Mein persönlicher Jahresrückblick 2019

Text: Dr. Kirsten Armbruster

Fotos: Franz Armbruster

Für mich war das Jahr 2019 ein gutes Jahr, gut, weil so vieles, was vorher nur nebelig herumwabberte, klar wurde,  sich geklärt hat. Drei Betrachtungsebenen möchte ich dazu kurz anschneiden:

eine globalpolitische Einordnung im Sinne eines neuen Politischen Mütterbewusstseins (POM)

Einmal zeigten sich auf globalpolitischer Ebene die Absurditäten des Patriarchats mit ihrer toxischen Männlichkeit, so offen wie selten zuvor, was gut ist, weil es gut ist, wenn der Feind eines Guten Lebens sich offen zeigt. Andererseits formierte sich gegen dieses Phallus-Kapitalismus-Theologie-Militär-Politik-Patriarchatskonglomerat eine kräftige Widerstandsbewegung, die von toughen Frauen angeführt wird, welche die Definitionsmacht der patriarchalen Systemdogmen kräftig aufmischen, angefangen von der metoo Bewegung bis zur Fridays for future Bewegung. Endlich, denn die gesellschaftliche Gestaltungsmacht verschiebt sich dadurch fundamental. Diese Bewegungen, von Frauen initiiert und geleitet, werden nämlich auch zunehmend von vielen Männern, die sich mit patriarchal-toxischer Männlichkeit kritisch auseinander gesetzt haben, mitgetragen. Diese Bewegung des Guten Lebens hat also das Potential eine Massenbewegung zu werden, und, die ist nötig, um die Weichen für Zukunft zu stellen.

eine kurze Einordnung meiner eigenen Arbeit der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung

Die Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung nimmt in dieser Bewegung hin zu einem Guten Leben auch einen wichtigen Platz ein, denn sie trägt wesentlich dazu bei, sich von der Gehirnwäsche des Patriarchats zu befreien. Und so war es auch für mich persönlich ein gutes Jahr, weil ich mit meinen Büchern und mit meinem Blog so viele neue LeserInnen erreichen konnte, wie nie zuvor. Die Zahl der BesucherInnen meines Blogs hat sich in diesem Jahr verdoppelt, die Zahl der Aufrufe vervierfacht. Dadurch, dass die wichtigen Texte nun auch mithilfe von Deep L auch in englisch gelesen werden können, hat sich das Aufrufportfolio deutlich internationalisiert. Bei den Aufrufen stehen jetzt die USA nach den deutschsprachigen Ländern an erster Stelle. Dadurch, dass ich zusätzlich den Google Translater, am Compter auf der rechten Seite, direkt unter dem Bücher-Widget, installiert habe (am Handy nicht sichtbar), können nun auch die Beiträge ganz einfach in alle Google-Sprachen übersetzt werden, was zu einer weiteren Internationalisierung  des Bekanntheitsgrades der Patriarchatskritikforschung beiträgt.

Der Beitrag, der die LeserInnen am meisten interessiert hat, ist folgender:

Die höchste Form der patriarchalen Diskriminierung ist die Behauptung, dass Gott ein Vater und Religion männlich ist.

An Platz 2 und 3 stehen die Gott MUTTER Galerien aus dem Paläolithikum

Gott MUTTER im Paläolithikum

und der bisher fertig gestellte erste Teil der Gott MUTTER Figurinen aus dem Neolithikum

Gott MUTTER vom Neolithikum bis zum Muttermord (1),

was mich besonders freut, liegt mir doch die bildliche Sichtbarmachung einer anderen Geschichts- und Religionsschreibung besonders am Herzen, weil deren patriarchale Negierung eben auch besonders dazu beigetragen hat, Frauen klein zu halten, sie ihres natürlichen Selbstbewusstseins zu berauben und eine hiercharchisierte patriarchal herrschaftlich toxische und damit zerstörerische Männlichkeit weltweit zu internalisieren.

Ebenfalls von besonderem Intersse war für viele LeserInnen der Themenkomplex Mütterarmut, die ich ja mit meinem diesjährigen neuen Buch aufgegriffen und mit dem Begriff #motherstoo an die #metoo Bewegung angedockt habe.

Hier noch einmal eine Zusammenstellung der diesbezüglich relevanten Texte:

#MothersToo – Gegen Mütterarmut- Internationaler Frauentag 2019

Die Lüge, dass Mütter nicht arbeiten

Mütterarmut weltweit

Mütterarmut in Deutschland

Warnung – Mütterfalle Patriarchat

eine kurze Einordnung meiner privaten Situation

Das Jahr 2019 war für uns ein Jubiläumsjahr. Unsere jüngste Tochter wurde fertig mit ihrer Ausbildung und eine große Last, der als Paar gemeinsam, aber dennoch gesellschaftlich definiert, allein paarverantwortlich begleitenden und finanziellen Fürsorge für 4 Kinder ist nun erstmal abgeschlossen.  Mein Mann Franz feierte seinen 60. Geburtstag und wir feierten außerdem unseren 30. Hochzeitstag. Mit einer fast vierwöchigen Skandinavienreise mit unserem Campingbus in die norwegischen Fjorde und nach Schweden, belohnten wir uns im Sommer. Das war eine wunderbare Auszeit und dringend notwendig, nachdem ich die letzten 2 Jahre immer wieder mit wandernden, gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, die auch dadurch bedingt wurden, dass wir uns als Paar aber auch als Familie mit nun 4 erwachsenen Kindern und ihren Partnerinnen und Partnern völlig neu sortieren und orientieren mussten, was auch mit viel Konfliktbewältigungen verbunden war. Jetzt im Rückblick des Jahres und im Rückblick auf die gemeinsam verbrachten Festtage spüre ich eine große Gelassenheit und Freude über die Verlässlichkeit und die Stabilität unserer Beziehungen untereinander. Sie sind tragfähig und sturmerprobt.

Das sind gute Voraussetzungen für eine Zeit des Wandels, die uns allen bevorsteht.