Von ohnmächtigen Müttern

Text: Dr. Kirsten Armbruster

Scroll down and you´ll find an english translation of this text, translated by Deep L

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Foto: Franz Armbruster

Aus dem Buch:

Armbruster, Kirsten: Das Muttertabu oder der Beginn von Religion, 2010, S. 220-224, mit zahreichen farbigen Abbildungen

Bücher von Kirsten Armbruster

dort ist das Inhaltsverzeichnis des Buches einsehbar

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„Herrschaft wurde über Theologie erst richtig politisch internalisiert, das heißt zur Macht befähigt, und bis heute ist Politik nicht entkoppelt von diesen Theologien. Die Dreierphalanx aus herdenideologisierter Wirtschaft, patriarchaler Machttheologie und Politik bilden auch in unseren Tagen den Paradigmenmix für unser Denken und unser Handeln. Die von jeglichen Emotionen, jeglicher Empathie und jeglichem Altruismus befreite Wissenschaft, welche die reine Ratio essentialisiert und dabei die Weisheit verraten hat, ist nur eine Dienerin der Dreierphalanx aus Ökonomie, Theologie und Politik und verschlimmert damit die Situation. Als Reparaturmechanismen dieses maroden und natürlich völlig unzeitgemäßen Systems wurden die letzten Jahre ökologisches, soziales und feministisches Gedankengut in dieses System integriert, wohlbemerkt integriert. Die Ökologie, die Natur müssen sich in der patriarchalen Logik immer der Ökonomie unterordnen, dass bedeutet de facto, dass die Erde, das Wasser und die Luft, ohne die ein Leben gar nicht möglich ist, immer dem Geld untergeordnet werden. Dies hat zur Konsequenz, dass nicht die Person das meiste Geld bekommt, die am meisten dafür sorgt, dass unsere Lebensgrundlage erhalten bleibt, sondern die Person, die am skrupellosesten und zerstörerischsten mit unseren Ressourcen umgeht. Diese Reihenfolge der patriarchalen Prioritäten ist in ihrer Kurzfristigkeit absurd, und die Absurdität kann an einer ganz einfachen mathematischen Reihe aufgezeigt werden. Man frage sich nur einmal, wie lange ein Mensch ohne Luft, ohne Wasser, ohne die Erde, oder aber ohne Geld überleben kann. Schnell wird offensichtlich, dass Luft und Wasser die sensibelsten Lebensparameter sind, und es daher sinnvoll wäre, diejenigen am meisten zu bezahlen, die am besten diese lebensbestimmenden Elemente bewahren.

Analog zur Ökologie müssen sich Mütter und Kinder ebenso dem Diktat einer patriarchalisierten Ökonomie unterordnen. Das heißt, eine Mutter hat entweder die Wahl, sich finanziell in völlige Abhängigkeit von einem Mann zu begeben, weil ihre Arbeitsleistung der Schwangerschaft, der Geburt, der Ernährung und der Fürsorge für ein neues Menschenleben, die sogenannte Reproduktionsarbeit als ökonomisch nicht relevant und damit nicht geldwert erachtet wird. Oder aber sie hat die Möglichkeit, sich möglichst schnell wieder in die geldwerte, nach patriarchalen Prinzipien funktionierende Ökonomie, einzuordnen. Diese Entscheidung zahlt sie dann psychologisch mit schlechtem Gewissen, Trennungsängsten, Dauerorganisationsstress und einer permanenten Angst vor jeder Kinderkrankheit, weil dann jedes Mal eine Betreuungsumorganisation vonnöten ist. Von jeder Mutter, aber auch von jedem sozialen und partnerschaftlich orientierten Vater wird gefordert, dass sie sich, wenn sie im ökonomischen Konkurrenzkampf bestehen wollen, dem patriarchalen Dogma „Oeconomy first“ unterordnen. Das bedeutet, dass Eltern und Kinder in ungleich höherem Maß perfekt funktionieren müssen als Singles, um in diesem auf reinem Wettbewerb getrimmten System nicht abzurutschen. Nicht umsonst sind Kinder in unserer Gesellschaft das größte Armutsrisiko. In der Praxis heißt dies, Familien stehen in unserem patriarchalen System unter Dauerdruck. Sie sind kaum Orte der Gelassenheit, des Optimismus oder der Lebensfreude, was sie eigentlich sein sollten. Sie sind vielmehr durchorganisierte Hochleistungszentren, die täglich darum kämpfen, ihre Kinder optimal in dieser auf Wettbewerb beruhenden Gesellschaft zu positionieren. Kein Wunder, dass Familien, die eigentlich Orte der Geborgenheit sein sollten, besonders häufig Orte der Gewalt und der Verzweiflung sind, und ein großer Teil der Ehen diesen Bedingungen nicht standhält und kaputt geht. Kinder müssen sich in unsere patriarchal-ökonomisch definierte Funktionalität perfekt einfügen. Sie dürfen nicht mehr träumen, sie dürfen nicht mehr trödeln, und sie dürfen auch nicht mehr krank sein, obwohl es Teil ihrer natürlichen Entwicklung ist, sowohl die Welt in einem langsamen Tempo zu entdecken, als auch ihr Immunsystem über eine Auseinandersetzung mit diversen Krankheitserregern erst einmal aufzubauen. Aber hierzu ist Zeit der Pflege und der Erholung vonnöten, die wir in unserem gehetzten Leben niemandem mehr zugestehen. Kinder müssen auch, in unserer auf Effektivität und Effizienz getrimmten patriarchalen Welt, Selbstläufer sein in der Schule. Sind sie das nicht, was eher die Regel als die Ausnahme ist, so ist ein elterlicher, meistens mütterlicher Leistungsmarathon vonnöten. Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfeunterricht, Eltern-Kind-Schulgespräche, Eltern-Lehrer-Schulgespräche, Ergotherapie, Logopädie, Medienkompetenz sind angesagt, die Eltern und Kinder gleichermaßen stark unter Erfolgsdruck und Stress bringen. Daneben gibt es die ganz normalen ganzheitlichen Förderprogramme wie Musikunterricht, Ballettunterricht, Sportunterricht, Vereinsarbeit, und die dazu nötigen Fahrdienste zu bewältigen. All dies erledigen die heutigen Supereltern neben einem möglichst beidgeschlechtlichen Vollzeitjob, der selbstverständlich allererste Priorität genießt, nebenbei. Die Hausarbeit wie Putzen, Kochen, Spülen, Einkaufen, Waschen, Bügeln und Reparieren, erledigt sich abends und am Wochenende ganz von selbst, oder wird im Niedriglohnsektor zu 99,9 % von Putz-Frauen nicht -Männern erledigt, damit wenigstens noch ein wenig Zeit bleibt für Nebenbeibeschäftigungen wie Trösten, Vorlesen, Singen, Schmusen, Kuscheln, Reden, Erzählen, Toben, Spielen oder auch Streiten.

Von der Gesellschaft wird ganz selbstverständlich in solchen Situationen erwartet, dass eine Oma im Hintergrund bereit steht, welche die geforderte Flexibilität unseres Arbeitsmarktes jederzeit auffängt. Das heißt, unser patriarchales ökonomisches System beruht, nach wie vor, auf der kostenlosen Arbeit oder Niedriglohnarbeit von Frauen. Hat jemand keine Oma in der Nähe, weil man ja bereits, aufgrund der ebenfalls von der Ökonomie geforderten Mobilität, den heimatlichen Wohnort verlassen hat, sind geldwerte Leistungen für eine fremde Betreuungsperson erforderlich. Dies mag für gut Verdienende erschwinglich sein, aber eine Durchschnittsverdienende wird schnell feststellen, dass am Monatsende von ihrem Verdienst nichts übrig geblieben ist. Unsere neue Art der Berufstätigkeit von Müttern, wird daher vor allem auf Kosten von Großmüttern ausgetragen. Dies mag in unserer Generation noch funktionieren, aber bereits in der nächsten Generation, sind ja die Omas selbst berufstätig. Wer übernimmt dann die flexible Kinderbetreuung? Auch unsere wünschenswerte Ausdehnung der Kinderbetreuung auf Männer, seien es die genetischen Väter oder andere männliche Bezugspersonen, löst nicht das eigentliche Problem, dass Kinder in unserer patriarchalen Ökonomie als soziale Randfaktoren betrachtet werden. Ein partnerschaftlich gesinnter Mann, der sich seinen Kindern widmen will, wird nämlich dieselben Probleme haben, wie die Mütter: Die Zerrissenheit zwischen zwei Welten, die diametral entgegengesetzten Gesetzmäßigkeiten folgen: Die heutige auf Konkurrenz, maximaler Leistung, Schnelligkeit, Flexibilität und Mobilität beruhende Berufswelt der geldwerten Ökonomie und der natürlichen, nicht auf ein Jahr, sondern auf zwanzigjähriger Gehirn- und Persönlichkeitsreifung beruhenden Entwicklung eines Homo sapiens.

Wir merken anscheinend nicht, dass wir es, mit der auf der patriarchalen Herdenideologie beruhenden Ökonomie, die erstmals die Frauen und Mütter von der Ökonomie ausschloss, mit einem Systemfehler zu tun haben. Wir merken anscheinend nicht, dass die Ökologie, die Natur, die begrenzten Ressourcen unseres Planeten im Mittelpunkt einer Gesellschaft stehen müssen. Wir merken auch nicht, dass die Mutter und die Kinder im Mittelpunkt einer Gesellschaft stehen müssen, und nicht eine auf maximale Akkumulierung und damit Ausbeutung beruhende Ökonomie. Das Leben auf Erden ist an Mütterlichkeit gebunden. Das ist das Naturgesetz der Erde. Die Erde selbst ist, wie alle Naturvölker wussten und bis heute wissen, eine Mutter, und die Natur hat die Mutter dazu eingesetzt neues Leben zu gebären und zu nähren. Deshalb bevorzugt die Natur auch eine mütterliche, fürsorgende Art der Erden-Haushaltsführung und keine patriarchal ausbeuterische, hierarchische und kriegerische, wie sie die letzten Jahrtausende verbreitet wurde. Wird die mütterliche Art der Erden-Haushaltsführung nicht praktiziert, entstehen Krieg, Ausbeutung, Sklaverei, Folter, schweres Leid, Mangel, Not, Elend, Traumatisierung und Unheil, das heißt: Das Leben kann unter solchen Bedingungen nicht funktionieren, es entsteht Chaos, Agonie. Die mütterlichen Urgesetze der Erde scheinen den meisten Menschen heute wie hinter einem undurchsichtigen Schleier verborgen. Dies führt zu einer Orientierungslosigkeit, die praktisch alle Bereiche unseres Lebens durchzieht, einer Verwirrung, die durch eine patriarchalisch angemaßte Definitions- und Erziehungsmacht, verursacht und über Jahrtausende mit Gewalt durchgesetzt wurde. Diese Orientierungslosigkeit ist das Ergebnis einer durch falsche Werte internalisierten gewaltinduzierten Herrschaftsmacht, welche die Welttheologien, die Geschichte, das gesamte ethische Wertesystem, die Philosophie, die Psychologie, die Sexualität, die Soziologie, die Archäologie, die Anthropologie, das Bildungssystem und die Wirtschaft okkupiert hat: Es bedeutet de facto, dass sich unsere gesamte Gesellschaft im werteinternalisierten Belagerungszustand befindet, verursacht durch eine Jahrtausende währende Gehirnwäsche: Unsere Geschichte und damit die Wurzeln unserer Gesellschaft, unserer rein männlich ausgerichteter Arbeits-Wirtschafts-Wachstumsmythos, der unseren Lebensraum Erde an den Rand des Kollaps katapultiert hat, und unsere soziologische Struktur, die behauptet, dass der Krieg die Mutter aller Dinge ist, verkennend, dass der Krieg erst mit der Machtübernahme des Vaters überhaupt erst in die Welt kam, all dies befindet sich in einem Zustand der Fälschung, der Lebenslüge. Wenn wir diese Lebenslüge enttarnt haben, können wir ein neues Denken entwickeln, ein Denken, das ich mit dem Begriff Gaiakompetenz umschreibe.“

Das Muttertabu

Das Muttertabu

 

An english translation of this text translated by Deep L

From unconscious mothers

Text: Dr. Kirsten Armbruster

From the book:

Armbruster, Kirsten: The Mother Taboo or the Beginning of Religion, 2010, pp. 220-224, with numerouscolorful illustrations

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Books by Kirsten Armbruster

there you can see the table of contents of the book

„Rule over theology was first really internalized politically, i.e. enabled to power, and until today politics is not decoupled from these theologies. The threefold phalanx of herd ideologized economy, patriarchal power theology and politics also form the paradigm mix for our thinking and acting in our days. The science, liberated from all emotions, empathy and altruism, which has essentialized pure reason and thereby betrayed wisdom, is only a servant of the triad of economics, theology and politics and thus aggravates the situation. As repair mechanisms of this dilapidated and of course completely outmoded system, the last years ecological, social and feminist ideas have been integrated into this system, noticeably integrated. In patriarchal logic, ecology and nature must always subordinate themselves to the economy, which de facto means that the earth, the water and the air, without which life is not possible, are always subordinated to money. The consequence of this is that it is not the person who is most responsible for maintaining our livelihood who gets the most money, but the person who is most unscrupulous and destructive with our resources. This sequence of patriarchal priorities is absurd in its short-term nature, and the absurdity can be illustrated in a very simple mathematical series. Just ask yourself once how long a person can survive without air, without water, without the earth, or without money. It quickly becomes apparent that air and water are the most sensitive parameters of life, and it would therefore make sense to pay the most to those who best preserve these vital elements.

Analogous to ecology, mothers and children must also subordinate themselves to the dictates of a patriarchalized economy. This means that a mother either has the choice to become financially completely dependent on a man, because her work of pregnancy, birth, nutrition and care for a new human life, the so-called reproductive work, is not considered economically relevant and therefore not of monetary value. Or else it has the possibility to quickly reassign itself to the monetary economy, which functions according to patriarchal principles. She then pays for this decision psychologically with a bad conscience, fear of separation, permanent organisational stress and a permanent fear of any childhood illness, because then a reorganisation of care is necessary every time. It is demanded of every mother, but also of every social and partnership-oriented father, that they subordinate themselves to the patriarchal dogma „Oeconomy first“ if they want to survive in economic competition. This means that parents and children must function to a much greater extent perfectly than singles in order not to slip in this system trimmed to pure competition. It is not for nothing that children are the greatest risk of poverty in our society. In practice, this means that families are under constant pressure in our patriarchal system. They are hardly places of serenity, optimism or joie de vivre, what they should be. Rather, they are well-organized centres of excellence that fight every day to position their children optimally in this competitive society. No wonder that families, which should actually be places of security, are particularly often places of violence and despair, and a large part of marriages do not withstand these conditions and break down. Children must fit perfectly into our patriarchally and economically defined functionality. They can no longer dream, they can no longer dawdle, and they can no longer be ill, although it is part of their natural development to discover the world at a slow pace and to build up their immune system by dealing with various pathogens. But for this we need time for care and rest, which we do not grant to anyone in our rushed life anymore. In our patriarchal world, which is trimmed for effectiveness and efficiency, children must also be self-runners in school. If they are not what is the rule rather than the exception, then a parental, mostly maternal performance marathon is needed. Homework supervision, tutoring, parent-child school talks, parent-teacher school talks, ergotherapy, speech therapy, media competence are all called for, which put parents and children under equal pressure to succeed and stress. In addition, there are the normal holistic support programs such as music lessons, ballet lessons, sports lessons, club work, and the necessary driving services to cope. All this is done by today’s superparents in addition to a full-time job that is as bi-sexual as possible and which of course enjoys top priority. The housework such as cleaning, cooking, washing up, shopping, washing, ironing and repairing, is done by itself in the evening and on weekends, or in the low-wage sector 99.9% of the work is not done by cleaning women – men, so that there is at least a little time left for side activities such as comforting, reading aloud, singing, cuddling, talking, telling stories, romping, playing or arguing.

In such situations, society is naturally expected to have a grandmother in the background who can absorb the required flexibility of our labour market at any time. This means that our patriarchal economic system is still based on free work or low-wage work by women. If someone has no grandmother in the vicinity, because one has already left one’s home town due to the mobility also demanded by the economy, monetary benefits are required for an external caregiver. This may be affordable for high earners, but an average earner will soon find that nothing is left of their earnings at the end of the month. Our new type of professional activity of mothers is therefore carried out mainly at the expense of grandmothers. This may still work in our generation, but already in the next generation, the grandmothers themselves are working. Who then takes over the flexible childcare? Even our desirable extension of childcare to men, whether genetic fathers or other male caregivers, does not solve the real problem that children are seen as marginal social factors in our patriarchal economy. A man who wants to devote himself to his children in a spirit of partnership will have the same problems as his mothers: the conflict between two worlds that follow diametrically opposed laws: Today’s professional world of the monetary economy and the natural development of a Homo sapiens based on competition, maximum performance, speed, flexibility and mobility, not on one year but on twenty years of brain and personality maturation.

We apparently do not realize that we are dealing with a systemic error in the economy based on patriarchal herd ideology, which for the first time excluded women and mothers from the economy. We do not seem to realize that ecology, nature, the limited resources of our planet must be at the centre of a society. Nor do we realise that the mother and the children must be at the centre of a society, not an economy based on maximum accumulation and thus exploitation. Life on earth is bound to motherhood. This is the natural law of the earth. The earth itself is, as all primitive peoples knew and still know today, a mother, and nature has used the mother to give birth to and nourish new life. That is why nature prefers a maternal, caring way of managing the earth’s household and not a patriarchal, exploitative, hierarchical and warlike one as it has been spread over the last millennia. If the maternal type of earth household management is not practised, war, exploitation, slavery, torture, severe suffering, deprivation, misery, traumatisation and calamity arise, i.e. life cannot function under such conditions, chaos and agony arise. The primal maternal laws of the earth seem to most people today to be hidden behind an opaque veil. This leads to a lack of orientation that permeates practically all areas of our lives, a confusion caused by a patriarchally presumptuous power of definition and education, which has been enforced by force over thousands of years. This disorientation is the result of a domination power internalized by false values and induced by violence, which has occupied world theologies, history, the entire ethical value system, philosophy, psychology, sexuality, sociology, archaeology, anthropology, the educational system and the economy: It means de facto that our entire society is in a state of internalized siege, caused by thousands of years of brainwashing: Misjudging our history and thus the roots of our society, our purely masculine orientated labour-economic growth myth, which has catapulted our habitat earth to the brink of collapse, and our sociological structure, which claims that war is the mother of all things, that war only came into the world with the assumption of power by the father in the first place, all this is in a state of falsification, of life lies. When we have uncovered this life lie, we can develop a new way of thinking, a way of thinking that I paraphrase as Gaia competence.“

Das Muttertabu

Das Muttertabu

Von Mutterbergen und Landschaftsahninnen

Weltweit finden wir Mutterberge und Landschaftsahninnen, die das Wissen um die Alte Religion von Gott der MUTTER aus der Zeit des Paläolithikum und des Neolithikum bewahrt haben. In meinem Buch: „Das Muttertabu oder der Beginn von Religion“ (2010), habe ich mich auf die bis heute in der Landschaft erhalten gebliebenen Spuren dieser Ältesten Religion begeben. Wir finden sie nicht nur in der Schweiz am Materhorn (Matterhorn) , sondern auch bei der Chomulung-Ma, der „Mutter des Universums“, dem höchsten Berg der Welt in Nepal, der in typisch europäisch-patriarchaler Überlegenheit unter dem Namen Mount Everest, benannt nach dem britischen Landvermesser Sir George Everest, weltbekannt ist. Wir finden diese Religion bei der Anna-Purna, der „nahrungsspendenden Göttin“, aber auch in Japan bei der Fujiya-Ma, in Tansania, in Afrika bei der Kili-Ma-Njaro, bei der Da-Ma-Vand im Iran, bei der Ararat in der Türkei, welche die Türkinnen Agri dagi und die Armenierinnen Ma-sis nennen. Wir finden sie ebenfalls bei der Bergmutter Athos, die Frauen heute nicht mehr betreten dürfen, obwohl sie im Griechischen „To perivoli tis Panagias“ heißt, was der Garten der Gottesmutter bedeutet und eigentlich „Der Garten von Gott der MUTTER“ meint. Die uralte mütterliche Religion wird aber auch sichtbar bei der großen Bergmutter Ma-cchu Picchu in Peru, der Gebieterin des Westens im Tal der Königinnen in Luxor in Ägypten, die als Vorbild für die Pyramiden der patriarchalen Pharaonen diente oder auch bei der Uluru in Australien.  Mit zahlreichen Abbildungen und Informationen werden die Mutterberge in dem nachfolgenden pdf-Dokument wieder sichtbar und zeigen einen wesentlichen Aspekt von der in der Natur und deshalb bis heute in der Landschaft verwurzelten Religion auf.

Das vorliegende pdf-Dokument zum Wiederentdecken aus dem Buch

„Armbruster, Kirsten: Das Muttertabu oder der Beginn von Religion, 2010, S. 45-59“

Von Mutterbergen und Landschaftsahninnen

Die BaskInnen und warum drei Viertel unserer Gene von ihnen abstammen

Text: Dr. Kirsten Armbruster

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Alter Grabstein im Baskenland, Sara, Spanien, Foto. Franz Armbruster

Das einzige Volk in Europa, das bis heute vorindoeuropäische matrifokale Wurzeln erhalten hat, ist das Volk der Baskinnen in Südfrankreich und Nordspanien, wo nicht zufällig der Caminos Francés, der Hauptweg des Muschelwegs beginnt, den das Patriarchat Jacobsweg nennt. Die Baskinnen sind nicht nur religionssoziologisch von besonderem Interesse, weil , wie der baskische Archäologe José Miguel de Barandiarán schreibt, die meisten Götter der baskischen Mythologie weiblich sind. (Siehe hierzu: Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014, S. 57-73) . Sie sind auch linguistisch und genetisch von besonderem wissenschaftlichen Interesse.

In meinem Buch „Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 103-11, habe ich mich auf die lingusitischen und genetischen Spuren der Baskinnen begeben:

Jacobsweg Teil 1

„Beschäftigen wir uns nun mit der Sprache in diesem Gebiet. Die Baskische Sprache ist heute die einzige nichtindoeuropäische Sprache im westlichen Europa. Sie gilt wie das Sumerische als isolierte Sprache. Es wird angenommen, dass das Baskische der letzte überlebende Vertreter einer alteuropäischen Sprachschicht ist, die vor dem Eindringen des Indoeuropäischen in weiten Teilen Westeuropas verbreitet war. Harald Haarmann, einer der führenden Sprachwissenschaftler, stellt in diesem Zusammenhang in den Raum, „dass man zu Recht fragen kann, ob in den Strukturen der bekannten Sprachen nicht bestimmte Techniken zu identifizieren sind, die archaischen Charakter besitzen und offensichtlich fossile Nachklänge wesentlich älterer Sprachstadien sind“. In den Focus des Interesses rücken bei einer solchen Fragestellung natürlich die ältesten noch lebenden Sprachen der Welt. Dazu zählen, neben dem Dravidischen in Indien, die Sprachen des Kaukasus und in Westeuropa das Baskische. (Haarmann, Harald; 2010, S. 108/109).

Theo Vennemann, emeritierter Sprachwissenschaftler der Universität München, bezeichnet die nacheiszeitlichen Vorfahren der Basken als Vasconen und entwickelte hierzu seine Vasconentheorie, die besagt, dass die Vasconen die frühen BewohnerInnen Europas sind, die sich nach der letzten Eiszeit als WildbeuterInnen weit über den europäischen Kontinent ausbreiteten. Dort benannten sie Berge, Täler und Flüsse in ihrer Sprache mit Namen, die in Wortbausteinen zum Teil bis heute erhalten blieben. (Hamel, Elisabeth; 2007, S. 271). Dass es diese Wanderungen gegeben hat, lässt sich nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht nur linguistisch, sondern auch archäologisch, humangenetisch und nun auch religionsmythologisch bestätigen.

Heute ist das Baskenland eine relativ kleine Region an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, aber ur-sprünglich war das Gebiet der Basken wesentlich größer. Selbst nach der indoeuropäischen Eroberung durch die Kelten, die circa 800 v.u.Z. auf der iberischen Halbinsel einsetzte, können wir auf der unteren Karte feststellen, dass ein größerer Landstrich nördlich und südlich der Pyrenäen nicht keltisch sprach.

Verbreitung keltischer Völker und Sprachen

Verbreitung keltischer Völker und Sprachen: Quelle Wikipedia, Stichwort: Kelten gelb: Gebiet der Hallstatt-Kultur im 6. Jahrhundert v. u.Z.; hellgrün: Größte keltische Ausdehnung, um 275 v. u.Z. .; sehr helles grün in Spanien: Lusitania (keltische Besiedlung unsicher); mittelgrün: Die „sechs Keltischen Nationen“, in denen es bis in die Frühe Neuzeit eine signifikante Anzahl Sprecher keltischer Sprachen gab.; dunkelgrün: Das heutige Verbreitungsgebiet keltischer Sprachen; Wikimedia Commons, User: Quartier Latin 1968, The Ogre, GNU-Lizenz

An der Ostküste, im ehemaligen Einzugsgebiet der Impresso-KardialkeramikerInnen hielt sich lange das sogenannte Keltiberische, während im Gebiet, wo die vier französischen Muschelwegrouten aufeinandertreffen und in den Pyrenäen aquitanisch/vaskonisch gesprochen wurde. Aquitanisch und Vaskonisch sind sprachliche Vorläufer des heutigen Baskischen. (Hamel, Elisabeth; 2007, S. 271). Noch Caesar unterscheidet in seinem Bericht De Bello Gallico das keltische Gallien von Aquitanien. Und Lourdes Pomponius Mela beschreibt, dass das Land der Aquitanier sich von der Garonne bis zu den Pyrenäen erstreckte. Da auch das spätere Königreich Navarra zu großen Teilen baskisch war, können wir davon ausgehen, dass das Gebiet der Basken noch zu Zeiten Caesars wesentlich größer war als der heutige kleine Landstrich, denn die Römer nennen als baskische Stämme die Vascones und die Ausci. Die Ausci lebten in Aquitanien und ihre Hauptstadt war Eliumberrum, das heutige Aust. Die Basken selbst bezeichnen sich, wahrscheinlich abgeleitet von Ausci, heute als Euskaldunak oder Euskal Herritar und ihre Sprache als Euskara, wobei sich nach Vennemann „Euskara“ auch als „die Menschen des Westens“ übersetzen lässt. (Hamel, Elisabeth; 2007, S. 437).

Heute gehören die meisten der modernen Weltsprachen – ausgenommen das Chinesische, Japanische und Arabische – zum Kreis der indoeuropäischen Sprachen. Dazu zählen in Europa das Griechische, das Lateinische, das Englische, das Spanische, das Portugiesische, das Französische, das Deutsche, aber auch die zum Teil ausge-storbenen Sprachen wie das Keltische und das Germanische, ebenso wie das indische Sanskrit. Die Heimat der Indoeuropäer liegt, wie Marija Gimbutas bereits in den 1970 er Jahren mit ihrer Kurgan-Theorie beschrieben hat, in der südrussischen Steppe und nicht, wie andere Wissenschaftler zeitweise annahmen, in Anatolien.

Karte Indoeuropäische UrheimatGeographische Umrisse der indoeuropäischen Urheimat (nach Anthony 2007: 84, Nachzeichnung Franz Armbruster aus Haarmann, Harald, 2010, S. 21)

In diesem Zusammenhang weiß man auch, dass nicht die Indoeuropäer, wie immer wieder zu lesen, die neolithische Wirtschaftsweise der Keramik und des Ackerbaus nach Europa brachten, sondern die LinearbandkeramikerInnen und die Impresso-KardialkeramikerInnen. Die Indoeuropäer wiederum als Pferde züchtende Viehnomaden, erschienen erst 4500 v.u.Z. in Alteuropa und stehen in Verbindung mit der ersten Ausbreitung patriarchalischer Strukturen. Als Marija Gimbutas nachwies, dass sich durch die indoeuropäischen, pferdezüchtenden Viehnomaden ab 4500 v.u.Z. ein kultureller Bruch in Europa abzeichnete, der sich in einer plötzlich auftauch-enden hierarchischen Bestattungskultur in Verbindung mit einem patriarchalischen Sonnenkult äußerte und in krassem Gegensatz stand zu der früheren Kultur von Alteuropa, stießen ihre Forschungsergebnisse auf großes Interesse, aber auch auf Kritik. Eines der Hauptargumente gegen die indoeuropäische Invasion war die Tatsache, dass keine zahlenmäßig bedeutenden Migrationen festgestellt werden konnten. Heute ist auch dieses Rätsel gelöst. Harald Haarmann schreibt dazu in seinem 2010 erschienenen Buch über die Indoeuropäer:

„Mit der von Gimbutas konzipierten Kurgan-Theorie gab es ein Problem. Die von ihr postulierten Migrationen wurden als die Bewegungen von zahlenmäßig bedeutenden Bevölkerungsgruppen verstanden. Allerdings kann die Archäologie solche Migrationen nicht nachweisen, und auch die Humangenetik kann keine signifikanten Spuren im genomischen Profil späterer Bevölkerungen ausmachen. Die Vorstellung, dass riesige Reiterhorden aus der russischen Steppe nach Westen gestürmt wären, ist unhaltbar“. (Haarmann, Harald; 2010, S. 47).

Die Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs lässt sich wiederum aus der damaligen Bestattungskultur erklären, die im Gegensatz zur egalitären Kultur der Linearbandkeramik (LBK) auf eine hierarchische Sozialordnung und auf die Existenz einer Elite mit politischer Macht hinweist. Harald Haarmann fasst dazu die neuesten Erkenntnisse zusammen:

„Die Frühphase der Indoeuropäisierung stellt sich in neuem Licht dar, und zwar als die politische Kontrolle von nomadischen Eliten über die sesshafte agrarische Bevölkerung“. (Haarmann, Harald; 2010, S. 48).

Kommen wir noch einmal auf die Basken zurück. Die Basken rückten nicht nur aus linguistischer Sicht in den Focus wissenschaftlichen Interesses. In den letzten Jahren beschäftigten sich auch die HumangenetikerInnen mit den Basken, allen voran das Forschungsteam um Cavalli-Sforza. Harald Haarmann hat deren Forschungsergebnisse über die Basken so zusammengefasst:

„Zu den ältesten Skelettfunden des modernen Menschen in Westeuropa gehören die von Cro-Magnon in der Dordogne. Danach werden die altsteinzeitlichen Bewohner jener Region als Cro-Magnon-Menschen bezeichnet. Diese älteste Bevölkerungsschicht des Homo sapiens in Westeuropa tritt auf den humangenetischen Karten als genetischer „Außenlieger“ (engl. outlier) deutlich in Erscheinung. Was das genomische Profil dieses Außenliegers von seiner Umgebung absetzt, ist eine hohe Frequenz (bis 70 Prozent) der Blutgruppe 0 und des negativen Rhesusfaktors. Diese genetische Charakteristik gilt auch für die heutige baskische Bevölkerung, die auf beiden Seiten der spanisch-französischen Grenze verbreitet ist. Vereinfacht ausge-drückt bedeutet dies, dass diejenigen Menschen, die die altsteinzeitlichen Höhlen ausmalten und das älteste Kalenderwesen der Welt erfanden, entfernte Verwandte der modernen Basken sind. (Cavalli-Sforza/Piazza 1993:11)“. (Haarmann, Harald; 2010, S. 109/110).

Als Bryan Sykes 1995 auf der zweiten Europakonferenz über Bevölkerungsgeschichte seine Forschungen über die maternale Mitochondrien-DNA, die nur über die Mutter vererbt wird, vorlegte, musste nach anfänglicher Skepsis, die bis dahin geltende traditionelle Sicht der europäischen Ur- und Frühgeschichte wieder einmal über den Haufen geworfen werden. Bis dahin ging die Fachwelt nämlich davon aus, dass die EuropäerInnen zum größten Teil von den Bauern abstammten, die vor circa 10 000 Jahren aufgrund der neolithischen Revolution aus dem Nahen Osten nach Europa eingewandert waren. Tatsächlich konnten die ForscherInnen nun anhand der maternalen Abstammungslinien feststellen, dass die meisten EuropäerInnen auf eine viel längere Reihe von Ahninnen zurückgingen. Die bis dahin herrschende Theorie, dass die Bauernpioniere aus dem Nahen Osten die Nachfahren des Cro-Magnon-Menschen verdrängt, die ihrerseits die Neandertaler verdrängt hatten, erwies sich als falsch. (Sykes, Bryan; 2003, S. 167-191).

Auch bei den humangenetischen Forschungen über die Abstammungsahnenlinie der EuropäerInnen war die Bevölkerungsgruppe der Basken besonders ins Visier der WissenschaftlerInnen geraten. Tatsächlich zeigten die humangenetischen Forschungen nun, dass 60-80 Prozent der Europäer dieselben Ahninnen haben wie die Basken. Das Team von Sykes entwickelte anhand der mitochondrialen DNA ein Abstammungsmodell, das aufzeigte, dass in der Bevölkerung Europas sieben große genetische Gruppierungen identifiziert werden konnten. Sykes führte diese Gruppierungen auf sieben Clanmütter zurück und gab ihnen die Namen Ursula, Xenia, Helena, Velda, Tara, Katrin, Jasmin, deren Anfangsbuchstaben auf die Sequenzgruppen zurückgingen, die er aus dem Klassifikationssystem des italienischen Genetikers Antonio Torroni übernommen hatte. Sykes bestimmte das Alter der auf die sieben Clanmütter zurückzuführenden Abstammungslinien zwischen 45 000 und 10 000 Jahre. Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen unterbreitete er schließlich einem breiten Publikum in dem populärwissenschaftlichen Bestseller „Die sieben Töchter Evas – Warum wir alle von sieben Frauen abstammen“ (2003).

Inzwischen konnten die uralten, ins Paläolithikum reich-enden genetischen Abstammungslinien der EuropäerInnen auch über die Y-Chromosomen-DNA bestätigt werden, und so wird seitdem die europäische Geschichte aus humangenetischer Sicht ganz anders geschrieben, als noch vor 15 Jahren: nämlich als im Paläolithikum wurzelnd. Am 10. November 2000 erschien in der Zeitschrift Science der Artikel „Das genetische Erbe des paläolithischen Homo sapiens aus der Sicht der Y-Chromosomen“. Verfasst war der Artikel von einem großen Team von Forschern aus Italien, Osteuropa und den Vereinigten Staaten, unter ihnen Cavalli-Sforza. In dem Artikel wurde Bezug genommen auf die, 1996 von Bryan Sykes und seinem Team veröffentlichten Ergebnisse anhand der mitochondrialen DNA, die darauf verwiesen, dass der paläolithische Anteil am Gen-Pool etwa 80 Prozent und das neolithische Erbe 20 Prozent ausmachten. Der nun erschienene Artikel endete mit dem Wortlaut: „Unsere Befunde unterstützen diese Schlussfolgerung“. (Sykes, Bryan; 2003, S. 218/219).

Ein weiterer Meilenstein in der Korrektur des Verständnisses der Menschheitsgeschichte, diesmal aus kulturwissenschaftlicher Sicht, gelang Gerhard Bott mit seinem 2009 veröffentlichten Werk „Die Erfindung der Götter; Essays zur Politischen Theologie“. Mit seinem ur- und frühgeschichtlichen Forschungsschwerpunkt konnte er die bisherige Annahme der monogamen Vater-Mutter-Kind-Familie als Urfamilie und des Jägers als Hauptversorger einer solchen Paarungsfamilie als falsch widerlegen. Tatsächlich hat die Urvaterthese mit ihrer Focussierung auf den Vater keinen Bestand bei der Annahme einer natürlichen freien Sexualität der Menschenfrau, der sogenannten female choice. Botts kenntnisreiche religionssoziologische Studien zeigten die Entstehung der herrschaftstheologischen Erfindung der Götter über die Zwischenstufe der Heiligen Hochzeit zur monotheistischen Patriarchatstheologie deutlich auf. Weitere Forschungen von Gabriele Uhlmann aus archäologisch-soziologischer Sicht (Uhlmann, Gabriele; 2011, 2012) und von mir aus religionssoziologischer und religionsmythologischer Sicht (Armbruster, Kirsten 2010, 2013) brachten die herrschende patriarchale Ideologie weiter zu Fall. Tatsächlich ist nun auf der Basis der ur- und frühgeschichtlichen Patriarchatskritikforschung ein völlig anderes Verständnis der menschlichen Geschichte und an dieser Stelle der europäischen Geschichte möglich. Deutlich wird für die Ur- und Frühgeschichte, die bisher gerne lapidar als nicht existierende oder unwesentliche Vorgeschichte bezeichnet wird, die Existenz einer Zivilisation der Mütter.“. (Text aus dem Buch: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 103-11).

Literatur:

Armbruster, Kirsten: Das  Muttertabu oder der Beginn von Religion, 2010

Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter – Essays zur Politischen Theologie, 2009

Gimbutas, Marija: Die Zivilisation der Göttin. 1996

Hamel, Elisabeth: Das WErden der Völker in Europa; Forschungen aus Archäologie, Sprachwissenschaft und Genetik, 2007

Haarmann, Harald: Die Indoeuropäer; Herkunft, Sprachen, Kulturen, München 2010

Sykes, Bryan: Die sieben Töchter Evas; Warum wir alle von sieben Frauen abstammen – revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung, 2003

Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht; Zur Instrumentalisierung der Ur- und frühgeschichte; 2011,2012

An english translation of this text, trnslated by Deep L:

Dr. Kirsten Armbruster

The Basque and why three-quarters of our genes derive from them

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Old gravestone in the Basque Country, Sara, Spain, photo. Franz Armbruster

The only people in Europe that has preserved Pre-Indo-European matrifocal roots to this day is the Basque in southern France and northern Spain, where it is not by chance that the Caminos Francés, the main route of the Shell Trail, begins, called Jacob’s Trail by the Patriarchate. The Basque are not only of particular religious-sociological interest because, as the Basque archaeologist José Miguel de Barandiarán writes, most of the gods of Basque mythology are female. (See also: Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014, S. 57-73). They are also linguistically and genetically of particular scientific interest.

In my book „Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 103-11“), I have set out on the lingusitic and genetic traces of the Basque:

Jacobsweg Teil 1

„Let’s get down to the language of the area. The Basque language is today the only Non-Indo-European language in Western Europe. Like Sumerian, it is regarded as an isolated language. It is believed that Basque is the last surviving representative of an ancient European language layer that was widespread in large parts of Western Europe before the penetration of Indo-European languages. In this context, Harald Haarmann, one of the leading linguists, points out that „one can rightly ask whether it is not possible to identify certain techniques in the structures of known languages that have archaic character and are obviously fossil echoes of much older language stages“. The oldest languages still living in the world naturally move into the focus of interest with such a question. In addition to Dravidian in India, these include the languages of the Caucasus and, in Western Europe, Basque. (Haarmann, Harald; 2010, p. 108/109).

Theo Vennemann, emeritus linguist at the University of Munich, describes the post-glacial ancestors of the Basques as Vasconians and developed his Vasconian theory, which states that the Vasconians are the early inhabitants of Europe, who after the last Ice Age spread as wild exploiters far across the European continent. There they named mountains, valleys and rivers in their own language with names, some of which have survived to this day in word building blocks. (Hamel, Elisabeth; 2007, p. 271). According to the latest scientific findings, the fact that these migrations took place can be confirmed not only linguistically, but also archaeologically, human genetically and now also religiously mythologically.

Today the Basque Country is a relatively small region on the border between France and Spain, but originally the Basque Country was much larger. Even after the Indo-European conquest by the Celts, which began around 800 BC on the Iberian Peninsula, we can see on the lower map that a larger area north and south of the Pyrenees did not speak Celtic.

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Distribution of Celtic peoples and languages: Source Wikipedia, keyword: Celtic yellow: area of the Hallstatt culture in the 6th century B.C.; light green: largest Celtic expansion, around 275 B.C.; very light green in Spain: Lusitania (Celtic settlement uncertain); medium green: The „six Celtic nations„, where until early modern times there were a significant number of speakers of Celtic languages; dark green: Today’s range of Celtic languages; Wikimedia Commons, User: Quartier Latin 1968, The Ogre, GNU-License

On the east coast, in the former catchment area of the Impresso Cardiac ceramists, the so-called Keltiberian was kept for a long time, while in the area where the four French shell routes meet and in the Pyrenees were spoken Aquitanian/Vasconian. Aquitanian and Vasconian are linguistic precursors of today’s Basque. (Hamel, Elisabeth; 2007, p. 271). Still Caesar distinguishes in his report De Bello Gallico the Celtic Gaul from Aquitaine. And Lourdes Pomponius Mela describes that the land of the Aquitans stretched from the Garonne to the Pyrenees. Since the later kingdom of Navarre was also largely Basque, we can assume that in Caesar’s time the territory of the Basques was much larger than today’s small area, because the Romans call the Vascones and the Ausci the Basque tribes. The Ausci lived in Aquitaine and their capital was Eliumberrum, today’s Aust. The Basques themselves, probably derived from Ausci, today refer to themselves as Euskaldunak or Euskal Herritar and their language as Euskara, whereby according to Vennemann „Euskara“ can also be translated as „the people of the West„. (Hamel, Elisabeth; 2007, p. 437).

Today, most of the modern world languages – with the exception of Chinese, Japanese and Arabic – belong to the circle of Indo-European languages. In Europe this includes Greek, Latin, English, Spanish, Portuguese, French and German, but also languages that have partly died out, such as Celtic and Germanic, as well as Indian Sanskrit. As Marija Gimbutas already described with her Kurgan theory in the 1970s, the homeland of the Indo-Europeans lies in the South Russian steppe and not, as other scientists at times assumed, in Anatolia.

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Geographical contours of the Indo-European original homeland (after Anthony 2007: 84, tracing Franz Armbruster from Haarmann, Harald, 2010, p. 21)

In this context, it is also known that it was not the Indo-Europeans who brought the Neolithic economy of pottery and agriculture to Europe, as can be read again and again, but the Linear Band Ceramists and the Impresso Cardiac Ceramists. The Indo-Europeans in turn as horse-breeding cattle nomads, appeared only 4500 b.o.c. in Old Europe and are connected with the first spread of patriarchal structures. When Marija Gimbutas proved that the Indo-European, horse-breeding cattle nomads from 4500 B.C. onwards were causing a cultural break in Europe, which manifested itself in a suddenly emerging hierarchical burial culture in connection with a patriarchal sun cult and in stark contrast to the earlier culture of Old Europe, her research results met with great interest, but also with criticism. One of the main arguments against the Indo-European invasion was the fact that no numerically significant migrations could be identified. Today this riddle is also solved. Harald Haarmann writes about this in his 2010 book on Indo-Europeans:

„There was a problem with the Kurgan theory conceived by Gimbutas. The migrations postulated by her were understood as the movements of numerically significant population groups. However, archaeology cannot detect such migrations, nor can human genetics detect significant traces in the genomic profile of later populations. The idea that huge hordes of riders from the Russian steppe have stormed west is untenable. (Haarmann, Harald; 2010, p. 47).

The dissolution of this apparent contradiction can in turn be explained by the burial culture of the time, which, in contrast to the egalitarian culture of the Linear Pottery (LBK), points to a hierarchical social order and the existence of an elite with political power. Harald Haarmann summarises the latest findings:

„The early phase of Indo-Europeanization presents itself in a new light, namely as the political control of nomadic elites over the sedentary agricultural population. (Haarmann, Harald; 2010, p. 48).

Let’s get back to the Basques. The Basques became the focus of scientific interest not only from a linguistic point of view. In recent years, human geneticists have also been working with the Basques, above all the research team around Cavalli-Sforza. Harald Haarmann has summarised their research results on the Basques in this way:

„One of the oldest skeleton finds of modern man in Western Europe is that of Cro-Magnon in the Dordogne. According to this, the Paleolithic inhabitants of that region are called Cro-Magnon people. This oldest population group of Homo sapiens in Western Europe is clearly visible on the human genetic maps as a genetic „outlier“. What distinguishes the genomic profile of this outpost from its surroundings is a high frequency (up to 70 percent) of blood group 0 and the negative rhesus factor. This genetic characteristic also applies to today’s Basque population, which is widespread on both sides of the Spanish-French border. Put simply, this means that the people who painted the Palaeolithic caves and invented the oldest calendar being in the world are distant relatives of the modern Basques. (Cavalli-Sforza/Piazza 1993:11)“. (Haarmann, Harald; 2010, p. 109/110).

When Bryan Sykes presented his research on maternal mitochondrial DNA, which is inherited only through the mother, at the second European Conference on Population History in 1995, after initial scepticism, the traditional view of European prehistory and early history had to be thrown overboard once again. Until then, the experts assumed that the Europeans were largely descended from the peasants who had immigrated to Europe from the Middle East about 10,000 years ago as a result of the Neolithic revolution. In fact, the researchers were now able to determine from the maternal lineages that most Europeans were traced back to a much longer series of ancestors. The theory that the peasant pioneers from the Middle East had displaced the descendants of the Cro-Magnon man, who in turn had displaced the Neanderthals, proved to be wrong. (Sykes, Bryan; 2003, p. 167-191).

In human genetic research on the ancestral lineage of Europeans, the Basque population was also particularly targeted by scientists. In fact, human genetic research has now shown that 60-80 percent of Europeans have the same ancestors as the Basques. Using mitochondrial DNA, the Sykes team developed a pedigree model that showed that seven large genetic groups could be identified in the European population. Sykes attributed these groupings to seven clan mothers and named them Ursula, Xenia, Helena, Velda, Tara, Katrin and Jasmin, the initial letters of which were derived from the sequence groups taken from the classification system of the Italian geneticist Antonio Torroni. Sykes determined the age of the lineages of the seven clan mothers between 45 000 and 10 000 years. He finally submitted his scientific publications to a broad audience in the popular science bestseller „The Seven Daughters of Eve – Why We All Descend from Seven Women“ (2003).

In the meantime, the ancient genetic lines of the Europeans reaching into the Palaeolithic could also be confirmed by the Y-chromosome DNA, and so European history has since been written quite differently from a human genetic point of view than 15 years ago: namely as rooted in the Palaeolithic. On November 10, 2000, the journal Science published the article „The genetic heritage of Palaeolithic Homo sapiens from the point of view of Y chromosomes“. The article was written by a large team of researchers from Italy, Eastern Europe and the United States, including Cavalli-Sforza. The article referred to the results published in 1996 by Bryan Sykes and his team using mitochondrial DNA, which indicated that the paleolithic portion of the gene pool was about 80 percent and the neolithic portion 20 percent. The article now published ended with the wording: „Our findings support this conclusion“. (Sykes, Bryan; 2003, p. 218/219).

A further milestone in the correction of the understanding of human history, this time from the perspective of cultural studies, was achieved by Gerhard Bott with his work „Die Erfindung der Götter; Essays zur Politischen Theologie“ (The Invention of the Gods; Essays on Political Theology), published in 2009. With his prehistoric and early historical research focus, he was able to refute the previous assumption of the monogamous father-mother-child family as the original family and the hunter as the main provider of such a mating family as false. In fact, the ancestor thesis with its focus on the father does not stand up to the assumption of a natural free sexuality of the human woman, the so-called female choice. Bott’s knowledgeable studies of religious sociology clearly showed the origin of the gods‘ invention of domination theology via the intermediate stage of the Holy Wedding to monotheistic patriarchal theology. Further research by Gabriele Uhlmann from an archaeological-sociological point of view (Uhlmann, Gabriele; 2011, 2012) and by myself from a sociological and mythological perspective (Armbruster, Kirsten 2010, 2013) brought down the ruling patriarchal ideology. In fact, on the basis of prehistoric and early historical patriarchal critique research, a completely different understanding of human history is now possible and at this point of European history. The existence of a „mother’s civilization“ becomes clear for prehistory and early history, which so far has often been succinctly described as a non-existent or insignificant prehistory. (Text from the book: Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013, S. 103-11).

Bibliography:

Armbruster, Kirsten: Das  Muttertabu oder der Beginn von Religion, 2010

Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter – Essays zur Politischen Theologie, 2009

Gimbutas, Marija: Die Zivilisation der Göttin. 1996

Hamel, Elisabeth: Das WErden der Völker in Europa; Forschungen aus Archäologie, Sprachwissenschaft und Genetik, 2007

Haarmann, Harald: Die Indoeuropäer; Herkunft, Sprachen, Kulturen, München 2010

Sykes, Bryan: Die sieben Töchter Evas; Warum wir alle von sieben Frauen abstammen – revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung, 2003

Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht; Zur Instrumentalisierung der Ur- und frühgeschichte; 2011,2012

 

Zeittafel der menschlichen Geschichte auf der Basis der Patriarchatskritikforschung

Zeittafel aus dem Buch: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus von Armbruster, Kirsten, 2013


Zeitangabe: v.u.Z.: Vor unserer Zeitrechnung

I. Zeit der Heiligen Steine: Zeit der Matrifokalität



1. Paläolithikum (Altsteinzeit)

Älteste und längste Periode der Urgeschichte, WildbeuterInnentum als gemeinsame, sich ergänzende Ökonomie zwischen Frau und Mann

500 000 bis 300 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine von Tan-Tan in Marokko mit rotem Ocker

300 000, eventuell sogar 600 000 v.u.Z.: Älteste Begräbnisstätte (mortuary site) in Europa in der Höhle von Sima de los Huesos (Pit of the Bones), Atapuerca, Burgos, Spanien

280 000 bis 250 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine von Rebekhat Ram aus rotem Tuffstein, Golanhöhen, Israel/Syrien

100 000 v.u.Z.: Bisher ältestes erhaltenes Grab in der Höhle von Qafzeh bei Nazareth in Israel

40 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine vom Hohle Fels, Schelklingen, Schwäbische Alb, Deutschland

25 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine von Willendorf, Wachau, Österreich
25 000 bis 20 000 v.u.Z.: Urmutterfigurinen von Laussel, Dordogne, und Lespugue, Haute Garonne, Frankreich

25 000 v.u.Z.: Urmutterfigurine von Dolni Vestonice, Mähren, Tschechien

20 000 v.u.Z.: Urmutterfigurinen von Avdeevo, Russland

18 600 v.u.Z.: Älteste Bestattung in Deutschland in der Mittleren Klausenhöhle in Essing (Cro-Magnon-Mensch), Altmühltal, Bayern. Der circa 30-jährige Tote war in eine dicke Schicht Rötel gehüllt.



2. Neolithikum (Jungsteinzeit)

ab 10 500 v.u.Z. in Anatolien und Vorderer Orient
ab 6500 v.u.Z. in Südosteuropa
ab 5500 v.u.Z. in Mittel- und Westeuropa

Beginn der Sesshaftigkeit mit Gartenbaukulturen und Kleintierhaltung vor allem als weibliche Ökonomie, weiterhin ergänzende Jägerökonomie; 7000 v.u.Z.: Beginn der Rinderdomestikation als hauptsächlich männliche Ökonomie (Cowboyökonomie)


II. Metallzeitalter: Zeit des Patriarchats



1. Chalkolithikum (Kupfersteinzeit)

ab dem späten 5. Jahrtausend v.u.Z. im Vorderen Orient
ab 4300 v.u.Z. in Mittel- und Nordeuropa

Beginn von patriarchalen hierarchischen Gesellschaftsstrukturen

4500 v.u.Z. Beginn des Pflugackerbaus
4000 v.u.Z.: Beginn der Pferdedomestikation
Beginn erster hierarchischer Gesellschaften mit Herrschergräbern in Arsan Tepe in Anatolien mit einer Grabbeigabe von Kupferschwertern und um 4500 v.u.Z. in Warna am Schwarzen Meer im heutigen Bulgarien mit Kupferwaffen, einer Muttergottheit und dem ältesten Goldfund weltweit (Haarmann, Harald, 2005, S. 79; Bott, Gerhard, 2009, S. 317)

2. Bronzezeit: Beginn des patriarchalen Kriegszeitalters

ab 3300 v.u.Z. im Vorderen Orient
2. Jahrtausend v.u.Z. in Mittel- und Nordeuropa

3500 v.u.Z.: Auftauchen der ersten Streitwagenkrieger als Voraussetzung für Reichsgründungen durch kriegerische Eroberung. Hierzu zählen die Sumerer, die indoeuropäischen Kurgan-Völker (Hethiter, Arier, Churriter, Achäer) und die hamito-semitischen Akkader, Amoriter und Aramäer (Bott, Gerhard, 2009, S. 395/396)

ab 3300 v.u.Z. erste namentlich erwähnte männliche Vegetationsgötter in Mesopotamien Ea/Enki, in Sumer Dumuzi und in Ägypten Min/Osiris

ab 2000 v.u.Z. Auftauchen der ersten Reiterkrieger

1500 v.u.Z. Auftauchen des ersten monotheistischen Gottes Aton in Ägypten

3. Eisenzeit: Durchsetzung des patriarchalen Kriegszeitalters

ab 1400 v.u.Z. in Kleinasien
ab 1000 v.u.Z. in Europa

1100 v.u.Z. Muttermord im babylonischen Weltschöpfungsepos ENUMA ELISH im Kampf zwischen Marduk und Tiamat
650 v.u.Z. in der Zeit von König Josia Durchsetzung der ersten monotheistischen Theologie im Judentum
458. v.u.Z. Muttermord in der griechischen Orestie

4. Spätere Geschichte

Weltweite Durchsetzung der patriarchalen Indoktrinationen: die offizielle Geschichte wird als rein männliche Geschichte dargestellt; Urvaterlüge; patriarchale Weltreligionen als politische Theologien

6. bis 8. Jahrhundert n.u.Z.: Beginn der Christianisierung in Mitteleuropa
13. bis 20. Jahrhundert: Zeit der Inquisition und Hexenverfolgung in Europa und imperialistische Kolonisation, in der die Erinnerung an Gott die MUTTER mit äußerster Brutalität ausgemerzt werden sollte.

Rot wie Blut – Weiß wie Schnee – Schwarz wie Ebenholz – Die Religion von Gott MUTTER

Vorwort aus dem Buch:

Scroll down and you´ll find an english translation of this text, translated by DeepL

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Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014, S. 7-10

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Frau Storch in den heiligen Mutterfarben, Rot, Weiß und Schwarz bringt bis heute in der Überlieferung die Kinder; Foto: Franz Armbruster

Rot wie Blut – Weiß wie Schnee – Schwarz wie Ebenholz“. Diese, uns aus Märchen bekannten Farben, geben die Farben der göttlichen Kosmischen Mutter wieder, die als aseitätische, parthenogenetische Gott die MUTTER schon in den Höhlen des Paläolithikums (Altsteinzeit) im Zentrum von Religion stand. Bis heute wird dieses Alte Wissen tradiert durch die Überlieferung, der zur Folge der Storch, in seinen typischen Mutterfarben, die Kinder bringt, wobei die Wenigsten die Wurzeln dieser Überlieferung heute noch verstehen.

Das lateinische Verb „Religare“, das die Wurzel von Religion widergibt, wird nicht zufällig übersetzt mit: Anbinden, Losbinden und Zurückbinden. Tatsächlich weist diese Bedeutung deutlich darauf hin, dass es bei Religion ursprünglich um Bindung ging. Die Bindung an die Mutter und die Bindung an die matrilineare Ahninnenreihe durch einen mütterlichen Wiedergeburtsglauben, denn die engste körperliche Bindung, die Menschen im Leben jemals haben, ist die zwischen Mutter und Kind im Mutterleib. Diese Bindung beruht auf der blutpulsierten, roten Nabelschnur. Das Neugeborene kommt an der Nabelschnur angebunden auf die Welt. Um dort ein eigenständiges Leben zu führen, muss es von der Mutter losgebunden werden. Im Zurückbinden innerhalb der mütterlichen Ahninnenreihe schließt sich der Kreis. Der Tod wandelt sich in neues Leben.

Im Patriarchat wird die mütterliche Religion, die auf der matrilinearen Abstammung beruht, durch kopfgeburtliche Theologien ersetzt und im Zuge dieser Theologisierung von ursprünglicher Religion vermännlicht, wozu es vieler unnatürlicher Indoktrinationen bedarf. Gott wird als Ergebnis dieser kopfgeburtlichen Theologisierungen ein Vater. (Armbruster, Kirsten, 2014, S. 14-15). Das Wort Religion wird also von den patriarchalen Theologien missbraucht, denn das Wort Religion macht nur im mütterlich-göttlichen Verständnis einen Sinn.

In dem ersten Band dieser Reihe: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus (2013), wurden die Grundlagen der Religion um Gott die MUTTER, deren geschichtliche Einordnung sowie deren Vereinnahmung, Dämonisierung und scheinbare Vernichtung, insbesondere durch die monotheistischen politischen Theologien, wieder freigelegt.

Da der Europarat 1987 den Jacobsweg, der heute große Teile Europas durchzieht, zum ersten europäischen Kulturweg deklarierte, war es interessant, der Frage nachzugehen, ob sich die Religion von Gott der MUTTER auf diesem Wallfahrtsweg wiederfinden lässt. Da der Jacobsweg als Wallfahrtssymbol die Muschel hat, ein seit dem Paläolithikum (Altsteinzeit) bekanntes, zutiefst weibliches Symbol, war das wahrscheinlich. Der interdisziplinäre Ansatz der Patriarchatskritikforschung offenbarte dann auch sehr schnell, dass für den ersten europäischen Kulturweg nicht zufällig die Muschel als Wallfahrtssymbol gewählt wurde, sondern dass die Bezeichnung Jacobsweg für den ursprünglichen Muschelweg tatsächlich nur eine späte, patriarchal-kriegerische Überlagerung darstellt, und der Muschel-Wallfahrtsweg, wie kein anderer, die Religion von Gott der MUTTER bewahrt hat.

Diese, unser heutiges, von patriarchalen Indoktrinationen geprägtes Weltbild erschütternden Forschungsergebnisse wurden in dem ebenfalls 2013 erschienenen Buch: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdec-kung der Wurzeln Europas, veröffentlicht.

Die Forschungsergebnisse im Überblick:

  • Die ältesten Spuren von Menschen in Europa finden wir in Atapuerca in Spanien am Muschelweg
  • Auf dem Muschelweg finden wir schon sehr frühe Spuren der Religion von Gott der MUTTER, denn die Muschel symbolisiert als Grabbeigabe schon im Paläolithikum in Verbindung mit rotem Ocker das Tor zu neuem Leben.
  • Wallfahrtswege sind ein Erbe der WidbeuterInnen aus dem Paläolithikum und in Europa sind sie vergleichbar mit den Traumpfaden der Aborigines in Australien.
  • Das Gebiet in Südfrankreich und Nordspanien, das heute zum Hauptweg des Muschelwegs zählt, ist in Europa das klimatische Rückzugsgebiet der Menschen während der Eiszeiten. Deshalb finden wir hier konzentriert die berühmten Höhlenmalereien des Paläolithikums, die sich als Kathedralen der Steinzeit erweisen, eingebettet in ein soziales Netz der Matrifokalität und in die Religion von Gott der MUTTER.
  • In den besonderen Focus rücken hierbei die Vorfahren der heutigen BaskInnen, deren Lebensgebiet nicht nur in Aquitanien in Südfrankreich zu finden ist, wo heute die vier Hauptrouten des französischen Muschelwegs sich vereinigen, sondern die gesamten Pyrenäen und den östlichen Teil Nordspaniens umfasste.
  • Da inzwischen humangenetisch nachgewiesen ist, dass die genetischen Wurzeln von 60-80% der heutigen EuropäerInnen auf die Vorfahren der BaskInnen zurückgehen, können wir davon ausgehen, dass diese Menschen nach der letzten Eiszeit, entlang der Flusstäler, Europa rückbesiedelten und ihre mütterliche Zivilisation mit den aus der Matrifokalität stammenden, erworbenen Kulturtechniken und der Religion von Gott der MUTTER mitbrachten.
  • Aufgrund dieser Erkenntnisse können wir heute auch den weit verbreiteten katholischen Anna-Maria-Kult als nicht christlich entlarven und ihn auf die matrifokalen Lebensverhältnisse und den damit verbundenen Kult der göttlichen Mutter während der Steinzeit zurückführen. Ins besondere Interesse rückt hierbei die baskische Göttin Mari, die in Europa bis heute am meisten von der vorpatriarchalen Alten Religion von Gott der MUTTER bewahrt hat.
  • Matrifokalität ist nicht nur die Wurzel von Religion, sondern die Wurzel von menschlicher Kultur insgesamt. Da das Wissen über Matrifokalität durch die patriarchalen his-storischen Verdrehungen und Unterschlagungen für die Meisten noch so wenig präsent ist, wurden die heute bereits freigelegten her-storischen Tatsachen in dem 2014 erschienenen Buch „Matrifokalität – Mütter im Zentrum; Ein Plädoyer für die Natur“, zusammengefasst. (Armbruster, Kirsten: Matrifokalität, 2014).

Mehr dazu :

Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus

Der Jacobsweg als Muschelweg von Gott der MUTTER

Gott MUTTER im Paläolithikum

Die ursprüngliche Bedeutung von Anna-Orten

Am Anfang war Gott MUTTER

500 000 Jahre Matrifokale Geschichte

Gott MUTTER ist kein Spirit

GOTT MUTTER auf Erden

Die höchste Form der patriarchalen Diskriminierung ist die Behauptung, dass Gott ein Vater und Religion männlich ist

Gott MUTTER vom Neolithikum bis zum Mythologischen Muttermord (1)

Muschelsternenweg von Gott MUTTER und wie das Patriarchat daraus den Jacobsweg

An english translation of the text, translated by Deep L:

Preface from the book:

Der Muschelweg - Auf den Spuren von Gott der MUTTER

Armbruster, Kirsten: The Shell Trail – On the Trails of God the MOTHER – The Rediscovery of the Matrifocal Roots of Europe, 2014, pp. 7-10, german

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Mrs. Storch in the holy mother colors, red, white and black brings in the tradition up to this day  the children; Photo: Franz Armbruster

Red as blood, white as snow, black as ebony.“ These colours, known to us from fairy tales, represent the colours of the divine Cosmic Mother, who as an asexic, parthenogenetic God was already the MOTHERS in the caves of the Palaeolithic (Paleolithic Age) at the centre of religion. To this day, this ancient knowledge is passed down through the tradition that the stork, in its typical mother colours, brings forth the children as a result of which very few people still understand the roots of this tradition today.

The Latin verb „Religare“, which reflects the root of religion, is not translated by chance as „religion“: Tie, untie and tie back. In fact, this meaning clearly indicates that religion was originally about attachment. The bond to the mother and the bond to the matrilineal ancestral line through a maternal belief in rebirth, because the closest physical bond humans ever have in life is that between mother and child in the womb. This connection is based on the blood pulsed, red umbilical cord. The newborn is born tethered to the umbilical cord. In order to lead an independent life there, it must be untied by the mother. In the back-binding within the maternal ancestral line, the circle closes. Death turns into new life.

In patriarchy the maternal religion, which is based on matrilineal descent, is replaced by head-birth theologies and in the course of this theologization of original religion is masculinized, which requires many unnatural indoctrinations. God becomes a father as a result of these head-birth theologizations. (Armbruster, Kirsten, 2014, p. 14-15). The word religion is thus abused by patriarchal theologies, for the word religion makes sense only in the maternal-divine understanding.

In the first volume of this series: God the MOTHERS – A Dispute Paper Against Patriarchal Monotheism (2013), the foundations of the religion around God the MOTHERS, their historical classification as well as their appropriation, demonization and apparent annihilation, in particular by the monotheistic political theologies, were uncovered again.

Since in 1987 the Council of Europe declared the Jacob’s Way, which today crosses large parts of Europe, to be the first European cultural path, it was interesting to investigate the question of whether the religion of God the MOTHER could be found on this pilgrimage path. Since the Jacob’s Way has the shell as a pilgrimage symbol, a deeply feminine symbol known since the Palaeolithic (Paleolithic), this was probably the case. The interdisciplinary approach of patriarchal critique research then also revealed very quickly that for the first European cultural path the shell was not chosen by chance as a pilgrimage symbol, but that the name Jacob’s path for the original shell path actually only represents a late, patriarchal warlike superimposition, and that the shell pilgrimage path, like no other, has preserved the religion of God the MOTHER.

These research results, which shake our current view of the world, which is marked by patriarchal indoctrination, were published in the book, also published in 2013: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdec-kung der Wurzeln Europas (The Jacob’s Way – Warpath of a Moorish Slayer or Mussel Way through Motherland – The Rediscovery of Europe’s Roots).

The research results at a glance:

  • The oldest traces of people in Europe can be found in Atapuerca in Spain on the Muschelweg.
  • On the mussel path we already find very early traces of the religion of God the MOTHER, because the mussel symbolizes already in the Palaeolithic in connection with red ochre the gate to new life as a grave addition.
  • Pilgrimage trails are a legacy of the Paleolithic raiders and in Europe they are comparable to the dream trails of the Aborigines in Australia.
  • The area in southern France and northern Spain, which today is part of the main route of the Muschelweg, is the climatic retreat of the people in Europe during the ice ages. Therefore we find here concentrated the famous cave paintings of the Palaeolithic, which prove to be cathedrals of the Stone Age, embedded in a social network of matrifocality and in the religion of God the MOTHER.
  • The ancestors of today’s Basques, whose area of life is not only to be found in Aquitaine in southern France, where today the four main routes of the French Mussel Trail unite, move into the special focus here, but the entire Pyrenees and the eastern part of northern Spain comprised.
  • Since it is now proven by human genetics that the genetic roots of 60-80% of today’s Europeans go back to the ancestors of the Basques, we can assume that these people resettled Europe after the last Ice Age, along the river valleys, and brought along their maternal civilization with the matrifocal cultural techniques and religion acquired from God the MOTHER.
  • On the basis of these findings we can today also unmask the widespread Catholic Anna Maria cult as non-Christian and trace it back to the matrifocal living conditions and the associated cult of the divine mother during the Stone Age. Of particular interest here is the Basque goddess Mari, who in Europe to this day has preserved the most of the pre-patriarchal Old Religion of God the MOTHER.
  • Matrifocality is not only the root of religion, but the root of human culture as a whole. Since the knowledge of matrifocality through patriarchal His-storic twists and embezzlements is still so little present for most people, the her-storic facts already uncovered today were summarized in the book „Matrifokalität – Mütter im Zentrum; Ein Plädoyer für die Natur“, published in 2014. (Armbruster, Kirsten: Matrifocality, 2014)

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500 000 Jahre Matrifokale Geschichte

Gott MUTTER im Paläolithikum

 

 

 

Der androzentrische Irrtum Patriarchatskritische Worte zum Frauentag 2017

Historiker haben das Wirken von Frauen zugeschüttet.

Aus der fehlenden Erinnerungskraft der Frauen, haben sie das männliche Monopol abgeleitet, Definitionen festzulegen. Die Folge davon ist der androzentrische Irrtum, auf dem unsere gesamte patriarchale Zivilisation aufgebaut ist. Auf diese für den Feminismus fundamentalen Zusammenhänge haben zwei führende amerikanische, inzwischen verstorbene Feministinnen, Gerda Lerner und Mary Daly bereits deutlich hingewiesen. Und Mary Daly hat auch benannt, wie wir diesen androzentrischen Irrtum – wie Gerda Lerner ihn treffend bezeichnet hat – wieder los werden.

In ihrem Buch Gyn/Ökologie – Eine Methaethik des Radikalen Feminimus schreibt Mary Daly:

Er-innern ist das Heilmittel!

Ich möchte ergänzen: nicht er muss sich erinnern, nein: sie muss sich erinnern.

Mit der Methode der interdisziplinären  Patriarchatskritikforschung haben wir die verschüttete Geschichte der Frauen inzwischen schlüssig freigelegt und aufgeschrieben. Wieviele von euch Frauen haben sich mit unseren Forschungsergebnissen eingehend beschäftigt, haben sie gelesen?

Wenn ich den heutigen Feminismus anschaue, so scheint mir: kaum eine!

Tatsächlich bewegen sich die meisten Frauen – und leider gerade auch die Feministinnen – im Irrtum einer Simone de Beauvoir, die der patriarchalen Erinnerungsauslöschung leider auf den Leim ging und glaubte, was die Patriarchen uns mit Gewalt eingetrichtert haben:

Frauen haben keine Vergangenheit, sie haben keine Geschichte, sie haben keine Religion!

Das ist die patriarchale Lüge! Das ist die Grundlage des androzentrischen Irrtums!

Tatsächlich ist es so, dass bis auf die letzten 6000 Jahre, die Frauen im Zentrum der Menschheitsgeschichte standen!

Tatsächlich ist es so, dass Kultur ein Synonym für weiblich ist!

Tatsächlich ist es so, dass die älteste Religion der Welt eine Religion der Mutter ist und alles was danach kam nur Männermachttheologien sind, die auf der Basis des mythologischen Muttermords fußen !

Tatsächlich ist es so, dass nicht die Frau das andere Geschlecht ist, sondern der Mann, der Mann, den die Natur in ihrer biologischen – nicht biologistischen – Weisheit völlig körperlich integriert hat in das Weibliche, weil es nur im Weiblichen integriert – nicht-zerstörerisch ist.

Das ist das Geheimnis der Mutter! Und das ist das einzige Ziel des Patriarchats: Dass wir – die Frauen – die wir alle Töchter einer Mutter sind – das vergessen!

Solange die Frauen das nicht wieder verstehen, solange die Frauen sich nicht wieder verwurzeln in ihrer eigenen Geschichte, die uns alle verbindende Radix, die Wurzel der Menschheit wieder-erinnern, ist der Feminismus nur Aktionismus, ohne den Kern des Patriarchats zu berühren.

Leider!

Literatur zur Wieder – Erinnerung der weiblichen Wurzeln der Menschheit:

Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas – Teil 1, 2013

Teil 2 dazu:

Armbruster, Kirsten: Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014

Armbruster, Kirsten: Matrifokalität – Mütter im Zentrum – Ein Plädoyer für die Natur, 2014

Armbruster, Kirsten: Gott die Mutter – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013

Armbruster, Kirsten: Das Muttertabu oder der Beginn von Religion, 2010

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter, Band 1 und Band 2, 2009 und 2014

Daly, Mary: Gyn/Ökologie – Eine Methaethik des radikalen Feminismus 1991

Lerner, Gerda: Die Entstehung des Patriarchats, 1995

Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat. Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt

 

 

 

 

 

 

 

Die ursprüngliche Bedeutung von KAR-NE-Val

 

Jedes Jahr feiern wir im zeitigen Frühjahr Karneval. Karneval hat wie Ostern keinen festen Termin. Das bedeutet, Karneval ist, wie Ostern, ein Fest von Frau Mond. Bis heute beginnt die Hauptzeit des Karnevals mit dem Altweiberkarneval und eine der Haupttraditionen des Altweiberkarnevaltags ist es, den Männern die Krawatten abzuschneiden.

Alte Weiber waren einst weise Frauen, sie waren die Großmütter der matrifokalen steinzeitlichen Müttersippen und standen naturgemäß in besonderem Kontakt mit der Großen Mutter, der Göttlichen Mutter, mit Gott MUTTER.  Und diese Großen Mütter  kannten natürlich die eigentliche Bedeutung des Karnevals im Jahreskreis von Gott MUTTER und sie wussten auch, dass der patriarchatsmissbrauchte Phallus nur das Ziel hatte, die einst freie Sexualität der Frau, die biologisch verankerte female choice zu beherrschen. Der Altweiberkarneval, den das Patriarchat bis heute für unsinnig erklärt, hat in der Tat Reste der Zeit der Wildbeuterinnen erhalten, in der die Frau frei den Zeitpunkt und den Partner des Liebesaktes bestimmte und Vergewaltigungen nicht denkbar waren. Die Krawatte, der Inbegriff eines patriarchalen, insbesondere auch  kapitalistisch-ökonomischen  Phallussymbols, wird am Altweiberkarneval von den weisen Alten Frauen als Herrschaftssymbol abgeschnitten.

Die Mutterwurzelsilbe car als Steinsilbe

Begeben wir uns weiter auf die Spurensuche nach der eigentlichen Bedeutung von  Kar-Ne-Val, so finden wir auch linguistisch spannende Verbindungen zur matrifokalen Steinzeit der Menschheit. Kein Wunder, entstand Sprache doch als Muttersprache. Das Wort Karneval enthält gleich zwei sogenannte Mutterwurzelsilben. Als erstes die Steinsilbe car oder kar, wie wir sie  auch heute noch in dem Wort Karst oder auch im Wort Carrara-Marmor oder auch in Berg Karabach in Aserbaidschan identifizieren können. Die Mutterwurzelsilbe car/car bedeutet aber nicht nur Stein, sondern sie bedeuet auch schwarz. Hier sei auf mein 2013 erschienenes Buch „Der Jacobsweg“ verwiesen, wo ich diese Zusammenhänge ausführlich dargestellt habe und dem der folgende Abschnitt entnommen ist:

Die Mutterwurzelsilbe car bedeutet auch  schwarz und dunkel

„Haarmann weist darauf hin, dass Grundfarbwörter eine große Rolle spielen bei der „Rekonstruktion des Wortschatzes grundsprachlicher Protoformen“. Für die Silbe kar als schwarz und dunkel lässt sich dies, laut Ruhlen, folgendermaßen rekonstruieren:

Nächstes Bild: Foto Franz Armbruster: Schwarze Madonna

DSC_0023

Die Silbe kar für schwarz und dunkel:

nostratisch=k´arä

proto-afroasiatisch=k´r/kr

proto-indoeuropäisch=ker-/ker-s

proto-altaisch=karä

proto-dravidisch=kar/kar

japanisch=kuroi

amerind=k´ara

(Ruhlen, 1994, S. 225 in Haarmann, Harald; 2010, S. 144)

 

Die SCHWARZEN MADONNEN

Religionsmythologisch lässt sich die Silbe kar in der steinzeitlichen Bedeutung von schwarz sehr gut einordnen. So finden wir sie in heiligem mütterlichem Kontext in den Schwarzen Madonnen, die auch heute noch Hauptwallfahrtsorte sind. Am Muschelweg besonders berühmt ist in diesem Zusammenhang der Schwarze Heilstein von Le Puys-en-Velaye mit seinen Schwarzen Madonnen. Auch im Kölner Dom treffen wir auf einen Schwarzen Stein, wird doch der Hochaltar durch eine schwarze Marmorplatte gebildet, die mit einer Gesamtfläche von 9,58 Quadratmetern zu den größten weltweit zählt. Die Vorderseite des Altars zeigt im Zentrum, wie könnte es auch anders sein, die Krönung der Maria. Die Verbindung der Farbe Schwarz in heiligem mütterlichem Kontext gilt übrigens nicht nur für das Christentum, sondern gleichermaßen für den Islam, dessen Hauptwallfahrtsort der Schwarze Stein der Kaaba in Mekka ist.“ (Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg, 2013, S. 137/138).

Die Mutterwurzelsilbe car bedeutet auch Fürsorge

„Die Silbe kar hat neben Stein und Schwarz eine weitere Bedeutung im mütterlichen Kontext bewahrt. Das englische care bedeutet bis heute Fürsorge, Betreuung, Pflege und auch das Französische Wort caresser für liebkosen, streicheln, hätscheln hat seinen fürsorglichen Charakter bewahrt. Fürsorge ist bis heute eng verbunden mit Müttern. Tatsächlich steht die Fürsorge in besonderem Maße am Anfang der Menschwerdung, denn das sehr unreif geborene Menschenkind ist ein „Nesthocker“ mit besonders langer Reifezeit. Ohne die Fürsorge der Mutter und ohne die Fürsorge der Großmutter, der Ahnin in matrilinearer Abstammung, hätte sich der Mensch evolutionsbiologisch nicht so entwickeln können“ (Armbruster, Kirsten, Der Jacobsweg, 2013, S. 142).

Die Mutterwurzelsilbe car bedeutet auch Fleisch

Schauen wir uns das Wort Karne-Val weiter an, so entdecken wir, dass nicht nur die Bedeutung von Stein, von Schwarz und von Fürsorge darin bewahrt ist, sondern auch das Wort carne für Fleisch, wie wir es auch in dem Begriff Re-in-kar-nation finden, was nichts anderes heißt, als Wieder- in- Fleisch-Gekleidet-Werden und auf die Wiedergeburt des Lebens aus der leiblichen Mutter und im Kosmischen Kontext von Mutter Natur hinweist und gleichzeitig auch auf den Beginn von Religion verweist:

RELIGARE: Der Ursprung von Religion: Anbinden, Losbinden, Zurückbinden

„Das lateinische Verb „Religare“, das die Wurzel von Religion widergibt, wird nicht zufällig übersetzt mit: Anbinden, Losbinden und Zurückbinden. Tatsächlich weist diese Bedeutung deutlich darauf hin, dass es bei Religion ursprünglich um Bindung ging. Die Bindung an die Mutter und die Bindung an die matrilineare Ahninnenreihe durch einen mütterlichen Wiedergeburtsglauben, denn die engste körperliche Bindung, die Menschen im Leben jemals haben, ist die zwischen Mutter und Kind im Mutterleib. Diese Bindung beruht auf der blutpulsierten, roten Nabelschnur. Das Neugeborene kommt an der Nabelschnur angebunden auf die Welt. Um dort ein eigenständiges Leben zu führen, muss es von der Mutter losgebunden werden. Im Zurückbinden innerhalb der mütterlichen Ahninnenreihe schließt sich der Kreis. Der Tod wandelt sich in neues Leben.“ (Armbruster, Kirsten, Der Muschelweg, 2014, S.7).

Die Mutterwurzelsilbe KALL

Das Wort Kar-ne-val enthält aber nicht nur die Stein-Mutterwurzelsilbe car, sondern es enthält auch die steinzeitliche Wurzelsilbe KALL. „Richard Fester hat bei seinen diesbezüglichen Forschungen schon 1980 das sogenannte KALL-Schema entdeckt, zu dem auch das Wort WALL-fahrt gehört. Monika Löffelmann hat dies aufgegriffen und schreibt dazu:

Höhle – Kult – Kultur = MÜTTERLICHE KULTUR im Einklang mit der NATUR

„Anhand der Sprachentwicklung weist die Paläolinguistik-Forschung den engen Sinnzusammenhang zwischen Höhle – Frau – Kult, enthalten in dem Ur-Wortstamm KALL nach: „Als Sinngehalte bieten sich zwei an, KALL für Frau und KALL für Höhle“. Diesen Ur-Wortstamm trägt auch das lateinische Wort COL-ere in sich. Hier verweist der Paläolinguist auf die Bedeutung des Wortes aushöhlen auf der einen und pflegen auf der anderen Seite: …“und daher stammen unsere heutigen Begriffe und Wörter KULTUR und … „KULT“. Hier sind also in der Doppelbedeutung des Wortes COL-ere Höhleund Kult einander unmittelbar benachbart“. (Löffelmann, Monika; 1997, S. 19).“ (zitiert aus Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg, 2014, S. 77)

Das Narrenschiff ist die Barke von Gott MUTTER

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Die Schwarze Madonna von Rocamadour, Lot, Frankreich, Foto: Franz Armbruster

Natürlich ist es auch kein Zufall, dass in Köln, einer der Karnevalshochburgen mit der Kathedrale, die auch Kölner Dom genannt wird, das größte Kirchenschiff in Deutschland und das drittgrößte der Welt steht, das zudem seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Kathedrale in Köln ist dem Apostel Petrus und der göttlichen Schutzmatronin der Stadt Maria geweiht. Petrus finden wir auch im Petersdom in Rom. Tatsächlich geht Petrus auf ein altes Steinwort zurück und erweist sich damit als typische patriarchale Okkupation der matrifokalen Steinzeit, der Zeit der Heiligen Steine. (siehe hierzu auch Armbruster, Kirsten, 2013: Der Jacobsweg: S. 51-53).

Und nun gehen wir noch einer weiteren Verbindung nach, denn mit dem Karneval wird auch immer wieder Ursula mit ihren 11 000 Elben genannt, die ebenfalls mit einem Schiff daher kommen. Schiffe als Narrenschiffe finden wir zuhauf im heutigen Karneval.

„Ursula wird auch immer wieder mit Frau Holle (KALL-Wort) in Verbindung gebracht, denn auch Frau Holle sucht in der Überlieferung mit 11 000 Elben per Schiff ihr Reich im Jenseits auf. Sonja Rüttner-Cova schreibt, dass der Umzug Hollas und der 11 000 Elben auf den November fällt, und sie zitiert in diesem Zusammenhang aus den 1852 erschienenen Beiträgen zur Deutschen Mythologie von J.W. Wolf:

„Die Zeit des Umzugs ist der „Heiligen Tag“ also omnium sanctorum, das wäre der erste November, der Umzug der Holda mit den 11 000 Elben fällt auch in den Herbst, wo die Natur das Leben gleichsam verliert, wo diese sich zurückzieht und die Sonne immer matter scheint. So sammeln sich dann die alles belebenden Elben und gehen im großen Zuge in ihre himmlischen Wohnungen zurück“. (Wolf in Rüttner-Cova, Sonja, S. 1998, S. 114).

Frau Holle und auch die katholisierte Ursula haben ihre Wurzeln also ganz offensichtlich in der göttlichen paläolithischen Kosmischen Mutter und ihr Wirken wird bis heute an Halloween, dem 1.11., gefeiert, dem uralten jahreszeitlichen Fest, wo die Zahl der 11 000 Elben wieder erscheint und sich die Kraft des Lebens in die Bauchmutter-Höhlen zurückzieht, um bei der Tod-im-Leben-Mutter auszuruhen.“ (Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg, 2014, S. 83/84).

Und nun wird auch die Verbindung verständlich, warum der Karneval offiziell am 11.11. beginnt, nämlich der Zeit, wo sich die Natur zurückzieht und die Bären sich wie die Menschen zurzeit der Wildbeuterinnen in die Höhlen zurückzogen, auf die die Ursula bis heute verweist (siehe auch Ursa Major und Ursa Minor, das Sternenbild der großen und der kleinen Bärin, bzw. Bärenmutter und Bärenkind). Und wir sehen auch, dass der Karneval das Ende dieser Ruhezeit in der Erdbauchhöhle aufzeigt, das Ende des scheinbaren Todes und das Wieder-In-Fleisch-Gekleidet-Werden, also die Wiederauferstehung des Lebens. Und wer die Symbolik des Christentums durchschaut, der erkennt nun auch, dass wir es im Christentum immer wieder mit einer patriarchalen Überlagerung der Alten Religion von Gott der MUTTER zu tun haben. Im Johannesevangelium finden wir nämlich die patriarchal verdrehten Reinkarnationsworte, die Jesus in den Mund gelegt werden. In der Synagoge zu Kapernaum ist dazu folgende Situation überliefert:

„Die Juden stritten nun untereinander und sagten: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn aufwecken am letzten Tag…. (Bibel, Johannes 6, 52-55).

Karneval ist also, von patriarchaler Verwirrung befreit, ursprünglich ein Naturfest der göttlichen Mutter, ein Naturfest von  Gott MUTTER, weil sie am Anfang von Religion und nicht von patriarchaler Theologie steht. Karneval umfasst die Zeitspanne der Natur von Novemer bis Ostern, wo das Sterben der Natur im Herbst, das in der Erde Ruhen im Winter, die Wiedererweckung des Lebens im zeitigen Frühjahr bis zur deutlich sichtbaren Wiederauferstehung der Natur gefeiert wurde. Die in der Matrifokalität verwurzelte Muttersprache zeigt auf, dass diese Zusammenhänge nicht nur bereits in der Steinzeit, der Zeit der Heiligen Steine bekannt waren sondern damals auch schon  gefeiert wurden.

Weiterführende Literatur:

 Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland – Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, Teil 1, 2013

Teil  2 dazu:

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der Mutter – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014

 

Der Islam ist keine Rasse

Eines der am meisten gebrauchten Wörter des letzten Jahres ist das Wort Rassismus. Islamkritik ist rassistisch sagen die Links-Liberalen – mit Betonung auf Liberal – und rücken alle IslamkritikerInnen in eine rechtspopulistische Ecke. Tatsächlich nehmen sich aber Rechts-Liberale und Links-Liberale nicht viel, denn sie sind vor allem liberal gegenüber dem Patriarchat, das die zentrale Rolle der Mütter, die naturgegebene Matrifokalität der menschlichen Spezies ignoriert. Unter der liberalen Fahne des Patriarchats wird der globalisierte Neoliberalismus als alternativloses ökonomisches Heil angepriesen, die Vaterschaft als verbesserte Mutterschaft angepriesen- wie es das deutsche Leitmedium DER SPIEGEL in seiner Weihnachtsausgabe 2015 tat, oder eben Religionsfreiheit als Inbegriff demokratischer Toleranz propagiert. Der Sexismus der heutigen sogenannten Weltreligionen wird dabei wohlwollend ignoriert – wie unwichtig, betrifft er doch nur die Hälfte der Menschheit: Frauen!

Die heutigen sogenannten 5 Weltreligionen, Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus sind alle patriarchal. Kein Wunder, denn der Grund ihrer Gründung ist die Durchsetzung des weltweiten Patriarchats in der unheilvollen Verquickung zwischen Theologie und Politik. Die Hauptbotschaft dieser Theologien: das Patriarchat ist gottgewollt! Damit erscheint es alternativlos. Das ist das Ziel. Doch der Schein trügt!

Das Christentum ist weltweit heute noch die politisch-patriarchale Theologie mit den meisten AnhängerInnen. Auf 2,2 Milliarden wird ihre Zahl geschätzt. Der Islam hat 1,6 Milliarden AnhängerInnen und ist damit die zweitgrößte politisch-patriarchale Theologie, Tendenz wachsend. Die Verbreitung dieser Theologien ist ubiquitär. Es sind also keine „Rassen“ von der Verbreitung dieser Theologien betroffen. Der Vorwurf des Rassismus gegenüber der Islamkritik ist also ein liberales Ablenkungsmanöver der PatriarchatsanbeterInnen. Tatsächlich leben die meisten Moslems/Muslima in Indonesien, gefolgt von Pakistan, Indien, Bangladesch, Ägypten, Nigeria, Iran, Türkei, Algerien und Marokko. Die islamfundamentalistisch-wahabitischen Saudis, die heute zunehmend den sunnitischen Teil der islamischen Patriarchatsideologie beeinflussen, spielen zahlenmäßig nur eine geringe Rolle. Trotzdem dominieren sie die theologische Auslegung des Koran. Das Gegenteil von Demokratie also, wenn eine Minderheit die Mehrheit dominiert: tatsächlich also eine Theologiediktatur. In Europa leben übrigens auch Moslems/Muslima, nicht nur im europäischen Teil der Türkei, sondern auch in Albanien, Bosnien Herzegowina, im Kosovo und in Mazedonien. Der Islam eine Rasse?

Tatsächlich haben alle drei monotheistischen Theologien die gleiche Wurzel. Sie enstanden im Nahen Osten in jeweils siebenhundertjährigem Abstand: 650 v.u.Z. unter König Josia das Judentum, fast 700 Jahre später das Christentum und noch einmal 700 Jahre später der Islam. Das ideologische Fundament aller drei monotheistischen Theologien sind die 5 Bücher Mose. Das erste weltweit christianisierte Land war Ägypten. Die Christen dort nannten sich Kopten. Und es entwickelten sich im Nahen und Mittleren Osten weitere mächtige, christlich orthodoxe Ableger, wie die chaldäische Kirche zum Beispiel im Irak oder die syrisch-orthodoxe Kirche. Sind JüdInnen, Moslems/Muslima und ChristInnen, da sie den gleichen örtlichen  Ursprung haben, also die gleiche Rasse? Spätestens hier wird ersichtlich, dass der Begriff der Rasse bei der Kritik am Monotheismus nicht verfängt.

Tatsächlich haben wir es mit einer weltweiten Ausbreitung eines theologisch begründeten Patriarchats zu tun. Das Judentum spielt zahlenmäßig nur eine geringe Rolle, schon deshalb, weil Mann nicht einfach zum Judentum konvertieren kann, sondern den Nachweis erbringen muss, von einer jüdischen Mutter abzustammen. Die mit massiver struktureller Gewalt durchgesetzte Verbreitung des Christentums hat dann menschengeschichtlich bisher die meisten Menschenopfer zur Folge gehabt und konnte nur durch die Aufklärung und die Säkularisierung weitgehend gestoppt werden. Nun rollt gerade die dritte gottdefinierte Patriarchalisierungswelle durch die Welt: der Islam. Raffiniert, erlaubt doch der Islam offiziell nicht, sich ein Bild Gottes zu machen. Allah ist also angeblich weder Frau noch Mann, aber fragen sie mal einen Moslem/eine Muslima ob sein/ihr Gottesbild weiblich ist!

Tatsächlich war das ursprüngliche Gottesbild weltweit, aber insbesondere im Nahen und Mittleren Osten und in Europa weiblich, genau gesagt mütterlich. Am Anfang war Gott im menschlichen Bewusstsein eine Mutter und die ältesten Urmütterfigurinen stammen aus eben diesem einheitlich religionsgeschichtlich mütterlichem Kulturraum. Die älteste jemals gefundene Urmutterfigurine, deren Alter zwischen 300 000 und 500 000 Jahre geschätzt wird, stammt aus Tan-Tan aus Ma-rokko. Die zweitälteste, deren Alter zwischen 250 000 und 280 000 Jahre geschätzt wird, aus Rebekhat Ram in den Golanhöhen im heutigen Israel/Syrien. Die drittälteste bisher gefundene Urmutterfigurine, die Urmutter vom Hohle Fels, stammt aus der Schwäbischen Alb in Deutschland. Es folgen zahlreiche Urmutterfigurinen des Paläolithikums (der Altsteinzeit) in Willendorf und Stratzing in Österreich, in Dolni Vestonice in Tschechien, in Frankreich, in Russland, in Samarra im Irak, in Mehrgarh im Industal und, und,  und…… Ein ursprünglicher Kulturraum also! Genauer gesagt ein, in der Matrifokalität der Steinzeit verwurzelter mütterlicher Kulturraum. Sind wir also eine Rasse – wir JüdInnen, ChristInnen, Moslems/Muslima, HinduistInnen und BuddhistInnen der heutigen Zeit?

Tatsächlich sind wir ursprünglich alle mütterabstammend, körperlich und auch im religiösen Sinn. Kein Wunder bezieht sich Religion doch eigentlich auf diese mütterliche Abstammung und Geborgenheit im Kreislauf des Lebens und des Todes. Religere heißt nicht umsonst: anbinden, losbinden und zurückbinden. Angebunden an die Nabelschnur der Mutter kommen wir alle auf die Welt, losgebunden von der Nabelschnur leben wir unser Leben und im Tod kehren wir zurück zur Erde, die unser aller Mutter ist. Das ist der Ursprung von Religion: Gott als Mutter, von der wir abstammen und zu der wir wieder im Tode zurückkehren. Wie tröstlich! Das war in Mekka auch noch zu Zeiten Mohammeds so, war doch die Kaaba, der schwarze Stein, der bis heute in einer silbernen Vulva eingefasst ist, den Göttinnen Al-lat, der Milchgebenden und den Göttinnen Al-Uzza und Menat geweiht. Und der heilige Brunnen Zam Zam in Mekka ist der Brunnen der Hagar, der Mutter, von der sich alle Moslem/Muslima  abstammend herleiten.

All dieses Wissen ist durch die Patriarchatskritik- und die Matrifokalitätsforschung längst freigelegt. Die kommenden 13 Weihenächte mit der Mutternacht im Zentrum, die sogar die bereits patriarchalisierten GermanInnen noch Modraniht – Mutternacht – nannten, eignen sich hervorragend dazu, sich in diese Thematik zu vertiefen.

Ich wünsche allen eine gesegnete Weihenächtezeit und empfehle zur Vertiefung und als Patriarchatsbefreiung folgende Literatur:

Literatur:

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der matrifokalen Wurzeln Europas, 2014

Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland? Die Wiederentdeckung der Wurzeln Europas, 2013

Armbruster, Kirsten: Gott die MUTTER – Eine Streitschrift wider den patriarchalen Monotheismus, 2013

Armbruster, Kirsten: Das Muttertabu oder der Beginn von Religion, 2010

Bott Gerhard: Die Erfindung der Götter; Essays zur Politischen Theologie, 2009

Bott Gerhard: Die Erfindung der Götter, Band 2, 2014

Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat – Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt

 

 

 

Der Phalluskult der Bronzezeit auf den schwedischen Felsbildern in Bohuslän

x6Er gilt als Gott von Javelot (Litsleby), die 2,30 m große Felszeichnung mit erigiertem Penis, erhobenen Händen in der sogenannten Adorantenhaltung und Speer, in der für seine Felszeichnungen berühmten Region Bohüslan bei Tanum an der Westküste in Schweden. Datiert wird die Zeichnung auf 1200 bis 1000 v.u.Z., die Bronzezeit.

Die Felsbilder in dieser Region werden dominiert von Männern mit erigiertem Penis, was auf einen ausgeprägten Phalluskult hinweist und ein klares Kennzeichen des Patriarchats ist. Frauen sind nur noch spärlich dargestellt. Es ist eine Welt der Männer: Boote, Waffen, Zeremonialäxte in der Hand von vermuteten Priestern, die sogenannten Tonkernäxte, die aus einer verzierten Bronzefolie mit einem Kern aus Ton bestehen und deshalb als Waffen unbrauchbar waren.

x8Mitten in dieser Welt des Patriarchats, in der nächsten Abbildung rechts unten, die Darstellung eines Paares, was durch die hier typischen Pferdeschwanzfrisuren der Frauen sichtbar ist.

x9In dem interessanten Museum in Vitlycke, ganz in der Nähe der Felsbilder, erfahren wir, dass es sich um die sogenannte „Heilige Hochzeit“ handelt, das sexuelle Ritual, das im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit des Landes steht, welches die Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth in völliger  Verkennung des patriarchalen Kontextes als matriarchales Kernstück definiert hat und nun durch die aktuelle  Matrifokalitätsforschung, insbesondere durch die Forschungen und Veröffentlichungen von Gerhard Bott und Gabriele Uhlmann, tatsächlich als patriarchales Kernstück entlarvt wurde. Gabriele Uhlmann bringt es auf den Punkt und nennt die sogenannte „Heilige Hochzeit“ eine rituelle Vergewaltigung, da sie die biologisch vorgesehene female choice, die frei bestimmte Sexualität der Frau, massiv verletzt. Auch dies ist ein Kennzeichen des Patriarchats.

Im Zusammenhang steht der phallische Männergottkult der Bronzezeit natürlich mit einem vermännlichten Sonnenkult, was die ebenfalls häufige Darstellung der Sonne in Verbindung mit Sonnenbooten oder in Verbindung mit Wagen und Pferden als Zugtiere noch einmal verdeutlicht. Auch dies ist ein typisches Kennzeichen des Patriarchats, was die Matrifokalitätsforschung ebenfalls schon schlüssig dargelegt hat. Sehr deutlich sichtbar ist das bei dem berühmten pferdegezogenen Sonnenwagen aus Trundholm in Dänemark, auf das in dem oben genannten Museum in Vitlycke noch einmal explizit hingewiesen wird.

x7Wir können also an den schwedischen Felszeichnungen noch einmal schlüssig die Patriarchalisierung in der Bronzezeit aufzeigen. Die steht in krassem Gegensatz zu den zahlreichen Urmutterfigurinen des Paläolithikums und des Neolithikums und auch zu den Felsritzzeichnungen oder Petroglyphen in Spanien am Muschelweg,  wie zum Beispiel in Laxe das Rodas, die in einem matrifokalem Kontext der Steinzeit stehen, wie ich bereits in meinen beiden Bänden zum Jacobsweg und zum Muschelweg beschrieben habe.

Weiterführende Literatur:

Armbruster, Kirsten: Der Jacobsweg – Kriegspfad eines Maurentöters oder Muschelweg durch Mutterland, 2013

Armbruster, Kirsten: Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der MUTTER – Die Wiederentdeckung der martifokalen Wurzeln Europas

Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter, 2009

Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht; Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte

Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat; Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt

 

 

Matrifokale Gedanken zu Kar-Freitag

Der Karfreitag ist ein Tag des Todes.

In der patriarchal-christlichen Kultur bedeutet das: ein Tag der Trauer. Kein Wunder geht es doch im Patriarchat immer um den gewaltsamen Tod, den unnatürlichen Tod, der die Gute Frau Tod, La Bonne Mort, wie wir sie zum Beispiel noch in der Schwarzen Madonna von Clermont Ferrand in der Auvergne in Frankreich finden, verdrängt hat.

Wir können davon ausgehen, dass der Kar-Freitag eine uralte Tradition hat, der im matrifokal-zyklischen Verständnis der Steinzeit, der Zeit der Heiligen Steine, die vor der Kriegsbeginnzeit der Metallausbeutung liegt, wurzelt. Das erschließt sich daraus, dass die Silbe kar auch in den Varianten cer oder ser eine durch die Patriarchatskritikforschung wieder freigelegte uralte Stein-Mutterwurzelsilbe ist, wie wir sie beispielhaft in dem Wort Karst, aber auch im Karwendelgebirge oder als Montserrat, dem Fels der Schwarzen Madonna von Montserrat in der Nähe von Barcelona in Spanien finden.

Die Mutterwurzelsilbe kar ist aber nicht nur eine Steinsilbe, sondern sie steht auch im Zusammenhang mit Fürsorge, wie wir es aus to care oder karitativ auch heute noch kennen. Die Mutterwurzelsilbe kar hat aber auch noch eine dritte Bedeutung. Wir begegnen ihr nämlich auch in Verbindung mit Fleisch wie in carne, oder in dem Wort Re-in-kar-nation, wo sie das „Wieder in Fleisch-gekleidet werden“ bedeutet.

Das uralte steinzeitlich-matrifokale Verständnis von Kar ist also eine Wieder-Manifestierung des neuen Lebens, die in dem zyklisch-sichtbaren Naturverständnis der Religion der göttlichen Mutter auf dem Absterben des Alten wurzelt. Schaue ich in die Natur, so sind die Blätter des alten Jahres schon größtenteils verwandelt und in dieser Verwandlung wird das neue Jahr, das neue Leben in Form von ersten Trieben oder Blüten bereits sichtbar. Die Mutterwurzelsilbe kar bedeutet also Geborgenheit und Verlässlichkeit des Lebenskreises, wie sie durch die Gute Frau Tod verkörpert wird

Sie ist kein Grund zur Trauer!

Machen wir uns diese Lebenszusammenhänge wieder klar, so ist es auch kein Zufall, dass der Karfreitag an einem Freitag gefeiert wird, ist doch der Freitag eng mit der Göttin verbunden. Wir kennen die Göttin Freya, deren Feiertag der Freitag war. Wir kennen aber auch die Göttin Venus, die am Vendredi, dem Freitag im Französischen gefeiert wurde. Und wir kennen auch den Freitag als Feiertag der vorislamischen AraberInnen, der urspünglich zu Ehren der mit der Mondsichel verbundenen Göttinnentrinität Al-lat, Menat und Al-Uzza mit der schwarzen Vulva-Stein-Kaaba in Mekka in Saudi-Arabien gefeiert wurde.

Ziehen wir also die patriarchalen Vernebelungsschleier weg!

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren lebensweisheitlichen Karfreitag!