buch „Mit Hagazussa durch das Jahr“ als Magische Hexengeschichte für Groß und Klein“ geschrieben. Da wird Imbolc bei seinem wahren Namen genannt, denn es bedeutet „im Bauch von Mutter Erde“ – was ja der vegetativen Realität in dieser Jahreszeit entspricht. Deshalb wird das vermännlichte Johanneskraut mit den Johannisfeuern wieder in Annakraut umbenannt, deshalb wird im August das Drachenfest – als Symbol für die Aufhebung des Mythologischen Muttermords und der Befreiung der Muttermacht gefeiert, deshalb reihen wir uns an Erntedank in die seit dem Paläolithikum – der Altsteinzeit, der Zeit der Heiligen Steine  – bekannte Tradition der Sammlerinnen ein und deshalb wird zur Wintersonnenwende, zur Mutternacht nicht nur eine weibliche Sonne wiedergeboren, sondern statt eines Sohns eine Tochter. Das Ganze habe ich in eine Hexengeschichte integriert, wo auch das Kleine Volk vorkommt. Meine Theorie dazu ist, nämlich, dass das Kleine Volk, das Volk unsere baskischen AhnInnen war, die nach der letzten Eiszeit Europa zurückbesiedelten und wahrscheinlich kleiner waren als die Indoeuropäer. Wer über die Bedeutung der Baskinnen und die Mutterwurzelsilben mehr erfahren will, findet das in meinen zwei Muschelwegbüchern, der Jacobsweg und der Muschelweg, welche die matrifokalen Wurzeln Europas wieder frei legen.

Und hier noch einmal das Inhaltsverzeichnis von dem Buch „Mit Hagazussa durch das Jahr“:

hagazussa-titel

Inhaltsverzeichnis:

Leben im Rosenheckenapfelgarten

Frühlingserwachen
Imbolc
Im Bauch von Mutter Erde

O-stern
Fest der Sternengöttin Ostara
Der Hoppel-Poppeline-Clan braucht ein zauberhaftes Osterhasenhaus

Walpurgisnacht
Liebesfest der Natur
Das Geheimnis des Waldmutterkrauts oder: Wie Wünsche in Erfüllung gehen

Sommersonnenwende
Hollerbusch und Annakraut
Auf die Dauer Frauenpower

Drachenfest
Fest des mütterlichen Kosmos
Der böse Zauberer Belial und die Befreiung der Mutterkraft

Sammlerinnenfest
Erntedank
Das Magische Duett von Herdfeuer und Pflanzenkraft

Halloween
Totenfest
Besuch der AhnInnen

Wintersonnenwende
Mutternacht
Eine Tochter wird geboren

Anhang
Erläuterungen
Zur Autorin

Weiterführende Literatur

Informationen zum Buch:

Mit Hagazussa durch das Jahr
Eine Magische Hexengeschichte für Groß und Klein
Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Books on Demand (April 2015)
ISBN-10: 3734772206
ISBN-13: 978-3734772207
Größe: 12,7 x 1,0 x 20,3 cm
Taschenbuch überall im Buchhandel erhältlich:
EUR 9,99
Ab Mai 2015 auch als E-Book erhältlich

Ich wünsche uns allen ein schönes Hexenfest, dass das Wilde der wunderbaren Natur ehrt!

 

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4 Gedanken zu „Walpurgisnacht und der wilde Tanz der Hexen in den Mai – Plädoyer für eine Entpatriarchalisierung der Jahreskreisfeste

  1. Ganz lieben Dank Kirsten für deine treffende Dar- besser Wahrlegung!!!
    Dein Buch habe ich bestellt, warte gespannt darauf.
    Wie Barbara Gröschke in ihrem taz-Artikel vom 23.09.80, S. 9 schrieb:
    „Der lebensbejahende Charakter des Mittelalters, die Freude und Lust am Leben sind Ausdruck der noch unmittelbaren Naturverbundenheit der Menschen, deren Leben im gleichen Rhythmus abläuft, wie in mutterrechtlichen Zeiten.
    Die über das ganze Jahr verteilten Feste im Naturkreislauf lassen das Leben nie langweilig werden. Bei diesen vielen Höhepunkten des Jahres stehen die Frauen im Mittelpunkt. Sie sind die ersten, die als geschlossene Frauengemeinschaft durch ihre besondere Verbundenheit mit der Natur die Feste beginnen, ehe das ganze Volk sich ihnen anschließt (…)“

    Und schaut noch einmal in Gerlindes Schilchers Buch:“Ich bin eine Hexe“ S. 85: Tarot-Karte „Die Liebenden“ bzw. „Die Entscheidung“. Gerlinde Schilcher S. 86:“Wenn du dir die Sechserkarte genau anschaust, dann kannst du sehen, daß jenes göttliche (Anm. v. mir: göttinliche), beratende Wesen, mit der Frau im Blickkontakt ist. Die Karte zeigt deutlich, daß die Frau vor dem Baum des Lebens, bekräftigt von der Schlange, dem kosmischen Zorn (Anm. v. mir: nicht nur Zorn, sondern auch Weisheit, ver_Wandel_bar durch Häutungen etc.. Tja, Göttinnen sollten nicht bezornt werden 😉 ), mit dem überirdischen Wesen (Anm. v. mir: Soooo über_irdisch sind die nicht!) mittels Blickkontakt ein geheimes Wissen austauscht. Der Mann auf der Karte (Anm. v mir: Am eigenen Baum, der nicht Feuer darstellt!) schaut jedoch auf die Frau. Will er die Gesetze des Universums er_kennen, will er den Kosmos (Anm. v. mir: Ich bevorzuge „All“, All_die_weil das All Alles ist ;_)) begreifen, dann braucht er dazu die Befruchtung durch die Frau.“

    Die Identifizierung mit der matrivitalen Frau, dem natürlich weiblichen Prinzip. Sonst hat der „Mann“ kein Zugang zur All_Weisheit. Sucht vergeblich über kostenintensive Raumschiffe (dieses Geld wäre angebrachter für Bildung und Kult_ur!). Statt sich der beiden Marien und ihres Schiffes/ihrer Schiffe zu er_innern.
    So und jetzt übertragt einmal diese Tarotkarte „Die Liebenden“ auf zwei Frauen. Danach auf zwei Männer.
    Im Gegensatz zu Gerlinde sehe ich das „überirdische Wesen“ nicht als „geschlechtsneutral“, sondern als weiblich. Denn nur aus der weiblichen Ur_Kraft entsteht Leben. Sich zu einem Neutrum zu machen, bedeutet Anpassung an männlich patriarchale Werte der ir_realen Grenzenlosigkeit.
    Ich kenn`s von mir. Mit 17 dachte ich (kurz), Neutrum wäre die Alter_native. Zum Glück kam sofort per Intuition:“Roswitha, du spinnst! Du blutest regel_mäßig 😉 Lunablut. Bist ge_Bär_fähig!“
    Das Element Feuer als „männlich“ (z.B. pat. Astrologie) zu bezeichnen, ist patriarchal. Was dabei rauskommt beschreibt Kirsten.
    Feuer ist Wachstumsenergie (Gebärmutter), Kraft zum Leben (wie jedes Element). Feuer kann verbrennen, z.B. wenn Göttinnen bezornt werden. Vergleiche die ägyptische Göttin Sachmet. Die in ihrer Kopfdarstellung viele interessante Symbole enthält, z.B. eine Schwangere, zwei Schwäne/Göttin Leda (nicht Zeus! Pat-Märchen), zwei Schlangen, zwei Bienenkörbe, eine Uni_Vers_um…-Scheibe auf dem Kopf etc.. Sinnliches Sehen/Betrachten.

    Jetzt ist die Phase, wo die Natur sich im Außen genuss-voll neu Mater_ialisiert.
    Allen ein ebenso sinnlich genuss_volles Hexen-Göttinen-Fest wünschend!

  2. Liebe Kirsten, freut mich 😉 !
    Ich bin ganz berauscht vom Blüten- und Frischblättergrünmeer der Natur! Lebens_Liebes_Genuss pur!!! Und trotz gestrigem Hagelgewitter blieben diese zarten Blüten am Mutterbaum! Das gleich Zauberhafte wie sich z.B. ein junger Löwenzahn oder ein weicher Pilz unbeschadet durch Straßenteer schiebt. Magische Erdkräfte… mag isch!
    Herzliche Grüße, Roswitha

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