Die Weihnachtshexe, die Drachenmutter und die Schneeeule – Die Frohe Weihnachtsbotschaft des Kleinen Volkes

Text: Kirsten Armbruster; Fotos: Franz Armbruster

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Tief im Wald lebt auch heute noch das Kleine Volk. Sehen kannst du es nur mit einem Magischen Blick, denn dessen Häuser sind tief verborgen in dicken Moospolstern. Warm und kuschelig im Winter und angenehm kühl im Sommer, sind ihre Wohnungen dort vor Wind, Regen und Hitze, aber auch vor allzu neugierigen Blicken gut geschützt.

Über eine steile Treppe gelangst du in ihre Magische Welt bis in luftige Höhen, wenn du dich traust an der strengen Pilzwächterin vorbeizugehen, die dich nach dem Zauberwort fragen wird. Kennst du es nicht, so musst du umkehren in deine eigene Welt. Nächstes Jahr, wenn du ein bisschen mehr nachgedacht hast, darfst du es dann noch einmal versuchen.

Kennst du das Zauberwort, so darfst du weiter fortschreiten und gelangst zu einer Kiefernbrücke, die du aber nur überqueren solltest, wenn du wagemutig bist, denn solltest du hinunterfallen, so landest du im Tal der Verwirrung und musst wieder umkehren in deine eigene Welt. Du darfst es dann noch einmal versuchen, aber erst im nächsten Jahr, wenn du ein bisschen mehr nachgedacht hast

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Hast du die Kiefernbrücke glücklich überquert,  darfst du weiterwandern bis zum Wald der Schneeeule. Dort wacht die Kugelbaumfrau. Sie ist sehr freundlich, hat aber eine feine Nase und riecht von Weitem deine guten oder schlechten Absichten und du kannst sie nicht täuschen. Kommst du mit bösen Absichten, so verschwindet der Wald der Schneeeule hinter einer undurchdringlichen Nebelwand und du musst wieder umkehren in deine eigene Welt. Wenn du ein bisschen mehr nachgedacht hast, darfst du es dann noch einmal versuchen, aber erst im nächsten Jahr.

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Ist dein Geruch der Kugelbaumfrau angenehm, so darfst du hinein in den Wald der Schneeeule. Das Rauschen der Baumwipfel im Wind wird dir wie das Tanzen der Baummütter zu einer feinen Melodie vorkommen und dich weiter deines Weges geleiten.

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Lässt du dich von der schwebenden Melodie der Baummütter tragen, wirst du bald das schneebedeckte Haus der Weihnachtshexe und der Drachenmutter in der Sonne glitzern sehen.

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Die Tiere des Waldes werden dich willkommen heißen und dich einladen durch die Tür ins Haus zu treten.

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Tritt ein und sei willkommen, ruft dir die Schneefrau freudig zu, aber schau ruhig erst hinein durchs Fenster, du, die du den weiten Weg auf dich genommen hast, um das Kleine Volk mit dem Alten Wissen wiederzufinden.

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Hier in diesem Haus sind sie alle versammelt, gemeinsam mit den Tieren des Waldes und warten auf die Geschichte der Weihnacht, die jedes Jahr im Haus der Weihnachtshexe und der Drachenmutter von der Schneeeule erzählt wird. Tritt ein und sei willkommen in der Welt des Alten Wissens, das jedes Jahr zur Wintersonnenwende als Frohe Botschaft verkündet wird.

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Drinnen ist der Kaffeetisch gedeckt, der Wasserkessel dampft gemütlich vor sich hin, der Ofen verströmt eine wohlige Wärme und duftende Gewürzkuchen laden ein, es sich nach der langen Wanderung auf dem einladenden Sofa bequem zu machen und sich zu stärken. Wenn die Dämmerung naht, wächst die Spannung. Plötzlich erklingt ein Glöckchen und kurz darauf ein Rauschen in der Luft und die Schneeeule gleitet hinein in den Raum, wo alle erwartungsvoll auf diesen Moment gewartet haben. Sie landet auf ihrem Platz, von dem aus sie von allen gut gesehen werden kann, blickt zufrieden in die illustre Rund und fängt an die uralten Weisheitsworte der Weihnachtsbotschaft zu verkünden:

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„Es gab einmal  ein Erdenzeitalter, da lebten die Menschen im Einklang mit der Natur. Es war eine ewig lange Zeit des Friedens und daher ein bis heute noch tief verwurzelt erinnerter Sehnsuchtsort in unserem Sein. Altsteinzeit nennen die Menschen diese Zeit, die Alte Zeit der Heiligen Steine. In der Altsteinzeit sahen die Menschen die Erde als ihre Mutter, die ihnen alles schenkte, was sie zu einem Guten Leben brauchten. Ihr Leben war eingebettet in die Zyklen der Natur, den täglichen Zyklus von Frau Sonne, den monatlichen Zyklus von Frau Mond und den jährlichen Zyklus der Jahreszeiten, also in den natürlichen Lebenskreislauf von Werden und Vergehen, von Leben und Tod und neuem Leben.

Da alles menschliche Leben in den Bauchhöhlen der Mütter 10 Mondmonate heranwuchs, um dann von ihnen zum rechten Zeitpunkt geboren zu werden, stellten die Menschen der Altsteinzeit die Mütter in den Lebensmittelpunkt und organisierten ihr gemeinschaftliches Leben natürlicherweise um die Mütter, als ihrer aller Lebensbringerinnen, herum.  Durch die Beobachtung der Natur, konnten die Menschen erkennen, dass auch bei vielen Tieren die Mütter dieselben Fähigkeiten hatten, wie die Menschenmütter, und, aus diesen Naturbeobachtungen heraus, entwickelte sich in den Höhlen der Erdmutter der Ursprung von Religion als Anbindung an den Kreislauf des Lebens.

Die Menschen begannen nämlich schon früh, ihre Toten in die Höhlen der Erdmutter abzulegen, sie mit Muscheln zu schmücken, mit rotem Ocker zu bestreuen und in Richtung Osten auszurichten, in der Hoffnung, dass in der Schwärze der Höhle derselbe Wandlungsprozess des Todes in neues Leben geschähe, wie in der Schwärze der Nacht, wenn Frau Sonne die Erdbauchmutterhöhlen vom Westen zum Osten hin durchwandert, um am nächsten Morgen blutrot wieder in einen neuen Tag voller Leben hineingeboren zu werden.

Aber nicht nur das. Um die Mütter zu ehren, formten die Menschen der Altsteinzeit aus den unterschiedlichsten Materialien kleine Gott MUTTER Figurinen als Ausdruck ihrer Religion, ihrer Bindung an die Natur, die den Müttern die Lebensentstehung in ihren Körpern anvertraut hat.

Aber nicht nur das. Um ihrem Weltbild der großen Göttlichen Mutter weiter Ausdruck zu verleihen, formten die Menschen der Altsteinzeit nicht nur menschliche Mutterfigurinen, sondern auch zahlreiche Mutterherdentiere, ebenfalls aus verschiedensten Materialien, oder formten in den Höhlen sogar Mischwesen aus Tiermüttern und Menschenmüttern im Wissen um die Einheit zwischen Mensch und Tier und im Verstehen der Integrativen Ordnung der Mutter in der Natur.

Aber nicht nur das. Die Menschen der Altsteinzeit malten auch in vollendeter Kunstfertigkeit prächtige Gemälde in den heiligen Mutterfarben „Rot wie Blut, Weiß wie Schnee und Schwarz wie Ebenholz“ in die Erdbauchhöhlen: Zeichnungen von Menschenmüttern, Vulvaritzzeichnungen und Matrifokale Tiere, bei denen die Mütter ebenfalls im Focus der Natur stehen, wie BärInnen, LöwInnen, Bisons  und Mammuts mit ihren Mondhörnern oder auch Pferde mit ihren Sonnenstrahlmähnen.“

Die Schneeeule hielt in ihren Aufzählungen kurz inne, schaute wohlwollend ihre aufmerksamen ZuhörerInnen an. Dann sprach sie weiter:

„Dieses Alte Wissen über die Altsteinzeit hat das Kleine Volk bis heute bewahrt. Die kriegerischen Reitervölker des Metallzeitalters, wie die Kelten, die Griechen, die Römer, die Germanen mit ihren von männlichen Göttern geleiteten Götterpantheons und später, und noch viel schlimmer, die Christen mit ihrer Manngott-Vater-Sohn-Heiliger-Geist- Trilogie, haben mit Gewalt und unheimlicher Brutalität versucht, dieses uralte Wissen um die göttliche Mutter der Altsteinzeit auszumerzen. Das konnten sie nur bewerkstelligen, indem sie die Menschen mit „Machet-euch-die-Erde-und-die-Frauen- untertan-Märchen“ immer mehr von der Natur abtrennten, so dass sie ihre ursprüngliche Verbindung zur Natur und damit ihre Wurzeln verloren. Seitdem irren die Menschen voller Schmerz und Zorn auf der Erde herum, zerstören ihre Lebensbasis und nicht nur ihre eigene, sondern auch die aller anderen Lebewesen. Doch die Frohe Botschaft ist, dass inzwischen immer mehr diese naturzerstörenden Regeln ihrer Gesellschaften durchblicken, sich von ihnen abwenden und sich auf die Suche machen, nach ihrem Ursprung und ihren Wurzeln.“

Die Schneeeule fuhr fort:

„Die gute Botschaft von heute ist: Die grauenvolle Zeit der Naturzerstörung, wo die göttliche Mutter entehrt, vergewaltigt, ausgeraubt und dämonisiert wurde, neigt sich ihrem Ende zu, denn immer mehr Menschenkinder wenden sich ab von den falschen Botschaften, die einen Vater-Sohn-Mord als Heilsbotschaft verkaufen wollen. Die Menschen wenden sich wieder der Natur zu und sie begeben sich fragend auf die Suche nach einer anderen Zeit, einer Zeit, in der das Alte Naturwissen des Kleinen Volkes wieder gefragt sein wird. Wir erkennen das daran, dass immer mehr Menschen den Weg durch den Magischen Wald zu uns finden, weil sie genügend nachgedacht haben. An Weihnachten feiern wir nicht nur die Wintersonnenwende mit ihrem zurückkehrenden Licht, sondern wir feiern auch die Rückkehr des Verständnisses der göttlichen Mutter Natur.“

In diesem Moment traten die Weihnachtshexe und die Drachenmutter hinter die Schneeeule und enthüllten das bisher verdeckte Antlitz  der göttlichen Mutter, das Bild, das die große Künstlerin Frida Kahlo mit ihrer klaren Sichtweise schon  1949 in Mexiko gemalt hat:

„The loving embrace of the universe“, Frida Kahlo, 1949, Foto: Franz Armbruster

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Die Anwesenden im Haus des Kleinen Volkes klatschten vor Freude, nachdem die Schneeeule ihre Weihnachtsbotschaft verkündigt und die Weihnachtshexe und die Drachenmutter gemeinsam das Bild der göttlichen Mutter Natur enthüllt hatten, bedeutete es doch die Hoffnung auf das baldige Ende der Ausbeutung der Natur, unter der soviele schon viel zu lange gelitten hatten.

Mehr Informationen, insbesondere auch zu den Fundorten der paläolithischen Bilder, unter:

500 000 Jahre Matrifokale Geschichte

Gott MUTTER im Paläolithikum

Warum der Begriff Venusfigurinen Teil des patriarchalen Missbrauchs nackter Frauenkörperlichkeit ist

Wie nehmen wir Gott wahr? Eine naturnotwendige patriarchatskritische Korrektur